Alex Jones' «Infowars» abgeschaltet
Der US-Amerikaner Alex Jones gehört mit seinem Sender Infowars zu den Pionieren alternativer Medien. Nun ist damit offenbar Schluss. So gab Jones Ende letzter Woche die Einstellung von Infowars und die Schließung des Hauptsitzes in Austin aufgrund anhaltenden rechtlichen und finanziellen Drucks bekannt. Der Journalist erklärte, die Plattform habe den Sendebetrieb eingestellt, nachdem ein gerichtlich bestellter Insolvenzverwalter das Unternehmen aufgefordert hatte, die Räumlichkeiten zu verlassen.
Wie die Agentur Bloomberg berichtet, folgt die Einstellung auf jahrelange Rechtsstreitigkeiten aufgrund von Verleumdungsurteilen im Zusammenhang mit Jones' falschen Behauptungen, der Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule sei ein inszenierter Vorfall gewesen. Gerichte verurteilten Jones zur Zahlung von rund 1,3 Milliarden Dollar an die Familien der Opfer. Das führte zu Insolvenzverfahren, Liquidierungsmaßnahmen und Versuchen, die Vermögenswerte von Infowars zu verkaufen oder zu übertragen.
Jones erklärte, er plane, trotz der Einstellung von Infowars weiterhin über eine andere Plattform zu senden.
Die Presseagentur teilt außerdem mit, dass das Satireportal The Onion versucht hat, Infowars durch Lizenz- oder Übernahmevereinbarungen mit Unterstützung der Familien der Sandy-Hook-Opfer zu übernehmen. Diese Bemühungen stecken demnach jedoch noch in Berufungsverfahren fest.