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Kaum beachtet von der Weltöffentlichkeit, bahnt sich der erste internationale Strafprozess gegen die Verantwortlichen und Strippenzieher der Corona‑P(l)andemie an. Denn beim Internationalem Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag wurde im Namen des britischen Volkes eine Klage wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gegen hochrangige und namhafte Eliten eingebracht. Corona-Impfung: Anklage vor Internationalem Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit! – UPDATE

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Radio MĂŒnchen · Argumente gegen die Herrschaft der Angst - Dr. Wolfgang Wodarg im GesprĂ€ch


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Corona Transition

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Feed Titel: Transition News


Je lÀnger der Ukraine-Krieg dauert, desto dringender werden Verhandlungen

Der Ukraine-Krieg hat einen Punkt erreicht, an dem die politische Fantasie nicht lĂ€nger an der Front enden darf. Je lĂ€nger die KĂ€mpfe dauern, desto grĂ¶ĂŸer wird nicht nur die Zahl der Opfer, sondern auch das Risiko, dass aus dem Krieg in der Ukraine ein direkter Konflikt zwischen Russland und der NATO wird.

Das Wall Street Journal berichtet unter Berufung auf US-Geheimdienstinformationen ĂŒber Szenarien, in denen Russland in den kommenden Jahren die Entschlossenheit der NATO testen könnte – von Cyberangriffen und hybriden Operationen bis zu einem begrenzten militĂ€rischen Vorstoß. Als möglicher Zeitraum wird sogar der Herbst 2026 genannt.

Das ist keine Prognose, dass ein solcher Angriff bevorsteht. Aber es ist ein Warnsignal. Und es spricht nicht dafĂŒr, den Krieg auf unbestimmte Zeit weiterlaufen zu lassen.

Der ehemalige grĂŒne Schweizer Nationalrat, Arzt und Ehemann der moldauisch-österreichisch-schweizerischen Geigerin Patricia Kopatchinskaja, Lukas Fierz, warnt in seiner Analyse vor der Vorstellung, Russland könne durch weitere westliche UnterstĂŒtzung entscheidend geschlagen werden.

Seine These ist drastisch: Nach dem RĂŒckzug der USA drohe der Krieg zu einem europĂ€ischen Stellvertreterkrieg zu werden. Weitere UnterstĂŒtzung könne die ukrainische Verhandlungsposition sogar verschlechtern und den Krieg verlĂ€ngern. Fierz erwartet, dass die russischen KrĂ€fte die ukrainischen Verteidigungslinien spĂ€testens 2027 durchbrechen. Und dann kĂ€me ein Waffenstillstand aufs Tapet – zu deutlich schlechteren Bedingungen als 2022. Er weist auf konventionelle russische Waffen hin, die problemlos deutsche StĂ€dte erreichen können, und denen die NATO kaum etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen hat. Fierz weist auch darauf hin, dass das Reservoir an Soldaten in der Ukraine praktisch ausgeschöpft ist.

Fierz' EinschÀtzungen sind zugespitzt und teilweise spekulativ. Seine zentrale Frage aber verdient Beachtung: Was bringt eine Strategie, die immer stÀrker auf Waffen und Durchhaltewillen setzt, wenn ein militÀrischer Durchbruch nicht absehbar ist?

Auch Ralph Bosshard kommt in seiner Analyse zu einem ernĂŒchternden Befund. Der Westen habe der Ukraine viel versprochen, aber wenig gehalten. Die Folge sei politische Ratlosigkeit – und diese Ratlosigkeit trage dazu bei, dass der Krieg verlĂ€ngert werde.

Bosshard verweist zudem auf die Geschichte der Minsker Vereinbarungen. Der Waffenstillstand konnte die KĂ€mpfe zeitweise eindĂ€mmen, brachte aber keine dauerhafte politische Lösung. In den folgenden Jahren dokumentierte die OSZE weiterhin VerstĂ¶ĂŸe gegen die Waffenruhe durch beide Seiten.

Gerade daraus lĂ€sst sich eine unbequeme, aber wichtige Lehre ziehen: Verhandlungen sind kein Synonym fĂŒr Kapitulation. Sie sind der Versuch, militĂ€rische RealitĂ€ten in eine politische Lösung zu ĂŒbersetzen.

Wer heute Verhandlungen fordert, muss deshalb weder Russland recht geben noch ukrainische Interessen kleinreden. Er muss lediglich anerkennen, dass Kriege irgendwann am Verhandlungstisch beendet werden, und dass die Alternative zu einem schwierigen Abkommen nicht automatisch ein guter militÀrischer Ausgang ist.

Im Gegenteil: Die aktuellen Warnungen machen Diplomatie dringlicher. Der Wall Street Journal-Bericht beschreibt wachsende Sorgen ĂŒber mögliche russische Aktionen gegen die NATO-Ostflanke. Damit verĂ€ndert sich die Rechnung. Jeder weitere Monat des Krieges bedeutet nicht nur weitere Tote und Zerstörung. Er erhöht auch die Gefahr von Fehlkalkulationen, Eskalationen und einer direkten Konfrontation zwischen Russland und dem Westen.

NatĂŒrlich bleibt die entscheidende Frage, ob Moskau ĂŒberhaupt zu einem tragfĂ€higen Abkommen bereit wĂ€re. Auch Kiew mĂŒsste schwierige Entscheidungen treffen. Territorien, Sicherheitsgarantien, Sanktionen und die europĂ€ische Sicherheitsordnung lassen sich nicht mit einem schnellen HĂ€ndedruck erledigen. Aber genau deshalb muss man anfangen.

Die Alternative lautet nicht «Frieden oder Sicherheit». Die wirkliche Alternative lautet zunehmend: Verhandeln, solange noch Spielraum besteht, oder darauf hoffen, dass der Krieg irgendwann von selbst eine Lösung produziert.

Darauf sollte sich Europa nicht verlassen. Die drei Quellen kommen aus unterschiedlichen politischen und analytischen Blickwinkeln, doch sie fĂŒhren zu einer gemeinsamen Frage: Wie lange kann die militĂ€rische Logik noch die Diplomatie ersetzen?

Wer eine weitere Eskalation verhindern will, sollte Verhandlungen deshalb nicht als SchwĂ€che behandeln. Diplomatie ist kein Geschenk an den Gegner. Sie ist der Versuch, einen Krieg zu beenden, bevor aus einem gefĂ€hrlichen Konflikt eine noch grĂ¶ĂŸere Katastrophe wird.

Europas nie geschaffene Verteidigungsunion

Wer heute ĂŒber eine europĂ€ische Verteidigungsordnung ohne die USA spricht, sollte sich daran erinnern, dass Europa diesen Versuch bereits einmal unternommen hat. Die EuropĂ€ische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) war keine nachtrĂ€gliche Idee und kein theoretisches Planspiel. Sie war ein ausverhandelter, am 27. Mai 1952 von Frankreich, der Bundesrepublik Deutschland, Italien und den drei Benelux-Staaten unterzeichneter Vertrag ĂŒber eine gemeinsame europĂ€ische Armee. Vorgesehen waren supranationale StreitkrĂ€fte, ein gemeinsames Oberkommando und eine politische Konstruktion, die langfristig sogar in eine EuropĂ€ische Politische Gemeinschaft mĂŒnden sollte.

Der Ausgangspunkt war der Pleven-Plan vom Oktober 1950. Frankreich wollte die deutsche Wiederbewaffnung nicht einfach in einer nationalen Armee zulassen, sondern sie in eine europĂ€ische Struktur einbinden. Genau darin lag die historische Ironie: Ausgerechnet die Angst vor einem wiedererstarkenden Deutschland fĂŒhrte zu einem Entwurf, der nationale StreitkrĂ€fte teilweise ihrer nationalen VerfĂŒgungsgewalt entzog. Die Bundesrepublik sollte Soldaten stellen – aber nicht wieder ĂŒber eine vollstĂ€ndig souverĂ€ne nationale Armee verfĂŒgen.

Die Konstruktion war damit in gewisser Weise radikaler als die NATO. Die NATO koordinierte souverĂ€ne Staaten; die EVG sollte militĂ€rische SouverĂ€nitĂ€t teilweise ĂŒberstaatlich organisieren. Ein europĂ€isches Oberkommando, gemeinsame Institutionen und integrierte StreitkrĂ€fte sollten verhindern, dass die europĂ€ische Verteidigung wieder ausschließlich aus nationalen Armeen bestand.

Gescheitert ist dieses Projekt am 30. August 1954 in Paris. Die französische Nationalversammlung vertagte die Behandlung des Vertrags mit 319 gegen 264 Stimmen auf unbestimmte Zeit. Der Vertrag wurde damit politisch beerdigt, bevor es ĂŒberhaupt zu einer Abstimmung ĂŒber seine Ratifikation kam.

Dahinter standen mehrere Motive: die Sorge um die französische SouverÀnitÀt, die Angst vor einer deutschen Wiederbewaffnung und die Furcht, Frankreich könne durch die supranationale Konstruktion einen Teil seiner militÀrischen Handlungsfreiheit verlieren.

Das Scheitern der EVG hatte unmittelbare Konsequenzen. An ihre Stelle traten die Pariser VertrĂ€ge, die in die EU mĂŒndeten und schließlich der NATO-Beitritt der Bundesrepublik 1955. Die Geschichte nahm damit einen anderen Weg: Nicht Europa organisierte seine Verteidigung eigenstĂ€ndig, sondern die europĂ€ische Verteidigung wurde dauerhaft in eine transatlantische Sicherheitsordnung eingebettet.

Genau deshalb ist die EVG fĂŒr die Gegenwart interessant. Denn die entscheidende Frage lautet heute nicht mehr, ob Europa theoretisch eine eigene Verteidigungsarchitektur errichten könnte. Die Institutionen, die StreitkrĂ€fte, die industrielle Basis und die politischen Erfahrungen dafĂŒr existieren bereits. Die eigentliche Frage lautet, wie weit die europĂ€ischen Staaten bereit wĂ€ren, ihre militĂ€rischen FĂ€higkeiten tatsĂ€chlich zu integrieren, wenn die amerikanische Sicherheitsgarantie an Gewicht verliert oder ganz wegfĂ€llt.

Damit kehrt auch die alte SouverĂ€nitĂ€tsfrage zurĂŒck – allerdings unter umgekehrten Vorzeichen. 1952 fĂŒrchtete Frankreich, durch eine europĂ€ische Armee zu viel nationale SouverĂ€nitĂ€t abzugeben. Heute könnte Europa vor dem entgegengesetzten Problem stehen: Wie viel nationale SouverĂ€nitĂ€t muss es abgeben, um ĂŒberhaupt strategische SouverĂ€nitĂ€t zu gewinnen?

Eine europĂ€ische Verteidigungsgemeinschaft des 21. Jahrhunderts mĂŒsste dabei nicht einfach den Vertrag von 1952 kopieren. Im Gegenteil: Die NATO hat in sieben Jahrzehnten bereits einen Teil der dafĂŒr notwendigen Infrastruktur geschaffen – gemeinsame Standards, integrierte Kommandostrukturen, Logistik, Ausbildung und militĂ€rische InteroperabilitĂ€t. Eine europĂ€ische SĂ€ule könnte deshalb auf vorhandenen Strukturen aufbauen, ohne eine völlig neue Architektur aus dem Boden stampfen zu mĂŒssen.

Und hier wird der Vergleich mit dem Mekka-Pakt interessant. In beiden FĂ€llen geht es um dieselbe strategische Grundfrage: Was geschieht, wenn eine Region ihre Sicherheit nicht mehr dauerhaft an eine externe Garantiemacht delegieren kann oder will? Im Nahen Osten lautet die Antwort möglicherweise ein regionales BĂŒndnis um die TĂŒrkei, Saudi-Arabien und Pakistan. In Europa könnte daraus langfristig eine eigenstĂ€ndigere Verteidigungsstruktur entstehen, in der Deutschland aufgrund seiner wirtschaftlichen, industriellen und finanziellen Möglichkeiten eine zentrale Rolle spielen wĂŒrde.

Der Unterschied ist allerdings entscheidend: Der Mekka-Pakt ist bereits RealitÀt; eine neue europÀische Verteidigungsgemeinschaft ist es nicht. Aber die historische Vorlage existiert. Europa hat bereits einmal versucht, seine Verteidigung ohne eine amerikanische Mitgliedschaft institutionell zu organisieren. Es scheiterte damals nicht an der technischen Unmöglichkeit, sondern an der politischen Bereitschaft, nationale SouverÀnitÀt tatsÀchlich zu teilen.

1954 scheiterte die EVG an der Frage, ob Europa bereit war, gemeinsam zu handeln. Sollte sich die amerikanische Sicherheitsgarantie kĂŒnftig grundlegend verĂ€ndern, könnte dieselbe Frage unter umgekehrten Bedingungen wiederkehren.

Schockhandschuhe fĂŒr Schocktruppen

Elektroschockhandschuhe könnten schon bald gegen jeden eingesetzt werden, der sich Donald Trumps ICE-Agenten widersetzt. Wie der Journalist Leo Hohmann berichtet, hat das US-Heimatschutzministerium den Kauf von Tausenden solcher Handschuhe geplant, um damit diese Einheit der Einwanderungsbehörde auszustatten. Preis: 20 Millionen Dollar.

Die Handschuhe werden bereits von einigen Strafverfolgungsbehörden und GefĂ€ngnispersonal eingesetzt, um Widerstand leistende Personen «zur Kooperation» zu zwingen. Sie verabreichen schmerzhafte StromstĂ¶ĂŸe. Hergestellt werden solche G.L.O.V.E-Handschuhe (Generated Low Output Voltage Emitter) beispielsweise von einem Unternehmen in Kentucky namens Compliant Technologies.

Das GerĂ€t sehe wie ein gewöhnlicher Handschuh aus, so Hohmann, bis ein Agent einen Knopf drĂŒcke, woraufhin bis zu 380 Volt in die Haut geleitet werden, ungefĂ€hr dreimal so viel, wie aus einer Steckdose komme. Das Unternehmen habe in seinem eigenen Handbuch eine Warnung ausgesprochen: «Verwenden Sie sie nicht bei kleinen Kindern, schwangeren Frauen oder Ă€lteren Menschen». Zudem finde sich auf der Website des Unternehmens diese Aussage:

«Indem wir nicht tödliche Alternativen bereitstellen, wollen wir eine sicherere Welt fĂŒr alle Beteiligten schaffen. Wir glauben, dass diese Technologie die Haftung verringern, Risiken mindern und eine freundlichere AtmosphĂ€re fĂŒr die Allgemeinbevölkerung und diejenigen schaffen kann, die uns schĂŒtzen und dienen.»

Das seien die Werkzeuge psychopathischer AutoritĂ€rer, befindet Hohmann, und man setze sie nicht nur gegen illegale Einwanderer ein. So habe ein GefĂ€ngnisverwalter in Tennessee gegenĂŒber der BBC erklĂ€rt, worin der Reiz des Handschuhs liege. Man betĂ€tige den Schalter und ein kleines Licht gehe an. Die Insassen wĂŒrden lernen, was das Licht bedeute. Meistens reiche es, es zu sehen.

Spionage im Wohnzimmer? Was smarte Saugroboter ĂŒber unser Zuhause wissen

Sie rollen leise durch die Wohnung, weichen Möbeln aus und kehren am Ende brav zur Ladestation zurĂŒck. Was nach praktischer Haushaltshilfe aussieht, ist technisch deutlich mehr: Moderne Saugroboter sind kleine autonome Computer auf RĂ€dern – ausgestattet mit Kameras, Sensoren, kĂŒnstlicher Intelligenz und einer permanenten Verbindung zum Internet.

Genau darin liegt der Haken. Denn damit der Roboter weiß, wo er saugen soll, muss er seine Umgebung erfassen. Je nach Modell erstellt er detaillierte Karten der Wohnung, erkennt Hindernisse und speichert Informationen ĂŒber RĂ€ume, Möbel und Wege. Was fĂŒr den effizienten Hausputz praktisch ist, kann aus Sicht des Datenschutzes durchaus brisant werden.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Welche Daten sammelt das GerĂ€t, wohin werden sie ĂŒbertragen und wer kann darauf zugreifen?

Denn sobald der Roboter mit dem heimischen WLAN verbunden ist, wird aus dem Staubsauger ein Teil des digitalen Ökosystems im Haushalt. Seine Sensoren erfassen die Umgebung, seine Software verarbeitet die Informationen und je nach Hersteller können Daten auch ĂŒber Cloud-Dienste laufen.

Damit wird aus einer banalen Haushaltsfrage plötzlich eine Frage der digitalen SouverÀnitÀt. Denn ein Grundriss der Wohnung ist eben nicht einfach irgendein Datensatz. Er kann verraten, wie viele RÀume es gibt, wie sie angeordnet sind und welche Bereiche besonders hÀufig genutzt werden.

Auch in den USA wird das Thema inzwischen unter einem grĂ¶ĂŸeren Sicherheitsaspekt betrachtet. Die amerikanische Federal Communications Commission (FCC) beschĂ€ftigt sich mit fortgeschrittenen Robotersystemen, die autonom agieren, ihre Umgebung wahrnehmen, mit Netzwerken kommunizieren und teilweise aus der Ferne gesteuert werden können.

Dabei geht es ausdrĂŒcklich nicht nur um Saugroboter. Sie stehen stellvertretend fĂŒr eine ganze Generation vernetzter GerĂ€te, die immer mehr können und dafĂŒr immer mehr Informationen benötigen.

Das Problem ist also weniger der Roboter selbst als das Prinzip dahinter: Je «smarter» ein GerÀt wird, desto genauer muss es seine Umgebung verstehen. Und je stÀrker es mit dem Internet verbunden ist, desto wichtiger wird die Frage, was mit diesen Informationen geschieht.

FĂŒr Besitzer eines Saugroboters bedeutet das allerdings keineswegs, dass sie nun den Stecker ziehen und zum Besen greifen mĂŒssen. Ein paar einfache Vorkehrungen können das Risiko reduzieren.

Nutzer sollten zunĂ€chst prĂŒfen, welche Zugriffsrechte die Smartphone-App besitzt und welche Daten tatsĂ€chlich gespeichert werden. Ebenso lohnt sich ein Blick in die DatenschutzerklĂ€rung des Herstellers: Werden Informationen lokal verarbeitet oder in eine Cloud ĂŒbertragen? Lassen sich bestimmte Funktionen deaktivieren? Und welche Daten sind fĂŒr den Betrieb des GerĂ€ts ĂŒberhaupt notwendig?

Auch ein starkes Passwort fĂŒr das Benutzerkonto und ein gut abgesichertes WLAN gehören inzwischen zur Grundausstattung. Wer besonders vorsichtig sein will, kann vernetzte GerĂ€te zudem in einem separaten Netzwerk betreiben.

Der Siegeszug der Saugroboter zeigt damit ein grundsĂ€tzliches Problem der modernen Haustechnik. Wir kaufen GerĂ€te, die uns Arbeit abnehmen sollen und ĂŒbersehen leicht, dass sie dafĂŒr immer mehr ĂŒber uns und unsere vier WĂ€nde wissen mĂŒssen.

Der Roboter auf dem Wohnzimmerboden ist also nicht automatisch ein Spion. Aber er ist ein Sensor auf RĂ€dern. Und je mehr wir ihm erlauben zu sehen, zu speichern und ins Netz zu schicken, desto wichtiger wird die Frage, wem die Informationen ĂŒber unser Zuhause am Ende gehören.

Das andere «Wort zum Sonntag» oder: Moralische Rauchzeichen

Von außen betrachtet, wĂ€re es kaum mehr als eine Lokalposse. Mitglieder der Feuerwehrleute einer Kleinstadt sind auf der RĂŒckfahrt von einem Einsatz. Auf dem Marktplatz treffen sie einen beliebten Politiker, wechseln mit ihm einige Worte und stellen sich vor einem Journalisten fĂŒr ein Erinnerungsfoto auf. Am Schluss werden noch Adressen und Nummern ausgetauscht, und der Journalist gibt einem von ihnen noch Gelegenheit zu einem abschließenden Votum.

So weit, so normal, sollte man meinen. Doch jener Politiker gehört zur derzeitigen Opposition, und der BĂŒrgermeister des Gemeindeverbandes zu einer anderen Partei. Laut Vereinssatzung leitet er die Freiwillige Feuerwehr der Verbandsgemeinde Egelner Mulde (Par. 1, Absatz 3).

Da begab es sich nun, dass eben jener BĂŒrger-Meister sich zu einer moralistischen Pirouette hinreißen ließ. Die Tatsache, dass Mitglieder dieser Feuerwehr eine schöne Begegnung mit jenem Politiker hatten, begrĂŒndet fĂŒr ihn eine Skepsis an deren HumanitĂ€t. Er stellt infrage, «dass unsere Feuerwehr im Notfall unabhĂ€ngig von der politischen Einstellung, Religion oder Herkunft Hilfe leistet», wie er kurz darauf auf seiner Facebook-Seite schrieb. Was fĂŒr ein Votum!

Ausgehend davon, verlangt er eine interne Untersuchung und «entsprechende Konsequenzen», weil «dem Ehrenamt (
) mit dieser Aktion ein enormer Schaden zugefĂŒgt» worden sei. Das ist starker Tobak.

Zu seinem möglichen Weisungsrecht oder einer Befugnis, «Störungen des Lebens der örtlichen Gemeinschaft» oder «unehrenhaftes Verhalten im Dienst» eigenstĂ€ndig zu definieren (Paragraf 12, Abs. 3, der Satzung) kann ich mich nicht Ă€ußern. Darum geht es mir auch nicht, sondern um den Reflex, dass eine solche Begegnung eine potentielle Untauglichkeit fĂŒr den Dienst als Feuerwehrmann sollte bedeuten können.

Derartige KurzschlĂŒsse sind eben nicht einfach Lokalkolorit oder der sprichwörtliche Einzelfall. Sie sind ein Symptom unserer Zeit, ein Zeichen fĂŒr mutwillig provoziertes Gegeneinander aus moralistischer «SelbstermĂ€chtigung (
) unter Berufung auf das höhere Recht der eigenen, nach ideologischen Maßgaben moralisch besseren Sache», wie das der ZĂŒrcher Philosoph Hermann LĂŒbbe bereits 1987 umschrieb.

LĂŒbbes BĂŒchlein trĂ€gt den bezeichnenden Titel «Politischer Moralismus – Der Triumph der Gesinnung ĂŒber die Urteilskraft». Diese Haltung zeige sich, wie er schreibt, auch in der

«Bezweiflung seiner [des Gegners] moralischen IntegritĂ€t; statt der Meinung des Gegners zu widersprechen, drĂŒckt man Empörung darĂŒber aus, dass er es sich gestattet, eine solche Meinung zu haben und zu Ă€ußern» (zitiert nach der Online-EnzyklopĂ€die Pro-Demokratie.info).

Der Autor dieser impliziten Buchbesprechung geht sogar noch einen Schritt weiter, indem er dieses Gutmenschentum als einen «Auswuchs von Stammesdenken» apostrophiert: Der Sprecher wolle gar nicht sein GegenĂŒber erreichen, sondern «er signalisiert damit vielleicht eher der eigenen Bezugsgruppe seine Tugendhaftigkeit und versucht sie mit besonderer Klugheit und LoyalitĂ€t zu beeindrucken».

Das fĂŒhrt nun weit ĂŒber den Marktplatz von Egeln und die dortigen PolitgrĂ¶ĂŸen hinaus. Ein solches Gebaren ist in den letzten Jahren pandemisch geworden. Am Panzer der EntrĂŒstung prallt so gut wie jeder Pfeil von Argumenten ab. Man findet keine Sprache mehr. «Das Gemeinsame ist verloren gegangen», hatte mir das schon vor lĂ€ngerem eine Frau aus dem Ruhrgebiet geklagt.

Wer kennte hier nicht unzĂ€hlige und nicht selten schmerzhafte Beispiele aus eigener Erfahrung? Fast jede Kundgebung fĂŒr politische AufklĂ€rung findet ihre begleitenden lautstarken Pöbler. Die meisten Versuche, mit ihnen ins GesprĂ€ch zu kommen, scheitern klĂ€glich. Der Stammestrieb ist stĂ€rker, angestachelt von «der Partei» (welcher Farbe auch immer), von vorgeblicher «gesellschaftlicher SolidaritĂ€t» oder auch nur vom verunsicherten eigenen Ego.

Nun die große Frage: Wie gehen wir damit um, mit diesem PhĂ€nomen an sich und mit diesen Menschen im konkreten? Vielleicht auch so, dass wir ihre Äußerungen wörtlich nehmen. Zitieren wir den BĂŒrgermeister noch einmal im Zusammenhang: «Unsere Bevölkerung muss sich darauf verlassen können, dass unsere Feuerwehr im Notfall unabhĂ€ngig von der politischen Einstellung, Religion oder Herkunft Hilfe leistet.»

LoyalitĂ€t ohne Ansehen der Person − wird sie den Kritisierten selber zuteil? Das ist die alte Frage danach, wie tolerant die «Toleranten» fĂŒr andere Ansichten sind. Der eine oder andere Sehrgutmensch ist zugĂ€nglich fĂŒr solche RĂŒckfragen; sie entsprechen zugleich dem alten biblischen Hinweis, mit dem Aburteilen vorsichtig zu sein:

«Darum bist du nicht zu entschuldigen, o Mensch, wer du auch seist, der du richtest! Denn worin du den anderen richtest, verurteilst du dich selbst; denn du, der du richtest, verĂŒbst ja dasselbe!» Römer 2,1

Trotzdem: Bis zu einem gewissen Grad sind wir darauf angewiesen, dass wir einander auch korrgieren. Entscheidend ist jedoch, dass darĂŒber die Achtung nicht verloren geht. Denn wenn ich die dem anderen nicht gewĂ€hre, schwindet sie auch ganz schnell gegenĂŒber dem eigenen Spiegelbild. Ob nun mit oder ohne öffentlichem Amt, mit oder ohne freiwilligem Dienst, mit oder − nach Feierabend − ohne blauer oder grĂŒner oder schwarzer Uniform oder Robe: Mein Gesicht bleibt dasselbe. Das sollte ich nicht verlieren, sondern mich damit zu erkennen geben, gerne.

Denn «wie sich im Wasser das Angesicht spiegelt, so ein Mensch im Herzen des andern». SprĂŒche 27,19

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Das andere «Wort zum Sonntag» vom 9. August 2026: «Alles Schall und Rauch?»

Lothar Mack war als Gemeindepfarrer und bei verschiedenen Hilfswerken und Redaktionen tĂ€tig. Sein kritischer Blick auf Kirche und Zeitgeschehen hat ihn in die SelbstĂ€ndigkeit gefĂŒhrt. Er sammelt und ermutigt Gleichgesinnte ĂŒber Artikel und Begegnungen und ruft in Gottesdiensten und an Kundgebungen zu eigenstĂ€ndigem glĂ€ubigem Denken auf. Sein Telegram-Kanal lautet StimmeundWort.



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