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Corona Transition

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Feed Titel: Transition News


«Die EU spielt mit dem nuklearen Feuer»

Laut Sergei Karaganow, Ehrenvorsitzender des russischen Rates fĂŒr Außen- und Verteidigungspolitik und akademischer Leiter der Higher School of Economics, treibt «die Elite Westeuropas den Kontinent in die Katastrophe». So Ă€ußerte er sich in einem Essay fĂŒr die russische außenpolitische Zeitschrift Russia in Global Affairs, von dem RT einen Auszug veröffentlichte.

Karaganow zufolge nĂ€hert sich die derzeitige Phase des westlichen Konflikts mit Russland ihrem Ende zu. Als Hauptgrund dafĂŒr, dass sich der Krieg lĂ€nger hingezogen hat als nötig, sieht er die mangelnde Entschlossenheit Russlands, «aktive nukleare Abschreckung einzusetzen». Dies sei der einzige Mechanismus, der das «europĂ€ische Problem» lösen könne, «das erneut zu einer existenziellen Bedrohung fĂŒr unser Land geworden ist».

GemĂ€ĂŸ Karaganow hat die «militĂ€rische Operation» Russlands seine Gesellschaft gestĂ€rkt, den Patriotismus geweckt und Technik und Wissenschaft wiederbelebt. Indem das Land die Feindseligkeit des Westens auf sich gezogen hat, habe es die Position der «Kompradoren-Bourgeoisie»* und ihrer westlich ausgebildeten VerbĂŒndeten ernsthaft geschwĂ€cht. Karaganow weiter:

«Im Jahr 2013 warnte ich persönlich eine Gruppe westeuropĂ€ischer Staats- und Regierungschefs, dass ihre Politik, die Ukraine in die EU und die NATO hineinzuziehen, zu Krieg und Massenopfern fĂŒhren wĂŒrde. Niemand erwiderte meinen Blick. Sie schauten auf ihre Schuhe und redeten dann weiter ĂŒber Demokratie, Vertrauen und Menschenrechte. In Wirklichkeit wollten sie weitere vierzig Millionen Menschen ausbeuten. Etwas, das ihnen durch die Schaffung von Millionen von FlĂŒchtlingen teilweise gelungen ist.
Sie sprachen davon, Russland einzudĂ€mmen, das zu diesem Zeitpunkt noch loyal war. Unsere Reaktion auf die Aggression der NATO in Libyen im Jahr 2011 war schwach. Jetzt zahlen wir den Preis fĂŒr jahrelange Beschwichtigungspolitik und die Kompradoreninstinkte eines Teils unserer Elite.»

Laut dem akademischen Leiter der Higher School of Economics hat Russland die militÀrischen Abenteuer der EU durch die Integration der Krim in das russische föderale System und durch die Intervention in Syrien kurzzeitig gebremst. Er ergÀnzt:

«Dann haben wir uns entspannt. WĂ€re zwischen 2018 und 2020 ein Ultimatum zur NATO-Erweiterung gestellt und durch glaubwĂŒrdige nukleare Abschreckung untermauert worden, hĂ€tte der aktuelle Krieg möglicherweise vermieden werden können. Oder zumindest wĂ€re er weit weniger blutig verlaufen. Bis 2022 war offensichtlich, dass sowohl der Westen als auch die Kiewer Behörden sich auf einen Krieg vorbereiteten.»

Karaganow erklĂ€rt, dass die Ukraine gespalten sei zwischen einer östlichen und sĂŒdlichen Bevölkerung, die kulturell Russland nahe stehe, und einer westlichen Region, die von österreichisch-ungarischen, polnischen und allgemein westlichen EinflĂŒssen geprĂ€gt sei. Letztere sei von antirussischer Ideologie durchdrungen. Er fordert, diese Spaltung zu akzeptieren und einen eigenen russischen Entwicklungsweg zu verfolgen, der sich sowohl von ukrainischen als auch von europĂ€ischen EinflĂŒssen unterscheidet.

MilitĂ€risch gewinne Russland die Oberhand, reagiere aber nicht angemessen auf «offen aggressive Aktionen» wie die Beschlagnahmung russischer Schiffe, Drohungen mit der Schließung von Meerengen, Versuche einer Wirtschaftsblockade, Angriffe auf Ölterminals und mutmaßliche Sabotageakte gegen russische Tanker. All dies habe hĂ€ufig mit UnterstĂŒtzung Westeuropas stattgefunden. Karaganow stellt fest:

«Unsere Reaktion darauf waren bisher verstĂ€rkte Angriffe auf ukrainische Ziele. Das ist keine strategische Lösung. Die Ukraine wurde bewusst in den Feuerofen geworfen, damit das Feuer auf Russland ĂŒbergreift. Die EU-Eliten kĂŒmmern sich nicht um die Ukrainer. Der Konflikt wird so lange weitergehen, bis seine wahre Ursache angegangen wird: die intellektuell, moralisch und materiell erschöpften, degenerierten herrschenden Klassen Westeuropas, die sich durch die Anheizung des Krieges an der Macht festklammern.
Anders als 1812 bis 1815 oder 1941 bis 1945 haben wir noch keine feindliche Koalition zerstört oder ihren Willen gebrochen. Der Krieg ist in die Phase eingetreten, die Schachspieler als Mittelspiel bezeichnen. Die vom Westen unterstĂŒtzten Überreste der Ukraine werden weiterhin Sabotage und Terrorismus betreiben. Die Sanktionen werden bestehen bleiben. Die EU bereitet sich auf eine neue Konfrontation vor, an der möglicherweise wiederaufgerĂŒstete ukrainische StreitkrĂ€fte und Söldner aus Ă€rmeren europĂ€ischen Staaten beteiligt sein werden.»

Karaganow plĂ€diert fĂŒr eine «entschlossene Abschreckung», um den RĂŒckzug der USA aus Europa zu beschleunigen, und macht klar:

«Die einzige Möglichkeit, die Eskalation zu stoppen, besteht darin, eine echte Bereitschaft zu zeigen, – zunĂ€chst mit nicht-nuklearen Waffen – Kommandozentralen, kritische Infrastrukturen und MilitĂ€rstĂŒtzpunkte in europĂ€ischen LĂ€ndern anzugreifen, die fĂŒr antirussische Operationen von zentraler Bedeutung sind. Zu den Zielen sollten Orte gehören, an denen sich Eliten versammeln, auch in Nuklearstaaten. Die Regierungen mĂŒssen ein persönliches Risiko spĂŒren.
Wenn nicht-nukleare Maßnahmen scheitern und die EU sich weigert, zurĂŒckzuziehen, muss Russland – militĂ€risch, politisch und psychologisch – auf begrenzte, aber entschlossene NuklearschlĂ€ge mit operativ-strategischen Waffen vorbereitet sein. Zuvor sollten mehrere Salven konventioneller Raketen abgefeuert werden.»

Langfristig muss Karaganow zufolge die Frage gestellt werden, Frankreich und Großbritannien den Zugang zu Atomwaffen zu verweigern, da sie «das moralische Recht, diese zu besitzen, verwirkt haben». Er befĂŒrworte zwar keinen Atomkrieg, «denn selbst ein Sieg wĂ€re eine schwere SĂŒnde». Aber wenn es nicht gelinge, eine Eskalation zu verhindern, riskiere man etwas Schlimmeres: einen langwierigen Konflikt, der zu einer globalen Katastrophe eskalieren könnte. Er erlĂ€utert:

Â«ĂœbermĂ€ĂŸige ZurĂŒckhaltung ist keine Verantwortung mehr. Im Gegenteil, sie ist jetzt fahrlĂ€ssig.»

Abschließend erklĂ€rt Karaganow, dass Westeuropa selbst bei einer strategischen Niederlage weiterhin stagnieren und in Richtung Ungleichheit, soziale Spannungen und neue Formen des Extremismus gleiten werde.

«Die EU könnte zerfallen. Eine selektive Distanzierung von Europa ist unvermeidlich. Sicherheit und Entwicklung können nur innerhalb Groß-Eurasien aufgebaut werden. Das Beharren auf einer europĂ€ischen Fixierung ist ein Zeichen intellektueller Erschöpfung. Unterdessen bleiben die USA eine gefĂ€hrliche und destabilisierende Macht. Auch hier darf man sich keine Illusionen machen.»

Karaganow sieht eine aufkommende, turbulente multipolare Welt. Russland sollte seine Beziehungen zu Asien und der «globalen Mehrheit» vertiefen und dabei die Risiken mit China und Indien sorgfĂ€ltig handhaben. Er fordert eine interne Erneuerung, indem Bildung, patriotische Werte und menschliche Entwicklung Vorrang vor Konsumdenken erhalten und ein einigender «russischer Traum» gefördert wird, der sich auf das Gemeinwohl konzentriert. Unternehmertum sollte gefördert werden, «aber die Lehren aus der Stagnation der Sowjetunion und dem Chaos der 1990er Jahre dĂŒrfen nicht vergessen werden».

Er kommt zu dem Schluss, dass die Zukunft Russlands in der Entwicklung Sibiriens und des asiatischen Teils Russlands als neue wirtschaftliche und demografische Zentren liegt. Der aktuelle Konflikt, so tragisch er sei, könnte «den Anstoß fĂŒr diese lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llige Transformation geben».

* Eine Kompradoren-Bourgeoisie (aus dem Portugiesischen comprador = KÀufer) bezeichnet eine einheimische herrschende Klasse in (post-)kolonialen LÀndern, die als Vermittler und Handlanger auslÀndischen imperialistischen Kapitals fungiert.

Schweizer Bundesverwaltungsgericht stĂ€rkt Öffentlichkeitsprinzip bei ImpfstoffvertrĂ€gen

Wie bereits gemeldet, verpflichtet das Schweizer Bundesverwaltungsgericht das Bundesamt fĂŒr Gesundheit (BAG), die VertrĂ€ge zur Beschaffung von Covid-19-«Impfstoffen» mit Moderna und Novavax im beantragten Umfang offenzulegen. Gutgeheißen wurden Beschwerden mehrerer Privatpersonen, darunter Nationalrat RĂ©my Wyssmann (SVP/Solothurn). Das AktionsbĂŒndnis freie Schweiz (ABF) publizierte diese Woche eine juristische WĂŒrdigung.

Zentraler Bezugspunkt der Entscheide ist das Bundesgesetz ĂŒber das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (BGÖ). Dieses garantiert gemĂ€ss Art. 6 BGÖ grundsĂ€tzlich jeder Person das Recht auf Zugang zu amtlichen Dokumenten. EinschrĂ€nkungen sind nur zulĂ€ssig, wenn ĂŒberwiegende öffentliche oder private Interessen im Sinne von Art. 7 BGÖ entgegenstehen.

Das Gericht erinnert in seinen rund 40-seitigen ErwĂ€gungen daran, dass das Öffentlichkeitsgesetz der demokratischen Kontrolle dient: Es soll Transparenz ĂŒber Auftrag, Organisation und TĂ€tigkeit der Verwaltung schaffen und damit Vertrauen in staatliches Handeln stĂ€rken. Dieses Transparenzgebot wiege schwer – insbesondere bei GeschĂ€ften mit erheblicher finanzieller und politischer Tragweite.

Das Bundesamt fĂŒr Gesundheit (BAG) hatte sich auf drei AusnahmetatbestĂ€nde berufen: die GefĂ€hrdung konkreter behördlicher Maßnahmen, mögliche BeeintrĂ€chtigungen außenpolitischer Interessen sowie den Schutz von GeschĂ€fts- und Fabrikationsgeheimnissen. Das Gericht verwarf diese Argumente. Es fehle an konkreten Anhaltspunkten, dass eine Offenlegung heutige oder kĂŒnftige Beschaffungsmaßnahmen erheblich beeintrĂ€chtigen wĂŒrde. Auch eine substanzielle GefĂ€hrdung internationaler Beziehungen sei nicht dargetan. Hinsichtlich GeschĂ€ftsgeheimnisse sei kein objektives, ĂŒberwiegendes Geheimhaltungsinteresse ausreichend belegt worden.

Damit setzt das Gericht die HĂŒrden fĂŒr eine Berufung auf AusnahmetatbestĂ€nde hoch und stĂ€rkt die praktische Wirksamkeit des BGÖ. In der Argumentation des BAG spielten zudem Art. 44 und 70 des Epidemiengesetzes (EpG) eine Rolle. Diese Bestimmungen erlauben dem Bund unter bestimmten Voraussetzungen, bei der Beschaffung von Heilmitteln Vereinbarungen zur Schadloshaltung von Herstellern zu treffen. Gerade diese Passagen waren teilweise geschwĂ€rzt worden.

Die Urteile fallen in eine Phase, in der das EpG teilrevidiert werden soll – unter anderem mit Blick auf die «Versorgung mit wichtigen medizinischen GĂŒtern» und die «Deckung des Schadens einer Herstellerin». Die nun angeordnete Offenlegung kann daher unmittelbare Relevanz fĂŒr die parlamentarische Debatte entfalten: Sie schafft eine faktische Grundlage, um zu beurteilen, wie weit staatliche RisikoĂŒbernahmen in der Coronazeit tatsĂ€chlich gingen.

Das AktionsbĂŒndnis freie Schweiz (ABF) spricht in seiner Medienmitteilung von einem wegweisenden Entscheid. Aus seiner Sicht ist die Transparenz bei Preisgestaltung, Lieferbedingungen, Haftungsfragen und allfĂ€lligen Schadloshaltungen zentral fĂŒr eine umfassende politische und rechtliche Aufarbeitung der Pandemiepolitik.

Juristisch lĂ€sst sich festhalten: Das Gericht hat keine materielle Bewertung der «Impfstoffe» oder der Beschaffungspolitik vorgenommen. Es hat vielmehr klargestellt, dass der Staat seine Informationspflichten auch in Krisenzeiten ernst nehmen muss und dass pauschale Geheimhaltungsargumente den gesetzlichen Anforderungen nicht genĂŒgen.

Die Urteile sind noch nicht rechtskrĂ€ftig. Das BAG kann sie vor dem Bundesgericht anfechten. Sollte es darauf verzichten oder dort unterliegen, mĂŒssten die VertrĂ€ge im gerichtlich festgelegten Umfang offengelegt werden.

UnabhĂ€ngig vom weiteren Instanzenzug markieren die Entscheide einen wichtigen PrĂ€zedenzfall und ein Novum in Europa: Sie konkretisieren die Reichweite des Öffentlichkeitsprinzips bei staatlichen Beschaffungen in Ausnahmesituationen – und setzen damit einen rechtlichen Maßstab fĂŒr kĂŒnftige Krisen.

Studie: Behauptung, hÀrtere Corona-Lockdowns hÀtten Tausende Leben gerettet, ist «kompletter Humbug»

Eine neue Studie wirft grundlegende Fragen zur Notwendigkeit der strengen Lockdowns wĂ€hrend der «COVID-Pandemie» in Europa auf. Laut einer Analyse von Statistikern der University of Edinburgh waren die «Infektionszahlen» – also positive SARS-CoV-2-Testresultate – in den meisten untersuchten LĂ€ndern bereits rĂŒcklĂ€ufig, bevor die Lockdowns verhĂ€ngt wurden. Das berichtet The Telegraph.

Die Forscher um Simon Wood untersuchten Daten aus zehn europĂ€ischen LĂ€ndern, in denen zuverlĂ€ssige tĂ€gliche Todeszahlen verfĂŒgbar waren. Sie rekonstruierten daraus den Zeitpunkt der «Infektionen» rĂŒckwĂ€rts: Unter BerĂŒcksichtigung der durchschnittlichen Zeit von «Infektion» bis Symptomen (circa 5,8 Tage) und bis zum Tod (etwa 15 Tage spĂ€ter) ergab sich, dass die fatalen «Infektionen» in den meisten FĂ€llen schon Wochen vor den Lockdowns ihren Höhepunkt ĂŒberschritten hatten.

Von 17 Lockdown-Maßnahmen zwischen MĂ€rz 2020 und MĂ€rz 2022 gingen nur zwei – der erste in Belgien und der zweite in Italien – einem RĂŒckgang der «Infektionen» voraus. In allen anderen FĂ€llen, einschließlich der drei Lockdowns in England, waren diese bereits am Sinken. In der Studie wird betont, Menschen hĂ€tten freiwillig ihr Verhalten geĂ€ndert – aus Angst vor der Krankheit –, bevor staatliche Zwangsmaßnahmen griffen. Dies habe den Wendepunkt der «Infektionswellen» maßgeblich beeinflusst.

Wood bezeichnete die Annahme, frĂŒhere oder hĂ€rtere Lockdowns hĂ€tten Tausende Leben gerettet, als «complete hokum» (völliger Humbug). Er kritisierte, dass Lockdowns letztlich eine Überreaktion und politische Antwort auf öffentliche Forderungen gewesen seien, obwohl die Daten einen anderen Verlauf nahelegten. In Schweden, das keinen harten Lockdown verhĂ€ngte, zeigten die Zahlen einen Ă€hnlichen Zeitpunkt des Infektionshöhepunkts wie in den LĂ€ndern mit Isolation.

In der Arbeit wird zudem kritisiert, wie das Risiko durch «COVID-19», insbesondere fĂŒr junge, gesunde Menschen, öffentlich kommuniziert wurde. Die Regierungen hĂ€tten das Risiko bewusst ĂŒbertrieben, etwa durch Plakate, auf denen suggeriert worden sei, junge Erwachsene seien stark gefĂ€hrdet. Die Autoren berechneten, dass eine Frau in den 20ern ein höheres Risiko habe, durch einen seltenen Supervulkan zu sterben (alle 17.000 Jahre einmal), als an «COVID» zu versterben.

Sir David Spiegelhalter von der University of Cambridge unterstĂŒtzte diese Sicht und kritisierte die «generische Angstkampagne» der Regierung, die den altersabhĂ€ngigen Risikoverlauf verschleiert habe. Die Forscher warnten ferner vor den langfristigen Folgen der Maßnahmen: Der wirtschaftliche Schock durch Lockdowns könnte letztlich mehr Leben kosten als die Pandemie selbst, da die Ausgaben fĂŒr Interventionen die ĂŒblichen Budgetgrenzen im Gesundheitswesen um das Zehnfache ĂŒberschritten hĂ€tten.

Damit wird bestĂ€tigt, was etwa Tim Röhn von der Welt im September 2022 twitterte, nĂ€mlich dass sich die «Corona-Narrative immer mehr als Unsinn herausstellen werden». Kurz zuvor hatte sogar The Times berichtet, dass die Lockdowns schlicht eine Katastrophe gewesen seien. Demnach sei «die Angst der Öffentlichkeit absichtlich geschĂŒrt worden, um Entscheidungen zu rechtfertigen, die auf der Grundlage fragwĂŒrdiger RatschlĂ€ge getroffen wurden».

Philip Nitschke plant neues SterbegerĂ€t – warum ausgerechnet die Schweiz?

Nach den Turbulenzen um die Suizidkapsel «Sarco» (hier, hier, hier und hier) sorgt der australische Sterbehilfeaktivist Philip Nitschke erneut fĂŒr Schlagzeilen. Wie mehrere Medien berichten (hier und hier), plant er, ein neues GerĂ€t namens «Kairos» in der Schweiz zu testen – ein Halsband, das durch gezielten Druck auf Halsschlagadern und Nervenrezeptoren Bewusstlosigkeit und Tod herbeifĂŒhren soll. Der Nutzer benötigt dafĂŒr keine Hilfe.

Nitschke vergleicht die Funktionsweise mit einem Airbag: Knopf drĂŒcken, kurzer Impuls, Ohnmacht, Tod. PrĂ€sentiert wurde das GerĂ€t bereits vor ausgewĂ€hlten Journalistinnen und Journalisten in den Niederlanden. Nun soll eine niederlĂ€ndische Frau als erste Anwenderin bereitstehen – der Testort: die Schweiz.

Im Unterschied zum in der Schweiz ĂŒblichen Sterbehilfeverfahren mit Natrium-Pentobarbital handelt es sich bei «Kairos» nicht um ein Arzneimittel. Es braucht kein Ă€rztliches Rezept, keine Verschreibung, keine klassische medizinische Begleitung. Genau darin liegt fĂŒr Nitschke der Kern seiner Mission: maximale Autonomie, minimale institutionelle HĂŒrden.

Kritiker sehen darin jedoch eine problematische Entgrenzung. Die Ă€rztliche PrĂŒfung der UrteilsfĂ€higkeit gilt im schweizerischen Modell nicht als Schikane, sondern als Schutzmechanismus – insbesondere bei psychischen Erkrankungen, Drucksituationen oder unklarer EntscheidungsfĂ€higkeit. Ein technisches GerĂ€t, das ohne medizinische Kontrolle eingesetzt wird, verschiebt diese Verantwortung faktisch auf Laien oder private Organisationen.

Brisant ist der Zeitpunkt. Noch immer laufen Ermittlungen im Zusammenhang mit dem ersten Einsatz der Sarco-Kapsel im Kanton Schaffhausen im September 2024. Damals starb eine US-Amerikanerin in der Kapsel. Die Staatsanwaltschaft prĂŒft bis heute mögliche strafrechtliche Aspekte, darunter die Frage selbstsĂŒchtiger Motive bei der Suizidhilfe.

Der deutsche Aktivist Florian Willet, der bei der Sarco-Premiere vor Ort war und zeitweise in Untersuchungshaft saß, nahm sich im Mai 2025 das Leben. In Deutschland wird inzwischen ebenfalls strafrechtlich gegen eine Sterbehilfeorganisation ermittelt.

Trotz dieser Vorgeschichte will Nitschke nun mit «Kairos» erneut in der Schweiz starten – und damit bewusst ein Land wĂ€hlen, das im internationalen Vergleich eine liberale Regelung zur Suizidhilfe kennt.

Die Schweiz erlaubt Suizidhilfe, solange sie nicht aus selbstsĂŒchtigen Motiven erfolgt (Art. 115 StGB). Anders als in vielen LĂ€ndern ist die Beihilfe zum Suizid nicht an zwingende medizinische Strukturen gebunden. Organisationen wie Exit oder Dignitas arbeiten innerhalb dieses Rahmens – allerdings mit klar geregelten Verfahren und Ă€rztlicher Mitwirkung.

FĂŒr Nitschke ist diese Rechtslage attraktiv: Sie bietet Spielraum fĂŒr nichtmedikamentöse Methoden, sofern keine eigennĂŒtzigen Absichten vorliegen. Genau diese Grauzone macht die Schweiz fĂŒr internationale Aktivisten interessant – und gleichzeitig angreifbar.

Kritiker warnen davor, dass die Schweiz zum Experimentierfeld fĂŒr radikale Sterbehilfe-Konzepte werden könnte. Ein GerĂ€t, das mechanisch die Blutzufuhr zum Gehirn unterbricht, wirft nicht nur ethische, sondern auch strafrechtliche Fragen auf: Wer ĂŒberprĂŒft die UrteilsfĂ€higkeit? Wer trĂ€gt Verantwortung bei Fehlfunktionen? Und wie wird ausgeschlossen, dass vulnerable Personen unter Druck geraten?

Mit «Kairos» wird die ohnehin kontroverse Diskussion um assistierten Suizid neu angeheizt. WĂ€hrend BefĂŒrworter von Selbstbestimmung sprechen, sehen Gegner eine gefĂ€hrliche Technologisierung des Todes. Das verstĂ€rkt die Sorge vor einer Entkopplung vom medizinischen und psychologischen Schutzrahmen.

Die kommenden Wochen dĂŒrften zeigen, ob sich die Geschichte von Sarco wiederholt. Klar ist schon jetzt: Die Frage, wo Selbstbestimmung endet und staatliche Schutzpflicht beginnt, wird mit jedem neuen GerĂ€t dringlicher.

US-Kongress soll Haftungsschutz fĂŒr Impfstoffhersteller aufheben

Die US-Senatoren Rand Paul und Mike Lee haben einen Gesetzentwurf im Senat eingebracht, der den Haftungsschutz fĂŒr Impfstoffhersteller beenden soll. Die Vorlage mit dem Titel «End the Vaccine Carveout Act» (Gesetz zur Beendigung der Ausnahmeregelung fĂŒr Impfstoffe) sei inhaltlich identisch mit einem Gesetzentwurf des ReprĂ€sentantenhauses vom Juli 2025, berichtet The Defender. Somit verhandeln nun beide Parlamentskammern ĂŒber dieses Thema.

Sollte das Gesetz verabschiedet werden, wĂŒrde es das nationale EntschĂ€digungsprogramm fĂŒr ImpfschĂ€den (VICP) reformieren, so das Portal unter Berufung auf eine Pressemitteilung. Betroffene, die impfbedingte SchĂ€den erleiden oder sterben wĂŒrden, könnten dann den Impfstoffhersteller vor einem Landes- oder Bundesgericht verklagen.

Die Politiker betonen das Ziel, die privilegierte Behandlung von Impfstoffherstellern gegenĂŒber Produzenten anderer Medizinprodukte zu beenden. Derzeit gewĂ€hren US-Bundesgesetze Impfstoffherstellern, darunter auch Herstellern von COVID-19-«Impfstoffen», einen besonderen Rechtsschutz.

Die Pharmakonzerne versteckten sich hinter rechtlichen Schutzmechanismen, um Klagen von BĂŒrgern mit schweren Impfnebenwirkungen zu entgehen, habe Mike Lee gesagt. Der Abgeordnete Paul Gosar, der die Gesetzesvorlage im ReprĂ€sentantenhaus eingebracht hatte, habe hervorgehoben, dass kein Produkt allein wegen seiner Kennzeichnung als Impfstoff der Verantwortlichkeit entzogen werden sollte.

Wegen SchÀdigungen durch Medikamente könne man ein Unternehmen auf dem normalen Rechtsweg zur Verantwortung ziehen, habe Senator Paul erklÀrt. Bei Impfstoffen sei das jedoch anders:

«Bei Impfstoffen, und in vielen FĂ€llen beim COVID-Impfstoff, sind die Regeln manipuliert: Man wird in ein staatliches Haftungsprogramm ohne Verschuldensprinzip gelenkt, das den Schaden begrenzt, die Möglichkeiten einschrĂ€nkt und – in vielen FĂ€llen – den Betroffenen die Gerechtigkeit verweigert. Das ist Vetternwirtschaft.»

Das neue Gesetz wĂŒrde auch den ImmunitĂ€tsschild fĂŒr Hersteller und Anbieter von COVID-19-«Impfstoffen» aufheben, so The Defender. Dieser Haftungsschutz war im Rahmen des sogenannten PREP-Gesetzes (Public Readiness and Emergency Preparedness Act) eingerichtet und noch Ende 2024 durch die Regierung Joe Bidens erneut verlĂ€ngert worden (wir berichteten). Jetzt wĂŒrde das PREP-Gesetz dahingehend geĂ€ndert, dass COVID-Injektionen von der Definition der «abgedeckten Gegenmaßnahmen» ausgenommen wĂŒrden.

Der End the Vaccine Carveout Act werde von einer Koalition aus ĂŒber 40 Gruppen und Verfechtern der medizinischen Freiheit unterstĂŒtzt, erklĂ€rt das Portal. Wie groß die Erfolgschancen des Vorstoßes sind, bleibt indes abzuwarten.

Kritiker wĂŒrden warnen, das Gesetz könne die ImpfstoffmĂ€rkte destabilisieren und die Beteiligung von Herstellern verringern, kontrastiert TrialsiteNews. Das jedenfalls war auch die Argumentation fĂŒr die Einrichtung des großzĂŒgigen Haftungsschutzes durch die Reagan-Administration im Jahr 1986.


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