US-Botschafter in Israel: PalÀstinensische Familien von israelischen «Terroristen» belagert
Wenn jemand, der fĂŒr seine pro-israelische Haltung und seine UnterstĂŒtzung der Siedlerbewegung bekannt ist, ebendiese israelischen Siedler als «Terroristen» bezeichnet, muss die Lage wohl ernst sein. Genau das hat der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, getan. Wie RT berichtet, meinte er damit Siedler, die seit Tagen drei palĂ€stinensische Familien in ihren HĂ€usern im Westjordanland belagern.
Dem Portal zufolge betrifft die Belagerung mehrere GrundstĂŒcke, darunter eines, das einer Person mit doppelter US-israelischer StaatsbĂŒrgerschaft gehört.
Nach Angaben der UNO begann die Blockade im Dorf Qusra am vergangenen Sonntag. Demach sitzen nun etwa 15 PalÀstinenser, darunter mindestens zwei Kinder, in ihren HÀusern fest, ohne Zugang zu Strom oder Wasserversorgung. Diese seien von den Siedlern gekappt worden. Laut RT besteht zudem der Verdacht, dass den PalÀstinensern die Lebensmittel- und MedikamentenvorrÀte ausgehen. Die UN spricht von einem «neuen Tiefpunkt»
Auf X widersprach Huckabee Behauptungen, wonach die US-Botschaft nichts dagegen tue. Die US-Diplomaten seien sogar «sehr stark involviert». Er ergÀnzte:
«Die [israelische Armee] IDF sowie die israelische Polizei sind auf unsere Bitte hin eingeschritten, um die israelischen Terroristen, die dies tun, zu entfernen. Das Vorgehen derjenigen, die dies am Haus dieser Familie verĂŒben, ist kriminell. Das WeiĂe Haus hat nicht âčeingegriffenâș, weil wir Washington bereits ĂŒber die Situation auf dem Laufenden gehalten haben. Das Vorgehen derjenigen, die diesen schrecklichen Terrorakt begangen haben, um diese Familie einzuschĂŒchtern und zu schikanieren, ist abscheulich. Es gibt keine Entschuldigung fĂŒr solch kriminelles Verhalten.»
GemÀà RT gab die IDF am Donnerstag an, ihre Truppen hĂ€tten «zwei illegale AuĂenposten» gerĂ€umt, die von den Siedlern am Rande der Gebiete Qusra und Jalud errichtet worden waren, und dabei einen Israeli festgenommen. Zudem wĂŒrden ihre Truppen «Verteidigungsmissionen und Patrouillen in dem Gebiet durchfĂŒhren, um die Sicherheit zu gewĂ€hrleisten und das Gebiet zu schĂŒtzen».
Die Belagerung scheint laut dem Portal jedoch unvermindert anzudauern. So wĂŒrden Siedler das sĂŒdlich der Stadt Nablus gelegene Dorf weiterhin ĂŒberrennen.
RT erinnert daran, dass die israelische Regierung Mitte Juli 1,3 Milliarden Schekel (431 Millionen Dollar) fĂŒr die Errichtung von 34 neuen Siedlungen im Westjordanland bereitstellte. Dies, trotz wachsender Kritik an ihrer Expansionspolitik seitens der UNO, arabischer Staaten und vieler EU-Mitgliedstaaten.
Das Portal weist auch darauf hin, dass die Gewalt von Siedlern gegen PalĂ€stinenser im Westjordanland seit dem Angriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023, der einen groĂen Konflikt im Gazastreifen auslöste, zugenommen hat.
Charlotte Dubenskij von RT reiste nach Qusra, konnte jedoch die belagerten palÀstinensischen HÀuser nicht erreichen, da israelische Siedler ihr Team schikanierten. Und das, obwohl sie eine Genehmigung von der IDF erhalten hatte. Oben finden Sie den vollstÀndigen Video-Bericht des russischen Portals aus der Region.