Kaum beachtet von der Weltöffentlichkeit, bahnt sich der erste internationale Strafprozess gegen die Verantwortlichen und Strippenzieher der Corona‑P(l)andemie an. Denn beim Internationalem Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag wurde im Namen des britischen Volkes eine Klage wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gegen hochrangige und namhafte Eliten eingebracht. Corona-Impfung: Anklage vor Internationalem Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit! – UPDATE
Christoph Pfluger, Initiant der Bewegung für Neutralität, hat seine Teilnahme an der mass-voll-Demo in Luzern vom 9. Mai kurzfristig abgesagt. Grund dafür waren Vorgaben der Organisatoren, welche die Vielfalt der Bürgerrechtsbewegung eingeschränkt hätten.
In seiner nicht gehaltenen Rede warnt Pfluger vor einer schleichenden militärischen Anbindung der Schweiz an EU und Nato. Die Neutralitätsinitiative im Herbst bezeichnete er als entscheidenden Kampf gegen die Anbindung an die EU und um Frieden, Souveränität und die Unabhängigkeit der Schweiz.
Der Journalist Mike Adams hat auf Natural News eine Warnung auf Grundlage harter Fakten ausgesprochen. Er prognostiziert, dass bis Ende 2027 Millionen Menschen verhungern werden, sollte die Straße von Hormus noch viele weitere Monate geschlossen bleiben, weil eine kleine Gruppe von Männern in Washington und Tel Aviv den Krieg dem Frieden vorzieht.
Die Schließung der Straße von Hormus habe bereits den Fluss von Düngemitteln zu den verletzlichsten Staaten der Welt abgeschnitten, das globale Ernährungssystem breche nun in Zeitlupe zusammen. Das sei kein Zufall, betont Adams, es sei eine bewusst herbeigeführte Hungersnot. Auslöser sei zwar der US-israelische Krieg gegen den Iran, doch letztendlich gehe es um die Bevölkerungsreduktion, die seit Jahrzehnten das stille Ziel der globalistischen Elite sei. Hunger sei die perfekte Waffe.
Der Mechanismus: Wie aus Dünger Hungersnot wird
Die moderne Landwirtschaft sei vollständig von synthetischem Dünger abhängig, der wiederum auf Erdgas und Schwefel basiere. Etwa ein Drittel des weltweiten seegestützten Düngemittelhandels laufe durch die Straße von Hormus, doch diese sei seit März 2026 faktisch geschlossen, wodurch die Versorgung mit Ammoniak, Harnstoff und Phosphaten zusammengebrochen sei.
Die Preise der beiden wichtigsten Düngemittelbestandteile, Ammoniak und Harnstoff, seien seit Ende März um 20 beziehungsweise 50 Prozent gestiegen, und die Lage habe sich seitdem weiter verschlechtert. Die Internationale Energieagentur habe bestätigt, dass die weltweiten Ölströme um 13 Prozent und LNG-Lieferungen um 20 Prozent zurückgegangen seien – wodurch genau jene Grundstoffe fehlten, die für den Anbau von Nahrungsmitteln benötigt werden.
Was geschieht, wenn Dünger verschwindet? Die Ernteerträge würden nicht linear sinken, sondern einbrechen. Denn eine Reduzierung des Düngers um 10 Prozent könne zu einem Ernteverlust von 25 Prozent führen. Ohne Stickstoff würden Weizen, Reis und Mais versagen, die Feldfrüchte, die Milliarden Menschen ernähren.
Willow Tohi habe die Straße von Hormus in einem Beitrag für Natural News als «den Würgepunkt des Hungers» bezeichnet und festgestellt, dass die Blockade «die globale Versorgung mit Stickstoffdüngern, die für die moderne Landwirtschaft unverzichtbar sind, schwer beeinträchtigt hat». Dies sei keine Naturkatastrophe, sondern eine durch Krieg bewusst zerstörte Lieferkette.
Die Länder, die am stärksten betroffen sein werden
Bereits jetzt herrsche im Sudan eine Hungersnot der Phase 5. Mehr als 22 Millionen Menschen dort würden dringend Nahrungsmittelhilfe benötigen, und die Pflanzsaison dauere von Juni bis Juli. Wenn bis dahin kein Dünger eintreffe, werde die gesamte Region vor einem katastrophalen Ernteausfall stehen. Jemen, Somalia, Äthiopien, Bangladesch und Ägypten stünden als Nächste auf der Liste – alles Länder, die von importiertem Dünger und Erdgas abhängig seien.
Das Büro der Vereinten Nationen für Projektdienste habe bereits gewarnt, dass anhaltende Störungen weltweit weitere 45 Millionen Menschen in den Hunger treiben könnten. Das Muster: Fast alle diese Länder liegen in Afrika oder Südasien. Das ist laut Adams kein Zufall. Das seien genau die Staaten, die bereits unter Ernährungsunsicherheit leiden würden und am stärksten vom Transit durch die Straße von Hormus abhängig seien.
Diese Länder seien das Ziel, konstatiert der Journalist. Wie Peter Zeihan in «Disunited Nations» schreibe, gehe es im geopolitischen Spiel um die Kontrolle von Ressourcen und Bevölkerungen; von den Schwachen werde schlicht erwartet zu sterben. Sharon Astyk habe bereits vor Jahren in ihrem Buch «Depletion and Abundance» gewarnt: «Unsere Nahrung wird mit Öl angebaut, in Öl verpackt und mit Öl transportiert» – und wenn Öl und Gas wegfielen, stoppe die Lebensmittelversorgung. Dieser Tag sei nun gekommen.
Der Iran-Krieg sei bewusst gewählt worden, urteilt Adams. Der Iran habe die Vereinigten Staaten nicht angegriffen. Präsident Trump habe einen Konflikt eskaliert, der vollständig vermeidbar gewesen wäre. Die Entscheidung, die Angriffe auf den Iran auszuweiten und eine Blockade der Straße von Hormus durchzusetzen, sei keine defensive Notwendigkeit; sie sei ein Akt der Aggression, der die wichtigste Handelsader der Welt durchtrennt habe. Jeder Tag, an dem die Straße aufgrund der Unnachgiebigkeit der USA geschlossen bleibe, sei ein Tag, der Tausende zum Tod verurteile.
Adams glaubt, dass das Schlimmste noch verhindert werden könnte, sollte die Straße von Hormus morgen wieder geöffnet werden. Feldfrüchte könnten weiterhin ausgesät und Millionen Menschenleben gerettet werden. Doch angesichts der politischen Dynamik und der fest verankerten Kriegsagenda erscheint ihm das unwahrscheinlich.
Adams rät seinen Lesern deshalb, sich vorzubereiten:
«Bauen Sie eigene Lebensmittel an, lagern Sie sauberes Wasser und haltbare Vorräte und lernen Sie Selbstversorgung. Das ist keine Panikmache, sondern Vorsicht. Der einzige Weg, eine bewusst herbeigeführte Hungersnot zu überleben, besteht darin, das eigene Ernährungssystem zu dezentralisieren.»
Wir müssten außerdem für Frieden beten und die Kriegstreiber zur Verantwortung ziehen. Die Wahrheit sei unsere einzige Waffe gegen diese bewusst geschaffene Katastrophe. Die kommende Hungersnot sei kein Schicksal, sondern ein Verbrechen, und diejenigen, die es begehen würden, müssten benannt und gestoppt werden.
Die Schweizer Sicherheitspolitik steckt in einer gefährlichen Parallelrealität. Während sich die Kriegsführung seit 2022 radikal verändert hat, klammert sich Bern an Konzepte aus den frühen 2010er Jahren. Die amerikanischen Systeme F-35A und Patriot gelten noch immer als sakrosankte Lösungen – obwohl die Realität auf den Schlachtfeldern längst das Gegenteil zeigt. Das schreibt ein anonymer, aber sehr kompetenter Schweizer Fachmann, der auf Inside Paradeplatz unter dem bezeichnenden Namen HD Clausewitz regelmäßig publiziert. In seinem neusten Text unterzieht er die Schweizer Rüstungsbeschaffungspolitik einer vernichtenden, aber gründlichen Kritik.
Die politische und militärische Klasse diskutiert dabei fast ausschließlich über Stückzahlen, Budgets und Beschaffungsdetails. Die eigentliche Frage wird verdrängt: Welche Art von Verteidigung braucht ein neutraler Kleinstaat im Zeitalter von Drohnenschwärmen, Hyperschallwaffen und allgegenwärtiger Sensorik überhaupt noch?
Die Antwort ist unbequem. Die klassische bemannte Luftwaffe verliert dramatisch an Bedeutung. Moderne Fliegerabwehr zwingt Kampfflugzeuge in immer tiefere Flugprofile, reduziert ihre Einsatzmöglichkeiten und macht selbst hochgerüstete Luftstreitkräfte verwundbar. Der Mythos der unantastbaren westlichen Luftüberlegenheit zerbricht sichtbar.
Gerade die F-35A verkörpert diese Sackgasse perfekt. Das System ist kein souveränes Schweizer Verteidigungsmittel, sondern ein tief in NATO-Strukturen integrierter Kampfjet. Datenverbindungen, Logistik, Software, Ersatzteile und operative Konzepte hängen faktisch von den USA ab. Wer F-35 kauft, bindet sich geopolitisch an Washington – und entfernt sich von der Neutralität.
Damit wird ein fundamentaler Widerspruch sichtbar: Die Schweiz spricht weiterhin von bewaffneter Neutralität, beschafft aber Systeme, die realistisch nur im Verbund westlicher Bündnisse sinnvoll einsetzbar sind.
Noch absurder wird die Lage bei der Fliegerabwehr. Patriot-Systeme verschlingen Milliarden, während gleichzeitig weltweit ein dramatischer Mangel an Abfangraketen herrscht. Selbst NATO-Staaten verfügen über zu geringe Bestände. Die Vorstellung, die Schweiz könne in absehbarer Zeit ausreichend Raketen erhalten, ist politisches Wunschdenken.
Man kauft heute Systeme, die vielleicht irgendwann in den 2030er Jahren einsatzfähig wären – falls überhaupt genügend Munition vorhanden ist. Das ist keine Sicherheitsstrategie. Das ist sicherheitspolitische Symbolpolitik.
Hinzu kommt ein ökonomisches Problem: Moderne Drohnen können nicht effizient mit millionenteuren Langstreckenraketen bekämpft werden. Wer eine billige Angriffsdrohne mit einer extrem teuren Patriot-Rakete abschießt, verliert langfristig den Abnutzungskrieg. Genau diese Entwicklung zeigt sich in allen aktuellen Konflikten.
Die Zukunft gehört deshalb nicht gigantischen Prestigeplattformen, sondern vernetzten, dezentralen und kosteneffizienten Systemen. Defensive Drohnen, günstige Kurzstreckenabwehr, mobile Sensorik, elektronische Kampfführung und robuste Infrastruktur werden entscheidend sein.
Doch statt einen strategischen Neustart zu wagen, klammert sich die Schweiz an Systeme vergangener Epochen. Die um das Jahr 2010 entwickelte Schweizer Rüstungsstrategie wirkt bereits heute wie ein fossiles Projekt aus einer militärischen Welt, die nicht mehr existiert. Was es braucht, ist kein weiteres Milliardenloch, sondern ein sicherheitspolitischer Befreiungsschlag.
Die Schweiz muss ihre Neutralität endlich wieder ernst nehmen. Nicht als moralische Folklore, sondern als strategisches Prinzip. Neutralität bedeutet Unabhängigkeit – technologisch, militärisch und geopolitisch. Wer seine Verteidigung vollständig auf NATO-kompatible Systeme ausrichtet, verabschiedet sich schleichend von genau dieser Unabhängigkeit.
Darum braucht es jetzt eine neue Rüstungsstrategie: radikal neu gedacht, konsequent auf asymmetrische Verteidigung ausgerichtet und frei von den Interessen internationaler Rüstungslobbys.
Die Schweiz muss aufhören, amerikanische Prestigeprojekte zu finanzieren, die weder bezahlbar noch realistisch verteidigungsfähig sind. Jeder zusätzliche Milliardenbetrag für F-35A und Patriot zementiert eine strategische Fehlentwicklung für Jahrzehnte.
Eine glaubwürdige Neutralitätspolitik verlangt heute etwas anderes: technologische Eigenständigkeit, flexible Verteidigungskonzepte und die Bereitschaft, alte Dogmen endlich über Bord zu werfen.
Kommt jetzt der Schwung in die deutsche Bundeswehr, den sich Kriegstreiber wie Bundeskanzler Friedrich Merz oder EU-Chefin Ursula von der Leyen wünschen? Wie die Leitmedien melden, wird ein hoher US-Offizier demnächst eine Schlüsselposition in der Truppe übernehmen (hier und hier).
Seinen Job soll der namentlich nicht genannte Oberst ab Oktober in der Kommandostruktur der Bundeswehr antreten, wo er mit der stellvertretenden Leitung der Operationsabteilung betraut werden soll. Damit sei er an der Planung von Einsätzen und wichtigen Entscheidungen auf höchster Ebene beteiligt.
Diese enge militärische Zusammenarbeit zwischen den USA und Deutschland sei ungewöhnlich, befinden die Medien. In der Bundeswehr würden zwar Austauschprogramme mit ausländischen Offizieren existieren, doch höchst selten erfolge eine tiefe Integration in die Kommandostrukturen.
Gegenüber dem Springer-Blatt Politico erklärte Generalleutnant Christian Freuding, die Entscheidung sei ein Zeichen «unseres gegenseitigen, tiefen Vertrauens». Der Chef des Heeres der Bundeswehr betonte, das Ziel der Zusammenarbeit sei, «die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit weiter zu vertiefen und die gemeinsame Einsatzfähigkeit innerhalb der NATO zu optimieren».
Während sich die militärische Zusammenarbeit zwischen den USA und Deutschland vertiefe, bekämen die politischen Beziehungen aktuell allerdings Risse, urteilt der Focus. So hätte Bundeskanzler Friedrich Merz den US-Präsidenten Donald Trump scharf kritisiert und ihm vorgeworfen, die USA hätten im Iran-Krieg keinen Plan. Teheran demütige die Vereinigten Staaten, so Merz.
Trump habe seinem deutschen Kollegen direkt geantwortet und Merz vorgeworfen, dass er nicht wisse, wovon er rede. Zudem hätte Trump immer wieder den Nutzen der NATO infrage gestellt. Das Militärbündnis habe in den Augen des Präsidenten etwa im Irankrieg keine ausreichende Hilfe geleistet, auch Deutschland sei zu zögerlich gewesen.
Der Sturz der rumänischen Regierung markiert weit mehr als die nächste Episode chronischer Instabilität in Bukarest. Mit dem erfolgreichen Misstrauensvotum gegen Premier Ilie Bolojan ist erstmals die politische Brandmauer zwischen dem proeuropäischen Establishment und der nationalistischen Opposition faktisch gefallen. Zugleich zeigt die Krise, wie schwer es für Präsident Nicușor Dan inzwischen geworden ist, trotz bröckelnder Mehrheiten weiter eine NATO- und EU-orientierte Regierung an der Macht zu halten – ohne den Wählern erneut das Wort zu geben.
Dabei war die gegenwärtige Machtordnung selbst bereits das Ergebnis einer außergewöhnlichen politischen Operation. Nachdem die Präsidentschaftswahl von 2024 wegen mutmaßlicher ausländischer Einflussnahme annulliert worden war und der nationalkonservative Kandidat Călin Georgescu juristisch ausgeschaltet wurde, setzte sich im Mai 2025 schließlich der klar westlich orientierte Nicușor Dan durch. In Rumänien sprach die Opposition damals offen von einer «institutionell gelenkten Wahlwiederholung», während Brüssel und NATO-Partner den neuen Präsidenten demonstrativ unterstützten.
Doch selbst nach diesem Kraftakt blieb das politische Fundament fragil. Die anschließende Regierungskoalition aus Nationalliberalen, Sozialdemokraten (PSD), Liberalen (USR) und der Partei der ungarischen Minderheit verfügte nie über eine stabile gesellschaftliche Legitimation. Ihr gemeinsamer Nenner war weniger ein politisches Programm als vielmehr das Ziel, die nationalistische AUR und andere rechte Kräfte von der Macht fernzuhalten.
Der nationalliberale Premier Ilie Bolojan sollte Rumänien mit harten Reformen wirtschaftlich stabilisieren und den prowestlichen Kurs absichern. Seine Regierung erhöhte Steuern, strich zehntausende Stellen im Staatsapparat und griff die hochprivilegierten Sonderrenten im Justizsystem an. International wurden diese Maßnahmen als notwendige Modernisierung gefeiert. Im Land selbst wuchs dagegen der Eindruck, dass die Bevölkerung die Kosten einer von Brüssel gewünschten Spar- und Reformpolitik tragen müsse.
Vor allem die Sozialdemokraten begannen sich zunehmend von Bolojan zu distanzieren. Obwohl sie selbst Teil der Regierungskoalition waren, positionierten sie sich Schritt für Schritt gegen den Reformkurs. Schließlich zogen sie ihre Minister ab und stimmten gemeinsam mit der rechtsnationalen AUR für den Sturz der Regierung.
Damit wurde ein Tabu gebrochen. Noch im vergangenen Jahr hatten sämtliche etablierten Parteien erklärt, niemals mit den Rechtsextremen zusammenzuarbeiten. Nun half ausgerechnet die PSD dabei, gemeinsam mit der AUR eine prowestliche Regierung aus dem Amt zu drängen. Bei der PSD handelt es sich um die Ex-kommunistische Partei, die Rumänien 45 Jahre totalitär regiert hatte.
Die politische Dynamik dahinter ist offensichtlich: Die AUR liegt in Umfragen deutlich stärker als noch 2024 und könnte von Neuwahlen massiv profitieren. Parteichef George Simion fordert deshalb offen schnelle Wahlen und argumentiert, nur die Bevölkerung selbst dürfe über Rumäniens Zukunft entscheiden.
Präsident Dan versucht dagegen, genau dieses Szenario zu verhindern. Unmittelbar nach dem Misstrauensvotum erklärte er, vorgezogene Neuwahlen seien ausgeschlossen. Stattdessen wolle er erneut eine «prowestliche» Mehrheit organisieren. Formal erlaubt ihm die Verfassung tatsächlich, immer neue Kandidaten für das Amt des Premiers zu nominieren, auch wenn diese im Parlament scheitern.
Doch genau darin sehen Kritiker inzwischen ein wachsendes Demokratiedefizit. Denn obwohl große Teile der Bevölkerung laut Umfragen nationalkonservative und EU-kritische Parteien unterstützen, soll weiterhin eine Regierung installiert werden, die den bisherigen NATO- und Brüssel-Kurs fortsetzt – notfalls gegen die parlamentarische und gesellschaftliche Stimmung.
Die Krise in Bukarest entwickelt sich damit zu einem politischen Belastungstest für die gesamte europäische Ordnungspolitik. Einerseits warnen EU-Institutionen und Finanzmärkte vor wirtschaftlichem Chaos, falls Rumänien vom bisherigen Reformkurs abrückt. Andererseits wächst im Land selbst der Widerstand gegen eine politische Elite, die von vielen Bürgern zunehmend als von außen gestützt wahrgenommen wird.
Die entscheidende Frage lautet nun: Wie lange lässt sich eine prowestliche Regierungsmehrheit noch organisieren, wenn immer größere Teile der Bevölkerung genau diese politische Richtung ablehnen?
Es dürfte schwierig werden. Während die PSD immer mehr abdriftet, ist die Partei der ungarischen Minderheit immer weniger bereit, mit ebendieser PSD zusammenzuarbeiten; mit der AUR schon gar nicht. Zu gut kann man sich in Siebenbürgen und im Banat, den Stammlanden der Ungarn, an die nationalistische Hetze der AUR-Kandidaten erinnern. Eigentlich wäre die Ungarn-Partei prädestiniert für eine Zusammenarbeit mit der AUR, aber gelingt es deren Führungsfiguren, rechtzeitig genug Kreide zu fressen?
Man darf diese Parteien aber nicht einfach nebeneinander stellen. Rumänien ist gespalten. Um das zu verstehen hilft ein kurzer historischer Rückblick: Rumänien wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom Osmanischen Reich unabhängig, doch viele heute rumänische Gebiete gehörten bis 1918 zu Ungarn. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor Ungarn rund zwei Drittel seines Staatsgebiets – ein bis heute sensibles Thema. Betroffen waren auch Siebenbürgen und der Banat.
Dort leben bis heute eine ungarische Minderheit sowie eine kleinere, wirtschaftlich bedeutende deutschsprachige Gemeinschaft. Besonders in Siebenbürgen gibt es noch geschlossen ungarisch geprägte Regionen mit rund einer Million Angehörigen der Minderheit. Die heutigen Wahlergebnisse spiegeln ziemlich exakt die historischen Grenzen von vor 1918 wider.
Während in Siebenbürgen, dem Banat und den Städten die Nationalliberalen, die Liberalen und die Ungarnpartei dominieren, wird das ehemals dem ottomanischen Reich zugehörige Rumänien von den Sozialdemokraten und der AUR dominiert. Ein Zusammengehen der Ungarnpartei mit diesen beiden wäre ebenso unnatürlich wie das Zusammengehen der Sozialdemokraten mit den erstgenannten Parteien. Eine offensichtliche Koalition zeichnet sich nicht ab.
Sicher sind zwei Dinge: Dan versucht, Wahlen zu vermeiden, denn diese dürften der AUR in die Hände spielen. Zählen kann er aber nur auf die Nationalliberalen und die Liberalen. Er muss also die Ungarnpartei ködern. Ein Stolperstein ist ausgeräumt und dieser heißt Viktor Orbán. Der scheidende ungarische Ministerpräsident tat viel für die Ungarn Rumäniens, da diese Landesteile einstmals zu Ungarn gehörten; auch heute noch sind zwei Landkreise in Siebenbürgern praktisch geschlossen ungarisch bevölkert.
Orbán gab dann aber eine Wahlempfehlung zugunsten nationalistischer Kandidaten ab, was die Ungarn Rumäniens nicht goutierten. Haben die Doppelbürger unter ihnen deshalb in Ungarn für die neue Regierungspartei gestimmt? Wie es auch sei: Die Ungarn Rumäniens sind das Zünglein an der Waage und dürften ihren Einsatz erhöhen. Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien ist zwar in gewissen Gemeinden stark, in Hermannstadt stellt es die Bürgermeisterin, spielt aber auf gesamtstaatlicher Ebene kaum mehr eine Rolle.
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