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Feed Titel: Transition News


Dokumentationsreihe «Alles über Angela» – Auf den Spuren einer Machtpolitikerin

Keine andere Frau hat in den letzten Jahrzehnten Europa und Deutschland so verändert wie die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel. In ihrer aktiven Zeit war sie das Paradebeispiel einer Machtpolitikerin – listig, dominant und durchsetzungsstark. Ob Eurokrise, Ukraine-Krieg, Corona- oder Migrationspolitik, Merkel agierte stets als zentrale Figur, die gleichermaßen Sympathien wie Antipathien auf sich zog.

Bis heute ist sie hochumstritten. Während das politmediale Establishment sie weiterhin verehrt und lobpreist, schlägt ihr aus den alternativen Medien und Dissidentenkreisen Verachtung entgegen. Merkel bleibt auch nach ihrer Amtszeit ein gesellschaftliches Phänomen. Obwohl sie über Jahrzehnte in der Öffentlichkeit stand, gibt sie weiterhin Rätsel auf.

Ein solches stellt sich allein mit der Frage, wie diese Frau überhaupt zur Politik kam. Wie die Jungfrau zum Kinde, lautet die landläufige Erklärung. Genau diese Erzählung hat der Filmemacher Robert Cibis für eine mehrteilige Dokumentation genommen, um sich auf die Spuren einer Machtpolitikerin zu begeben, deren Vita bei genauerem Hinsehen viele Unebenheiten und blinde Flecken aufweist.

«Alles über Angela» will dem Titel nach auspacken, und mit «alles» ist das gemeint, was bislang daran gehindert worden ist, die breite Öffentlichkeit zu erreichen: pikante Informationen, die das medial idealisierte Image der einstigen Kanzlerin zum Bröckeln bringen könnten.

Wechsel von Positionen und Lagern

Der erste Teil, auf dem Portal OVALmedia zu sehen, beschäftigt sich mit Merkels politischer Karriere bis zur Wahl zur Bundeskanzlerin und nimmt den familiären Hintergrund ins Visier. Dabei zeigt sich ein Motiv, das auch im Charakter der Protagonistin und deren politischem Stil erkennbar wird: der Wechsel von Positionen und Lagern.

Aufgefallen damit war schon Merkels Großvater, der unter Umständen und an einem Ort starb, der so manchen Verdacht schürt und Fragen aufwirft – im Gebäude des Hauptquartiers der sowjetischen Militäradministration in Berlin-Karlshorst. Das Motiv der Kurs- und Richtungsänderung leuchtet aber auch in der Entscheidung ihres Vaters Horst Kasner auf, der als evangelischer Theologe im Kalten Krieg, anders als es damals die Regel war, von der Bundesrepublik in die DDR übersiedelte.

Merkels Mutter vollzog hingegen einen sozialen Wechsel, indem sie mit der Heirat aus der Klasse des Bildungsbürgertums zum Klerus übertrat und mit dem Umzug in die DDR schließlich in einer klassenlosen Gesellschaft ihr Dasein fristete.

Doch so egalitär wurde es dann doch nicht, auch für Merkel nicht, die, wie die Dokumentation herauszuarbeiten versucht, mit den Jahren immer tiefer in den Staatsapparat eindringt und nach der Wende politisch Karriere macht.

Prominente Persönlichkeiten als Talking Heads

Um diesen Werdegang aufzudröseln, bedient sich Cibis konventioneller Mittel. Er montiert Archivaufnahmen und Fotos, unterlegt die Szenen mit wiederholenden Tonfolgen und lässt Zeitzeugen oder einstige Weggefährten zu Wort kommen.

Unter den sogenannten «Talking Heads» befinden sich der ehemalige Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, die DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld, der Kabarettist Uwe Steimle, der frühere ZDF-Hauptstudioleiter Peter Hahne, der einstige SPD-Politiker Thilo Sarrazin und nicht zuletzt Merkels Biograf Gerold Keefer.

Letzterer hat die größten Redeanteile und kann tatsächlich brisante Details beisteuern, die die Dokumentation zu einer spannenden wie informativen Spurensuche machen. Zu den bedeutendsten Stationen auf diesem Weg gehört Merkels Rolle in der Leipziger Akademie der Wissenschaften, wo sie als Sekretärin für Agitation und Propaganda arbeitete.

Merkel selbst verklärte diese sozialistische Funktionärsstelle, indem sie stets behauptete, lediglich als Kulturbeauftragte tätig gewesen zu sein, die beispielsweise Theaterkarten besorgte oder Rezensionen schrieb. Die eigentliche Aufgabe, betont der Biograf, bestand jedoch darin, die Mitglieder politisch-ideologisch zu erziehen, die Parteilinie zu verbreiten oder die politische Zuverlässigkeit zu überwachen.

Eine Mitarbeiterin der Stasi?

Bereits hier äußert sich der Verdacht, dass Merkel für die Stasi arbeitete. Diesem Indiz geht Cibis in einer weiteren interessanten Episode nach. In den 1980er-Jahren verkehrte sie auffällig rege in Oppositionskreisen, insbesondere in der Gruppe rund um den prominenten Regimekritiker Robert Havemann.

Bei dessen Begräbnis 1982 waren rund 250 Trauergäste anwesend, darunter Angela Merkel. Sie alle wurden von der Stasi fotografisch erfasst. Aber während viele der Anwesenden Schwierigkeiten bekamen, blieb Merkel von ihnen verschont. Das war kein Zufall, wie Cibis anhand weiterer Episoden hervorhebt.

Acht Monate vor dem Begräbnis war die damals aufstrebende Funktionärin mit mehreren Institutsmitgliedern in Polen gewesen und geriet in eine Grenzkontrolle, bei der zahlreiche Utensilien mit Bezug zur dortigen Gewerkschaft Solidarność beschlagnahmt wurden – Zeitschriften, Abzeichen, Denkmal-Fotos.

Normalerweise zogen solche Funde Vernehmungen und Sanktionen nach sich. Für Merkel gab es jedoch keine erkennbaren Konsequenzen, wie ihr Biograf Gerold Keefer in der Dokumentation bestätigt. Er kommt zu dem Schluss, dass es eine «schützende Hand» gegeben haben musste.

Muster der Macht

Peter Hahne merkt in diesem Zusammenhang an, dass der frühere Bundespräsident Joachim Gauck über derlei Verwicklungen gut Bescheid weiß, schließlich war dieser der erste Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen. Dass Gauck, nach dem die Behörde später benannt wurde, keine Informationen über Merkels Vergangenheit an die Öffentlichkeit preisgegeben hat, begründet Hahne damit, dass beide – und im Prinzip alle Funktionäre in höheren Positionen – Leichen im Keller haben und damit erpressbar sind.

Derlei Zusammenhänge machen den Dokumentarfilm aus. Er verbindet Puzzleteile eines konkreten Falls, verweist aber zugleich auf etwas Allgemeingültiges, auf Strukturen und Muster, die über Merkel hinausgehen.

«Alles über Merkel» vermittelt einen guten Eindruck davon, wie Politik und Macht funktionieren. Karriere und Aufstieg verdanken sich nur selten der Sachkompetenz und noch viel seltener dem Einsatz für das Allgemeinwohl. Viel entscheidender sind andere Faktoren, solche wie die Einbindung in Seilschaften, Druckmittel, der Besitz von kompromittierendem Material, strategisches Geschick, Skrupellosigkeit.

Merkel musste das früh erkannt haben, weshalb sie ständig Fronten und Positionen wechselte, um ihre Ziele zu erreichen. Sie war ein Wendehals, der nach dem Mauerfall zunächst bei der Partei Demokratischer Aufbruch tätig war, dann zur CDU überging und diese dann entkernte, indem sie zunächst eine sozialdemokratische und schließlich grüne Politik machte.

Verbandelung mit der Familie de Maizière

Merkels Macht verdankt sich aber auch dem sicheren Instinkt, nutzbringende Kontakte zu knüpfen. Wie Biograf Keefer betont, ist ihr Aufstieg ohne die Familie de Maizière undenkbar. Diese Dynastie hatte überall ihre Finger im Spiel, wo politisch wichtige Entscheidungen getroffen wurden, ob in der DDR oder in der Bundesrepublik.

Clemens de Maizière war schon zur Zeit des Nationalsozialismus Mitglied der SA und der NSDAP, Sohn Lothar betätigte sich seit 1956 für die Ost-CDU und amtierte später vom 27. März bis zum 10. April 1990 als Fraktionsvorsitzender von CDU und Demokratischem Aufbruch in der frei gewählten Volkskammer der DDR.

In dieser Familiengeschichte taucht wieder das Motiv des Positions- und Frontwechsels auf, den schließlich auch Merkel mithilfe Lothar de Maizières vollzieht, indem sie sich nach dem Wahldebakel des Demokratischen Aufbruchs abwerben lässt.

Diese enge Verbindung wirft ein besonders grelles Schlaglicht auf Merkels Rolle. Irgendwann kam heraus, dass Lothar de Maizière unter dem Decknamen «Czerni» als inoffizieller Mitarbeiter mit dem Ministerium für Staatssicherheit zusammengearbeitet hatte. Gleiches gilt für Wolfgang Schnur, den Mitbegründer und Vorsitzenden der Partei Demokratischer Aufbruch, für den Merkel als Pressesprecherin arbeitete.

Liegt bei dieser Nähe nicht die Vermutung nahe, dass auch sie mit der Stasi kooperierte? Biograf Keefer ist sich dessen sicher. Er geht davon aus, dass sie in der CDU nur ein Maulwurf sein konnte. Die ehemalige Kanzlerberaterin Gertrud Höhler, die in der Dokumentation ebenfalls als «Talking Head» zu Wort kommt, hält Merkel sogar für eine «Doppelagentin».

Cibis geht dem auf den Grund, wobei er in seiner Dokumentationsreihe nicht nur mit Keefer, sondern mit mehreren Merkel-Biografen zusammenarbeitet. Dabei geht er den Fragen nach, wie die frühere Kanzlerin es geschafft hat, über so einen langen Zeitraum so viel Macht und Aufmerksamkeit zu erhalten, welche personellen Netzwerke sie hatte und worin ihre Absichten bestanden.

Dass dazu sehr viel Stoff vorhanden ist, deutet der erste Teil am Schluss an. Er endet mit der Wahl Merkels zur Bundeskanzlerin und leitet zum zweiten Teil über, wo es um ihre Beziehungen zum Weltwirtschaftsforum gehen wird. Spannend!

***

Hier finden Sie das Interview von Transition News mit dem Filmemacher Robert Cibis über die Dokumentation «Alles über Angela»

Immer mehr Krebsfälle bei Menschen unter 50

Krebs galt lange Zeit als Erkrankung des höheren Lebensalters. Doch weltweit beobachten Wissenschaftler seit Jahren einen beunruhigenden Trend: Die Zahl der Krebsdiagnosen bei Menschen unter 50 Jahren nimmt zu. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung bei Darmkrebs, aber auch bei weiteren Tumorarten wie Gebärmutter-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren- und Leberkrebs. Über dieses Phänomen berichtet Nature in einem News-Beitrag (siehe auch hier).

Darin beschreiben Forscher die zunehmende Zahl von Krebsfällen bei jüngeren Erwachsenen als eines der derzeit größten Rätsel der Krebsforschung. Die Onkologin Kimmie Ng erklärte auf einem Fachkongress:

«Mehrere Krebsarten nehmen weltweit bei Menschen unter 50 Jahren zu.»

Die meisten dieser Erkrankungen würden als sporadisch gelten, ihre Ursache sei bislang unbekannt.

Nach Angaben der Epidemiologin Hyuna Sung werden weltweit täglich mehr als 9.000 Krebsfälle bei Erwachsenen unter 50 Jahren diagnostiziert. Allerdings warnen Experten davor, alle diese Erkrankungen über einen Kamm zu scheren. Sung:

«Der Anstieg von Krebserkrankungen bei jungen Erwachsenen erzählt keine uniforme Geschichte.»

Mit anderen Worten: Die Ursachen könnten je nach Krebsart sehr unterschiedlich sein.

Besonders aufmerksam verfolgen Forscher die Entwicklung bei Darmkrebs. In den USA steigt die Häufigkeit fortgeschrittener Darmkrebserkrankungen bei 20- bis 49-Jährigen seit etwa 2010 um rund drei Prozent pro Jahr. Darmkrebs wurde dort inzwischen zur häufigsten krebsbedingten Todesursache in dieser Altersgruppe. Auch Gebärmutter- und Leberkrebs zeigen bei jüngeren Frauen steigende Erkrankungs- und Sterberaten.

Als mögliche Ursachen diskutieren Wissenschaftler verschiedene Faktoren. Dazu gehören Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen, der Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel, Veränderungen des Mikrobioms, Industriegifte oder landwirtschaftliche Chemikalien. Einen eindeutigen Beweis für einen einzelnen Auslöser gibt es bislang jedoch nicht.

Der Gastroenterologe Andrew Chan verweist auf eine Umgebung, die Fettleibigkeit und Stoffwechselstörungen fördere und der Menschen bereits in jungen Jahren ausgesetzt seien. Gleichzeitig betonen Forscher, dass viele junge Krebspatienten keineswegs übergewichtig seien und daher weitere Einflussfaktoren untersucht werden müssten.

Experten wie der Onkologe Angus Dalgleish verweisen in diesem Zusammenhang auch auf die Corona-Injektionen. Bereits 2022 schrieb er in einem Brief ans The BMJ:

«Covid-Geninjektionen befördern Krebs»

Der Londoner Krebsmediziner betonte dabei, er habe genug Erfahrung, um zu wissen, dass seine Schlussfolgerung nicht auf «zufälligen Anekdoten» beruhe (TN berichtete)

TN hat unter anderem im vergangenen Jahr auf das Phänomen steigender Krebsraten bei jungen Menschen aufmerksam gemacht und auf internationale Studien verwiesen, die einen Anstieg verschiedener Krebsarten bei jüngeren Menschen dokumentieren. Was etwa Darmkrebs angeht, so zitieren wir aus einer Pressemitteilung der Uniklinik Leipzig mit der Überschrift «Darmkrebs trifft immer häufiger auch junge Menschen»:

«Seit einigen Jahren werden in Ländern mit hohem Einkommen wie Deutschland immer mehr Darmkrebserkrankungen bei jungen Erwachsenen diagnostiziert. In Deutschland sind fünf Prozent der Menschen, die an Darmkrebs erkranken, jünger als 50 Jahre, in den USA sind es sogar bis zu 12 Prozent. ‹Das sehen auch wir in unserer Sprechstunde›, so Dr. Benjamin Kobitzsch, Facharzt für Innere Medizin. Inzwischen sind 12 Prozent der hier Behandelten jünger als 50 Jahre.»

Zu den Symptomen, bei denen Fachleute eine ärztliche Abklärung empfehlen, zählen unter anderem anhaltende Veränderungen der Verdauung, Blut im Stuhl, unerklärlicher Gewichtsverlust, ungewöhnliche Müdigkeit, langanhaltende Schmerzen, neu auftretende Knoten oder Schwellungen sowie ungewöhnliche Blutungen. Solche Beschwerden müssen zwar nicht auf Krebs hinweisen, sollten aber insbesondere dann untersucht werden, wenn sie über längere Zeit bestehen bleiben.

Doch man sollte aufpassen, denn wenn man jede Anomalie, die man bei sich beobachtet, mit Krebs in Verbindung bringt, besteht die Gefahr, dass man bei sich selbst Panik erzeugt, die womöglich gar keine Grundlage hat.

Auch wird allseits immer noch empfohlen, dass etwa Frauen unter 50 eine Mammographie zur Brustkrebsvorsorge und einen Pap-Abstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs durchführen lassen. Und Personen, die älter sind als 45, wird eine Darmspiegelung zwecks Erkennung von Dickdarmkrebs, und bestimmten Männern eine Prostatakrebsvorsorgeuntersuchung ans Herz gelegt.

Doch all diese Dinge stehen auch in der Kritik. Ihr Nutzen ist wissenschaftlich nicht oder allenfalls nur bedingt nachgewiesen. Zugleich besteht bei ihnen die Gefahr der Überdiagnostik und damit der Übertherapie, sodass zum Beispiel Frauen die Brüste amputiert oder Menschen mit einer potenziell tödlichen Chemotherapie behandelt werden, ohne dass dies gerechtfertigt wäre.

China bringt den weltweit ersten kommerziellen Gehirnchip auf den Markt

Manche sehen Gehirnchips als Utopie. Für andere ist die Verknüpfung von Gehirn und Computer dystopisch. China hat nun jedenfalls die weltweit erste kommerzielle Gehirn-Computer-Schnittstelle (brain-computer chip) zugelassen und damit Elon Musks Neuralink bei der Markteinführung überholt.

Wie die New York Post berichtet, wurde das münzgroße Implantat namens NEO von Forschern der Tsinghua-Universität und dem Unternehmen Neuracle Technology entwickelt. Es habe klinische Tests erfolgreich abgeschlossen und soll nun in die Massenproduktion für das staatliche Gesundheitssystem gehen.

Die erste Version ist laut der Post vor allem für Patienten mit Rückenmarksverletzungen und Lähmungen optimiert. Das Gerät werde weniger invasiv platziert als Neuralinks N1-Prototyp. Es sitze zwischen Schädel und Gehirn und drücke Sensoren gegen die schützende Hirnhaut, ohne das Hirngewebe selbst zu durchdringen. In Tests mit 36 Patienten habe es gute Ergebnisse gezeigt.

Neuralink hingegen habe in den USA noch keine allgemeine Zulassung und befinde sich mit seinem Implantat noch in der Erprobungsphase mit bisher neun Patienten. Das Unternehmen hatte im Januar aber angekündigt, noch dieses Jahr mit der Massenproduktion von Hirnimplantaten zu beginnen. Experten führen Chinas Vorsprung unter anderem auf das weniger invasive Design zurück. Dr. David Tuffley, Cybersicherheitsexperte der Griffith University, erklärte:

«Jede Art von Hirnimplantat kann physische Schäden verursachen, die die Funktion benachbarter Hirnregionen beeinträchtigen können. Wenn es beispielsweise in einem für Sprache oder Bewegung zuständigen Hirnareal zu einer Blutung kommt, kann selbst ein kleines Blutgerinnsel diese Funktionen beeinträchtigen. Und obwohl Infektionen im Gehirn selten sind, können sie unbehandelt Schwellungen und weitere Komplikationen verursachen.»

Norwegen hat den Verbrenner besiegt – und entdeckt nun die Kosten dafür

Norwegen hat geschafft, wovon manche in anderen europäischen Ländern bislang nur träumen: Im April 2026 waren 98,6 Prozent aller neu zugelassenen Autos elektrisch. Rund ein Drittel des gesamten Fahrzeugbestands fährt inzwischen mit Batterie statt mit Benzin oder Diesel. Der Verbrennungsmotor wurde nicht verboten – er wurde wirtschaftlich verdrängt. Das berichtet die Welt.

Das geschah allerdings nicht von selbst. Bereits vor 25 Jahren begann die norwegische Regierung damit, Elektroautos massiv steuerlich zu begünstigen. Gleichzeitig wurden Verbrenner immer stärker belastet. Dank hoher Abgaben auf Fahrzeuge mit CO₂-Ausstoß, günstiger Strompreise aus Wasserkraft und eines konsequent ausgebauten Ladenetzes lohnt sich für viele Norweger der Kauf eines Verbrenners heute kaum noch. Christina Bu, Vorsitzende des norwegischen E-Auto-Verbands, erklärte:

«Trotz wechselnder Regierungen haben wir einen geradlinigen Kurs in Richtung E-Auto eingeschlagen.» Im Gegensatz zu Deutschland habe es kaum politische Richtungswechsel gegeben. Gleichzeitig räumt sie ein: «Wir waren sozusagen die Versuchskaninchen.»

Auf den ersten Blick scheint die Bilanz beeindruckend, wenn man dem offiziellen Klima-Narrativ folgt: Die CO₂-Emissionen des Straßenverkehrs sind seit 2015 um fast ein Drittel gesunken. Doch auch Stickoxid- und Feinstaubwerte haben sich verbessert. Je näher Norwegen allerdings einer vollständig elektrischen Fahrzeugflotte kommt, desto deutlicher treten die Schattenseiten des «Erfolgsmodells» hervor. Zu den wichtigsten Problemen zählen:

  • Wachsender Strombedarf: Durch die Elektrifizierung von Verkehr und Industrie wird bis 2040 ein Anstieg des Stromverbrauchs um rund 60 Prozent erwartet.
  • Mehr Atomkraft? Weil die Wasserkraft weitgehend ausgereizt ist und neue Windparks umstritten sind, wird inzwischen sogar über den Einstieg in die Kernenergie diskutiert, bei der das Problem der Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll weiterhin als globales Problem gilt. Der hochgiftige Müll muss für bis zu einer Million Jahre sicher von der Biosphäre eingeschlossen werden.
  • Belastung der Stromnetze: Vor allem in der Anfangsphase kam es zu Netzengpässen, weil viele Fahrzeuge gleichzeitig geladen wurden.
  • Reichweitenverluste im Winter: Besonders im Norden des Landes sinkt die Reichweite der Fahrzeuge bei eisigen Temperaturen deutlich.
  • Abhängigkeit von China: Sowohl bei Batterien als auch bei Fahrzeugen wächst die Abhängigkeit von chinesischen Herstellern und Zulieferern.
  • Offene Recycling-Fragen: Für die künftig anfallenden Altbatterien existieren noch keine vollständig überzeugenden Lösungen.
  • Sicherheitsbedenken: Kritiker warnen, dass eine nahezu vollständig elektrifizierte Fahrzeugflotte in Krisen- oder Kriegszeiten neue Verwundbarkeiten schaffen könnte.
  • Milliardenschwere Subventionen: Der Erfolg wurde durch erhebliche Steuervergünstigungen erkauft, die sich Norwegen dank seines milliardenschweren Staatsfonds aus Öl- und Gaseinnahmen leisten konnte. Was Deutschland angeht, so soll der Umstieg auf Elektromobilität den deutschen Staat bis 2030 knapp 40 Milliarden Euro kosten. Das hat die Beratungsfirma EY für die Welt am Sonntag exklusiv ermittelt. Kritiker sehen eine ineffiziente «Gießkannenförderung», die den Markt künstlich am Leben hält (TN berichtete).

Selbst Christina Bu sieht nicht jeden Bereich als vollständig elektrifizierbar an. «Es mag sein, dass wir in manchen Bereichen nicht vollständig auf Elektroantrieb umsteigen sollten, zum Beispiel beim Militär oder bei der Polizei», sagt sie. Dennoch sei dies «kein Grund, nicht den Großteil des Verkehrs zu elektrifizieren».

Ein weiteres Problem ist die schwache europäische Batterieindustrie. «Wir sind in Europa noch nicht so weit», warnt Bu und verweist auf die jüngste Insolvenz des norwegischen Batterieherstellers Morrow.

Trotz aller Schwierigkeiten denkt in Norwegen kaum jemand an eine Rückkehr zum Verbrennungsmotor. Stattdessen richtet sich der Blick bereits auf die nächsten Etappen der Verkehrswende. Lastwagen sollen künftig elektrisch fahren, Fähren werden zunehmend elektrifiziert, und auch der Güterverkehr soll «klimafreundlicher» werden.

Das norwegische Modell zeigt damit zweierlei: Eine konsequente Politik kann den Verbrennungsmotor innerhalb weniger Jahre an den Rand des Marktes drängen. Gleichzeitig macht das Land deutlich, dass die Elektrifizierung neue Abhängigkeiten, Infrastrukturprobleme und energiepolitische Fragen schafft. Die eigentliche Bewährungsprobe beginnt möglicherweise erst dann, wenn der Verbrenner tatsächlich verschwunden ist.

Sprachpolizei im Kinderzimmer? New York streicht «Mutter» und «Vater» aus Gesetzestexten

In New York sorgt eine von den Demokraten vorangetriebene Gesetzesänderung für erbitterte Debatten. Künftig sollen in verschiedenen familienrechtlichen Bestimmungen die traditionellen Begriffe «Mutter» und «Vater» durch geschlechtsneutrale Formulierungen ersetzt werden. Kritiker sprechen von einem weiteren Schritt ideologisch-woke motivierter Sprachpolitik – und von einem Symbol dafür, wie weit sich die Politik von den Sorgen vieler Bürger entfernt habe.

Nach dem Vorhaben würde die Bezeichnung «Mutter» in Teilen der Gesetzgebung durch «austragendes Elternteil» ersetzt, während anstelle von «Vater» künftig Begriffe wie «nicht-austragendes Elternteil» oder schlicht «Elternteil» verwendet werden sollen. Auch Verfahren zur Feststellung der Vaterschaft würden sprachlich neu gefasst.

Befürworter argumentieren, die Anpassungen spiegelten moderne Familienmodelle wider und trügen der Realität von Leihmutterschaften, Adoptionen sowie gleichgeschlechtlichen Elternpaaren Rechnung. Die Gesetzessprache müsse deshalb inklusiver und rechtlich konsistenter gestaltet werden.

Doch die Gegenreaktionen fallen scharf aus. Konservative Politiker und Kommentatoren werfen den Initiatoren vor, ein jahrhundertelang gewachsenes Begriffsverständnis mutwillig aufzulösen und zu zerstören. Während viele Bürger mit steigenden Lebenshaltungskosten, Kriminalität und Problemen im Bildungswesen konfrontiert seien, beschäftige sich die Politik mit sprachlichen Detailfragen, die für den Alltag der meisten Familien kaum Relevanz hätten.

Besonders der Ersatz der Begriffe «Mutter» und «Vater» stößt auf Widerstand. Gegner sehen darin eine symbolische Entwertung klassischer Familienrollen und sprechen von einer bürokratischen Sprachakrobatik, die mehr Verwirrung als Fortschritt schaffe. Einige Kritiker bezeichnen die Neuregelung gar als Ausdruck einer «Woke-Ideologie», die zunehmend in staatliche Institutionen eindringe.

Die Unterstützer des Gesetzes weisen diese Vorwürfe zurück. Ziel sei weder die Abschaffung von Müttern noch von Vätern, sondern eine Gesetzessprache, die alle Familienformen gleichermaßen erfasse. Die traditionellen Bezeichnungen könnten selbstverständlich weiterhin im Alltag verwendet werden.

Trotzdem zeigt die Kontroverse, wie stark Fragen von Identität, Sprache und Familie inzwischen politisiert sind. Für die einen ist die Reform ein notwendiger Schritt zu mehr Inklusion. Für die anderen steht sie exemplarisch für eine Politik, die sprachliche Symboldebatten höher gewichtet als die drängenden Probleme des Alltags. Die Entscheidung dürfte deshalb weit über New York hinaus für Diskussionen sorgen.

Hinter den Kulissen wächst selbst innerhalb politischer Kreise die Skepsis. Die Frage, warum sich Parlamente mit derartigen Symbolprojekten beschäftigen, während zahlreiche drängende Probleme ungelöst bleiben, wird immer lauter gestellt. Für viele Beobachter ist die Reform daher weniger ein Fortschritt als vielmehr ein weiteres Kapitel im Kulturkampf um Sprache, Identität und gesellschaftliche Deutungshoheit.


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