Trump unterzeichnet Dekret zur Reduzierung von Kinderimpfungen
US-PrĂ€sident Donald Trump hat am Montag ein PrĂ€sidialdekret unterzeichnet, das eine Verringerung der Impfungen im Kindesalter fordert, indem der Impfkalender auf elf Immunisierungen beschrĂ€nkt wird. Dies wĂŒrde US-Kindern, wie er sagte, einen «Goldstandard»-Schutz bieten und das Land an Partnernationen angleichen, die weniger Impfungen empfehlen.
Die Anordnung beendet unter anderem die Verabreichung der Hepatitis-B-Impfung direkt nach der Geburt und entspricht damit einer Empfehlung, die ein CDC-Beratergremium im vergangenen Jahr ausgesprochen hatte. Im Dekret wird zudem empfohlen, den Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) auf drei Einzeldosen aufzuteilen, die bei separaten Terminen verabreicht werden sollen.
Wie Reuters feststellt, treibt die Anordnung ein langjÀhriges Ziel von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. voran. Ihm zufolge besteht ein Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus.
WĂ€hrend einer Unterzeichnungsszeremonie im WeiĂen Haus verwies Trump wiederholt auf die steigende Zahl von Autismus-Diagnosen in den USA. Er stellte fest:
«Es gibt einige Gruppen, die praktisch kein Problem mit Autismus haben. Das sind Gruppen, die in der Welt der Impfstoffe nicht sehr aktiv sind, es stimmt da also etwas nicht.»
Trump, Kennedy und andere AmtstrĂ€ger erklĂ€rten laut Reuters, die Anordnung bedeute, dass US-Kinder weit weniger als die 72 «Injektionen» erhalten wĂŒrden, die unter dem vorherigen Impfkalender empfohlen wurden. Impfexperten zufolge sei diese Zahl jedoch aufgeblĂ€ht, da sie Kombinationsimpfstoffe wie MMR als mehrere Injektionen zĂ€hle und von jĂ€hrlichen Grippe- und COVID-19-Dosen ausgehe.
GemÀà Reuters wiesen Ărzte die MaĂnahme auf breiter Front zurĂŒck. Ihnen zufolge rechtfertigen keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse eine Ănderung. Der US-Impfkalender basiere auf jahrzehntelanger evidenzbasierter Forschung und spiegele die spezifischen gesundheitlichen BedĂŒrfnisse der US-Amerikaner wider. Den Vergleich mit anderen LĂ€ndern wiesen sie zurĂŒck. Weniger empfohlene Impfungen wĂŒrden dazu fĂŒhren, dass mehr Kinder vermeidbaren Krankheiten ausgesetzt sind, so die Mediziner.
Reuters teilt mit, dass Kennedy im Januar den US-Impfkalender gekĂŒrzt hatte, um Impfungen gegen sechs von 17 Krankheiten zu streichen (wir berichteten). Dieser Schritt wurde allerdings durch ein Urteil eines Bundesgerichts vorĂŒbergehend gestoppt. Auch hatten fĂŒnfzehn von Demokraten regierte US-Bundesstaaten das Gesundheitsministerium (HHS) wegen der Ănderungen verklagt (wir berichteten). Das PrĂ€sidialdekret bekrĂ€ftigt nun Kennedys Ăberarbeitung trotz des laufenden Gerichtsverfahrens.
Laut Reuters weist die Anordnung das Justizministerium an, Impfgesetze der Bundesstaaten anzufechten, was den Konflikt auf Bundesebene ĂŒber die von den Staaten festgelegten Impfpflichten fĂŒr Schulen verschĂ€rft. Sie weist den Justizminister an, gegen Gesetze von Bundesstaaten zu klagen, die nach Ansicht der Regierung mit der elterlichen AutoritĂ€t, der Religionsfreiheit, Nachteilsausgleichen fĂŒr Menschen mit Behinderungen und dem Gleichheitsgrundsatz kollidieren â einschlieĂlich der Regelungen zu religiösen und medizinischen Ausnahmen von Impfpflichten.
Medizinische FachverbĂ€nde, Experten fĂŒr öffentliche Gesundheit und Impfstoffhersteller hĂ€tten die Anordnung ebenfalls kritisiert, so die Presseagentur. Das Hauptergebnis sei «Verwirrung fĂŒr die Eltern», fand zum Beispiel Dr. Aaron Milstone vom Ausschuss fĂŒr Infektionskrankheiten der American Academy of Pediatrics. WidersprĂŒchliche Signale wĂŒrden wahrscheinlich dazu fĂŒhren, dass Eltern Impfungen hinauszögern, ergĂ€nzte er.
Laut dem Impfstoffhersteller Merck gibt es keine veröffentlichten wissenschaftlichen Beweise dafĂŒr, dass die Aufteilung des MMR-Impfstoffs in drei Einzeldosen irgendeinen Nutzen bringe. Zudem erhöhe die Verwendung der Einzelkomponenten die Anzahl der Injektionen und könne zu verzögerten oder versĂ€umten Impfungen fĂŒhren.
Dr. Elizabeth Mack, eine Kinder-Intensivmedizinerin in Charleston, South Carolina, wies darauf hin, dass in den USA keine zugelassenen Einzel-Impfstoffe gegen Masern, Mumps oder Röteln verfĂŒgbar seien, was die Empfehlung in der vorliegenden Form undurchfĂŒhrbar mache.
Brian Hooker, Chief Scientific Officer von Children's Health Defence (CHD), bezeichnete die Anordnung hingegen als «einen Schritt in die richtige Richtung». Wie The Defender berichtet, teilte er mit:
«Durch das Streichen der Hepatitis-B-Impfung bei Geburt und der neuen RSV-Spritze aus dem âčempfohlenenâș Impfkalender werden Impfungen auf ein Alter von zwei Monaten verschoben, anstatt am ersten Lebenstag zu erfolgen. Die SĂ€uglingssterblichkeit in den USA erreicht in der ersten Lebenswoche ihren Höhepunkt, und alles, was unternommen werden kann, um diesem Umstand zu begegnen, wird dazu beitragen, die Sterblichkeitsraten zu senken.»
Hooker bemĂ€ngelte allerdings, dass die Anordnung immer noch einige zentrale Anliegen von Verfechtern der Impfstoffsicherheit unberĂŒcksichtigt lasse. So ergĂ€nzte er:
«Ich hĂ€tte mir gewĂŒnscht, dass auch der eigentliche Terminplan dieser Impfungen angegangen worden wĂ€re. Leider wurden an der Vielzahl von Impfungen, die Kinder bei den Vorsorgeuntersuchungen im Alter von zwei, vier, sechs und zwölf Monaten erhalten, kaum Ănderungen vorgenommen. Diese Impfungen wurden in kontrollierten Studien nicht in Kombination getestet, sodass jedes SĂ€ugling in den USA im Grunde ein Wissenschaftsexperiment mit einer StichprobengröĂe von eins ist.»
Doch laut Dr. Robert Malone, eines der neuen Mitglieder, die Kennedy im Juni 2025 in den Impfausschuss der CDC (ACIP) berief, wird die Anordnung voraussichtlich zu weitreichenderen Ănderungen am Impfkalender fĂŒhren. In einem Substack-Beitrag merkte er unter anderem an, dass dies im Wesentlichen einen neuen Impfplan etablieren werde, der vollumfĂ€nglich von den Recherchen und Daten gestĂŒtzt wird, die von den Gesundheitsbehörden und anderen Bereichen der Regierung vorliegen.