US-Justizausschuss: EU mischte sich durch Zensur in nationale Wahlen ein
Am Dienstag veröffentlichte der von Republikanern dominierte Justizausschuss des ReprĂ€sentantenhauses einen vorlĂ€ufigen Bericht mit dem Titel «Die Gefahr auslĂ€ndischer Zensur, Teil II: Europas jahrzehntelange Kampagne zur Zensur des globalen Internets und wie sie die Meinungsfreiheit in den Vereinigten Staaten beeintrĂ€chtigt». Nicht öffentliche Dokumente von «Big Tech», die dem Ausschuss auf Vorladung vorgelegt wurden, zeigen demnach, dass die EuropĂ€ische Kommission erfolgreich Druck auf groĂe Social-Media-Plattformen ausgeĂŒbt hat, um ihre globalen Regeln zur Moderation von Inhalten zu Ă€ndern. In einer Medienmitteilung schreibt der Justizausschuss:
«In mehr als 100 geschlossenen Sitzungen seit mindestens 2020 hat die EuropĂ€ische Kommission â das Exekutivorgan der EuropĂ€ischen Union â wiederholt Druck auf Plattformen ausgeĂŒbt, ihre weltweit geltenden Regeln zur Moderation von Inhalten zu Ă€ndern, um Inhalte aggressiver zu zensieren und die Online-Redefreiheit der Amerikaner in den Vereinigten Staaten direkt zu verletzen.»
Als Reaktion auf diese Druckkampagne hĂ€tten groĂe Social-Media-Plattformen «wahrheitsgemĂ€Ăe Informationen und politische ĂuĂerungen» zu einigen der wichtigsten politischen Debatten der jĂŒngeren Geschichte unter dem Vorwand der BekĂ€mpfung von Hassrede und Desinformation zensiert. Zu den Themen wĂŒrden zum Beispiel die «COVID-19-Pandemie», Massenmigration und Transgender gehören.
BezĂŒglich der «Pandemie» hĂ€tten Beamte der Kommission Druck auf Plattformen ausgeĂŒbt, um «ihre Regeln zur Moderation von Inhalten zu Ă€ndern, um weltweit Inhalte zu zensieren, die etablierte Narrative ĂŒber das Virus und den Impfstoff in Frage stellen». Als Beweis werden E-Mails angefĂŒhrt.
Aus den Dokumenten, die dem Ausschuss vorgelegt wurden, gehe Folgendes hervor:
- Die EuropĂ€ische Kommission hat erfolgreich Druck auf Social-Media-Plattformen ausgeĂŒbt, um wahre Informationen in den Vereinigten Staaten zu zensieren.
- Die EuropÀische Kommission zielt mit ihrer Zensur auf politische Inhalte aus den USA ab.
- Die EuropĂ€ische Kommission zielt unverhĂ€ltnismĂ€Ăig stark auf konservative Inhalte ab und mischt sich in Wahlen in ganz Europa ein.
- Die «freiwilligen» und «konsensorientierten» Regulierungsinitiativen der EuropÀischen Kommission sind weder freiwillig noch konsensorientiert.
Besonders im Fokus des Justizausschusses ist der 2023 in Kraft getretene Digital Services Act (DSA), ein Gesetz zur Regulierung von Online-ĂuĂerungen:
«Der DSA ist der Höhepunkt jahrzehntelanger BemĂŒhungen Europas, die politische Opposition zum Schweigen zu bringen und Online-Narrative zu unterdrĂŒcken, die das politische Establishment kritisieren.»
Seit Inkrafttreten des DSA im Jahr 2023 hat die EuropĂ€ische Kommission gemÀà dem Ausschuss Social-Media-Plattformen dazu gedrĂ€ngt, Inhalte im Vorfeld der nationalen Wahlen in der Slowakei, den Niederlanden, Frankreich, RumĂ€nien, Irland und Moldawien sowie der EU-Wahlen im Juni 2024 zu zensieren. DafĂŒr hĂ€tten auch Treffen zwischen Vertretern der EU und diesen Plattformen stattgefunden. Unter anderem seien die niederlĂ€ndischen Wahlen von 2023 und 2025 betroffen gewesen. Im Vorfeld der Wahlen 2023 hĂ€tte die EU-Kommission sogar das niederlĂ€ndische Innenministerium zu einem «trusted flagger» (vertrauenswĂŒrdiger Melder) gemacht, der berechtigt war, vorrangige ZensurantrĂ€ge gemÀà dem DSA zu stellen.
In der Kritik steht auch das EU Internet Forum (EUIF), das 2015 von der Generaldirektion Migration und Inneres (DG Home) der EuropĂ€ischen Kommission gegrĂŒndet wurde. Laut dem Justizausschuss stuft das EUIF legitime politische Diskurse systematisch als «gewalttĂ€tigen Rechtsextremismus» ein, um Plattformen dazu zu zwingen, diese Inhalte zu entfernen. Im Mittelpunkt dieser Operation stehe das «Handbook of Borderline Content» (Handbuch fĂŒr grenzwertige Inhalte) der EUIF. Dabei handle es sich um einen 72-seitigen Leitfaden dafĂŒr, wie Social-Media-Plattformen «nicht gewalttĂ€tige politische ĂuĂerungen zensieren sollten». Zu den Kategorien potenziell grenzwertiger Inhalte, die gemÀà dem Handbuch zensiert werden sollen, gehören demnach:
- «Populistische Rhetorik»
- «Regierungsfeindliche/EU-feindliche» Inhalte
- «Elitefeindliche» Inhalte
- «Politische Satire»
- «Migrantenfeindliche und islamfeindliche Inhalte»
- «FlĂŒchtlings-/einwandererfeindliche Stimmungen»
- «Anti-LGBTIQ . . . Inhalte»
- «Meme-Subkultur»
Einzig X widersetzte sich den EU-Zensurvorgaben. So verhĂ€ngte die Kommission im Dezember 2025 eine Geldstrafe gegen die Plattform in Höhe von 120 Millionen Euro. Und gerade hat die Pariser Justiz zusammen mit Europol dessen RĂ€umlichkeiten in Frankreich durchsucht. Auch sind der X-CEO Elon Musk und die frĂŒhere GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Linda Yaccarino fĂŒr den 20. April vorgeladen worden.
Was die Zukunft betrifft, stellt der US-Justizausschuss fest:
«Die neuen Legislativ- und RegulierungsvorschlĂ€ge der Kommission deuten ebenfalls darauf hin, dass sie ihre BemĂŒhungen zur Kontrolle der Online-MeinungsĂ€uĂerung und zur Regulierung auĂerhalb der EU-Grenzen nur noch verstĂ€rkt.»
Die EU weist den Vorwurf der Zensur als «Unsinn» zurĂŒck, wie Le Monde berichtet.