Fünf Dinge, die man über KI-Rechenzentren wissen sollte
Um die Digitalisierung des öffentlichen Lebens und die Kontrolle der Bevölkerung voranzutreiben, müssen Rechenzentren gebaut werden – überall auf der Welt. In den USA sind derzeit über 1.500 Rechenzentren geplant, viele davon in ländlichen Gemeinden. The Defender hat deshalb die fünf wichtigsten Dinge aufgelistet, die Sie über den Wasserverbrauch, die Umweltauswirkungen und den wachsenden Widerstand gegen solche Anlagen wissen sollten.
1. Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen Wasser
Rechenzentren, die digitale Informationen speichern und verarbeiten, verbrauchen oft große Mengen Wasser, um Server zu kühlen – insbesondere die neuen Hyperscale-Anlagen, die typischerweise für künstliche Intelligenz (KI) gebaut werden.
Das Google-Rechenzentrum in Pryor, Oklahoma – eine der größten Anlagen des Unternehmens – verbraucht jährlich etwa 1,1 Milliarden Liter Wasser. Das entspricht etwa 8,3 Milliarden Wasserflaschen oder dem jährlichen Wasserverbrauch von 10.000 durchschnittlichen US-amerikanischen Haushalten.
Das Rechenzentrum in Pryor verwendet ein Verdunstungskühlsystem, sodass der größte Teil des zur Kühlung verwendeten Wassers durch Verdunstung verloren geht. Von den 1,1 Milliarden Litern Wasser, die verwendet werden, werden nur etwa 275 Millionen Liter wieder in den Fluss eingeleitet und zur Wiederverwendung bereitgestellt.
Die Branche steht unter Druck, sich von dieser Technologie abzuwenden, und einige neue Anlagen planen die Installation von geschlossenen Kreislaufsystemen, die Wasser in einem kontinuierlichen Kreislauf wiederverwenden, oder von luftgekühlten Systemen. Diese Systeme verbrauchen wenig Wasser, benötigen jedoch deutlich mehr Strom.
2. Forscher wissen wenig über die Wasserverschmutzung
Es ist wenig darüber bekannt, wie sich die Einleitung von Wasser aus Rechenzentren auf die Umwelt auswirkt. Eine aktuelle Studie zu diesem Thema stellt fest, dass «es eindeutig an Transparenz bei den Praktiken zur Einleitung von Kühlwasser aus Rechenzentren mangelt».
Unternehmen legen häufig nicht offen, wie viel Wasser sie ableiten, wohin es gelangt oder welche Chemikalien oder Schadstoffe es enthalten könnte. Die Studie ergab, dass Einleitungen von Kühlwasser Flüsse, Grundwasser und Abwassersysteme beeinträchtigen könnten, doch aufgrund begrenzter Daten lassen sich diese Auswirkungen nur schwer messen.
Hier erfahren Sie mehr über den Bericht «Data Center Cooling Water Discharge».
3. Kämpfe um Umwidmungen von Flächen werden immer häufiger
Der Widerstand gegen Rechenzentren ist aus einer breiteren Bewegung gegen große Industrieprojekte in ländlichen Gebieten hervorgegangen, insbesondere gegen Projekte im Bereich erneuerbarer Energien.
Bewohner einiger Gemeinden haben sich organisiert, um Projekte zu stoppen, von denen sie glauben, dass sie den Einheimischen nur wenige Vorteile bringen, während sie Ackerland durch Industriegebäude ersetzen und die ländliche Landschaft verändern.
Eines der wichtigsten Instrumente, mit denen Gemeinden diese Projekte anfechten, besteht darin, Druck auf die lokalen Regierungen auszuüben, Anträge auf Umwidmung von Flächen abzulehnen, durch die Land von landwirtschaftlicher in industrielle Nutzung überführt wird. In vielen Fällen waren diese Bemühungen erfolgreich.
Das Rechenzentrumsprojekt Beltline in Yukon und Oklahoma City beispielsweise benötigt weiterhin die Genehmigung, landwirtschaftlich genutztes Land im Teil des Projekts in Oklahoma City für eine leichte industrielle Nutzung umzuwidmen.
4. Die meisten Projekte sind für ländliche Gebiete geplant
Laut dem Pew Research Center sind landesweit mehr als 1.500 Rechenzentren geplant. Während sich 87 Prozent der bestehenden Rechenzentren in den USA in städtischen Gebieten befinden, sind zwei Drittel der geplanten Anlagen für ländliche Gemeinden vorgesehen.
In einer Umfrage unter 1.000 Erwachsenen in den USA äußerten Bewohner ländlicher Gebiete insgesamt das höchste durchschnittliche Maß an Besorgnis. Ihre größte Sorge waren steigende Stromkosten, gefolgt von der Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für Rechenzentren und der übermäßigen Nutzung von Wasser.
5. KI wächst schneller als die Regulierung
Seit 2013 hat die Technologiebranche mehr als 1,6 Billionen Dollar in KI investiert. In vielen Fällen haben sich Unternehmen auf regulatorische Lücken verlassen oder herkömmliche Genehmigungsverfahren umgangen, um den Bau zu beschleunigen.
In Oklahoma müssen Rechenzentren keine Wassergenehmigungen beantragen, da sie ihr Wasser typischerweise von kommunalen Versorgungsunternehmen beziehen. In Memphis, Tennessee, installierte Elon Musks xAI fast 20 Erdgasturbinen zur Stromversorgung eines Rechenzentrums, ohne zuvor Luftemissionsgenehmigungen einzuholen.
Die New York Times hat derweil darüber berichtet, dass Amazon in ein groß angelegtes Gaskraftwerk als Teil eines riesigen Rechenzentrums in Texas investiert. Die Anlage könnte sich zur größten einzelnen Quelle klimaschädlicher Emissionen in den Vereinigten Staaten entwickeln. Amazon und andere Tech-Giganten würden darum wetteifern, genügend Rechenzentren zu bauen, um die rasant steigende Nachfrage nach KI-Diensten zu decken und deren Stromversorgung sicherzustellen.
Laut New York Times dürfte das neue Gaskraftwerk, sofern es den behördlichen Spezifikationen entspricht, jährlich 33 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen – mehr klimaschädliche Gase als jedes andere Kraftwerk des Landes.
Das Insurance Journal informierte, dass eine Studie in Virginia zu dem Schluss kam, dass für Rechenzentren strengere Wasservorschriften erforderlich sind. Virginia gilt als der weltweit größte Standort für Rechenzentren – und die Umweltwissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass ein Rückgang des Grundwasserspiegels in einem wichtigen Grundwasserleiter aufgrund von Bevölkerungswachstum und industrieller Nutzung wahrscheinlich ist.
Der Bericht fordert deshalb strengere Vorschriften. Die Regulierungsbehörden müssten mehr Befugnisse erhalten, um Genehmigungen für industrielle Wasserentnahmen abzulehnen, Unternehmen zu verpflichten, alternative Wasserquellen zu prüfen und gegen Nutzer vorzugehen, die möglicherweise mehr Wasser verbrauchen als zulässig. Die Regierung von Virginia hatte die Veröffentlichung der Studie lange behindert.