Israelische Regierung installierte und unterhielt Sicherheitssystem in Epsteins Wohnung
Aufgrund der Epstein-Files wird von manchen der Verdacht geĂ€uĂert, dass der SexualstraftĂ€ter Jeffrey Epstein fĂŒr israelische und US-Geheimdienste gearbeitet haben könnte, um bekannte Persönlichkeiten in kompromittierende Situationen zu bringen und sie durch entsprechende Bilder oder Videos erpressbar zu machen.
Wie Drop Site berichtete, geht nun aus den jĂŒngst veröffentlichten Akten hervor, dass die israelische Regierung in einem Wohnhaus in Manhattan, das von Epstein verwaltet wurde, SicherheitsausrĂŒstung installierte und dessen Zugang kontrollierte. Die AusrĂŒstung wurde demnach Anfang 2016 in der 301 E. 66th Street installiert â dem Wohnsitz, in dem der ehemalige israelische Premierminister Ehud Barak hĂ€ufig lĂ€ngere Zeit verbrachte. Die dortigen SicherheitsmaĂnahmen waren mindestens zwei Jahre lang in Kraft.
Beamte der stĂ€ndigen Vertretung Israels bei den Vereinten Nationen standen den Akten zufolge in regelmĂ€Ăigem Kontakt mit Epsteins Mitarbeitern, um Sicherheitsfragen zu klĂ€ren. Die Wohnungen in dem GebĂ€ude wurden laut Drop Site hĂ€ufig an Epsteins Kontakte vermietet und zur Unterbringung minderjĂ€hriger Models genutzt.
GemÀà dem Portal erhalten der ehemalige israelische Premierminister und andere hochrangige Beamte nach israelischem Recht nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt in der Regel Sicherheitsdienste. Den E-Mails zufolge genehmigte Epstein persönlich die Installation der GerÀte und autorisierte Treffen zwischen seinen Mitarbeitern und israelischen Sicherheitsbeamten.
Ehud Barak und die israelische Vertretung bei den Vereinten Nationen hÀtten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme reagiert, so Drop Site.
Als Epstein 2019 starb, habe Barak seine Verbindung zu dem in Ungnade gefallenen Finanzier heruntergespielt und erklĂ€rt, dass er sich zwar mehrmals mit Epstein getroffen habe, dieser ihn aber «weder unterstĂŒtzt noch bezahlt» habe.
Premierminister Benjamin Netanjahu deutete kĂŒrzlich an, dass Epsteins enge Beziehungen zu Barak, einem langjĂ€hrigen FunktionĂ€r der Arbeitspartei und Rivalen Netanjahus, die These von Epsteins Verbindungen zu Israel eher untergraben als stĂ€rken wĂŒrden. Netanjahu erklĂ€rte:
«Jeffrey Epsteins ungewöhnlich enge Beziehung zu Ehud Barak deutet nicht darauf hin, dass Epstein fĂŒr Israel gearbeitet hat. Es beweist das Gegenteil. Verhaftet in seiner Wahlniederlage vor ĂŒber zwei Jahrzehnten, hat Barak jahrelang obsessiv versucht, die israelische Demokratie zu untergraben, indem er mit der antizionistischen radikalen Linken zusammenarbeitete, um die gewĂ€hlte israelische Regierung zu stĂŒrzen.»
In einem E-Mail-Austausch vom Januar 2016 zwischen Baraks Frau Nili Priell und einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin Epsteins â vermutlich Lesley Groff â wurde die Installation von Alarmanlagen und ĂberwachungsgerĂ€ten in der Residenz diskutiert, darunter sechs «an den Fenstern angebrachte Sensoren» und die Möglichkeit, den Zugang zum GelĂ€nde fernzusteuern. Priell teilte Epsteins Mitarbeitern mit:
«Sie können das System aus der Ferne deaktivieren, bevor jemand die Wohnung betreten muss. Sie mĂŒssen lediglich Rafi vom Konsulat anrufen und ihm mitteilen, wer wann die Wohnung betritt.»
Aus der Korrespondenz geht auch hervor, dass die Arbeit der israelischen Regierung so bedeutend war, dass Epstein sie persönlich genehmigen musste. So schrieb der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin Epsteins an Barak und Priell:
«Jeffrey sagt, dass ihm Löcher in den WÀnden nichts ausmachen und dass alles in Ordnung ist!»

Korrespondenz zwischen Nili Priell Barak und einer miarbeiterin oder einem Mitarbeiter Epsteins bezĂŒglich der Sicherheit in der Wohnung; 15. Januar 2016.
In einer E-Mail vom Januar 2017 an Rafi Shlomo â damals Leiter des Sicherheitsdienstes der israelischen Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York und Leiter von Baraks Sicherheitsdienst â stellte ein Assistent von Epstein den israelischen Beamten eine Liste der Mitarbeiter zur VerfĂŒgung, die Zugang zur Wohnung benötigen wĂŒrden, und fĂŒgte hinzu:
«Ich habe verstanden, dass Sie bereits eine Kopie ihres Ausweises von vor einiger Zeit haben ... sie ist die HaushÀlterin und geht schon seit langer Zeit in die Wohnung hinein und hinaus!»
Einige Wochen spÀter schrieb ein Beamter an Epstein selbst:
«Rafi, der Leiter von Ehuds Sicherheitsdienst, fragt, ob ich ihn am Dienstag, dem 14., um 16 Uhr in seinem BĂŒro (800 2nd Ave und 42nd) wegen Ehuds Wohnung treffen könnte.» Epstein stimmte dem Treffen zu.

Korrespondenz zwischen Epstein und einer ungenannten Person bezĂŒglich der Sicherheit fĂŒr «Ehuds Wohnung», 6. Februar 2017.
Wie Drop Site weiter berichtet, wurde der Schriftverkehr das ganze Jahr ĂŒber fortgesetzt. Im August wandte sich ein Assistent von Epstein erneut an Shlomo, um ihn ĂŒber einen weiteren Aufenthalt von Barak und seiner Frau in der Residenz von Epstein zu informieren. Im November 2017 wurde Shlomo durch einen anderen israelischen Beamten ersetzt, der fĂŒr die Sicherheit und Ăberwachung von Barak zustĂ€ndig war.
Ein weiterer hĂ€ufiger Gast in Epsteins Wohnung in der 66th Street war den Akten zufolge Baraks langjĂ€hriger Berater Yoni Koren, der 2023 verstarb. Koren hielt sich mehrfach in der Wohnung auf â darunter auch 2013, als er noch als «BĂŒroleiter» fĂŒr das israelische Verteidigungsministerium tĂ€tig war. Baraks E-Mail-Korrespondenz zeigt auch, dass Koren Informationen mit Epstein ĂŒber eine Ăberweisung austauschte, wie Drop Site schon zuvor berichtet hatte.
Die neu veröffentlichten E-Mails offenbaren, dass Koren weiterhin in Epsteins Wohnung wohnte, wÀhrend er sich in New York in medizinischer Behandlung befand, bis zur zweiten Verhaftung und zum Tod des SexualstraftÀters im Jahr 2019.