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Kaum beachtet von der Weltöffentlichkeit, bahnt sich der erste internationale Strafprozess gegen die Verantwortlichen und Strippenzieher der Corona‑P(l)andemie an. Denn beim Internationalem Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag wurde im Namen des britischen Volkes eine Klage wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gegen hochrangige und namhafte Eliten eingebracht. Corona-Impfung: Anklage vor Internationalem Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit! – UPDATE

Radio MĂŒnchen · Argumente gegen die Herrschaft der Angst - Dr. Wolfgang Wodarg im GesprĂ€ch


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Feed Titel: Transition News


Gerichtsdokument: Merck ignorierte Sicherheitswarnung zu HPV-Impfstoff Gardasil

Ein dĂ€nischer Arzt und Forscher, der maßgeblich an den von Merck gesponserten klinischen Studien zum HPV-Impfstoff Gardasil beteiligt war, hat dem Pharmaunternehmen vorgeworfen, Warnungen vor schweren Nebenwirkungen systematisch ignoriert zu haben. Laut einem nun öffentlichen Expertenbericht warnte Jesper Mehlsen bereits frĂŒhzeitig vor möglichen autoimmunen und autonomen Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Impfstoff – ohne dass Merck angemessen reagiert hĂ€tte. Das berichtet The Defender.

Mehlsen, klinischer Physiologe und ehemaliger Forschungsdirektor am Frederiksberg Hospital in DĂ€nemark, fungierte als HauptprĂŒfer bei mehreren Merck-Studien zu Gardasil 4 und Gardasil 9. SpĂ€ter leitete er eines von fĂŒnf regionalen Zentren, die die dĂ€nische Regierung einrichtete, um die wachsende Zahl von Verletzungen nach der HPV-Impfung zu behandeln.

Bereits im Dezember 2014 identifizierte sein Team Muster von Autoimmunreaktionen. Mehlsen versuchte, Merck zu warnen, doch das Unternehmen wies die Berichte zurĂŒck. Besonders kritisch ist, dass Merck sogar adverse Ereignisse ablehnte, die von einem Kliniker unter Mehlsens Aufsicht gemeldet wurden. In seinem als Beweismittel in einem Gerichtsverfahren gegen Merck eingereichten Bericht schildert Mehlsen, wie das Unternehmen seine Bedenken ignorierte.

Im Zentrum der Kritik steht die Verbindung zwischen Gardasil und dem posturalen orthostatischen Tachykardiesyndrom (POTS), einer Störung des autonomen Nervensystems, sowie Symptomen, die dem chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CFS) Àhneln. Mehlsens Team beobachtete ab 2011 Patienten mit Beschwerden wie Herzrasen, Erschöpfung, Sehstörungen und kognitiven BeeintrÀchtigungen nach der Impfung.

Die dĂ€nische Regierung reagierte auf einen «dramatischen Anstieg der GesundheitsschĂ€den nach Gardasil-Impfungen» und richtete spezielle Kliniken ein. Allein Mehlsens Zentrum behandelte 845 ĂŒberwiesene Patienten. Bis 2016 verzeichnete die dĂ€nische Arzneimittelbehörde ĂŒber 2.300 Nebenwirkungsberichte bei rund 600.000 geimpften Frauen.

In seinem Report fĂŒhrt Mehlsen detaillierte klinische Daten, Autoantikörper-Tests und andere Untersuchungen an. Er erklĂ€rt die möglichen Mechanismen durch die besondere Potenz des Impfstoffs, der starke Immunreaktionen mit Aluminium-Adjuvans auslöst.

Bei manchen Betroffenen bleibe der «cell danger response» der Zellen aktiv. Dabei handelt es sich um ein universelles, uraltes Überlebensprogramm der Zellen, das durch wahrgenommene Bedrohungen wie Infektionen, Toxine sowie physische oder psychische Traumata ausgelöst wird. Unter der Koordination der Mitochondrien verlagern die Zellen ihren Stoffwechsel von der Energieproduktion hin zur Abwehr.

Die Folge: anhaltende EntzĂŒndung und Störungen des autonomen Nervensystems. In seiner Kohorte zeigten 92 Prozent der Patienten mit autoimmunen Nebenwirkungen abnorme Autoantikörper-Level. Mehlsen kommt zu einer klaren Bewertung:

«Auf Grundlage meiner Ausbildung, Erfahrung, Forschung, Untersuchungen, Analysen, einer LiteraturĂŒbersicht und des in diesem Bericht genannten Materials bin ich der Meinung mit einem angemessenen Maß an medizinischer und wissenschaftlicher Sicherheit, dass Gardasil die wahrscheinliche Ursache von POTS und einer autoimmunen Erkrankung ist, die der myalgischen Enzephalomyelitis (ME/CFS) und dem Post-COVID-19-Syndrom Ă€hnelt.»

Der Report wurde im Rahmen der Klage von Jennifer Robi eingereicht, einer kalifornischen Frau, die geltend macht, sie habe durch den Impfstoff bleibende SchĂ€den erlitten. Hunderte weiterer KlĂ€ger einigten sich kĂŒrzlich vertraulich mit Merck (siehe dazu auch hier).

Im Juni 2026 hat Robi ihren zehnjÀhrigen Rechtsstreit mit Merck beigelegt. Die ehemalige Highschool-Sportlerin hatte sich 2010 und 2011 drei Dosen Gardasil verabreichen lassen und sitzt seitdem im Rollstuhl (TN berichtete). Sie warf Merck vor, durch den Impfstoff schwere neurologische und Autoimmunerkrankungen verursacht zu haben. Die Bedingungen der Einigung sind vertraulich.

Es handelte sich um den ersten Fall von HPV-Impfstoff-SchĂ€den, der zunĂ€chst das staatliche EntschĂ€digungsprogramm durchlief, bevor er vor einem Zivilgericht landete. Der ursprĂŒnglich fĂŒr Anfang 2025 angesetzte Prozess wurde ausgesetzt, um eine vertrauliche Einigung zu ermöglichen.

Robi hatte zudem den Kaiser Foundation Hospitals einen Behandlungsfehler vorgeworfen; diese einigten sich bereits im Januar 2025 außergerichtlich. Die Organisation Children's Health Defense (CHD), die die Klage unterstĂŒtzte, betonte, dass der Fall trotz der Vertraulichkeit der Einigung zur Freigabe Tausender interner Merck-Dokumente gefĂŒhrt hat.

In der Klage wurde Merck zudem vorgeworfen, Risikoinformationen unterdrĂŒckt zu haben, indem klinische Studien absichtlich mit aluminiumhaltigen Adjuvantien anstelle von inerten Placebos durchgefĂŒhrt wurden, um Nebenwirkungen zu verschleiern. Weitere VorwĂŒrfe betrafen das Nicht-Erfassen von Autoimmunreaktionen sowie das Beibehalten nicht zugelassener, nicht deklarierter HPV-DNA-Fragmente in der Endformulierung des Impfstoffs.

Peter C. GĂžtzsche, Medizinforscher und MitbegrĂŒnder der Cochrane Collaboration, warf dem Gardasil-Hersteller Merck in einem Gutachten fĂŒr ein Gerichtsverfahren in den USA gar vor, Gardasil-Studiendaten gefĂ€lscht, schwere Nebenwirkungen verschwiegen und die Zulassungsbehörden getĂ€uscht zu haben. Seinem Bericht zufolge sind die von Merck finanzierten Studien nicht geeignet, die negativen Auswirkungen des Impfstoffs richtig einzuschĂ€tzen (TN berichtete).

Trotz dieser und weiterer Hinweise aus DÀnemark sowie internationalen Datenquellen erklÀrten die EuropÀische Arzneimittel-Agentur (EMA) und andere Regulierungsbehörden 2015 auf Basis von Herstellerdaten, es gebe keinen Zusammenhang mit schweren autoimmunen oder neurologischen Ereignissen.

«Man hat sich solidarisch gezeigt und wird jetzt im Regen stehen gelassen»

Die angeblich sicheren Corona-«Impfungen», die Millionen Menschen aufgedrĂ€ngt wurden, haben fĂŒr viele tragische Folgen. Zumindest mutmaßlich. Ein direkter Zusammenhang lĂ€sst sich meist nur schwer nachweisen, die Indizien sprechen jedoch oft eine klare Sprache. Und die GeschĂ€digten kĂ€mpfen nicht nur um ihre Gesundheit, sondern auch um Anerkennung und Hilfe, denn offiziell dĂŒrfen ImpfschĂ€den nicht sein.

Mit dem Projekt «geimpft, geschĂ€digt, geleugnet» gibt die MWGFD seit mehreren Jahren Betroffenen eine Stimme und versucht, die fĂŒr sie so wichtige Öffentlichkeit herzustellen. Die Gesellschaft der «Mediziner und Wissenschaftler fĂŒr Gesundheit, Freiheit und Demokratie» möchte damit auch einen Bewusstwerdungsprozess anstoßen und einen Beitrag zur Aufarbeitung dieser verschwiegenen Katastrophe leisten.

Im Rahmen des Projekts wurden viele GesprĂ€che gefĂŒhrt, mit GeschĂ€digten ĂŒber ihre Schicksale, aber auch mit Ärzten, Therapeuten und anderen Berufsgruppen. Viele dieser Interviews hat der SozialpĂ€dagoge, ehemalige gesetzliche Betreuer und ehrenamtliche MWGFD-Mitarbeiter Johannes Clasen gefĂŒhrt. Die Videos stehen jeweils mit einer textlichen Zusammenfassung auf der Website zur VerfĂŒgung.

Das neueste GesprĂ€ch ist spontan zustandegekommen, wĂ€hrend Clasen vor der Kamera mit dem impfgeschĂ€digten Georgios sprach. Georgios hatte weitere Betroffene zu dieser Unterhaltung eingeladen, und einer davon, Alfred Wilbert, bekundete das BedĂŒrfnis, seine Geschichte ebenfalls zu erzĂ€hlen.

Wilbert habe sich auf den Druck aus verschiedenen Richtungen «impfen» lassen, sagt er, vor allem aber, um seine Schwiegermutter im Altenheim besuchen zu dĂŒrfen. Vor der Moderna-Injektion sei er topfit gewesen, das habe er aufgrund seiner körperlich anstrengenden Arbeit sehr genau einschĂ€tzen können.

Am Morgen nach dem zweiten «Pieks» im Dezember 2021 hĂ€tten die gesundheitlichen Probleme begonnen. Wegen stechender Kopfschmerzen und SchwindelgefĂŒhls habe er sich untersuchen lassen und sei spĂ€ter nach der lebensbedrohlichen Diagnose «Hirnwasserstau» sehr rasch operiert worden.

FĂŒr Wilbert sei der Zusammenhang mit seiner «Impfung» offensichtlich gewesen, erklĂ€rt er. Dagegen habe er bei seiner weiteren medizinischen Behandlung, auch wegen anhaltender Beschwerden, Widerstand und Ablehnung erfahren, wenn er dieses Thema angesprochen habe. Er habe sich nicht ernst genommen und «wie ein Simulant» behandelt gefĂŒhlt.

Heute ist Wilbert nicht mehr arbeitsfĂ€hig und seit ĂŒber vier Jahren zu Hause – körperlich stark eingeschrĂ€nkt, psychisch gezeichnet und mit belastenden und teuren juristischen Streitereien beschĂ€ftigt. Über diese Folgen hinaus hĂ€tten ihn besonders der Verlust des Vertrauens und das GefĂŒhl des Alleingelassenseins getroffen.

Johannes Clasen, eine treibende Kraft hinter dem Projekt «geimpft, geschĂ€digt, geleugnet», hat viele Ă€hnliche Schicksale kennengelernt. Er weist darauf hin, dass fĂŒr Menschen, die nach der vermeintlichen Schutzimpfung erkrankten, auch viel Mut dazu gehört, sich in der Öffentlichkeit zu Ă€ußern. Sie mĂŒssten befĂŒrchten, dadurch erhebliche persönliche Nachteile zu erleiden.

Wir dĂŒrfen impfgeschĂ€digte Menschen nicht im Stich lassen, betont Clasen. Er wĂŒnscht uns, dass wir wieder zu einer wirklichen SolidaritĂ€t miteinander finden. Zudem sei es wichtig, das «Schweigekartell» zu durchbrechen und die Spaltung der Gesellschaft zu ĂŒberwinden. Das Verbrechen an den Menschen in Form der Corona-«Impfung» mĂŒsse gemeinsam aufgearbeitet werden, auch fĂŒr ein kĂŒnftiges Gesundheitswesen, das sich am Menschen orientiert.

EU-Verteidigungskommissar warnt: Europa produziert die falschen Waffen

Seit Beginn des Ukrainekriegs hat Europa seine RĂŒstungsproduktion massiv ausgeweitet. Dennoch warnt EU-Verteidigungskommissar, der Litauer Andrius Kubilius, vor einer gefĂ€hrlichen Fehlentwicklung:

Europas Industrie stelle zu viele hochkomplexe und teure «Haute-Couture-Waffen» her, statt robuste und kostengĂŒnstige Systeme in großen StĂŒckzahlen zu produzieren.

Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran verschĂ€rfe das Problem zusĂ€tzlich. Weil Washington einen großen Teil seiner Raketen- und LuftabwehrbestĂ€nde selbst benötige, könnten wichtige Waffensysteme fĂŒr Europa und die Ukraine jahrelang knapp bleiben.

Bereits heute stammen ĂŒber 80 Prozent der europĂ€ischen WaffenkĂ€ufe aus dem Ausland, rund die HĂ€lfte davon aus den USA. RĂŒstungskonzerne wie Thales bauen ihre KapazitĂ€ten zwar rasant aus – die Raketenproduktion soll bis 2028 auf ĂŒber 100'000 StĂŒck jĂ€hrlich steigen. Doch nach Ansicht der EU reicht das nicht: Europa mĂŒsse schneller unabhĂ€ngiger werden und Waffen herstellen, die auf dem Schlachtfeld tatsĂ€chlich in grosser Zahl benötigt werden.

Gender-Streit an Schweizer Hochschule: Dozentin verliert Kurse nach Kritik an Sprache

Eine langjĂ€hrige externe Dozentin an mehreren Schweizer Hochschulen – darunter ETH, UniversitĂ€t ZĂŒrich sowie Fachhochschulen in Winterthur und der Ostschweiz – berichtet, ihre LehrtĂ€tigkeit sei nach einer anonymen Beschwerde im Zusammenhang mit ihrer Sprachverwendung beendet worden.

Konkret geht es um den Vorwurf, in Kursunterlagen sei das generische Maskulinum verwendet worden und die Darstellung von Geschlechtern in PrĂ€sentationen sei aus Sicht eines Studierenden nicht ausgewogen gewesen. Die Kritik wurde laut Darstellung der Dozentin anonym ĂŒbermittelt und gleichzeitig an mehrere Diversity-Stellen der beteiligten Hochschulen weitergeleitet.

Die Dozentin schildert den Vorgang als ĂŒberraschenden Bruch mit ihrer bisherigen Erfahrung. Über mehr als ein Jahrzehnt hinweg habe sie regelmĂ€ĂŸig Kurse angeboten, ohne je zuvor offizielle Beanstandungen erhalten zu haben. Die nun erfolgte Intervention eines einzelnen Studierenden habe jedoch weitreichende Konsequenzen ausgelöst.

Sie selbst betont, dass sie bewusst nicht oder nur gelegentlich gendergerechte Sprache verwende. Dies tue sie aus Überzeugung und mit Verweis auf sprachĂ€sthetische und stilistische Argumente. Gleichzeitig stellt sie klar, dass sie unterschiedliche Sprachformen grundsĂ€tzlich respektiere und im akademischen Umfeld eine Vielfalt von AnsĂ€tzen beobachte.

In ihrer Argumentation verweist sie auf BeitrĂ€ge aus dem sprachwissenschaftlichen und publizistischen Umfeld, die sich kritisch mit gendergerechter Sprache auseinandersetzen. Aus ihrer Sicht sei die Praxis des Genderns hĂ€ufig schwerfĂ€llig und werde in offiziellen Leitlinien komplex geregelt, was sie als Hinweis auf eine gewisse UnnatĂŒrlichkeit der Sprachform interpretiert.

Die Hochschulen selbst Ă€ußern sich zu konkreten Personal- oder Vertragsfragen in der Regel nicht öffentlich. Auch im vorliegenden Fall ist unklar, welche internen Prozesse zur Entscheidung gefĂŒhrt haben.

Die Dozentin interpretiert den Vorfall als Ausdruck eines zunehmenden Anpassungsdrucks im akademischen Umfeld. Sie kritisiert, dass abweichende Positionen im Umgang mit Sprache und Darstellung zunehmend schwerer zu vertreten seien, und warnt vor einer EinschrÀnkung der wissenschaftlichen Debattenkultur.

Auf Seiten der Hochschulen wird hingegen traditionell auf Leitlinien zur Gleichstellung und inklusiven Sprache verwiesen, die je nach Institution als Empfehlung oder als verbindlicher Rahmen fĂŒr die externe Kommunikation gelten.

Grooming-Gangs-Bericht erhebt schwere VorwĂŒrfe – Medien bleiben auffallend zurĂŒckhaltend

Am 16. Juni wurde der Abschlussbericht der sogenannten «Rape Gang Inquiry» veröffentlicht – einer von Betroffenen und UnterstĂŒtzern initiierten Untersuchung unter Leitung des britischen Abgeordneten Rupert Lowe. Der Bericht erhebt VorwĂŒrfe von außergewöhnlicher Tragweite: Über Jahrzehnte hinweg seien tausende, möglicherweise hunderttausende MĂ€dchen Opfer organisierter sexueller Ausbeutung geworden. Behörden, Politik und gesellschaftliche Institutionen hĂ€tten weggesehen, versagt oder aktiv vertuscht.

Die Untersuchung beschreibt ein Muster, das aus frĂŒheren Skandalen in StĂ€dten wie Rotherham, Rochdale oder Telford bekannt ist: MinderjĂ€hrige, weiße MĂ€dchen wurden demnach gezielt angesprochen, manipuliert, mit Alkohol oder Drogen versorgt und anschließend von TĂ€tergruppen sexuell missbraucht. Viele der geschilderten FĂ€lle lesen sich wie Anklageschriften gegen einen Staat, der seine Schutzpflicht gegenĂŒber den SchwĂ€chsten nicht erfĂŒllt habe.

Besonders brisant sind die Aussagen zur Herkunft der TĂ€ter. Der Bericht argumentiert, dass TĂ€tergruppen bei bestimmten Formen organisierter sexueller Ausbeutung ĂŒberwiegend aus MĂ€nnern pakistanisch-muslimischer Herkunft bestanden hĂ€tten. Daraus leitet die Untersuchung die These ab, kulturelle und religiöse Faktoren seien bei der Analyse des Problems ĂŒber Jahre hinweg bewusst ausgeblendet worden und die TĂ€ter hĂ€tten wegen ihres Status als Minderheit vor Polizei und Justiz Schutz und Narrenfreiheit genossen. Kritiker werden einwenden, dass solche Schlussfolgerungen sorgfĂ€ltiger wissenschaftlicher PrĂŒfung bedĂŒrfen und die Gefahr pauschaler Zuschreibungen bergen. Dennoch steht die Frage im Raum, warum bestimmte Aspekte der Debatte ĂŒber Jahre politisch so sensibel waren, dass sie nicht angepackt wurden.

Noch schwerer wiegt der Vorwurf institutionellen Versagens. Polizei, Sozialdienste, Schulen, Gesundheitsbehörden und politische EntscheidungstrĂ€ger hĂ€tten Warnsignale ignoriert oder aus Angst vor RassismusvorwĂŒrfen nicht konsequent gehandelt. Diese Kritik ist nicht neu: Bereits frĂŒhere offizielle Untersuchungen hatten erhebliche Fehler staatlicher Stellen dokumentiert. Der neue Bericht geht jedoch deutlich weiter und zeichnet das Bild eines systemischen Versagens von nationaler Tragweite.

Gerade deshalb ĂŒberrascht die bisherige mediale Resonanz. WĂ€hrend ĂŒber Rupert Lowes politische Forderungen berichtet wurde, fehlt bislang eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem mehrere hundert Seiten umfassenden Bericht selbst. Weder BBC noch Reuters, Associated Press, Financial Times oder andere internationale Leitmedien haben den Inhalt bislang ausfĂŒhrlich analysiert. Auch in den großen deutschsprachigen Medien ist das Dokument bisher kaum Thema.

DafĂŒr mag es nachvollziehbare GrĂŒnde geben. Der Bericht ist erst seit kurzer Zeit öffentlich verfĂŒgbar. Zudem handelt es sich nicht um eine staatliche Untersuchung mit gesetzlichen Befugnissen, sondern um eine privat initiierte Inquiry. Journalisten werden die Methodik, Quellenlage und Schlussfolgerungen entsprechend kritisch prĂŒfen wollen.

Dennoch bleibt ein Widerspruch bestehen: Wenn die zentralen Behauptungen des Berichts auch nur teilweise zutreffen, handelt es sich um eines der grĂ¶ĂŸten gesellschaftlichen und politischen Versagen der jĂŒngeren britischen Geschichte. Wenn die Behauptungen hingegen ĂŒberzogen, fehlerhaft oder methodisch problematisch sind, wĂ€re gerade das eine intensive journalistische ÜberprĂŒfung wert.

Die auffĂ€lligste Nachricht könnte deshalb derzeit nicht nur der Inhalt des Berichts sein, sondern die Tatsache, dass ĂŒber ihn bislang vergleichsweise wenig gesprochen wird. Ein Dokument, das einen derart schwerwiegenden Vorwurf gegen Staat und Gesellschaft erhebt, sollte weder ungeprĂŒft geglaubt noch reflexhaft ignoriert werden. Es verdient sorgfĂ€ltige PrĂŒfung – und öffentliche Aufmerksamkeit. Auch wenn es nicht ins gewĂŒnschte Narrativ passt.


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Peter Mayer

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Verfassungsblog

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Forschung unter Vorbehalt

Heute stellte Irene Khan, UN-Sonderberichterstatterin fĂŒr das Recht auf freie MeinungsĂ€ußerung, ihren Bericht zur Lage in Deutschland vor. Sie sieht sich darin unter anderem besorgt ĂŒber den zunehmenden Druck auf die Wissenschaftsfreiheit. Anlass, einen Fall neu in den Blick zu nehmen, der zu Unrecht aus der öffentlichen Debatte verschwunden ist.

Im November 2022 holte das Max-Planck-Institut fĂŒr ethnologische Forschung den renommierten Anthropologen Ghassan Hage von der UniversitĂ€t Melbourne als Gastprofessor nach Halle. Knapp anderthalb Jahre spĂ€ter, im Februar 2024, kĂŒndigte die Forschungseinrichtung ihm fristlos. Sie warf dem in Beirut geborenen australischen Wissenschaftler vor, sich auf Twitter antisemitisch geĂ€ußert zu haben. Dies sei mit den Werten der Max-Planck-Gesellschaft unvereinbar. Ghassan Hage wehrte sich gegen die VorwĂŒrfe vor dem Arbeitsgericht Halle – bis jetzt ohne Erfolg. Die zustĂ€ndige Kammer erklĂ€rte die KĂŒndigung im Dezember 2024 fĂŒr rechtmĂ€ĂŸig, die Berufungsverhandlung steht aus. Um die KĂŒndigung auf rechtliche FĂŒĂŸe zu stellen, geht das erstinstanzliche Urteil im Fall Prof. Ghassan Hage ./. Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. einen folgenreichen Schritt. Es weitet den arbeitsrechtlichen Tendenzschutz von wissenschaftlichen Betrieben auf die von der Institution vertretenen politischen Positionen aus. Äußerungen von Wissenschaftler*innen, die diese herausfordern, avancieren damit zum KĂŒndigungsgrund. Das ist nicht nur juristischer Unfug, sondern eine EinschrĂ€nkung der Wissenschaftsfreiheit. Auch die Max-Planck-Gesellschaft sollte daran kein Interesse haben.

Der Fall Ghassan Hage

Der Fall Hage fĂŒgt sich in eine Reihe von Verfahren ein, die die gesellschaftlich zulĂ€ssigen Positionen zum Israel-PalĂ€stina-Konflikt arbeitsrechtlich verhandeln. Im vorliegenden Fall geht es um mehrere Veröffentlichungen Hages auf Twitter. In ihnen kritisierte er den Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 vor dem Hintergrund der langjĂ€hrigen Besatzungspolitik des israelischen Staates sowie die tödliche Gewalt der israelischen Regierung in Gaza. Darunter ist auch ein lĂ€ngeres, von ihm selbst verfasstes Gedicht.

Die Zeitung „Die Welt“ warf Ghassan Hage aufgrund dieser Posts „Israelhass“ vor. Daraufhin kĂŒndigte ihm die Max-Planck-Gesellschaft mit der BegrĂŒndung, die von Hage verbreiteten Ansichten zum Israel-PalĂ€stina-Konflikt seien antisemitisch und israelfeindlich. In einer öffentlichen Stellungnahme heißt es, allgemeiner formuliert,die Äußerungen seien „mit den Grundwerten der Max-Planck-Gesellschaft nicht vereinbar.“

Entsprechend stritten die Parteien in der Sache darĂŒber, ob die Äußerungen antisemitisch seien. Die Kammer aber umging den Antisemitismusvorwurf und die Auseinandersetzung mit Antisemitismusdefinitionen. Sie erklĂ€rte stattdessen in der UrteilsbegrĂŒndung das Existenzrecht Israels selbst zum geschĂŒtzten Wert der Max-Planck-Gesellschaft. Die Max-Planck-Gesellschaft, so die Richter, „stellt das Existenzrecht Israels nicht in Frage und erlaubt dies auch niemand anderem in seinen Instituten“ (Rn. 79). Das aber habe Hage unter anderem in seinem Gedicht getan. Seine Äußerungen, so das Gericht weiter, hĂ€tten „keine zulĂ€ssige Kritik an Handlungen des Staates Israel [dargestellt], sondern einen Angriff auf den Staat Israel als solchen, dem als ‚Besatzer‘ und als ‚Projekt‘ schlicht die Existenz als Völkerrechtssubjekt und damit dessen staatliche LegitimitĂ€t abgesprochen wird“ (Rn. 81). Dies sei als KĂŒndigungsgrund ausreichend. Die deutsche StaatsrĂ€son entfaltet ihre Wirkung damit auch im Zivilrecht, wie schon Felix Hartmann in seinem Kommentar zum Urteil bemerkt.

EinschrÀnkung der Mitbestimmung und LoyalitÀtspflicht

Rechtlich begrĂŒndet wird dieser Schluss mit dem arbeitsrechtlichen Tendenzschutz (Rn. 73 ff). Dieser gilt fĂŒr Betriebe, die nicht in erster Linie einen ökonomischen Zweck verfolgen, sondern auf die Verwirklichung grundrechtlich geschĂŒtzter Werte ausgerichtet sind, zum Beispiel die politische Willensbildung oder wissenschaftliche TĂ€tigkeit. Als Institution, die den Zweck der „Förderung der Wissenschaft“ im Namen trĂ€gt, fĂ€llt auch die Max-Planck-Gesellschaft unter den Tendenzschutz.

Laut stĂ€ndiger Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts können Tendenzbetriebe von Mitarbeiter*innen, die die inhaltliche und ideelle Ausrichtung des Unternehmens unmittelbar prĂ€gen (sogenannten TendenztrĂ€ger*innen) erhöhte LoyalitĂ€t erwarten. Dazu gehören zum Beispiel Erzieher*innen in kirchlichen Einrichtungen, nicht aber angestelltes Putzpersonal. Der Tendenzschutz verstĂ€rkt damit die allgemeinen RĂŒcksichtnahmepflichten von Arbeitnehmer*innen (§ 241 Abs. 2). DĂŒrfen Letztere durch ihr Verhalten dem Arbeitgeber keinen Schaden zufĂŒgen, mĂŒssen TendenztrĂ€ger*innen auch im Privaten die jeweils geschĂŒtzten Werte beachten.

Im Fall Hage stellt sich erneut die Frage: Worin genau besteht der Tendenzschutz an wissenschaftlichen Betrieben? Die Rechtsprechung leitet die erhöhte LoyalitĂ€tspflicht aus dem Tendenzschutz im Betriebsverfassungsgesetz (§ 118 BetrVG) in Verbindung mit dem jeweiligen Grundrechtsschutz her. FĂŒr wissenschaftliche Betriebe ist das die Wissenschaftsfreiheit aus Art. 5 Abs. 3 GG. Weil die Arbeitnehmer*innenvertretung an öffentlichen UniversitĂ€ten im Personalvertretungsgesetz geregelt ist, gilt der Tendenzschutz fĂŒr sie nicht.

Die Max-Planck-Gesellschaft berief sich ursprĂŒnglich auf ihren Tendenzschutz, um gemĂ€ĂŸ § 118 BetrVG Forderungen nach innerbetrieblicher Mitbestimmung zurĂŒckzuweisen. Im Sinne der Wissenschaftsfreiheit sollte die Ausrichtung der Institute sowie Personalentscheidungen von den Institutsleitungen frei gestaltet werden können. Im vorliegenden Fall aber beruft sie sich auf den Tendenzschutz, um eine erhöhte LoyalitĂ€tspflicht einzufordern und so den KĂŒndigungsschutz einzuschrĂ€nken. Die Krux dabei: Die Kammer begrĂŒndet zwar den Tendenzschutz mit Verweis auf den in der Satzung der Max-Planck-Gesellschaft eingeschriebenen „Zweck, die Wissenschaften zu fördern“. Die LoyalitĂ€tspflicht unterstellt sie dann aber auch mit Blick auf die politischen Positionen der Institution. Damit weitet die Kammer den Tendenzschutz unzulĂ€ssig aus.

StaatsrÀson als wissenschaftliche Maxime?

Dabei sind sich Bundesarbeitsgericht sowie die Kommentarliteratur (Rn. 4–7) einig: Die LoyalitĂ€tspflicht bezieht sich nur auf das jeweils geschĂŒtzte Grundrecht (BAG, 22.07.2014 – 1 ABR 93/12). Die Anforderungen mĂŒssen daher fĂŒr jede einzelne Tendenz gesondert, autonom und spezifisch begrĂŒndet werden (BAG 28.08.2003 – 2 ABR 48/02). Was kirchliche Arbeitgeber von ihren Mitarbeiter*innen fordern, wenn sie sich auf das Grundrecht auf freie AusĂŒbung der Religion berufen (Art. 4 GG), kann also nicht auf die LoyalitĂ€tsansprĂŒche ĂŒbertragen werden, die politische Stiftungen oder Parteien gegenĂŒber ihren Angestellten aus ihrem Grundrecht auf politische Willensbildung einfordern können (Art. 21 GG).

Die Richter in Halle hĂ€tten sich also ausfĂŒhrlich damit befassen mĂŒssen, wie die in der Rechtsprechung entwickelte LoyalitĂ€tspflicht konkret in Bezug auf die freie WissenschaftsausĂŒbung auszulegen ist. Stattdessen unterstellt die Kammer einfach eine Analogie zu Betrieben, die im Bereich der Berichterstattung oder MeinungsĂ€ußerung tĂ€tig sind. In ihrer UrteilsbegrĂŒndung ĂŒbernimmt sie wörtlich ganze Passagen aus einer Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg von April 2024 (5 Sa 894/23) zur Deutschen Welle. Das Gericht erklĂ€rte, mit Verweis auf den Tendenzschutz, die fristlose KĂŒndigung eines Redakteurs aufgrund vermeintlich antisemitischer Äußerungen in sozialen Medien fĂŒr rechtens. Ungeachtet der Unterschiede formuliert die Kammer in der Haller UrteilsbegrĂŒndung eine Passage aus dem Urteil zur Deutschen Welle einfach um. Aus dem Passus „die Berichterstattung erfolgt in dem Bewusstsein, dass diese die Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zu auslĂ€ndischen Staaten berĂŒhrt“ wird kurzerhand folgende Formulierung: „Die Forschung des Beklagten erfolgt in dem Bewusstsein, dass diese die Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zu auslĂ€ndischen Staaten berĂŒhrt“. Die politische RĂŒcksichtspflicht, die fĂŒr die Deutsche Welle explizit in § 5 Abs. 3 des Deutsche-Welle-Gesetzes geregelt ist, setzt die Kammer fĂŒr die Max-Planck-Gesellschaft einfach in die Welt.

Dabei bezieht sich der Tendenzschutz der Presse auf die inhaltliche, publizistische Ausrichtung zur GewĂ€hrleistung der freien Presse nach Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG. Kurz: Ein Zeitungsverlag kann von seinen journalistischen Mitarbeiter*innen verlangen, auch im Privaten die grundsĂ€tzliche Linie eines Blattes nach außen zu reprĂ€sentieren. Im Fall der Max-Planck-Gesellschaft geht es aber um die freie AusĂŒbung der Wissenschaft, also um alles, so der Wissenschaftsbegriff des Grundgesetzes, was nach Inhalt und Form als ernsthafter, planmĂ€ĂŸiger Versuch zur Ermittlung der Wahrheit anzusehen ist (BVerfG 29.5.1973, Rn. 87). Der Schutz einer bestimmten politischen Ausrichtung (Presse) unterscheidet sich wesentlich vom Schutz eines methodisch angeleiteten Prozesses der Erkenntnisgewinnung (Wissenschaft). Letzterer hĂ€ngt von der Ergebnisoffenheit ab – und von der Möglichkeit, Ergebnisse zu widerlegen.

Gesteigerte LoyalitĂ€tspflichten kann die Max-Planck-Gesellschaft also nur in Bezug auf die geschĂŒtzte Tendenz geltend machen, nĂ€mlich die Förderung der Wissenschaften durch die Unterhaltung von Forschungsinstituten. Im vorliegenden Fall hĂ€tte die Kammer entsprechend erörtern mĂŒssen, inwiefern Hages Äußerungen in den sozialen Medien die Max-Planck-Gesellschaft an der AusĂŒbung des geschĂŒtzten Zwecks – der Förderung der Wissenschaft – hindern.

Hier ließe sich zum Beispiel darĂŒber nachdenken, ob Partnerschaften mit anderen Forschungseinrichtungen ein geschĂŒtztes Interesse sind, ob solche Partnerschaften durch private Aussagen der eigenen Mitarbeiter*innen in Gefahr geraten können und ob sich daraus ein berechtigter KĂŒndigungsgrund ableiten lĂ€sst. Diesen Punkt hat die Max-Planck-Gesellschaft, die unter anderem mit israelischen Forschungseinrichtungen kooperiert, in ihrer gerichtlichen Einlassung selbst angedeutet.

FĂŒr dieses Argument spricht, dass die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen fĂŒr bestimmte Forschungsvorhaben wichtig ist – mitunter so wichtig, dass diese Vorhaben ohne die Kooperationspartner nicht mehr durchgefĂŒhrt werden können. Aber ob ein Post auf einem privaten Social-Media-Profil die Kooperation mit anderen Institutionen tatsĂ€chlich gefĂ€hrdet, hinge dann in erster Linie von der KritikfĂ€higkeit der Kooperationspartner*innen ab. Die Reaktion Dritter als Maßstab fĂŒr die RechtmĂ€ĂŸigkeit einer KĂŒndigung anzusetzen wĂ€re mit Rechtsunsicherheit verbunden. So kann auch die RufschĂ€digung eines Arbeitgebers sinnvollerweise nicht von der Reaktion einer einzigen Zeitungsredaktion abhĂ€ngen. Denn wenn Wissenschaftler*innen aufgrund öffentlicher Äußerungen gekĂŒndigt werden können, sobald Kooperationspartner*innen oder die Presse ihren Unmut ausdrĂŒcken, entsteht ein erheblicher Abschreckungseffekt, sich an öffentlichen Diskussionen zu beteiligen.

Förderung der Wissenschaft vs. Wissenschaftsfreiheit

Wie lĂ€sst sich also rechtfertigen, dass Forscher*innen im Namen der Förderung der Wissenschaft gekĂŒndigt werden? Die von der Kammer vorgenommene GrundrechtsabwĂ€gung (Rn. 85 ff.) gibt in dieser Frage wenig Aufschluss. Sie kĂŒndigt zwar an, das Grundrecht auf Wissenschaftsfreiheit gegen den Schutz der freien MeinungsĂ€ußerung abzuwĂ€gen – eine ernsthafte Auseinandersetzung sucht man aber vergeblich. Auch hier ĂŒbernimmt die Kammer alle Formulierungen im relevanten Absatz (Rn. 87) wörtlich aus dem bereits erwĂ€hnten Urteil zur Deutschen Welle (hier: Rn. 67):

„Der KlĂ€ger ist als TendenztrĂ€ger der Beklagten auch im Hinblick auf seine Meinungsfreiheit verpflichtet, keine Äußerungen objektiv das Existenzrecht, ja die Existenz Israels an sich, in Abrede stellenden Charakters zu verbreiten“.

Laut Urteil kann die Max-Planck-Gesellschaft also verlangen, dass sich Wissenschaftler*innen nicht im Widerspruch zu den politischen Positionen der Institution – abgeleitet aus Stellungnahmen von PrĂ€sidenten und Institutsdirektoren – Ă€ußern. Das ist mehr, als der 1. FSV Mainz 05 von seinen Spieler*innen erwarten kann (vgl. ArbG Mainz, Urteil vom 12. Juli 2024 – 10 Ca 1411/23).

Wie sich diese Argumentation auf die Wissenschaftsfreiheit der Angestellten auswirkt, erörtern die Richter dabei nicht. Das liegt auch daran, dass das Gericht die Posts von Hage als rein private Äußerungen betrachtet und sie nicht in den Kontext seiner wissenschaftlichen TĂ€tigkeit stellt. Dabei findet heute ein Großteil der Wissenschaftskommunikation in den sozialen Netzwerken statt. Es kann also nicht allein vom genutzten Medium darauf geschlossen werden, ob es sich um eine private MeinungsĂ€ußerung handelt oder um die Kommunikation wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Kammer hĂ€tte also nicht nur das Grundrecht auf freie Wissenschaft der Max-Planck-Gesellschaft in den Blick nehmen mĂŒssen, sondern auch das von Ghassan Hage. Der Verweis auf die Wissenschaftsfreiheit entscheidet nicht die rechtliche Bewertung der Aussagen – auch die Wissenschaftsfreiheit unterliegt Schranken. Er verdeutlicht aber, dass es hier um mehr geht als um die KĂŒndigung aufgrund privater Aussagen. Denn der Tendenzschutz wird ad absurdum gefĂŒhrt, wenn eine Institution im Namen der Wissenschaftsfreiheit die freie öffentliche Kommunikation der eigenen Forschung einschrĂ€nkt.

Recht vs. Wissenschaft

Das allerdings hĂ€tte die Bereitschaft des Gerichts vorausgesetzt, sich mit der Eigenlogik der wissenschaftlichen Erkenntnisproduktion auseinanderzusetzen, wie sie auch in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Wissenschaftsfreiheit an öffentlichen Hochschulen zum Tragen kommt (insbesondere BVerfG, 22.05.1975).  In den Worten der Professorin fĂŒr Praktische Philosophie Elif Özmen: Bei der GewĂ€hrung der Wissenschaftsfreiheit darf es keine Rolle spielen, ob „wissenschaftliche Meinungen, Theorien oder Personen krude, unliebsam, unbequem, bigott oder reaktionĂ€r sind, sich als unvernĂŒnftig, unbegrĂŒndet oder abwegig erweisen oder als beunruhigend, schockierend oder verletzend empfunden werden.“ Das heißt auch, dass die Wissenschaft betreffende Grundsatzfragen von der Wissenschaftsgemeinschaft entschieden werden sollten – nicht von Gerichten.

In diesem – wie in vielen Verfahren – ringen wissenschaftliche und juridische Logiken der Wissensproduktion um AutoritĂ€t. VordergrĂŒndig verhandelt das Gericht ausschließlich die RechtmĂ€ĂŸigkeit der KĂŒndigung. TatsĂ€chlich aber entscheidet es dabei auch derzeit kontrovers gefĂŒhrte wissenschaftliche Diskussionen. Diese betreffen gegenwĂ€rtige Formen des Antisemitismus, die Einordnung der Gewalt in Gaza sowie Analysen des israelischen Rechtssystems. Dabei ĂŒbertrumpft die StaatsrĂ€son regelmĂ€ĂŸig die wissenschaftliche Expertise von Konflikt- und Nahostforscher*innen.

Man könnte es bei der Analyse dieses Urteils dabei belassen, auf die Erkenntnisse der kritischen Rechtsforschung zu verweisen, die uns davor warnen, im Gericht ermittelte Wahrheiten fĂŒr bare MĂŒnze zu nehmen. Doch es geht im Fall Ghassan Hage um mehr als die Frage, wie sich juridische Wahrheitsfindung von wissenschaftlicher Erkenntnisproduktion unterscheidet. Versehen mit staatlicher Sanktionsmacht, haben gerichtliche Interventionen in die wissenschaftliche Diskussion zum Israel-PalĂ€stina-Konflikt weitreichende Folgen fĂŒr alle Wissenschaftler*innen, die sich daran beteiligen. Sie machen jede Äußerung zu einem Risiko.

Dies gilt insbesondere fĂŒr internationale Wissenschaftler*innen, deren Aufenthaltsstatus oder Sozialleistungen hĂ€ufig an das AnstellungsverhĂ€ltnis gebunden sind. Die Sanktionierung Einzelner schafft darĂŒber hinaus ein Klima der Verunsicherung unter Wissenschaftler*innen und Studierenden und provoziert Selbstzensur. Der öffentlichen Debatte geht damit wichtige Expertise verloren, die zu einem differenzierten Austausch beitragen könnte.

Das Arbeitsgericht Halle hĂ€tte die Gelegenheit gehabt, sich ernsthaft mit der Frage zu befassen, worin genau die erhöhte LoyalitĂ€tspflicht gegenĂŒber wissenschaftlichen Einrichtungen besteht – und so die Wissenschaftsfreiheit in Deutschland stĂ€rken können. Stattdessen weitet es den Tendenzschutz auf politische Positionen aus und schrĂ€nkt so die Wissenschaftsfreiheit ein. Das ist nicht nur juristisch unhaltbar, sondern auch Ausdruck wissenschaftspolitischer Kurzsichtigkeit.

Ich danke Franziska Duda fĂŒr ihre UnterstĂŒtzung bei der Recherche fĂŒr diesen Text.

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Manufacturing Artificial Majorities

Assessing Indira Gandhi’s breed of politics, Ashis Nandy noted that Gandhi enjoyed pursuing her political goals via pure politics, defined as “a politics characterised by constant political-cost calculations, assumption of non-synergy and a single-minded pursuit of self-interest by all actors in the system.” (At the Edge of Psychology, 114) The state, and the political system built around it, are then meant to serve a singular purpose: power maximisation and its retention, irrespective of the ethics of the means adopted. The constitutional limits on power, its design for power-sharing, and the achievement of certain positive socio-economic outcomes for the collective benefit of the society take the backseat. What is going on in India currently is eerily similar.

The 2026 West Bengal State Election and Its Aftermath

Last month, in a set of crucial state elections, the BJP was able to win the election in the state of West Bengal for the first time. It dislodged the government of a regional party – the Trinamool Congress – that has presented a strong opposition to the BJP for the last decade by also sending a high number of legislators to both Houses of Parliament. There are several questions around the fairness and integrity of the elections, as they took place against the backdrop of a large-scale electoral roll revision exercise that caused massive disenfranchisement. Negligible legal opportunities were provided to the individuals whose names were deleted from the rolls, while the Supreme Court virtually legitimised this exercise by noting that those whose names had been deleted could vote in the next election once they defend their rights in a tribunal. After the election, several reports have emerged that question the integrity of the electoral voting machines, raising tough questions about the health of electoral democracy in India.

TMC, like most of the other regional parties in India, is not a well-organised political party and largely works on a presidential model by building electoral campaigns around its leader, Mamata Banerjee. As Banerjee also lost her election, a major faction of the elected TMC legislators separated itself from the party leadership in the state legislature, though retaining their allegiance to the party in order to avoid disqualification under the Indian anti-defection law.

Beyond this intra-party struggle for power, a more concerning set of events took place at the central level, in both the Houses of Parliament. In the 2024 general elections, TMC had won elections on 29 seats out of 42 constituencies of the state of West Bengal, and thus held a major role in the parliamentary opposition against the BJP. Immediately after this electoral victory in the state election, the BJP has engineered the defection of 20 of these legislators in order to boost its numbers. They merged with an unrecognised party and then joined the BJP-led alliance. Readers would recall that earlier this year, the BJP had attempted to introduce a constitutional amendment bill to redraw the electoral map of India, and it failed due to its inability to muster a two-thirds majority in Parliament. In addition, the BJP is also attempting to enact an amendment that would introduce synchronised national and state elections in India, in the hopes that it could sideline state-specific issues and victory at both the national and state levels could be achieved by projecting a single Prime Ministerial face. These defections must be viewed in light of the attempts to meet the constitutional majority requirement for passing these amendments.

A similar set of defections is in play for mustering a majority in the Upper House of Parliament. The members of the Upper House are elected by the state legislative assemblies, and therefore, as the BJP has now won the state government in West Bengal, it has engineered the resignation of multiple TMC upper house legislators, so that they can either be replaced or re-elected under the BJP’s sponsorship.

These are not the sole incidents. A few months back, a faction of 7 upper house legislators elected from the state of Punjab under the banner of another opposition party – Aam Aadmi Party – had transferred their allegiance to the BJP. And currently, an attempt to secure the defection of a similar number of legislators is underway from a regional party in Maharashtra – Shiva Sena (UBT) – which has already witnessed a split in favour of the BJP in the recent past.

What these events show is that, beyond the integrity of the elections, even the sanctity of the voters’ preference is increasingly lost in the Indian state. Upon failing to secure victory at the booth, the BJP has been comfortably deploying other means to ensure that an artificial majority could be created. The news reports, as well as the history of defections in India, show that the ruling parties have used the carrot and stick approach in manufacturing such artificial majorities. If a bribe fails to convert an elected legislator, the central government conveniently frames false charges against them. Once they switch, the charges are either dropped or pushed to the back burner.

The Uselessness of the Anti-Defection Law

The Tenth Schedule to the Indian Constitution is meant to check exactly such actions. It proscribes the defection of legislators, and it mandates that once an individual is elected on a party ticket or independently, they are mandatorily disqualified if they switch their affiliation. However, as the individual empowered to decide such petitions is the House Chairperson, they tend to sit on such disqualification petitions or don’t admit them at all. While the provision of judicial review remains, the pace at which such a review takes place ensures that no ethical and constitutionally-compliant outcome is achieved before the term of the House itself is over, leaving the matter infructuous.

Moreover, the defecting legislators have increasingly come to rely on an exception to the anti-defection law to argue the legality of their actions. The Tenth Schedule provides that if the original political party of the legislators under question decides to merge with another political party, they can be saved from disqualification if such a merger is also approved by two-thirds of the elected legislators. As this description would clearly show, this requirement of the approval of a two-thirds majority is supposed to operate as a check against the decision of their original party to merge with another one. It is not supposed to operate as a trigger to a merger. However, in all the above-discussed episodes, involving AAP, TMC, and SS(UBT), the legislators have justified their actions by arguing that their faction constitutes the two-thirds majority and thus, they are constitutionally allowed to defect, irrespective of whether their original party has initiated such a merger. This is a blatant violation of the Constitution, and the House Chairpersons, rather than upholding the law, have acted complicitly in approving this interpretation.

Concluding Remarks

The BJP has been trying extremely hard to secure the required number in the two Houses of Parliament. In a different election for the upper house from the state of Madhya Pradesh, it was able to collude with the returning officer in charge of handling nominations to cancel the nomination of an opposition candidate. Given the party composition in the MP legislative assembly, it was certain that the opposition candidate would easily win the election. However, with her nomination cancelled, the BJP gained another seat illegally. In vain, urgent interventions were sought from the Election Commission and the Supreme Court.

In most of the democracy and constitutional law scholarship, these two institutions have been heralded as the guardians of Indian democracy and the protectors of the Constitution. The veil is off, and their vulnerabilities and the tendency to capitulate are now clearly visible. Guardians no more.

It is high time that these institutions, including the cognitively awake members from the BJP as well, realise that elections and the theatre of electoral democracy work as a safety valve in a polity. The logic of elections is nothing but to determine who gets the legitimate right to govern the citizens. The legal processes, including the constitution, built around this notion aim to ensure a sense of certainty and fairness. Once that sense is lost, which is increasingly on the verge of collapsing, laws tend to lose their appeal, and much could be threatened. An overall sense of injustice and unfairness cannot be allowed to have free rein. The call to the politics of resistance by Rahul Gandhi, Leader of the Opposition in Parliament, is hopeful and scary at the same time. While it shows that there is an increasing recognition that the entire constitutional system has virtually been captured by the BJP, and thus the political fight has to change its language and move beyond the institutions to the streets, it also depicts the evidence of the failure of India’s constitutional project.

At the end of the Constituent Assembly deliberations in 1949, BR Ambedkar had argued that the newly introduced constitutional system was, among other things, meant to bring order to Indian politics. For it to operate well, he argued that it is important that politics is pursued while remaining within the four corners of the constitution, which would provide (hopefully) equal opportunities and a fair ground:

“If we wish to maintain democracy not merely in form, but also in fact, what must we do? The first thing in my judgment we must do is to hold fast to constitutional methods of achieving our social and economic objectives. It means we must abandon the bloody methods of revolution. It means that we must abandon the method of civil disobedience, non-cooperation and satyagraha. When there was no way left for constitutional methods for achieving economic and social objectives, there was a great deal of justification for unconstitutional methods. But where constitutional methods are open, there can be no justification for these unconstitutional methods. These methods are nothing but the Grammar of Anarchy and the sooner they are abandoned, the better for us.”

He justified anarchy when “there was no way left for constitutional methods”. What the BJP is doing is recreating this situation. I hope that better sense prevails and the stakeholders change their approach to politics. Pure politics is a clear route to instability.

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KlimaSeniorinnen and its Progeny

On 9 April 2024, the Grand Chamber of the European Court of Human Rights (ECtHR) delivered rulings in three climate-change cases, thus becoming the first international court to establish a right to be protected from the effects of climate change. The leading judgment was Verein KlimaSeniorinnen Schweiz and Others v. Switzerland; a case brought against France and another one against dozens of States Parties were declared inadmissible.

These Strasbourg rulings were followed in short order by a trio of advisory opinions issued, respectively, by the International Tribunal on the Law of the Sea, the International Court of Justice, and the Inter-American Court of Human Rights, all of which have been extensively dissected in this blog’s symposia (see here, here, and here). Taken together, these judgments and opinions have given rise to a new body of international law. More importantly, and despite any expected nuances, they disclose, in my view, a great degree of convergence in their overall approaches to the definition of the relevant State obligations, thus mutually reinforcing the overall authority of this emerging field of law. Among other things, they have lifted any lingering doubts that climate change affects the enjoyment of human rights recognised and protected by international law.

In the meantime, the Strasbourg Court has delivered further rulings on climate-change applications, most notably with the recent judgment in Greenpeace Nordic. Now, two years after the KlimaSeniorinnen precedent, we can perhaps begin to take stock of its implications and its progeny. In this short contribution I will focus on two key sets of issues: the nature of the State obligations; and the standing requirements.

Needless to say, there is no shortage of legal and factual questions that have yet to reach the ECtHR. Among these, I would highlight questions related to each country’s “fair share” of the remaining carbon budget and/or the corresponding mitigation obligations; and the methodologies needed to make these calculations. National courts are already engaging with these questions (see here and here), at a fairly sophisticated level. As to Strasbourg – and despite the absence so far of a second ruling on the merits of a country’s climate-change obligations – the Greenpeace Nordic judgment, which dealt with questions related to environmental impact assessments in fossil fuel explorations, shows that the potential for enriching the existing jurisprudence is far from tapped.

The Rights at Stake and the Nature of States’ Obligations

In KlimaSeniorinnen, the Court defined for the first time the rights individuals enjoy in the context of climate change as part of the right to respect for their private and family lives. It did so in the following terms: Article 8 of the Convention encompasses a right for individuals to effective protection from serious adverse effects of climate change on their lives, health, wellbeing and quality of life.

This formulation already suggests a ratione materiae threshold that must be met for Article 8 to become applicable in this context (“serious adverse effects”). Such thresholds are not uncommon in the delimitation of Article 8 rights: e.g. interferences with private life within the employment context, protection of reputation, or even standard environmental nuisances must meet similar thresholds.

Turning to the States’ positive obligations, the core duty is to adopt a proper regulatory framework and implementing measures. Such measures should seek to prevent a rise in global temperatures beyond levels capable of producing serious and irreversible effects on Article 8 rights – in other words, reaching a point of no return, on human timescale. This definition should, first, be read in the light of the scientific consensus as to the heating red lines we should aim not to cross in order to prevent more catastrophic harm. Secondly, State measures should be driven by the overall goal of each State reaching net neutrality within, “in principle”, the next three decades (that is, around 2050). In establishing this second and “harder” benchmark, the Strasbourg Court has arguably gone somewhat further than the advisory opinions adopted by the other international and regional courts, which have tended to define State duties as obligations of due diligence and therefore of conduct – whereas the duty of gradually bringing national-level net GHG emissions to zero by mid-century represents something closer to an obligation of outcome. At the same time, the “in principle” clause may allow States that are less economically developed to plead for some additional time while still displaying sufficient progress towards net neutrality in the interim.

That last point brings us to the importance of intermediate goals, which the Court has equally emphasised in its now well-known paragraph 550 of the KlimaSeniorinnen judgment. As some top national courts have similarly noted, this is important for at least two reasons. First, if we keep pushing down the road the bigger sacrifices that need to be made, we risk imposing a growing and unfair burden on (the rights of) the next generation. Secondly, as reaching net neutrality will require profound societal transformations, it is unlikely to be achieved “at the last minute” through some miraculous policy or new technology. In other words, insufficient State action today may irreversibly undermine the enjoyment of certain basic rights by future generations. Think of it as the legal equivalent of crossing a black hole’s “event horizon”.

Mitigation and Adaptation Measures

It is obvious, however, that even the best laid plans will amount to little in the absence of effective implementing measures, as the Grand Chamber hinted in KlimaSeniorinnen when assessing the adequacy of the Swiss framework and practices (see § 565 of the judgment). At the same time, it is important to bear in mind that the Court is primarily concerned with aggregate progress in the area of mitigation, while granting the States a quite considerable margin as to how – and through what precise combination of sacrifices and reduction measures at any given period – they manage to meet those reduction targets (see also § 551 of the KlimaSeniorinnen judgment). This explains why the recent Chamber decision in the Fliegenschnee case concluded that there is no Convention right to a particular set of mitigation measures, such as banning the sale of fossil fuels.

The Grand Chamber also outlined a general obligation for States to specify “the overall remaining carbon budget [until reaching net zero], or another equivalent method of quantification of future GHG emissions.” This particular requirement has generated a great deal of commentary on its practical and methodological implications (see, among multiple contributions, here and here). While engaging with such questions in depth would require a separate discussion, it would suffice here to say that the quantification requirement merely reflects the scientific fact that humanity as a whole is living under a “global carbon budget” if we are to have any hope of staying within the temperature-increase red lines agreed by the community of States. If that global budget is not converted, in some way, into national-level (or perhaps regional) budgets, the carbon math would simply break down (again, in the absence of some groundbreaking new technology that would allow for viable alternative solutions such as scalable carbon removal from the atmosphere).

Lastly, it is noteworthy that the Court required the mitigation measures to be “supplemented by adaptation measures aimed at alleviating the most severe or imminent consequences of climate change, taking into account any relevant particular needs for protection” (see § 552 of the judgment). The need for such measures may have obvious connections to the victim status of individuals, to which I turn now.

Victim Status of Individuals

The standing aspects of the KlimaSeniorinnen judgment have generated much academic debate, for understandable reasons.

To recall, the Grand Chamber set an exceptionally high threshold for individual standing: individual applicants must show both (i) a high intensity of exposure to climate change risks and (ii) a pressing need for individual protection due to the absence of viable harm reduction measures.

Applying this standard to the facts of the Swiss case, the Court examined the adverse effects of summer heatwaves on the senior applicants. It found that reasonable means of both general and personal adaptation existed in Switzerland, which could have mitigated any imminent health threats they faced. Thus, the respondent Government had shown that the country had managed to significantly lower its heat-related mortality rates (compared to pre-2015 levels) through extensive information campaigns and other practical measures. Such general measures could have been supplemented by measures of individual precaution and adaptation, given the individual health situation of each applicant.

Such an approach is not meant to deny that many (if not most) people in Europe can be adversely affected, to some degree, by climate change; and even more so if added vulnerabilities, such as old age or poor health, are factored in. Such claims can be successfully put forward by associations representing the diffuse interests of those categories – as was indeed the case in KlimaSeniorinnen and, more recently, confirmed by the Court in Greenpeace Nordic. Within the framework set up by the Grand Chamber, however, individual standing is reserved for those persons who are facing more than average or “manageable” levels of adversity due to climate change. While such a high threshold for the application of Article 8 is rather unique in our case law, little about the magnitude and complexity of climate change can be said to be ordinary. It is not uncommon or improper for standing requirements to be influenced, to some degree, by questions of judicial policy, as long as alternative avenues of redress remain viable.

Post-KlimaSeniorinnen, various Court formations have deployed similar arguments in finding no individual standing in cases brought against Italy (see here and here), Germany, Austria, and Norway. Arguably, future individual applicants will be more likely to be successful by relying not only on a high intensity of (potential) harm from climate change, but also on the absence of viable adaptation measures at this time – either because the national authorities have failed to put such measures in place, or because they are insufficient or impose an intolerable burden in their particular (“frontline”) circumstances.

Standing of Associations

The standing of associations is the other side of the “victim status” coin. From what I can surmise, the main challenge posed by a large body of commentary has been the following: how can associations have Convention standing to act on behalf of individuals adversely affected by climate change, while these same individuals do not necessarily reach the threshold of “pain” set by the Court for individual standing?

The question may appear legitimate from a purist or generalised perspective. However, we are faced here with a unique challenge, which calls for out-of-the-box jurisprudential solutions, both at the level of principles and practical implications. Business as usual does not apply neatly when dealing with a planetary crisis.

Nor is the approach without precedent. Thus, it is not uncommon in situations of (widely) diffuse harm, or in situations otherwise calling for some form of collective action, for legal systems to craft remedies similar to what the Grand Chamber developed in Klimaseniorinnen – for example, through “class action”-style remedies that allow groups of (somewhat) affected individuals to challenge the serious aggregate effects of adverse actions or policies. Such collective remedies have become increasingly common in areas of law as diverse as competition, consumer protection, data protection, and, indeed, environmental harm.

At the same time, the Grand Chamber recognised that, while it has taken inspiration from the practices related to the standing of associations within the general environmental context (the Aarhus Convention’s regime), the remedies developed under climate change law need not be identical to the latter and may call for further adjustment. In my view, the same logic would apply at the national level.

The inter-generational implications of climate change, or the fact that new climate conditions may become irreversible if we do not act now, add further support for such solutions, without it being necessary in my view to be seen as the only or primary justification. It is possible, therefore, to see the two different categories of standing established by the KlimaSeniorinnen judgment as being mutually complementary or compensatory. Time will tell if further tweaking or better solutions are needed.

An equally important question arises for national legal systems: how do the KlimaSeniorinnen standing requirements for associations play out at the national level? Here, once again, some creativity may be called for. For reasons of subsidiarity, both the national systems and the Convention system would benefit immensely from a harmonised approach, whereby national systems, in one way or another, seek to mirror the procedural standing for associations that is available in Strasbourg. Otherwise, we run the risk that no effective remedies (individual or collective) would be available (to be exhausted) at the national level. This would turn the ECtHR into a court of first instance on highly complex matters of fact, science, and national law and policy. Such a predicament would not be ideal in any situation, and even less so in the climate change context.

The novel doctrines established by the ECtHR in KlimaSeniorinnen are the product of a regional human rights court being called to address the impact, within its own jurisdiction, of a global human-rights challenge. It remains to be seen whether they will meet the test of time – when our time window for finding adequate solutions may itself be limited. It is comforting to see, however, that in crafting these new and weighty legal obligations for States, the Strasbourg Court has joined a solid judicial consensus at the international level.

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