Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / II
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D e r K r e i s l a u f d e r W i r t s c h a f t . So lose auch bei nachlÀssigerer Betrachtung eine
heit zusammenhĂ€ngen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befĂ€higt ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich, losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt- schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn fĂŒr unsere Untersu- chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mĂ€hlich entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die Àusseren Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver- spĂŒrt haben, dann mĂŒssen wir mit dem wissenschaftlichen RĂŒstzeug die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert- einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschĂ€len. So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-
sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den <! |
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kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen, wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden, so wird auch der schon hieraus erkennbare Geist der Werteinheit gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag, auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be- rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut- lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flĂŒs- sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt- wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen mĂŒs- sen, die den anderen gegenĂŒber als eine solidarisch haftende Ein- heit in die Erscheinung tritt. Und jede dieser Einheiten hat wieder- um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs- einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die KrĂ€fte dazu aus sich selbst schöpfen. Diese KrĂ€fte so in Bewegung zu setzen, dass ein relatives Maximum an GĂŒtern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden SchlĂŒssel ver- teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital " erĂŒbrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis- lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld- wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch |
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noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz- terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein- lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert- losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei zwei stofflichen GĂŒtern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt- schaft mĂŒssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche, zum Konsum drĂ€ngt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht. Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft- lichen Perspektive aus gesehen alle GĂŒter die verzehrt oder doch nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können. Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich beschrĂ€nkten Produktionsphasen Ăberdauerndes, gewissermassen Ewiges darstellt und immer auf's neue gegen GenussgĂŒter zu tau- schen bereit ist, auch dann wird, natĂŒrlich immer nur periodisch gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn dieÂ ĂŒber den Eigenbedarf verfĂŒgungsfreien Waren gegen andere ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan- denen Möglichkeiten der grösste SĂ€ttigungsgrad des Konsums er- reicht ist. Von diesem Augenblick an ist das Geld begrifflich nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol- |
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lendetem Austausch seine ĂŒberschĂŒssigen Produkte in andere Konsum- gĂŒter mittels jenes Geldes doch immer wieder gleich gross sein mĂŒsste. Varianten mögen wohl im Einzelfall, nie aber in der Gesamt- heit möglich sein. dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde, das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet wird, bei dem chen werden. Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-
schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom- men als bei der Betrachtung des Störung plus und minus sich aufhebt und der GĂŒterausgleich auf dieser Grundlage sich hat vollziehen können. Wir mĂŒnden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes
wie weit im einzelnen jenes plus oder minus ĂŒber das durchschnitt- liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion «der Gesellschaft der |
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nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfĂŒgungsbereit in HĂ€nden hat, dass die ganze GĂŒterwelt von GĂŒltigkeit und in der Volkswirtschaft kompen- sieren sich im Endzustande zwei gleiche darin suchen, dass in der Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des Geldes ĂŒber den gĂŒterwirtschaftlichen wesentlichen VorgĂ€ngen gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher gerecht und uns allgemein verstĂ€ndlicher wird. Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters
«Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-
und zwar |
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Austausch von produktiven sie in den GeschĂ€ftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln gegen GenussgĂŒter auch zugleich die Verteilung. Die gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder GenussgĂŒter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer sie wieder GenussgĂŒter u.s.f. Die Produzenten von produzierten Produktionsmitteln tauschen gegen GenussgĂŒter und diese wieder aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro- duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hĂ€ngt von dem Marktwert seiner TĂ€tigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den gĂŒter- wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhĂ€lt durch den Mechanismus eine GĂŒterquantitĂ€t und alle diese GĂŒterquantitĂ€ten die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden wĂŒrde, in zwei Geld gegen GenussgĂŒter. Die wobei die Unternehmer bezĂŒglich ihrer eigenen Leistung den |
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Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezĂŒglich ihrer eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem GenussgĂŒtermarkt beizuzĂ€hlen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum nur soviel zur VerfĂŒgung als korporativ ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den ersteren gelangt ist."" Soweit Schumpeter.
verteilung zu suchen haben und der SchlĂŒssel, der uns die Pforten zum im Wirtschaftskörper ĂŒberhaupt. Er ist immer das primĂ€re Moment und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge- bunden sein. Eine dem Wesen nach eine Krise. Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis
die vom |
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die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden GĂŒ- wir einen spĂ€teren realisierende TĂ€tigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver- langen. Hier der wirtschaftlichen Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die Wir stellen fĂŒr unsere Untersuchung der modernen Wirt-
rechnen haben, die uns in ihren ZahlenausdrĂŒcken zwar keinen Auf- schluss ĂŒber deren absolute Werte, wohl aber ĂŒber das gegenseitige VerhĂ€ltnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise einmal indes an dem Kern des dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulĂ€sst. Wenn nicht grundle- |
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gende ProduktionsĂ€nderungen eintreten und besonders dann, wenn wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen mit gegebenen Grössen zu rechnen haben so gilt es natĂŒrlich fĂŒr jedes andere Gut und alle GĂŒter, fĂŒr die ganze Produktion der Volkswirtschaft ĂŒberhaupt. Die wirtschaftlich wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft die Produktionskosten der GĂŒter und diese Aufwende insgesamt das ist das Einkommen der Nation. Die Kalkulation istÂ
in die Preise aufteilen, denn meist mĂŒssen wir praktisch bei ihnen mit der starren oberen die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begrĂŒndet sind, im ein- zelnen zu untersuchen haben. FĂŒr die Betrachtung des Kreislaufes der Wirtschaft und GĂŒter, alle Einkommen in sich enthalten mĂŒssen, dass aber der Zu- griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess- baren Teilbarkeit an einem Gute besteht, fĂŒr den einzelnen gar nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili- | |
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gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. FĂŒglich muss jeder sein Einkommen in einer Form zur VerfĂŒgung gestellt haben, die es ihm dennoch ermöglicht, einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per- sönliche und einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine auf Kosten des anderen seinen Vorteil zu erringen Zum Realeinkommen, zum KonsumgĂŒtermarkt istÂ
wieder den Anschluss an die GĂŒterwelt finden, von der wir uns in der arbeitsteiligen Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken- nung der QuantitĂ€tstheorie muss der dass Zungen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu equilibrieren. Wir können sagen:
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Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt, Index ) P ist
System der Preise, d.h. zahlenmĂ€ssig differenzierte Werteinheits- ausdrĂŒcke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene und Konsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es das Vorherrschen der Gemeinschaft verbindet. des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenĂŒber eine abgeleitete und setzt die erstere voraus. In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und
sich ergebende Preis ist dann der Kostenfaktor aller Einkommen. | |
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Die ParalellitĂ€t in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal- einkommen der GĂŒter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf- wĂ€nde und damit die Einkommen sich sammeln, StĂŒcke gleichen Ge- wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufĂŒgen; ja es fĂŒhrt kein anderer Weg zur zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen Wir sehen, dass inÂ
und dasselbe. Die Produkte ordnen sich in VerhĂ€ltnismĂ€ssigkeit schon ehedem sie auf den Markt gelangen diesem Netz von nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle GĂŒterpreise, | |
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das nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach seinen herangezogen gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der IntensitĂ€t und der QualitĂ€t der ProduktionsverhĂ€ltnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm- ten VerhĂ€ltnis zu einander stehen mĂŒssen; dass Unternehmer und Ar- beiter, gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen mĂŒssen. Neben dem menhang zu konstatieren ist. DerÂ
das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er- scheinen kann, als wĂ€hrend der Produktion gleichnamige Einheiten fĂŒr die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin mĂŒssen sich | |
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aller, In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die
von Einkommen zu unterscheiden haben: 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss- gĂŒter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, HĂ€ndler, Zins-, Renten- Gehalts- und LohnempfĂ€nger. Sie stellen die primĂ€re Haupt- einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der 2.) Die an der Erschaffung des festen «volkswirtschaftlichen Kapitals» arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer, BrĂŒcken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus den Ersparnissen aller ĂŒbrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . ) 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, KĂŒnstler usw., die aus den freiwilligen Abgaben aller ĂŒbrigen ihren Anteil geltend machen 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg- licher Art durch den Fiskus kaufkrĂ€ftig werden. | |
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Was an jeder bildlichen
keit natĂŒrlich im organischen schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die Para[ergĂ€nzt handschriftlich: l]ellitĂ€t von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro- duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt einen Preis von 100 erzielt, so darf fĂŒr jenes Produkt auch nicht mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkrĂ€ftig werden. Arbeiter, Angestellte, Produzenten und HĂ€ndler (Gruppe I) geben insgesamt ab an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12; treten also von ihren Einkommen ab 12, 8 und 12 ist 32 und es bleiben Einkommenszweige sich gegenseitig ZuschĂŒsse leisten, der Einfach- heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar fĂŒr die Abtretenden das sich in sog. Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergĂ€nzt handschriftlich:, ] einen obligato- rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch. | |
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Halbfabrikate gelten als GenussgĂŒter, denn es ist leicht zu ersehen, dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku- lationen als ein fertiger Posten erschienen, fĂŒr den in der voraus- gegangenen Produktion EinzelarbeitsaufwĂ€nde entlohnt werden muss- ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und HĂ€nd- leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten fĂŒr Abschrei- bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge- sehen 20 mal 5 zurĂŒckbehalten, dafĂŒr dann einmal 100 aufgewendet wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit- lĂ€ufen ausgleichen. Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse
preise. Das ist nichts zufĂ€lliges, sondern die notwendige Folge des Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung . Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit seien VerhĂ€ltniszahlen zwischen den einzelnen GĂŒterwerten, so dass diese vergleichbar und gesellschaftlich gĂŒltig austauschbar wer- den, so mĂŒssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir die letzteren auch als VerhĂ€ltniszahlen zwischen Real- und Nominal- einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primĂ€re Rolle ein- rĂ€umen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn | |
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Ă€usserlich treten tatsĂ€chlich zuerst die Einkommen in Erscheinung und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor- rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenĂŒber dem Nominaleinkommen das UrsprĂŒngliche, sondern selbst in der von uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus- kalkulierten Preis. Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des
haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben, das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befĂ€higt. Aber wir sahen auch, Voraussetzung fĂŒr das Geld ist wiederum das Vorhanden- und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprĂŒnglich nur Stoff- quantitĂ€ten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun, (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden; sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat. tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale GĂŒter direkt als Einkommen zu erhalten, wĂ€hrend also Real. und Nominaleinkommen sich stets decken mĂŒssen, weil es nur verschiedene AusdrĂŒcke gleicher Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus- drucksform dafĂŒr; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be- griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom- mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld lebt, um die GĂŒter auszutauschen, die eine FĂŒlle von Relationen | |
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darstellen;â wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe von Nominaleinkommen gegen GĂŒter, so ist das durch den Schleier gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklĂ€ren, wie das Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen AusfĂŒhrung kann es keine Frage sein, dass wir es in engster Anleh- nung an die GĂŒterproduktion zur Schöpfung bringen mĂŒssen. Stellen wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech- sels als die der Vollendung am nĂ€chsten kommende Einrichtung hin, so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf- fassung. Im Gelde, dem ReprĂ€sentanten unseres Nominaleinkommens
wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier- her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst Nutzung oder Gut bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs- recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer- den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor- derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant fĂŒr eine wirt- schaftlich abgenommene Leistung in HĂ€nden hĂ€lt. In diesem Wechsel sind aber, da viele HĂ€nde dem Unternehmer dienstbar waren, das Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und fĂŒg- lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld- schöpfung vor weiteren privaten, in's kleinste zu zerlegenden Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer | |
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Unternehmer [sic] geltend machen mĂŒssten. Die starre Berufsgliederung zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt- schaft haben, und darum entĂ€ussern wir uns unserer vergegenstĂ€nd- lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi- valente habhaft werden können. Im privaten Verkehr konnten nur privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei- tiger AbhĂ€ngigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles in einander greift, wo alle fĂŒr einen und einer fĂŒr alle zusammen stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche Geld ansehen. Die Reichsbank fĂŒhrt hier nur eine Funktion des Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der Konsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in der Wirkung das Forderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet. Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes
In Wahrheit entsteht es tÀglich mit der Leistung und vergeht mit | |
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der Konsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander aufsteigen und wieder in's Nichts zurĂŒckfallen, verursacht wird. Es könnte hier natĂŒrlich nicht unsere Aufgabe sein, die
wollen, das sind die ZusammenhĂ€nge, sowiet sie das gezeichnete Bild vollenden mĂŒssen. Zur Verteidigung des Wechsels wollen wir aber doch die HauteinwĂ€nde betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig- nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfĂ€hige Konsum- gĂŒter reprĂ€sentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten Profitstreben der Privatwirtschaft ĂŒberlassen. Sie hat selbst das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt- schaftlichen Unmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl von Wechseln notleidend wĂŒrde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech- sel fĂŒr ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf GlĂ€ubiger wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept wieder einlösen. ImÂ ĂŒbrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, dieÂ ĂŒbrigen können aus dem Umlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden. Doch zurĂŒck zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,
die wir mit dem gesamten erzeugten GĂŒtervorrat gegenĂŒber stellen,eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung | |
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kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen, dann mĂŒssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf- ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro- duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde bezahlt, es werden Gegenforderungen au als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der Produktion wohl eine obere Grenze geschaffen. nach unten aber ist der Verkehr souverĂ€n. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tĂ€tig ist, den Kapital- markt zu speisen. In diesen FĂ€llen steht das Geld fern seiner eigentlichen primĂ€ren Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite Bescheinigung fĂŒr unsere Leistung, die sich in realem Gute hat niederschlagen mĂŒssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ; verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen den realen GĂŒtern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt gesehen, zu leisten, weil es im ZusammenfĂŒgen und Teilen von Wert- einheiten auch die GĂŒter vergleichbar und teilbar werden lĂ€sst. Die Werteinheit schafft Preise und lĂ€sst durch sie den GĂŒter- | |
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austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. â die Distribution scheiden wir aus, â bietet uns wieder das gleiche ursprĂŒngliche Bild. Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen
Tausch dem Bereiche des ZufÀlligen entwÀchst und sich zu einer gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet, auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten. | |
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