Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / II




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7 Die W e r t e i n h e i t ist ein A r b e i t s w e r t - 7 ||
8        q u a n t u m . 8 %%(wacko wrapper=text wrapper_width="100%")
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12      Der Begriff Werteinheit ist nicht beschränkt auf    
13 Zahlungs- oder Tauschmittel, hier wird er nur zum bewegenden    
14 Motor, in der ganzen Wirtschaft aber haucht er materiellen und    
15 indellen Dingen erst das Leben ein und lässt sie und sinnfällig    
16 erscheinen. Ein Etwas also muss im Wesen dieser Werteinheit ver-    
17 borgen liegen, etwas Ueberstaatliches, alle Kulturepochen Ueber-    
18 dauerndes, etwas in jeder Geldverfassung Erhabenes, der Ausdruck    
19 und Widerschein eines ewigen Naturgesetzes, dem wir nicht ent_    
20 rinnen können.    
21      Als solches stellen wir hin die Bestimmungsgründe des    
22 Wertes [hand. ergänzt ,] und wir stehen rückhaltlos auf dem Boden der objektiven    
23 Wertlehre, wonach wir einstweilen nur [hand. durchgestrichen --in-- und hand. darüber bei] Betrachtung der reinen    
24 Oekonomie [hand. ergänzt ,] bei wirtschaftlichen Gütern nur Maass und Energie der    
25 angewandten Arbeit [hand. ergänzt ,] uns Aufschluss über die Höhe des Wertes zu    
26 geben vermag. Welche Variante wir dann innerhalb der objektiven    
27 Wertlehre wählen wollen, ob Arbeitsmengen, Arbeitszeit oder Ar-    
28 beitswerttheorie ist erstvwieder eine Uvvnvvterfrage, denn eben in    
29 der Reinheit der Oekonomik, in der Urform der Gesellschaft der    
30 Gleichen fallen diese drei Richtungen in ihrem Enderfolg, der    
31 verkörperten Arbeitsmengen [hand. ergänzt ,] noch zusammen. Der von Oppenheimer    
32 entwickelten Arbeitswerttheorie ist, da sie auch der modernsten    
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43 Entwicklung in der Berücksichtigung der immer schäfer sich aus-    
44 prägenden Qualifikation und der sich zum sträksten [sic] Machtfakto-    
45 ren entwickelnden Monopolen persönlicher und gesellschaftlicher    
46 Art gerecht wird, der Vorrang einzuräumen; ganz besonders auch    
47 deshalb, weil sie bei der Betrachtung der Dienste, wo nicht der    
48 schlechtest Qualifizierte, wie bei den Gütern der Ungünstigst    
49 vvpvvroduzierenden den Preis bestimmt, in der Verquickung von Ar-    
50 beitszeit und -wert die Uvvnvvstimmigkeit der reinen Arbeitsmengen-    
51 oder Arbeitszeittheorie ausschaltet. In der Gesellschaft der    
52 Gleichen, in der vorgeldlichen Zeit ist besonders deutlich,    
53 dass die Aufwandmöglichkeit bei gleich aufgewandter Arbeits-    
54 zeit und gleicher Qualifikation, so verschieden jene auch unter    
55 einander sein mögen, vom nationalökonomischen Standpunkt als    
56 intersubjektiv gleich anzusehen ist. Die angewandte Arbeit hat    
57 in jedem verschiedenen Fall doch gleiche Werte erzeugt, denn    
58 wäre das nicht der Fall, dann wäre das minder geschätzte Ein-    
59 kommen, dargestellt in einer Gütermenge, durch das höhere substi-    
60 tuiert worden. Wenn der vorwirtschaftliche Mensch, um unser altes    
61 Beispiel anzuführen, in gleicher Zeit entweder eine Tonschale    
62 oder einen Korb herstellen kann, so müssen diese beiden Dinge    
63 naturnotwendig gleichen Wert haben, und zwar ist es hier noch in    
64 Reinheit die Arbeitsleistung einer bestimmten Zeit. Wenn nun    
65 beispielsweise der Goldsucher oder Goldgräber in einer bestimm-    
66 ten Zeit eine Menge von X g Gold erwirbt, so müssen, immer noch    
67 die Gesellschaft der Gleichen vorausgesetzt, diese X g Gold    
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78 intersubjektiv gleich sein der jeweils erzeugten Gütermenge an-    
79 derer Berufstätigkeit. Ivvnvv Wvvavvhrheit wird sich gerade in jener    
80 Zeit die Arbeit den verschiedensten Beschaffungen je nach wech-    
81 selndem Bedarfe zugewandt haben . Aber auch jener Umstand kann    
82 das Bild nicht trüben, dass doch auch im vereinzelten Falle die    
83 Beziehungen der aufgewendeten Arbeitsmengen verbindend zwischen    
84 allen Gütern stehen. Wird die Berufsgliederung stärker, der Tausch    
85 allgemeiner und erhält so ein Gut eine Sonderstellung als das    
86 allgemein beliebte Tauschgut, so gebe ich nur ein Erzeugnis meiner    
87 Arbeitskraft, die in Hvvivvnsicht eines ganz bestimmten Bedarfes aufge-    
88   wandt wurde, hingegen die Verkörperung anderer Arbeitskraft, die,    
89 weil in allgemeiner Gvvuvvnst steht, mit wiederum ohne Schwierigkeit    
90 Gelegenheit zu weiterem Tvvavvusche bietet und mir die Wege zu allen    
91 Erzeugnissen ebnet. Es tauschen sich gleiche Werte, gemessen an der    
92 Arbeitszeit. Tritt nun der Staat in Aktion und verkündet er, dass    
93 hinfort ein Pfund Gold gleich 1395 Werteinheiten gelten sollen,    
94 so ist damit am ökonomischen Geschehen natürlich nicht das mindes-    
95 te geändert worden. Nvvuvvr stärker prägen sich jetzt die Geldpreise    
96 vorher noch Ausdrücke in Gewichtmengen Gold und ursprünglich nur    
97 g[hand. drüber e?]egen-einandersetzten absoluter Werte, Preise von Fall zu Fall, wenn    
98 wir sie so nennen wollen, in ihrer Relativität aus. Der im Jahre,    
99 nach Abzug seiner Unkosten X g Gold fördert und laut staatlicher    
100 Kreierung dadurch ein Einkommen von Werteinheiten geniesst ist    
101 gleich gestellt mit dem, der im Jahr 100 Tonschalen oder 150 Körbe    
102 fertigt und für diese dann den Preis von a Werteinheiten geteilt    
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107 ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und Güterverteilung.===    
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120      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine 18      So lose auch bei nachlässigerer Betrachtung eine
121  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein- 19  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufs mit der Wertein-
122  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur 20  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur
123  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt 21  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt
124 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich, 22 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Avvnvvschauung, die eigentlich,
125 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt- 23 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-
126 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der 24 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der
127 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu- 25 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu-
128 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie 26 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie
129 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt 27 nimmer dem Winke der Tvvhvveorie, die Werteinheit wandelt und formt
130 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe 28 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe
131 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich 29 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich
132 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren 30 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren
133 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann 31 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann
134 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt 32 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt
135 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver- 33 und ihr Sein in den fei**ns**ten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-
136 spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug 34 spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug
137 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert- 35 die Sonde anlegen, um den Kern, den Ivvnvvhalt und den Geist der Wert-
138 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen. 36 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.
139      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch- 37      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-
140 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper- 38 gutes war, den zufälligen Austausch von Wvvavvren zwischen Einzelper-
141 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver- 39 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-%%
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143 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s20.png 41 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s20.png?center&430
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154 kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen, 52 kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen,
155 wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch 53 wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch
156 die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten 54 die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten
157 war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden, 55 war, sollte von dieser Svvevvite die Entwicklung nicht gehemmt werden,
158 so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit 56 so wird auch der schon hieraus erkennbare Gvvevvist der Werteinheit
159 gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag, 57 gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag,
160 auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be- 58 auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be-
161 rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles 59 rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles
162 verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen 60 verbindendes Bvvavvnd zu schlingen, mit anderen W**o**rten, dem ganzen
163 wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut- 61 wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut-
164 lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flüs- 62 lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flüs-
165 sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt- 63 sigen Abwicklung zu verhelfen. W**i**r sprechen in jener Zeit von Welt-
166 wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben 64 wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben
167 nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen müs- 65 nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen müs-
168 sen, die den anderen gegenüber als eine solidarisch haftende Ein- 66 sen, die den anderen gegenüber als eine solidarisch haftende Ein-
169 heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder- 67 heit in die Evvrvvscheinung tritt. Uvvnvvd jede dieser Einheiten hat wieder-
170 um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs- 68 um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs-
171 einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich 69 einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich
172 selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein 70 selbst schöpfen. Diese Kvvrvväfte so in Bewegung zu setzen, dass ein
173 relatives Maximum an Gütern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach 71 relatives Mvvavvximum an Gütern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach
174 einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden Schlüssel ver- 72 einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden Schlüssel ver-
175 teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital " 73 teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kap**i**tal "
176 erübrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis- 74 erübrigt wird, diesen Mechanismus **i**nsgesamt wollen wir den Kreis-
177 lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man 75 lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man
178 das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld- 76 das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld-
179 wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch 77 wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch
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192 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz- 90 noch von einer Tvvavvuschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-
193 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der 91 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der
194 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein- 92 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-
195 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine 93 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine
198 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei 96 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei
199 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt- 97 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-
200 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb 98 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb
201 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche , 99 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche,
202 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das 100 zum Kvvovvnsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das
203 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht. 101 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.
204 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft- 102 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-
205 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch 103 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch
206 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können. 104 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.
207 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich 105 Auch wenn das Gvvevvld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich
208 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen 106 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen
209 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau- 107 Ewiges darstellt und immer auf's neue gegen Genussgüter zu tau-
210 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch 108 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch
211 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn 109 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn
212 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere 110 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere
213 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan- 111 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-
214 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er- 112 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Kvvovvnsums er-
215 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich 113 reicht ist. Von diesem Augenblick an ist das Geld begrifflich
216 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie 114 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie
217 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol- 115 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-
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219 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s22.png 117 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s22.png
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230 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum- 128 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum-
231 güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt- 129 güter mittels jenes Geldes doch immer wieder gleich gross sein
232 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert- 130 müsste. Vvvavvrianten mögen wohl im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-
    131 heit möglich sein. Ivvnvv anderen Falle, wo das Geld in einem stoffwert-
233 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei 132 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei
234 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde, 133 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,
235 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet 134 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet
236 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und 135 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tvvavvusch zwischen Geld und
237 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro- 136 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-
238 chen werden. 137 chen werden.
239      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft- 138      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-
240 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge- 139 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-
241 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom- 140 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-
242 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der 141 men als Tvvavvuschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der
243 Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch 142 Aeuquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tvvavvusch zu legen, kann durch
244 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier 143 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier
245 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen, 144 bei der Betrachtung des Kvvrvveislaufs kann es nur darauf ankommen,
246 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser 145 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser
247 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf 146 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf
248 dieser Grundlage sich hat vollziehen können. 147 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.
250 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen, 149 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,
251 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt- 150 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt-
252 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der 151 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der
253 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir 152 Gesellschaft der Gvvlvveichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir
254 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende 153 sahen--_--nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende
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256 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s23.png 155 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s23.png
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263 - 24 - 162      - 24 -
264 163
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266 165
267 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen 166 ni**c**ht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen
268 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je 167 hat, dass die Svvpvvanne eine immer grössere zu werden vermag, je
269 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere 168 entfernter der W**i**rtschaftende einer fertigen Ware insbesondere
270 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht, 169 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,
271 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig 170 ohne aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Fvvrvveiheit verlustig
272 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die 171 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich --ed--definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die
273 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen- 172 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-
274 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie- 173 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe. Die Schwie-
275 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen 174 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen
276 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und 175 darin suchen, dass in der modernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und
277 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren 176 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren
278 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der 177 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güter**e**ntnahme aus der
279 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin, 178 Wirtschaft, am Kvvovvnsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,
280 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch 179 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch
281 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des 180 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des
282 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen 181 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen
283  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng 182  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgänge
284 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das 183 **h**ier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das
285 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher 184 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher
286 gerecht und uns allgemein verständlicher wird. 185 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.
287      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters 186      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters
288 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt: 187 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausführt:
289      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen- 188      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-
290 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und 189 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und
291 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den 190 und zwar realiesieren sich Produktion und Verteilung durch den
292 | 191 |
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296 ===25=== 195 ===25===
297 #|| 196 #||
298 || 197 ||
299 198
300 - 25 - 199      - 25 -
301 200
302 201
303 202
304 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher 203 Austausch von produktiven Lvvevvistungen sachlicher und persönlicher
305 Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck 204 Natur gegen Gvvevvnussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck
306 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes 205 Sozialprodukt. Die Pvvrvvoduktion ist wirtschaftlich nichts anderes
307  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert 206  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert
308 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln 207 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln
309 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer 208 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Uvvnvvternehmer
310 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und 209 tauschen das Sozialprodukt gegen Bvvovvden- und Arbeitsleistungen und
311 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren 210 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
312 sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer 211 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder
313 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und    
314 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
315 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten    
316 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder    
317 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro- 212 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-
318 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem 213 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem
319 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter- 214 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter-
321 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten 216 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten
322 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst 217 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst
323 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde, 218 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde,
324 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh- 219 in zwei Mvvävvrkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-
325 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter- 220 mer Nachfragende--n--, die Konsumenten Anbietende, auf dem Genussgüter-
326 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von 221 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von
327 Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes 222 Geld gegen Genussgüter. Die Kvvovvnsumenten des Genussgütermarktes
328 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende 223 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt alvvsvv Anbietende
329 auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus- 224 auftreten und können auf dem Gvvevvnussgütermarkt dasselbe Geld aus-
330 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben, 225 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,
331 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den 226 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den
332 | 227 |
333 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s25.png 228 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s25.png
334 || 229 ||
335 ||# 230 ||#
336 ===26=== 231 ===26===
337 #|| 232 #||
338 || 233 ||
339 234
340 - 26 - 235      - 26 -
341 236
342 237
343 238
351      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite 246      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite
352 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter- 247 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter-
353 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten 248 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten
354 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb 249 zum Kvvovvnsum öffnet, den finden wir im Einkommen. Der Konsumtrieb
355 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung 250 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung
356 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment 251 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment
357 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner 252 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner
358 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge- 253 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-
359 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums 254 bunden sein. Eine Vvvorvvauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums
360 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum 255 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Kvvovvnsum
361 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin 256 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme der
    257 Ware, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin
362 dem Wesen nach eine Krise. 258 dem Wesen nach eine Krise.
363      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis 259      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis
364 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen 260 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen
365 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor- 261 die vom erfahrungsgemäss vorauserwartetem heutigen Kvvovvnsum vor-
366 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau- 262 geschrieben wurde. Mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-
367 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass 263 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass
368 | 264 |
369 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s26.png 265 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s26.png
370 || 266 ||
371 ||# 267 ||#
372 ===27=== 268 ===27===
373 #|| 269 #||
374 || 270 ||
375 271
376 - 27 - 272      - 27 -
377 273
378 274
379 275
380 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü- 276 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü-
381 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und 277 tvvervvstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und
382 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang- 278 Kvvovvnsumtion in gewissen Gvvrvvnzen sich die Wage halten müssen. Zwang-
383 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann, 279 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise: nämlich dann,
384 wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns 280 wenn wir aus der Mvvüvvundung mehr Kvvovvnsumgüter erwarten, als diese uns
385 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn 281 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn
386 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau- 282 wir einen späteren Kvvovvnsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-
387 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver- 283 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später
388 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu- 284 realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-
    285 langen. Hier der wirtschaftlichen Evvnvvtwicklung keine Fesseln anzu-
389 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere 286 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere
390 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die 287 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die
391  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug 288  Svvovvrgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug
392 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson- 289 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank-- und beson-
393 ders der Diskontopolitik. 290 ders der Diskontopolitik.
394      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt- 291      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-
395 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu 292 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu
396 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf- 293 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf-
397 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige 294 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige
398 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise 295 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise
399 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als 296 einmal historisch--o--aus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als
400 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne 297 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne
401 indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als 298 indes an dem Kern des Wert**g**ebr**i**ffes rütteln zu wollen, der als
402 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen- 299 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-
403 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle- 300 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-
404 301
405 | 302 |
406 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s27.png 303 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s27.png
407 || 304 ||
408 ||# 305 ||#
409 ===28=== 306 ===28===
410 #|| 307 #||
411 || 308 ||
412 309
413 - 28 - 310      - 28 -
414 311
415 312
416 313
443 340
444 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s28.png 341 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s28.png
445 || 342 ||
446 ||# 343 ||#
447 ===29=== 344 ===29===
448 #|| 345 #||
449 || 346 ||
450 347
451 - 29 - 348      - 29 -
452 349
453 350
454 351
480 377
481 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s29.png 378 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s29.png
482 || 379 ||
483 ||# 380 ||#
484 ===30=== 381 ===30===
485 #|| 382 #||
486 || 383 ||
487 384
488 - 30 - 385      - 30 -
489 386
490 387
491 388
520 417
521 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s30.png 418 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s30.png
522 || 419 ||
523 ||# 420 ||#
524 ===31=== 421 ===31===
525 #|| 422 #||
526 || 423 ||
527 424
528 - 31 - 425      - 31 -
529 426
530 427
531 428
557 454
558 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s31.png 455 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s31.png
559 || 456 ||
560 ||# 457 ||#
561 ===32=== 458 ===32===
562 #|| 459 #||
563 || 460 ||
564 461
565 - 32 - 462      - 32 -
566 463
567 464
568 465
594 491
595 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s32.png 492 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s32.png
596 || 493 ||
597 ||# 494 ||#
598 ===33=== 495 ===33===
599 #|| 496 #||
600 || 497 ||
601 498
602 - 33 - 499      - 33 -
603 500
604 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati- 501 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-
605 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen. 502 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.
627 524
628 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s33.png 525 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s33.png
629 || 526 ||
630 ||# 527 ||#
    528 ===34===
631 529
632 530
633 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s34.png 531 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s34.png
636 #|| 534 #||
637 || 535 ||
638 536
639 - 35 - 537      - 35 -
640 538
641      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein 539      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein
642 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich- 540 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-
666 564
667 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s35.png 565 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s35.png
668 || 566 ||
669 ||# 567 ||#
670 ===36=== 568 ===36===
671 #|| 569 #||
672 || 570 ||
673 571
674 - 36 - 572      - 36 -
675 573
676 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen, 574 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,
677 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku- 575 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-
701 599
702 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s36.png 600 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s36.png
703 || 601 ||
704 ||# 602 ||#
705 ===37=== 603 ===37===
706 #|| 604 #||
707 || 605 ||
708 606
709 - 37 - 607      - 37 -
710 608
711 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung 609 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung
712 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor- 610 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-
737 635
738 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s37.png 636 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s37.png
739 || 637 ||
740 ||# 638 ||#
741 ===38=== 639 ===38===
742 #|| 640 #||
743 || 641 ||
744 642
745 - 38 - 643      - 38 -
746 644
747 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe 645 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe
748 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier 646 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier
773 671
774 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s38.png 672 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s38.png
775 || 673 ||
776 ||# 674 ||#
777 ===39=== 675 ===39===
778 #|| 676 #||
779 || 677 ||
780 678
781 - 39 - 679      - 39 -
782 680
783 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung 681 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung
784 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt- 682 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-
808 706
809 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s39.png 707 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s39.png
810 || 708 ||
811 ||# 709 ||#
812 ===40=== 710 ===40===
813 #|| 711 #||
814 || 712 ||
815 713
816 - 40 - 714      - 40 -
817 715
818 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde 716 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde
819 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander 717 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander
844 742
845 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s40.png 743 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s40.png
846 || 744 ||
847 ||# 745 ||#
848 ===41=== 746 ===41===
849 #|| 747 #||
850 || 748 ||
851 749
852 - 41 - 750      - 41 -
853 751
854 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse 752 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse
855 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich 753 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich
880 778
881 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s41.png 779 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s41.png
882 || 780 ||
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884 ===42=== 782 ===42===
885 #|| 783 #||
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887 785
888 - 42 - 786      - 42 -
889 787
890 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen 788 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen
891 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution 789 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution
902 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s42.png 800 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s42.png
903 || 801 ||
904 ||# 802 ||#
905 ===3=== 803 {{paragraphs style=left}}
906 #|| 804 ----
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908 806 || ((../WesenUndInhaltDerWerteinheit/I zurück)) | ((../WesenUndInhaltDerWerteinheit/I I)) | **II** | ((../WesenUndInhaltDerWerteinheit/III III)) | ((../WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV IV)) | ((../WesenUndInhaltDerWerteinheit/V V)) | ((../WesenUndInhaltDerWerteinheit/VI VI)) | ((((../WesenUndInhaltDerWerteinheit/III weiter)) ||
909 - 3 - 807 |#
910    
911    
912    
913 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
914 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
915  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
916 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
917 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert    
918 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
919 keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
920 erhoffen liessen.    
921      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
922 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
923 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
924 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
925 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
926 lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
927 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
928 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
929    
930      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
931 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
932 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
933 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
934 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
935 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
936 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
937 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
938 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
939 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
940 |    
941 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s3.png    
942 ||    
943 ||#    
944 ===4===    
945 #||    
946 ||    
947    
948 - 4 -    
949    
950    
951    
952 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
953 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
954 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
955 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
956 tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
957 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
958 und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun    
959 grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen,    
960 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
961 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
962 ten.    
963    
964      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
965 Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende    
966 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil-    
967 bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
968 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
969 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen    
970 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
971 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
972 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische    
973 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
974 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
975 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
976 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
977 fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge-    
978 mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
979 |    
980 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s4.png    
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982 ||#    
983 ===5===    
984 #||    
985 ||    
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989    
990    
991 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
992 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
993 von Edelmetallen.    
994      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
995 für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
996 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
997 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
998 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
999 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
1000 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
1001 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
1002 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
1003 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
1004 ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
1005 der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
1006 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
1007 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
1008 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
1009 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
1010 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
1011 reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
1012 Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
1013 weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
1014 gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen    
1015 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
1016 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
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1029 beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein-    
1030 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
1031 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
1032 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
1033 in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
1034 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über-    
1035 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
1036 schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank-    
1037 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
1038 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
1039 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
1040 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
1041 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
1042 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
1043 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
1044 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
1045 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
1046 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
1047 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
1048 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
1049 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
1050 in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
1051 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
1052 um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder    
1053 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
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1066 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
1067 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
1068 bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
1069 stanz in sich birgt.    
1070      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
1071 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
1072 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
1073 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
1074 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
1075 gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit,    
1076 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
1077 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines    
1078 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
1079 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
1080 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
1081 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
1082 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
1083 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
1084 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
1085 der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
1086 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
1087 der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
1088 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
1089 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen    
1090 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über-    
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1103 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
1104      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
1105 von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten?    
1106 Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
1107 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
1108 erhalten.    
1109      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
1110 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht    
1111 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
1112 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
1113 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie    
1114 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den    
1115 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
1116 das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut    
1117 von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
1118 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
1119      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
1120 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
1121 die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver-    
1122 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als    
1123 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
1124 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
1125 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
1126 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
1127 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
1128 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
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1141 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
1142      Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
1143 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
1144 mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
1145 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
1146 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
1147 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
1148 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
1149 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
1150 dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische    
1151 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
1152 ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
1153 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
1154 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein-    
1155 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
1156 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
1157 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie    
1158 zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
1159 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
1160 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche    
1161 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
1162 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
1163 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen;    
1164 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir    
1165 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
1166 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von    
1167 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
1168 halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
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1181 sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt-    
1182 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
1183 Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
1184 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
1185 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
1186 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
1187 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
1188 Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
1189 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
1190 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
1191 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
1192 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
1193 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
1194 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
1195 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für    
1196 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
1197      Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die    
1198 lautete:    
1199 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
1200 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
1201 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb-    
1202 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
1203 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
1204 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
1205 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
1206 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen    
1207 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
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1220 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
1221 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
1222      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
1223 mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ-    
1224 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
1225 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
1226 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
1227 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
1228 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
1229 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
1230 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja    
1231 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
1232 mal des Geldes bedeutete.    
1233      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
1234 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
1235 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
1236 erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
1237 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
1238 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
1239 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
1240 Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
1241 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
1242 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
1243 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
1244 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
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1257 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
1258 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
1259 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
1260 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
1261 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
1262 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
1263 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
1264 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
1265      Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert-    
1266 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
1267 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
1268 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
1269 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
1270 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
1271 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
1272 noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
1273 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
1274 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
1275 oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns    
1276 noch genügend zu lösen übrig.    
1277        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
1278 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
1279 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
1280 historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
1281 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
1282 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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1295 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
1296 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
1297 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
1298 kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern    
1299 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom-    
1300 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
1301 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
1302 rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
1303 notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel-    
1304 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
1305 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen    
1306   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
1307 Entwicklung zu skizzieren.    
1308     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
1309 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes    
1310 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
1311 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
1312 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
1313 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
1314 metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
1315 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
1316 Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
1317 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
1318 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
1319 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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1332 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
1333 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
1334 mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
1335 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
1336 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
1337 sich üner den Stoff erhebt.    
1338      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
1339 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
1340 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für    
1341 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
1342 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
1343 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
1344 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
1345 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
1346 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
1347 wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
1348 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
1349 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
1350 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek-    
1351 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
1352 handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak-    
1353 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
1354 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
1355 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
1356 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
1357 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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1370 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
1371 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
1372 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
1373 Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für    
1374 den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche    
1375 Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
1376 Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
1377 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
1378 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
1379 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
1380 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
1381 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
1382 den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
1383 nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte    
1384 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
1385 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
1386 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
1387 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
1388 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
1389 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die    
1390 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
1391 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
1392 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
1393 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
1394 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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1407 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
1408 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
1409 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
1410 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
1411 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
1412 ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat-    
1413 lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
1414 übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
1415 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
1416 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
1417 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
1418 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
1419      Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet,    
1420 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
1421 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
1422 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
1423 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
1424 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
1425 der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
1426 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
1427 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
1428 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
1429 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
1430 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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1443 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
1444 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
1445 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
1446 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
1447 das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat"    
1448 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
1449 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
1450 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
1451 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
1452 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
1453 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
1454 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
1455 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
1456 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst    
1457 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir    
1458 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
1459 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
1460      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
1461 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
1462 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick    
1463 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
1464 lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote    
1465 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
1466 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per-    
1467 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
1468 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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1481 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
1482 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
1483 allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
1484 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
1485 wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
1486 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
1487 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
1488 Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
1489 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in    
1490 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
1491 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
1492 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
1493 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
1494 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
1495 allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit    
1496 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
1497 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
1498 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
1499 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
1500 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
1501 müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern    
1502 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
1503 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
1504 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
1505 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus    
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1518 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh-    
1519 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
1520 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
1521 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
1522 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
1523 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
1524 so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
1525 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
1526 müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
1527 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
1528 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
1529 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
1530 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
1531 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
1532 schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen    
1533 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
1534 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
1535 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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1553      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine    
1554  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-    
1555  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur    
1556  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt    
1557 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,    
1558 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-    
1559 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der    
1560 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu-    
1561 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie    
1562 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt    
1563 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe    
1564 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich    
1565 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren    
1566 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann    
1567 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt    
1568 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-    
1569 spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug    
1570 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-    
1571 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.    
1572      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-    
1573 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-    
1574 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-    
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1579 ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und Güterverteilung.===    
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1587      Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen,    
1588 heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren    
1589 eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns    
1590 klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem    
1591 Studium der Münzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere    
1592 Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im    
1593 täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfacheter Form entgegen-    
1594 tritt. Was die Werteinehit erreicht, hat seine Individualität verloren    
1595 und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert.    
1596      Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä-    
1597 tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes-    
1598 ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle    
1599 oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein    
1600 Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug    
1601 eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten    
1602 Meister sein ;- Dinge, die wie nie und nimmer vergleichen könnten, in    
1603 der Form, dass wie sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie    
1604 scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be-    
1605 griff der Werteineheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel-    
1606 len und es bleiben übrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich    
1607 gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang    
1608 setzend.    
1609      Wir sagten, die Werteinehit "scheint" eine absolut reale    
1610 grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich-    
1611 keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren    
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1629      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine    
1630  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-    
1631  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur    
1632  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt    
1633 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,    
1634 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-    
1635 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der    
1636 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu-    
1637 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie    
1638 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt    
1639 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe    
1640 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich    
1641 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren    
1642 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann    
1643 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt    
1644 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-    
1645 spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug    
1646 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-    
1647 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.    
1648      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-    
1649 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-    
1650 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-    
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1662    
1663 kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen,    
1664 wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch    
1665 die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten    
1666 war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden,    
1667 so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit    
1668 gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag,    
1669 auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be-    
1670 rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles    
1671 verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen    
1672 wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut-    
1673 lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flüs-    
1674 sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt-    
1675 wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben    
1676 nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen müs-    
1677 sen, die den anderen gegenüber als eine solidarisch haftende Ein-    
1678 heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder-    
1679 um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs-    
1680 einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich    
1681 selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein    
1682 relatives Maximum an Gütern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach    
1683 einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden Schlüssel ver-    
1684 teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital "    
1685 erübrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis-    
1686 lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man    
1687 das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld-    
1688 wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch    
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1697 - 22 -    
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1700    
1701 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-    
1702 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der    
1703 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-    
1704 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine    
1705 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als    
1706 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-    
1707 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei    
1708 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-    
1709 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb    
1710 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,    
1711 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das    
1712 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.    
1713 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-    
1714 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch    
1715 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.    
1716 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich    
1717 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen    
1718 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau-    
1719 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch    
1720 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn    
1721 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere    
1722 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-    
1723 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-    
1724 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich    
1725 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie    
1726 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-    
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1731 ===23===    
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1733 ||    
1734    
1735 - 23 -    
1736    
1737    
1738    
1739 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum-    
1740 güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-    
1741 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-    
1742 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei    
1743 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,    
1744 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet    
1745 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und    
1746 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-    
1747 chen werden.    
1748      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-    
1749 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-    
1750 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-    
1751 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der    
1752 Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch    
1753 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier    
1754 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,    
1755 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser    
1756 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf    
1757 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.    
1758      Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes    
1759 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,    
1760 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt-    
1761 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der    
1762 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir    
1763 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende    
1764 |    
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1768 ===24===    
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1770 ||    
1771    
1772 - 24 -    
1773    
1774    
1775    
1776 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen    
1777 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je    
1778 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere    
1779 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,    
1780 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig    
1781 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die    
1782 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-    
1783 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie-    
1784 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen    
1785 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und    
1786 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren    
1787 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der    
1788 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,    
1789 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch    
1790 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des    
1791 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen    
1792  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng    
1793 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das    
1794 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher    
1795 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.    
1796      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters    
1797 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt:    
1798      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-    
1799 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und    
1800 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den    
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1810    
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1813 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher    
1814 Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck    
1815 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes    
1816  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert    
1817 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln    
1818 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
1819 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und    
1820 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
1821 sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
1822 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und    
1823 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
1824 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten    
1825 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder    
1826 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-    
1827 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem    
1828 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter-    
1829 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den    
1830 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten    
1831 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst    
1832 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde,    
1833 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-    
1834 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter-    
1835 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von    
1836 Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes    
1837 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende    
1838 auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus-    
1839 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,    
1840 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den    
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1853 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer    
1854 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt    
1855 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum    
1856 nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt    
1857 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den    
1858 ersteren gelangt ist.""    
1859                  Soweit Schumpeter.    
1860      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite    
1861 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter-    
1862 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten    
1863 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb    
1864 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung    
1865 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment    
1866 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner    
1867 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-    
1868 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums    
1869 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum    
1870 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin    
1871 dem Wesen nach eine Krise.    
1872      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis    
1873 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen    
1874 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-    
1875 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-    
1876 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass    
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1889 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü-    
1890 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und    
1891 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang-    
1892 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,    
1893 wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns    
1894 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn    
1895 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-    
1896 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-    
1897 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-    
1898 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere    
1899 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die    
1900  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug    
1901 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-    
1902 ders der Diskontopolitik.    
1903      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-    
1904 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu    
1905 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf-    
1906 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige    
1907 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise    
1908 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als    
1909 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne    
1910 indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als    
1911 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-    
1912 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-    
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1926 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn    
1927 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen    
1928 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die    
1929 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte    
1930 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus    
1931 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,    
1932 so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die    
1933 ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich    
1934 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft    
1935  die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das    
1936 ist das Einkommen der Nation.    
1937      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von    
1938 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-    
1939 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien    
1940 in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen    
1941 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die    
1942 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht    
1943 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein-    
1944 zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes    
1945 der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der    
1946 Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten    
1947 Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu-    
1948 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-    
1949 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar    
1950 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-    
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1964 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich    
1965 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt    
1966 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,    
1967 den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten    
1968 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in    
1969 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-    
1970 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade    
1971 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des    
1972 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent    
1973 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine    
1974 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.    
1975      Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi-    
1976 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir    
1977 wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in    
1978 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das    
1979 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-    
1980 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen    
1981 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-    
1982 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und    
1983 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,    
1984 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,    
1985 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die    
1986 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu    
1987 equilibrieren.    
1988      Wir können sagen:    
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2000    
2001      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist    
2002 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine    
2003 Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass    
2004 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das    
2005 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-    
2006 ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun    
2007 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in    
2008 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene    
2009 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-    
2010 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung    
2011 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In    
2012 jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen    
2013 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es    
2014 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung    
2015 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet    
2016 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen    
2017 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-    
2018 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen    
2019 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied    
2020 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber    
2021 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.    
2022      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und    
2023 addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus    
2024 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.    
2025    
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2041 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-    
2042 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist    
2043 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale    
2044 der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-    
2045 wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge-    
2046 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt    
2047 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit    
2048 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird    
2049 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen    
2050 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale    
2051 Anteile am gesamten Produktionsfond.    
2052      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft    
2053 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-    
2054 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar    
2055 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines    
2056 und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als    
2057 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-    
2058 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten    
2059 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie    
2060 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.    
2061 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige    
2062 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.    
2063 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich    
2064 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie    
2065 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise,    
2066    
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2078 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber    
2079 doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht    
2080 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach    
2081 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven    
2082 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter    
2083 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt    
2084 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer    
2085 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität    
2086 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.    
2087  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen    
2088 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-    
2089 ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar-    
2090 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein-    
2091 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit    
2092 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben    
2093 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das    
2094 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden    
2095 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-    
2096 menhang zu konstatieren ist.    
2097      Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro-    
2098 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,    
2099 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,    
2100 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-    
2101 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten    
2102 für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich    
2103    
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2113 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-    
2114 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.    
2115      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die    
2116 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten    
2117 von Einkommen zu unterscheiden haben:    
2118    
2119 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-    
2120 güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,    
2121 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-    
2122 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-    
2123 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.    
2124    
2125 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen    
2126 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,    
2127 Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus    
2128 den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )    
2129    
2130 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die    
2131 aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend    
2132 machen können .    
2133    
2134 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-    
2135 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.    
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2149    
2150      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein    
2151 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-    
2152 keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch    
2153 hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-    
2154 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die    
2155 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-    
2156 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt    
2157 einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht    
2158 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,    
2159 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab    
2160 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie    
2161 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;    
2162 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es    
2163 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem    
2164 Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.    
2165 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären    
2166 Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach-    
2167 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden    
2168 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat-    
2169 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,    
2170 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen    
2171 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den    
2172 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um    
2173 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-    
2174 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.    
2175    
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2182    
2183 - 36 -    
2184    
2185 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,    
2186 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-    
2187 lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus-    
2188 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-    
2189 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-    
2190 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei-    
2191 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-    
2192 sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet    
2193 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-    
2194 läufen ausgleichen.    
2195      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse    
2196 der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-    
2197 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des    
2198 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .    
2199 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit    
2200 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass    
2201 diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer-    
2202 den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen    
2203 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie    
2204 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch    
2205 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die    
2206 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir    
2207 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-    
2208 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-    
2209 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn    
2210    
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2219    
2220 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung    
2221 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-    
2222 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber    
2223 dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von    
2224 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung    
2225 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-    
2226 kalkulierten Preis.    
2227      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des    
2228 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt    
2229 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom    
2230 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,    
2231 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir    
2232 sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden-    
2233 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff-    
2234 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,    
2235 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden    
2236 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;    
2237 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.    
2238 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als    
2239 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich    
2240 stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher    
2241 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-    
2242 drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-    
2243 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-    
2244 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld    
2245 lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen    
2246    
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2256 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe    
2257 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier    
2258 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte    
2259 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das    
2260 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen    
2261 Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-    
2262 nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen    
2263 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-    
2264 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,    
2265 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-    
2266 fassung.    
2267      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens    
2268 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere    
2269 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-    
2270 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst    
2271 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-    
2272 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-    
2273 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-    
2274 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt-    
2275 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel    
2276 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das    
2277 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg-    
2278 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-    
2279 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden    
2280 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer    
2281    
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2291    
2292 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung    
2293 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-    
2294 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-    
2295 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem    
2296 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-    
2297 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur    
2298 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist    
2299 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-    
2300 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles    
2301 in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen    
2302 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht    
2303 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung    
2304 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche    
2305 Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des    
2306 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen    
2307 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit    
2308 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der    
2309 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes    
2310 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in    
2311 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft    
2312 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion    
2313 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.    
2314      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes    
2315 in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung.    
2316 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit    
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2327 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde    
2328 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander    
2329 aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird.    
2330      Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die    
2331 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern    
2332 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild    
2333 vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber    
2334 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-    
2335 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-    
2336 güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten    
2337 Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst    
2338 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer    
2339 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa    
2340 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-    
2341 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl    
2342 von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-    
2343 sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch    
2344 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger    
2345 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen    
2346 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept    
2347 wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz    
2348 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen    
2349 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.    
2350    Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,    
2351 die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen,    
2352 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung    
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2362    
2363 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse    
2364 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich    
2365 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,    
2366 dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-    
2367 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-    
2368 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde    
2369 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen    
2370 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt    
2371 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu    
2372 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der    
2373 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist    
2374 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld    
2375 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen    
2376 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-    
2377 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner    
2378 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite    
2379 Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat    
2380 niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der    
2381 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;    
2382 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen    
2383 den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen    
2384 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen    
2385 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt    
2386 gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert-    
2387 einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt.    
2388 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter-    
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2399 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen    
2400 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution    
2401 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche    
2402 Bild.    
2403    
2404      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen    
2405 Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der    
2406 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer    
2407 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,    
2408 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.    
2409    
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2422 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
2423 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
2424  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
2425 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
2426 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert    
2427 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
2428 keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
2429 erhoffen liessen.    
2430      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
2431 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
2432 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
2433 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
2434 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
2435 lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
2436 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
2437 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
2438    
2439      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
2440 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
2441 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
2442 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
2443 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
2444 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
2445 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
2446 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
2447 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
2448 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
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2460    
2461 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
2462 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
2463 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
2464 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
2465 tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
2466 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
2467 und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun    
2468 grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen,    
2469 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
2470 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
2471 ten.    
2472    
2473      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
2474 Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende    
2475 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil-    
2476 bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
2477 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
2478 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen    
2479 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
2480 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
2481 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische    
2482 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
2483 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
2484 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
2485 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
2486 fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge-    
2487 mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
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2498    
2499    
2500 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
2501 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
2502 von Edelmetallen.    
2503      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
2504 für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
2505 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
2506 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
2507 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
2508 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
2509 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
2510 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
2511 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
2512 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
2513 ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
2514 der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
2515 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
2516 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
2517 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
2518 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
2519 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
2520 reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
2521 Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
2522 weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
2523 gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen    
2524 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
2525 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
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2538 beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein-    
2539 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
2540 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
2541 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
2542 in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
2543 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über-    
2544 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
2545 schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank-    
2546 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
2547 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
2548 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
2549 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
2550 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
2551 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
2552 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
2553 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
2554 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
2555 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
2556 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
2557 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
2558 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
2559 in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
2560 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
2561 um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder    
2562 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
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2572    
2573    
2574    
2575 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
2576 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
2577 bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
2578 stanz in sich birgt.    
2579      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
2580 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
2581 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
2582 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
2583 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
2584 gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit,    
2585 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
2586 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines    
2587 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
2588 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
2589 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
2590 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
2591 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
2592 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
2593 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
2594 der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
2595 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
2596 der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
2597 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
2598 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen    
2599 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über-    
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2612 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
2613      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
2614 von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten?    
2615 Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
2616 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
2617 erhalten.    
2618      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
2619 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht    
2620 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
2621 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
2622 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie    
2623 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den    
2624 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
2625 das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut    
2626 von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
2627 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
2628      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
2629 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
2630 die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver-    
2631 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als    
2632 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
2633 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
2634 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
2635 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
2636 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
2637 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
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2650 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
2651      Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
2652 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
2653 mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
2654 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
2655 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
2656 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
2657 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
2658 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
2659 dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische    
2660 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
2661 ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
2662 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
2663 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein-    
2664 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
2665 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
2666 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie    
2667 zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
2668 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
2669 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche    
2670 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
2671 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
2672 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen;    
2673 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir    
2674 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
2675 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von    
2676 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
2677 halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
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2690 sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt-    
2691 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
2692 Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
2693 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
2694 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
2695 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
2696 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
2697 Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
2698 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
2699 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
2700 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
2701 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
2702 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
2703 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
2704 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für    
2705 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
2706      Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die    
2707 lautete:    
2708 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
2709 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
2710 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb-    
2711 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
2712 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
2713 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
2714 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
2715 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen    
2716 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
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2729 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
2730 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
2731      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
2732 mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ-    
2733 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
2734 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
2735 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
2736 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
2737 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
2738 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
2739 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja    
2740 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
2741 mal des Geldes bedeutete.    
2742      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
2743 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
2744 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
2745 erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
2746 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
2747 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
2748 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
2749 Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
2750 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
2751 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
2752 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
2753 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
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2766 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
2767 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
2768 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
2769 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
2770 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
2771 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
2772 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
2773 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
2774      Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert-    
2775 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
2776 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
2777 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
2778 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
2779 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
2780 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
2781 noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
2782 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
2783 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
2784 oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns    
2785 noch genügend zu lösen übrig.    
2786        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
2787 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
2788 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
2789 historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
2790 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
2791 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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2804 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
2805 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
2806 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
2807 kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern    
2808 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom-    
2809 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
2810 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
2811 rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
2812 notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel-    
2813 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
2814 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen    
2815   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
2816 Entwicklung zu skizzieren.    
2817     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
2818 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes    
2819 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
2820 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
2821 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
2822 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
2823 metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
2824 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
2825 Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
2826 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
2827 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
2828 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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2841 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
2842 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
2843 mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
2844 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
2845 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
2846 sich üner den Stoff erhebt.    
2847      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
2848 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
2849 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für    
2850 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
2851 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
2852 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
2853 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
2854 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
2855 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
2856 wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
2857 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
2858 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
2859 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek-    
2860 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
2861 handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak-    
2862 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
2863 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
2864 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
2865 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
2866 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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2879 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
2880 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
2881 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
2882 Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für    
2883 den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche    
2884 Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
2885 Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
2886 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
2887 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
2888 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
2889 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
2890 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
2891 den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
2892 nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte    
2893 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
2894 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
2895 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
2896 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
2897 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
2898 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die    
2899 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
2900 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
2901 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
2902 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
2903 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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2916 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
2917 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
2918 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
2919 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
2920 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
2921 ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat-    
2922 lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
2923 übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
2924 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
2925 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
2926 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
2927 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
2928      Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet,    
2929 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
2930 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
2931 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
2932 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
2933 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
2934 der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
2935 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
2936 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
2937 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
2938 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
2939 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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2952 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
2953 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
2954 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
2955 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
2956 das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat"    
2957 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
2958 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
2959 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
2960 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
2961 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
2962 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
2963 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
2964 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
2965 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst    
2966 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir    
2967 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
2968 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
2969      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
2970 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
2971 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick    
2972 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
2973 lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote    
2974 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
2975 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per-    
2976 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
2977 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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2990 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
2991 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
2992 allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
2993 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
2994 wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
2995 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
2996 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
2997 Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
2998 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in    
2999 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
3000 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
3001 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
3002 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
3003 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
3004 allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit    
3005 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
3006 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
3007 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
3008 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
3009 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
3010 müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern    
3011 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
3012 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
3013 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
3014 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus    
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3027 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh-    
3028 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
3029 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
3030 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
3031 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
3032 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
3033 so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
3034 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
3035 müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
3036 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
3037 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
3038 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
3039 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
3040 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
3041 schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen    
3042 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
3043 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
3044 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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3056    
3057 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-    
3058 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der    
3059 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-    
3060 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine    
3061 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als    
3062 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-    
3063 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei    
3064 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-    
3065 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb    
3066 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,    
3067 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das    
3068 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.    
3069 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-    
3070 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch    
3071 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.    
3072 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich    
3073 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen    
3074 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau-    
3075 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch    
3076 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn    
3077 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere    
3078 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-    
3079 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-    
3080 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich    
3081 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie    
3082 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-    
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3095 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum-    
3096 güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-    
3097 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-    
3098 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei    
3099 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,    
3100 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet    
3101 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und    
3102 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-    
3103 chen werden.    
3104      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-    
3105 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-    
3106 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-    
3107 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der    
3108 Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch    
3109 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier    
3110 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,    
3111 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser    
3112 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf    
3113 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.    
3114      Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes    
3115 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,    
3116 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt-    
3117 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der    
3118 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir    
3119 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende    
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3132 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen    
3133 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je    
3134 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere    
3135 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,    
3136 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig    
3137 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die    
3138 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-    
3139 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie-    
3140 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen    
3141 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und    
3142 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren    
3143 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der    
3144 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,    
3145 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch    
3146 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des    
3147 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen    
3148  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng    
3149 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das    
3150 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher    
3151 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.    
3152      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters    
3153 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt:    
3154      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-    
3155 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und    
3156 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den    
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3169 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher    
3170 Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck    
3171 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes    
3172  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert    
3173 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln    
3174 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
3175 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und    
3176 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
3177 sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
3178 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und    
3179 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
3180 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten    
3181 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder    
3182 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-    
3183 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem    
3184 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter-    
3185 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den    
3186 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten    
3187 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst    
3188 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde,    
3189 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-    
3190 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter-    
3191 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von    
3192 Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes    
3193 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende    
3194 auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus-    
3195 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,    
3196 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den    
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3209 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer    
3210 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt    
3211 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum    
3212 nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt    
3213 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den    
3214 ersteren gelangt ist.""    
3215                  Soweit Schumpeter.    
3216      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite    
3217 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter-    
3218 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten    
3219 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb    
3220 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung    
3221 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment    
3222 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner    
3223 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-    
3224 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums    
3225 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum    
3226 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin    
3227 dem Wesen nach eine Krise.    
3228      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis    
3229 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen    
3230 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-    
3231 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-    
3232 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass    
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3245 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü-    
3246 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und    
3247 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang-    
3248 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,    
3249 wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns    
3250 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn    
3251 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-    
3252 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-    
3253 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-    
3254 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere    
3255 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die    
3256  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug    
3257 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-    
3258 ders der Diskontopolitik.    
3259      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-    
3260 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu    
3261 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf-    
3262 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige    
3263 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise    
3264 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als    
3265 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne    
3266 indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als    
3267 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-    
3268 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-    
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3282 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn    
3283 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen    
3284 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die    
3285 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte    
3286 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus    
3287 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,    
3288 so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die    
3289 ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich    
3290 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft    
3291  die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das    
3292 ist das Einkommen der Nation.    
3293      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von    
3294 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-    
3295 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien    
3296 in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen    
3297 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die    
3298 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht    
3299 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein-    
3300 zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes    
3301 der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der    
3302 Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten    
3303 Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu-    
3304 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-    
3305 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar    
3306 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-    
3307    
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3320 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich    
3321 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt    
3322 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,    
3323 den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten    
3324 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in    
3325 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-    
3326 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade    
3327 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des    
3328 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent    
3329 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine    
3330 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.    
3331      Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi-    
3332 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir    
3333 wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in    
3334 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das    
3335 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-    
3336 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen    
3337 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-    
3338 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und    
3339 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,    
3340 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,    
3341 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die    
3342 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu    
3343 equilibrieren.    
3344      Wir können sagen:    
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3357      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist    
3358 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine    
3359 Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass    
3360 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das    
3361 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-    
3362 ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun    
3363 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in    
3364 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene    
3365 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-    
3366 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung    
3367 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In    
3368 jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen    
3369 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es    
3370 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung    
3371 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet    
3372 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen    
3373 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-    
3374 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen    
3375 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied    
3376 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber    
3377 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.    
3378      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und    
3379 addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus    
3380 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.    
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3397 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-    
3398 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist    
3399 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale    
3400 der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-    
3401 wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge-    
3402 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt    
3403 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit    
3404 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird    
3405 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen    
3406 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale    
3407 Anteile am gesamten Produktionsfond.    
3408      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft    
3409 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-    
3410 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar    
3411 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines    
3412 und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als    
3413 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-    
3414 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten    
3415 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie    
3416 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.    
3417 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige    
3418 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.    
3419 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich    
3420 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie    
3421 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise,    
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3434 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber    
3435 doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht    
3436 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach    
3437 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven    
3438 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter    
3439 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt    
3440 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer    
3441 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität    
3442 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.    
3443  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen    
3444 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-    
3445 ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar-    
3446 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein-    
3447 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit    
3448 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben    
3449 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das    
3450 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden    
3451 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-    
3452 menhang zu konstatieren ist.    
3453      Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro-    
3454 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,    
3455 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,    
3456 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-    
3457 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten    
3458 für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich    
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3469 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-    
3470 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.    
3471      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die    
3472 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten    
3473 von Einkommen zu unterscheiden haben:    
3474    
3475 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-    
3476 güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,    
3477 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-    
3478 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-    
3479 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.    
3480    
3481 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen    
3482 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,    
3483 Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus    
3484 den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )    
3485    
3486 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die    
3487 aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend    
3488 machen können .    
3489    
3490 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-    
3491 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.    
3492    
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3505    
3506      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein    
3507 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-    
3508 keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch    
3509 hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-    
3510 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die    
3511 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-    
3512 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt    
3513 einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht    
3514 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,    
3515 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab    
3516 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie    
3517 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;    
3518 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es    
3519 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem    
3520 Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.    
3521 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären    
3522 Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach-    
3523 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden    
3524 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat-    
3525 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,    
3526 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen    
3527 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den    
3528 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um    
3529 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-    
3530 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.    
3531    
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3540    
3541 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,    
3542 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-    
3543 lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus-    
3544 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-    
3545 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-    
3546 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei-    
3547 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-    
3548 sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet    
3549 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-    
3550 läufen ausgleichen.    
3551      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse    
3552 der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-    
3553 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des    
3554 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .    
3555 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit    
3556 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass    
3557 diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer-    
3558 den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen    
3559 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie    
3560 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch    
3561 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die    
3562 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir    
3563 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-    
3564 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-    
3565 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn    
3566    
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3575    
3576 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung    
3577 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-    
3578 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber    
3579 dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von    
3580 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung    
3581 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-    
3582 kalkulierten Preis.    
3583      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des    
3584 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt    
3585 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom    
3586 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,    
3587 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir    
3588 sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden-    
3589 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff-    
3590 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,    
3591 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden    
3592 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;    
3593 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.    
3594 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als    
3595 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich    
3596 stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher    
3597 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-    
3598 drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-    
3599 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-    
3600 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld    
3601 lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen    
3602    
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3611    
3612 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe    
3613 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier    
3614 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte    
3615 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das    
3616 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen    
3617 Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-    
3618 nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen    
3619 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-    
3620 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,    
3621 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-    
3622 fassung.    
3623      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens    
3624 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere    
3625 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-    
3626 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst    
3627 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-    
3628 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-    
3629 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-    
3630 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt-    
3631 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel    
3632 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das    
3633 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg-    
3634 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-    
3635 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden    
3636 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer    
3637    
3638    
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3647    
3648 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung    
3649 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-    
3650 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-    
3651 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem    
3652 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-    
3653 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur    
3654 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist    
3655 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-    
3656 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles    
3657 in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen    
3658 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht    
3659 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung    
3660 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche    
3661 Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des    
3662 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen    
3663 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit    
3664 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der    
3665 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes    
3666 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in    
3667 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft    
3668 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion    
3669 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.    
3670      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes    
3671 in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung.    
3672 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit    
3673    
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3682    
3683 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde    
3684 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander    
3685 aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird.    
3686      Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die    
3687 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern    
3688 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild    
3689 vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber    
3690 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-    
3691 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-    
3692 güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten    
3693 Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst    
3694 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer    
3695 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa    
3696 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-    
3697 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl    
3698 von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-    
3699 sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch    
3700 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger    
3701 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen    
3702 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept    
3703 wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz    
3704 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen    
3705 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.    
3706    Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,    
3707 die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen,    
3708 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung    
3709    
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3718    
3719 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse    
3720 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich    
3721 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,    
3722 dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-    
3723 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-    
3724 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde    
3725 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen    
3726 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt    
3727 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu    
3728 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der    
3729 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist    
3730 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld    
3731 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen    
3732 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-    
3733 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner    
3734 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite    
3735 Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat    
3736 niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der    
3737 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;    
3738 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen    
3739 den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen    
3740 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen    
3741 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt    
3742 gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert-    
3743 einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt.    
3744 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter-    
3745    
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3753 - 42 -    
3754    
3755 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen    
3756 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution    
3757 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche    
3758 Bild.    
3759    
3760      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen    
3761 Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der    
3762 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer    
3763 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,    
3764 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.    
3765    
3766    
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3775    
3776    
3777    
3778 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
3779 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
3780  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
3781 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
3782 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert    
3783 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
3784 keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
3785 erhoffen liessen.    
3786      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
3787 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
3788 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
3789 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
3790 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
3791 lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
3792 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
3793 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
3794    
3795      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
3796 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
3797 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
3798 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
3799 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
3800 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
3801 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
3802 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
3803 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
3804 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
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3817 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
3818 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
3819 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
3820 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
3821 tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
3822 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
3823 und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun    
3824 grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen,    
3825 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
3826 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
3827 ten.    
3828    
3829      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
3830 Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende    
3831 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil-    
3832 bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
3833 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
3834 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen    
3835 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
3836 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
3837 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische    
3838 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
3839 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
3840 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
3841 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
3842 fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge-    
3843 mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
3844 |    
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3855    
3856 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
3857 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
3858 von Edelmetallen.    
3859      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
3860 für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
3861 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
3862 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
3863 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
3864 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
3865 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
3866 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
3867 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
3868 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
3869 ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
3870 der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
3871 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
3872 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
3873 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
3874 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
3875 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
3876 reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
3877 Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
3878 weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
3879 gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen    
3880 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
3881 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
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3894 beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein-    
3895 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
3896 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
3897 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
3898 in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
3899 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über-    
3900 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
3901 schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank-    
3902 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
3903 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
3904 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
3905 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
3906 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
3907 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
3908 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
3909 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
3910 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
3911 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
3912 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
3913 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
3914 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
3915 in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
3916 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
3917 um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder    
3918 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
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3931 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
3932 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
3933 bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
3934 stanz in sich birgt.    
3935      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
3936 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
3937 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
3938 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
3939 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
3940 gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit,    
3941 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
3942 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines    
3943 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
3944 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
3945 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
3946 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
3947 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
3948 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
3949 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
3950 der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
3951 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
3952 der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
3953 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
3954 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen    
3955 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über-    
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3968 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
3969      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
3970 von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten?    
3971 Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
3972 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
3973 erhalten.    
3974      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
3975 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht    
3976 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
3977 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
3978 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie    
3979 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den    
3980 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
3981 das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut    
3982 von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
3983 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
3984      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
3985 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
3986 die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver-    
3987 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als    
3988 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
3989 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
3990 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
3991 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
3992 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
3993 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
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4006 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
4007      Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
4008 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
4009 mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
4010 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
4011 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
4012 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
4013 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
4014 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
4015 dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische    
4016 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
4017 ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
4018 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
4019 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein-    
4020 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
4021 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
4022 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie    
4023 zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
4024 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
4025 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche    
4026 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
4027 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
4028 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen;    
4029 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir    
4030 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
4031 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von    
4032 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
4033 halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
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4046 sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt-    
4047 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
4048 Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
4049 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
4050 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
4051 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
4052 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
4053 Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
4054 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
4055 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
4056 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
4057 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
4058 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
4059 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
4060 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für    
4061 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
4062      Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die    
4063 lautete:    
4064 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
4065 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
4066 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb-    
4067 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
4068 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
4069 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
4070 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
4071 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen    
4072 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
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4085 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
4086 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
4087      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
4088 mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ-    
4089 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
4090 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
4091 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
4092 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
4093 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
4094 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
4095 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja    
4096 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
4097 mal des Geldes bedeutete.    
4098      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
4099 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
4100 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
4101 erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
4102 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
4103 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
4104 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
4105 Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
4106 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
4107 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
4108 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
4109 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
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4122 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
4123 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
4124 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
4125 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
4126 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
4127 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
4128 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
4129 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
4130      Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert-    
4131 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
4132 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
4133 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
4134 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
4135 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
4136 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
4137 noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
4138 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
4139 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
4140 oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns    
4141 noch genügend zu lösen übrig.    
4142        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
4143 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
4144 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
4145 historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
4146 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
4147 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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4160 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
4161 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
4162 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
4163 kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern    
4164 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom-    
4165 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
4166 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
4167 rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
4168 notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel-    
4169 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
4170 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen    
4171   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
4172 Entwicklung zu skizzieren.    
4173     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
4174 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes    
4175 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
4176 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
4177 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
4178 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
4179 metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
4180 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
4181 Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
4182 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
4183 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
4184 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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4197 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
4198 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
4199 mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
4200 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
4201 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
4202 sich üner den Stoff erhebt.    
4203      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
4204 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
4205 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für    
4206 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
4207 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
4208 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
4209 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
4210 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
4211 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
4212 wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
4213 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
4214 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
4215 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek-    
4216 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
4217 handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak-    
4218 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
4219 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
4220 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
4221 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
4222 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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4235 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
4236 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
4237 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
4238 Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für    
4239 den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche    
4240 Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
4241 Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
4242 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
4243 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
4244 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
4245 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
4246 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
4247 den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
4248 nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte    
4249 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
4250 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
4251 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
4252 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
4253 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
4254 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die    
4255 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
4256 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
4257 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
4258 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
4259 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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4272 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
4273 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
4274 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
4275 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
4276 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
4277 ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat-    
4278 lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
4279 übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
4280 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
4281 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
4282 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
4283 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
4284      Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet,    
4285 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
4286 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
4287 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
4288 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
4289 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
4290 der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
4291 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
4292 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
4293 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
4294 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
4295 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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4308 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
4309 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
4310 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
4311 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
4312 das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat"    
4313 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
4314 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
4315 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
4316 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
4317 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
4318 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
4319 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
4320 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
4321 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst    
4322 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir    
4323 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
4324 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
4325      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
4326 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
4327 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick    
4328 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
4329 lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote    
4330 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
4331 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per-    
4332 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
4333 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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4346 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
4347 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
4348 allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
4349 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
4350 wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
4351 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
4352 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
4353 Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
4354 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in    
4355 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
4356 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
4357 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
4358 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
4359 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
4360 allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit    
4361 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
4362 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
4363 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
4364 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
4365 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
4366 müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern    
4367 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
4368 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
4369 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
4370 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus    
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4383 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh-    
4384 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
4385 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
4386 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
4387 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
4388 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
4389 so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
4390 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
4391 müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
4392 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
4393 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
4394 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
4395 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
4396 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
4397 schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen    
4398 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
4399 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
4400 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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4418      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine    
4419  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-    
4420  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur    
4421  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt    
4422 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,    
4423 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-    
4424 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der    
4425 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu-    
4426 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie    
4427 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt    
4428 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe    
4429 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich    
4430 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren    
4431 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann    
4432 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt    
4433 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-    
4434 spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug    
4435 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-    
4436 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.    
4437      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-    
4438 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-    
4439 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-    
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4452      Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen,    
4453 heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren    
4454 eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns    
4455 klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem    
4456 Studium der Münzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere    
4457 Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im    
4458 täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfacheter Form entgegen-    
4459 tritt. Was die Werteinehit erreicht, hat seine Individualität verloren    
4460 und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert.    
4461      Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä-    
4462 tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes-    
4463 ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle    
4464 oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein    
4465 Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug    
4466 eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten    
4467 Meister sein ;- Dinge, die wie nie und nimmer vergleichen könnten, in    
4468 der Form, dass wie sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie    
4469 scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be-    
4470 griff der Werteineheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel-    
4471 len und es bleiben übrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich    
4472 gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang    
4473 setzend.    
4474      Wir sagten, die Werteinehit "scheint" eine absolut reale    
4475 grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich-    
4476 keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren    
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4494      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine    
4495  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-    
4496  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur    
4497  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt    
4498 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,    
4499 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-    
4500 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der    
4501 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu-    
4502 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie    
4503 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt    
4504 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe    
4505 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich    
4506 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren    
4507 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann    
4508 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt    
4509 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-    
4510 spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug    
4511 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-    
4512 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.    
4513      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-    
4514 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-    
4515 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-    
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4528 kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen,    
4529 wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch    
4530 die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten    
4531 war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden,    
4532 so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit    
4533 gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag,    
4534 auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be-    
4535 rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles    
4536 verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen    
4537 wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut-    
4538 lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flüs-    
4539 sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt-    
4540 wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben    
4541 nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen müs-    
4542 sen, die den anderen gegenüber als eine solidarisch haftende Ein-    
4543 heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder-    
4544 um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs-    
4545 einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich    
4546 selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein    
4547 relatives Maximum an Gütern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach    
4548 einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden Schlüssel ver-    
4549 teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital "    
4550 erübrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis-    
4551 lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man    
4552 das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld-    
4553 wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch    
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4566 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-    
4567 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der    
4568 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-    
4569 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine    
4570 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als    
4571 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-    
4572 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei    
4573 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-    
4574 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb    
4575 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,    
4576 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das    
4577 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.    
4578 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-    
4579 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch    
4580 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.    
4581 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich    
4582 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen    
4583 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau-    
4584 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch    
4585 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn    
4586 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere    
4587 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-    
4588 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-    
4589 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich    
4590 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie    
4591 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-    
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4604 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum-    
4605 güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-    
4606 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-    
4607 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei    
4608 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,    
4609 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet    
4610 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und    
4611 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-    
4612 chen werden.    
4613      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-    
4614 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-    
4615 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-    
4616 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der    
4617 Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch    
4618 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier    
4619 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,    
4620 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser    
4621 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf    
4622 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.    
4623      Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes    
4624 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,    
4625 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt-    
4626 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der    
4627 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir    
4628 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende    
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4641 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen    
4642 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je    
4643 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere    
4644 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,    
4645 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig    
4646 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die    
4647 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-    
4648 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie-    
4649 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen    
4650 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und    
4651 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren    
4652 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der    
4653 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,    
4654 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch    
4655 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des    
4656 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen    
4657  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng    
4658 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das    
4659 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher    
4660 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.    
4661      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters    
4662 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt:    
4663      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-    
4664 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und    
4665 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den    
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4678 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher    
4679 Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck    
4680 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes    
4681  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert    
4682 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln    
4683 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
4684 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und    
4685 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
4686 sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
4687 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und    
4688 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
4689 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten    
4690 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder    
4691 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-    
4692 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem    
4693 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter-    
4694 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den    
4695 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten    
4696 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst    
4697 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde,    
4698 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-    
4699 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter-    
4700 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von    
4701 Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes    
4702 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende    
4703 auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus-    
4704 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,    
4705 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den    
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4718 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer    
4719 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt    
4720 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum    
4721 nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt    
4722 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den    
4723 ersteren gelangt ist.""    
4724                  Soweit Schumpeter.    
4725      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite    
4726 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter-    
4727 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten    
4728 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb    
4729 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung    
4730 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment    
4731 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner    
4732 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-    
4733 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums    
4734 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum    
4735 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin    
4736 dem Wesen nach eine Krise.    
4737      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis    
4738 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen    
4739 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-    
4740 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-    
4741 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass    
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4754 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü-    
4755 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und    
4756 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang-    
4757 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,    
4758 wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns    
4759 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn    
4760 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-    
4761 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-    
4762 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-    
4763 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere    
4764 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die    
4765  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug    
4766 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-    
4767 ders der Diskontopolitik.    
4768      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-    
4769 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu    
4770 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf-    
4771 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige    
4772 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise    
4773 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als    
4774 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne    
4775 indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als    
4776 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-    
4777 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-    
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4791 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn    
4792 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen    
4793 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die    
4794 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte    
4795 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus    
4796 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,    
4797 so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die    
4798 ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich    
4799 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft    
4800  die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das    
4801 ist das Einkommen der Nation.    
4802      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von    
4803 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-    
4804 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien    
4805 in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen    
4806 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die    
4807 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht    
4808 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein-    
4809 zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes    
4810 der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der    
4811 Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten    
4812 Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu-    
4813 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-    
4814 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar    
4815 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-    
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4829 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich    
4830 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt    
4831 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,    
4832 den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten    
4833 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in    
4834 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-    
4835 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade    
4836 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des    
4837 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent    
4838 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine    
4839 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.    
4840      Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi-    
4841 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir    
4842 wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in    
4843 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das    
4844 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-    
4845 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen    
4846 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-    
4847 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und    
4848 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,    
4849 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,    
4850 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die    
4851 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu    
4852 equilibrieren.    
4853      Wir können sagen:    
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4866      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist    
4867 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine    
4868 Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass    
4869 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das    
4870 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-    
4871 ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun    
4872 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in    
4873 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene    
4874 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-    
4875 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung    
4876 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In    
4877 jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen    
4878 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es    
4879 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung    
4880 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet    
4881 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen    
4882 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-    
4883 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen    
4884 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied    
4885 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber    
4886 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.    
4887      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und    
4888 addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus    
4889 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.    
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4906 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-    
4907 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist    
4908 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale    
4909 der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-    
4910 wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge-    
4911 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt    
4912 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit    
4913 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird    
4914 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen    
4915 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale    
4916 Anteile am gesamten Produktionsfond.    
4917      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft    
4918 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-    
4919 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar    
4920 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines    
4921 und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als    
4922 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-    
4923 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten    
4924 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie    
4925 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.    
4926 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige    
4927 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.    
4928 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich    
4929 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie    
4930 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise,    
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4943 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber    
4944 doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht    
4945 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach    
4946 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven    
4947 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter    
4948 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt    
4949 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer    
4950 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität    
4951 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.    
4952  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen    
4953 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-    
4954 ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar-    
4955 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein-    
4956 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit    
4957 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben    
4958 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das    
4959 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden    
4960 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-    
4961 menhang zu konstatieren ist.    
4962      Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro-    
4963 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,    
4964 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,    
4965 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-    
4966 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten    
4967 für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich    
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4978 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-    
4979 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.    
4980      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die    
4981 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten    
4982 von Einkommen zu unterscheiden haben:    
4983    
4984 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-    
4985 güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,    
4986 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-    
4987 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-    
4988 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.    
4989    
4990 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen    
4991 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,    
4992 Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus    
4993 den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )    
4994    
4995 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die    
4996 aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend    
4997 machen können .    
4998    
4999 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-    
5000 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.    
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5014    
5015      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein    
5016 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-    
5017 keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch    
5018 hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-    
5019 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die    
5020 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-    
5021 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt    
5022 einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht    
5023 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,    
5024 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab    
5025 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie    
5026 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;    
5027 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es    
5028 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem    
5029 Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.    
5030 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären    
5031 Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach-    
5032 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden    
5033 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat-    
5034 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,    
5035 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen    
5036 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den    
5037 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um    
5038 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-    
5039 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.    
5040    
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5047    
5048 - 36 -    
5049    
5050 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,    
5051 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-    
5052 lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus-    
5053 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-    
5054 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-    
5055 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei-    
5056 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-    
5057 sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet    
5058 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-    
5059 läufen ausgleichen.    
5060      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse    
5061 der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-    
5062 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des    
5063 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .    
5064 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit    
5065 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass    
5066 diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer-    
5067 den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen    
5068 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie    
5069 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch    
5070 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die    
5071 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir    
5072 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-    
5073 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-    
5074 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn    
5075    
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5082    
5083 - 37 -    
5084    
5085 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung    
5086 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-    
5087 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber    
5088 dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von    
5089 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung    
5090 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-    
5091 kalkulierten Preis.    
5092      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des    
5093 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt    
5094 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom    
5095 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,    
5096 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir    
5097 sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden-    
5098 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff-    
5099 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,    
5100 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden    
5101 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;    
5102 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.    
5103 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als    
5104 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich    
5105 stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher    
5106 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-    
5107 drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-    
5108 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-    
5109 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld    
5110 lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen    
5111    
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5121 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe    
5122 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier    
5123 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte    
5124 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das    
5125 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen    
5126 Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-    
5127 nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen    
5128 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-    
5129 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,    
5130 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-    
5131 fassung.    
5132      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens    
5133 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere    
5134 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-    
5135 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst    
5136 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-    
5137 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-    
5138 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-    
5139 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt-    
5140 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel    
5141 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das    
5142 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg-    
5143 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-    
5144 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden    
5145 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer    
5146    
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5157 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung    
5158 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-    
5159 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-    
5160 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem    
5161 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-    
5162 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur    
5163 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist    
5164 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-    
5165 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles    
5166 in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen    
5167 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht    
5168 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung    
5169 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche    
5170 Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des    
5171 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen    
5172 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit    
5173 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der    
5174 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes    
5175 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in    
5176 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft    
5177 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion    
5178 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.    
5179      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes    
5180 in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung.    
5181 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit    
5182    
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5192 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde    
5193 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander    
5194 aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird.    
5195      Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die    
5196 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern    
5197 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild    
5198 vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber    
5199 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-    
5200 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-    
5201 güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten    
5202 Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst    
5203 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer    
5204 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa    
5205 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-    
5206 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl    
5207 von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-    
5208 sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch    
5209 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger    
5210 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen    
5211 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept    
5212 wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz    
5213 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen    
5214 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.    
5215    Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,    
5216 die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen,    
5217 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung    
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5228 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse    
5229 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich    
5230 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,    
5231 dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-    
5232 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-    
5233 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde    
5234 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen    
5235 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt    
5236 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu    
5237 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der    
5238 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist    
5239 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld    
5240 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen    
5241 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-    
5242 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner    
5243 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite    
5244 Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat    
5245 niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der    
5246 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;    
5247 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen    
5248 den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen    
5249 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen    
5250 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt    
5251 gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert-    
5252 einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt.    
5253 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter-    
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5264 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen    
5265 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution    
5266 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche    
5267 Bild.    
5268    
5269      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen    
5270 Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der    
5271 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer    
5272 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,    
5273 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.    
5274    
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5287 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
5288 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
5289  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
5290 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
5291 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert    
5292 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
5293 keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
5294 erhoffen liessen.    
5295      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
5296 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
5297 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
5298 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
5299 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
5300 lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
5301 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
5302 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
5303    
5304      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
5305 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
5306 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
5307 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
5308 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
5309 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
5310 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
5311 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
5312 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
5313 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
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5326 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
5327 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
5328 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
5329 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
5330 tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
5331 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
5332 und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun    
5333 grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen,    
5334 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
5335 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
5336 ten.    
5337    
5338      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
5339 Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende    
5340 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil-    
5341 bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
5342 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
5343 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen    
5344 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
5345 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
5346 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische    
5347 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
5348 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
5349 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
5350 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
5351 fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge-    
5352 mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
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5365 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
5366 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
5367 von Edelmetallen.    
5368      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
5369 für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
5370 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
5371 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
5372 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
5373 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
5374 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
5375 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
5376 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
5377 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
5378 ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
5379 der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
5380 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
5381 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
5382 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
5383 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
5384 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
5385 reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
5386 Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
5387 weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
5388 gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen    
5389 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
5390 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
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5402    
5403 beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein-    
5404 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
5405 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
5406 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
5407 in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
5408 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über-    
5409 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
5410 schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank-    
5411 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
5412 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
5413 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
5414 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
5415 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
5416 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
5417 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
5418 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
5419 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
5420 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
5421 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
5422 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
5423 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
5424 in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
5425 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
5426 um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder    
5427 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
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5440 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
5441 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
5442 bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
5443 stanz in sich birgt.    
5444      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
5445 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
5446 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
5447 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
5448 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
5449 gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit,    
5450 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
5451 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines    
5452 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
5453 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
5454 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
5455 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
5456 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
5457 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
5458 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
5459 der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
5460 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
5461 der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
5462 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
5463 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen    
5464 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über-    
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5477 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
5478      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
5479 von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten?    
5480 Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
5481 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
5482 erhalten.    
5483      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
5484 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht    
5485 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
5486 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
5487 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie    
5488 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den    
5489 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
5490 das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut    
5491 von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
5492 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
5493      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
5494 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
5495 die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver-    
5496 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als    
5497 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
5498 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
5499 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
5500 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
5501 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
5502 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
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5515 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
5516      Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
5517 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
5518 mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
5519 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
5520 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
5521 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
5522 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
5523 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
5524 dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische    
5525 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
5526 ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
5527 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
5528 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein-    
5529 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
5530 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
5531 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie    
5532 zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
5533 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
5534 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche    
5535 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
5536 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
5537 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen;    
5538 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir    
5539 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
5540 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von    
5541 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
5542 halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
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5555 sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt-    
5556 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
5557 Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
5558 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
5559 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
5560 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
5561 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
5562 Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
5563 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
5564 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
5565 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
5566 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
5567 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
5568 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
5569 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für    
5570 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
5571      Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die    
5572 lautete:    
5573 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
5574 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
5575 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb-    
5576 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
5577 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
5578 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
5579 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
5580 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen    
5581 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
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5594 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
5595 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
5596      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
5597 mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ-    
5598 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
5599 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
5600 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
5601 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
5602 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
5603 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
5604 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja    
5605 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
5606 mal des Geldes bedeutete.    
5607      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
5608 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
5609 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
5610 erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
5611 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
5612 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
5613 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
5614 Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
5615 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
5616 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
5617 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
5618 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
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5631 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
5632 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
5633 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
5634 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
5635 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
5636 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
5637 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
5638 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
5639      Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert-    
5640 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
5641 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
5642 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
5643 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
5644 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
5645 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
5646 noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
5647 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
5648 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
5649 oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns    
5650 noch genügend zu lösen übrig.    
5651        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
5652 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
5653 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
5654 historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
5655 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
5656 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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5669 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
5670 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
5671 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
5672 kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern    
5673 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom-    
5674 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
5675 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
5676 rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
5677 notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel-    
5678 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
5679 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen    
5680   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
5681 Entwicklung zu skizzieren.    
5682     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
5683 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes    
5684 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
5685 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
5686 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
5687 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
5688 metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
5689 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
5690 Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
5691 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
5692 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
5693 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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5706 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
5707 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
5708 mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
5709 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
5710 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
5711 sich üner den Stoff erhebt.    
5712      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
5713 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
5714 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für    
5715 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
5716 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
5717 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
5718 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
5719 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
5720 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
5721 wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
5722 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
5723 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
5724 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek-    
5725 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
5726 handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak-    
5727 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
5728 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
5729 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
5730 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
5731 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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5744 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
5745 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
5746 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
5747 Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für    
5748 den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche    
5749 Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
5750 Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
5751 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
5752 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
5753 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
5754 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
5755 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
5756 den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
5757 nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte    
5758 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
5759 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
5760 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
5761 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
5762 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
5763 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die    
5764 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
5765 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
5766 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
5767 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
5768 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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5781 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
5782 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
5783 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
5784 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
5785 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
5786 ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat-    
5787 lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
5788 übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
5789 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
5790 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
5791 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
5792 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
5793      Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet,    
5794 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
5795 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
5796 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
5797 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
5798 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
5799 der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
5800 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
5801 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
5802 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
5803 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
5804 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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5817 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
5818 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
5819 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
5820 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
5821 das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat"    
5822 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
5823 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
5824 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
5825 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
5826 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
5827 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
5828 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
5829 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
5830 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst    
5831 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir    
5832 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
5833 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
5834      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
5835 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
5836 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick    
5837 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
5838 lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote    
5839 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
5840 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per-    
5841 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
5842 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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5855 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
5856 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
5857 allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
5858 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
5859 wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
5860 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
5861 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
5862 Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
5863 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in    
5864 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
5865 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
5866 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
5867 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
5868 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
5869 allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit    
5870 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
5871 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
5872 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
5873 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
5874 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
5875 müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern    
5876 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
5877 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
5878 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
5879 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus    
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5892 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh-    
5893 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
5894 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
5895 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
5896 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
5897 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
5898 so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
5899 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
5900 müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
5901 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
5902 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
5903 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
5904 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
5905 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
5906 schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen    
5907 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
5908 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
5909 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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5922 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-    
5923 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der    
5924 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-    
5925 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine    
5926 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als    
5927 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-    
5928 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei    
5929 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-    
5930 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb    
5931 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,    
5932 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das    
5933 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.    
5934 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-    
5935 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch    
5936 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.    
5937 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich    
5938 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen    
5939 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau-    
5940 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch    
5941 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn    
5942 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere    
5943 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-    
5944 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-    
5945 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich    
5946 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie    
5947 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-    
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5960 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum-    
5961 güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-    
5962 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-    
5963 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei    
5964 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,    
5965 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet    
5966 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und    
5967 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-    
5968 chen werden.    
5969      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-    
5970 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-    
5971 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-    
5972 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der    
5973 Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch    
5974 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier    
5975 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,    
5976 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser    
5977 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf    
5978 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.    
5979      Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes    
5980 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,    
5981 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt-    
5982 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der    
5983 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir    
5984 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende    
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5997 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen    
5998 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je    
5999 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere    
6000 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,    
6001 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig    
6002 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die    
6003 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-    
6004 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie-    
6005 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen    
6006 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und    
6007 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren    
6008 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der    
6009 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,    
6010 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch    
6011 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des    
6012 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen    
6013  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng    
6014 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das    
6015 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher    
6016 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.    
6017      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters    
6018 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt:    
6019      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-    
6020 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und    
6021 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den    
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6034 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher    
6035 Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck    
6036 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes    
6037  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert    
6038 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln    
6039 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
6040 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und    
6041 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
6042 sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
6043 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und    
6044 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
6045 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten    
6046 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder    
6047 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-    
6048 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem    
6049 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter-    
6050 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den    
6051 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten    
6052 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst    
6053 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde,    
6054 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-    
6055 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter-    
6056 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von    
6057 Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes    
6058 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende    
6059 auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus-    
6060 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,    
6061 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den    
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6074 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer    
6075 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt    
6076 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum    
6077 nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt    
6078 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den    
6079 ersteren gelangt ist.""    
6080                  Soweit Schumpeter.    
6081      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite    
6082 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter-    
6083 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten    
6084 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb    
6085 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung    
6086 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment    
6087 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner    
6088 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-    
6089 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums    
6090 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum    
6091 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin    
6092 dem Wesen nach eine Krise.    
6093      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis    
6094 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen    
6095 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-    
6096 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-    
6097 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass    
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6110 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü-    
6111 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und    
6112 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang-    
6113 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,    
6114 wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns    
6115 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn    
6116 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-    
6117 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-    
6118 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-    
6119 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere    
6120 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die    
6121  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug    
6122 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-    
6123 ders der Diskontopolitik.    
6124      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-    
6125 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu    
6126 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf-    
6127 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige    
6128 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise    
6129 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als    
6130 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne    
6131 indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als    
6132 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-    
6133 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-    
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6147 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn    
6148 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen    
6149 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die    
6150 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte    
6151 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus    
6152 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,    
6153 so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die    
6154 ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich    
6155 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft    
6156  die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das    
6157 ist das Einkommen der Nation.    
6158      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von    
6159 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-    
6160 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien    
6161 in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen    
6162 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die    
6163 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht    
6164 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein-    
6165 zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes    
6166 der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der    
6167 Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten    
6168 Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu-    
6169 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-    
6170 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar    
6171 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-    
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6185 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich    
6186 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt    
6187 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,    
6188 den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten    
6189 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in    
6190 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-    
6191 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade    
6192 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des    
6193 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent    
6194 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine    
6195 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.    
6196      Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi-    
6197 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir    
6198 wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in    
6199 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das    
6200 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-    
6201 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen    
6202 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-    
6203 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und    
6204 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,    
6205 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,    
6206 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die    
6207 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu    
6208 equilibrieren.    
6209      Wir können sagen:    
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6222      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist    
6223 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine    
6224 Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass    
6225 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das    
6226 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-    
6227 ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun    
6228 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in    
6229 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene    
6230 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-    
6231 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung    
6232 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In    
6233 jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen    
6234 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es    
6235 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung    
6236 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet    
6237 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen    
6238 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-    
6239 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen    
6240 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied    
6241 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber    
6242 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.    
6243      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und    
6244 addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus    
6245 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.    
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6262 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-    
6263 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist    
6264 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale    
6265 der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-    
6266 wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge-    
6267 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt    
6268 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit    
6269 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird    
6270 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen    
6271 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale    
6272 Anteile am gesamten Produktionsfond.    
6273      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft    
6274 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-    
6275 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar    
6276 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines    
6277 und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als    
6278 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-    
6279 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten    
6280 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie    
6281 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.    
6282 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige    
6283 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.    
6284 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich    
6285 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie    
6286 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise,    
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6299 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber    
6300 doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht    
6301 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach    
6302 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven    
6303 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter    
6304 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt    
6305 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer    
6306 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität    
6307 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.    
6308  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen    
6309 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-    
6310 ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar-    
6311 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein-    
6312 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit    
6313 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben    
6314 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das    
6315 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden    
6316 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-    
6317 menhang zu konstatieren ist.    
6318      Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro-    
6319 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,    
6320 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,    
6321 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-    
6322 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten    
6323 für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich    
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6333    
6334 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-    
6335 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.    
6336      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die    
6337 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten    
6338 von Einkommen zu unterscheiden haben:    
6339    
6340 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-    
6341 güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,    
6342 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-    
6343 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-    
6344 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.    
6345    
6346 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen    
6347 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,    
6348 Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus    
6349 den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )    
6350    
6351 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die    
6352 aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend    
6353 machen können .    
6354    
6355 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-    
6356 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.    
6357    
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6370    
6371      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein    
6372 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-    
6373 keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch    
6374 hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-    
6375 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die    
6376 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-    
6377 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt    
6378 einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht    
6379 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,    
6380 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab    
6381 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie    
6382 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;    
6383 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es    
6384 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem    
6385 Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.    
6386 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären    
6387 Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach-    
6388 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden    
6389 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat-    
6390 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,    
6391 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen    
6392 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den    
6393 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um    
6394 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-    
6395 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.    
6396    
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6405    
6406 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,    
6407 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-    
6408 lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus-    
6409 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-    
6410 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-    
6411 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei-    
6412 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-    
6413 sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet    
6414 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-    
6415 läufen ausgleichen.    
6416      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse    
6417 der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-    
6418 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des    
6419 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .    
6420 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit    
6421 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass    
6422 diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer-    
6423 den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen    
6424 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie    
6425 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch    
6426 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die    
6427 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir    
6428 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-    
6429 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-    
6430 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn    
6431    
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6440    
6441 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung    
6442 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-    
6443 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber    
6444 dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von    
6445 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung    
6446 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-    
6447 kalkulierten Preis.    
6448      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des    
6449 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt    
6450 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom    
6451 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,    
6452 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir    
6453 sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden-    
6454 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff-    
6455 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,    
6456 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden    
6457 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;    
6458 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.    
6459 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als    
6460 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich    
6461 stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher    
6462 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-    
6463 drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-    
6464 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-    
6465 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld    
6466 lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen    
6467    
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6476    
6477 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe    
6478 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier    
6479 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte    
6480 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das    
6481 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen    
6482 Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-    
6483 nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen    
6484 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-    
6485 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,    
6486 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-    
6487 fassung.    
6488      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens    
6489 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere    
6490 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-    
6491 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst    
6492 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-    
6493 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-    
6494 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-    
6495 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt-    
6496 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel    
6497 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das    
6498 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg-    
6499 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-    
6500 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden    
6501 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer    
6502    
6503    
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6512    
6513 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung    
6514 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-    
6515 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-    
6516 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem    
6517 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-    
6518 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur    
6519 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist    
6520 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-    
6521 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles    
6522 in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen    
6523 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht    
6524 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung    
6525 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche    
6526 Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des    
6527 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen    
6528 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit    
6529 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der    
6530 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes    
6531 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in    
6532 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft    
6533 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion    
6534 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.    
6535      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes    
6536 in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung.    
6537 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit    
6538    
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6547    
6548 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde    
6549 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander    
6550 aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird.    
6551      Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die    
6552 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern    
6553 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild    
6554 vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber    
6555 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-    
6556 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-    
6557 güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten    
6558 Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst    
6559 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer    
6560 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa    
6561 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-    
6562 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl    
6563 von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-    
6564 sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch    
6565 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger    
6566 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen    
6567 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept    
6568 wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz    
6569 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen    
6570 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.    
6571    Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,    
6572 die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen,    
6573 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung    
6574    
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6583    
6584 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse    
6585 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich    
6586 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,    
6587 dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-    
6588 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-    
6589 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde    
6590 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen    
6591 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt    
6592 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu    
6593 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der    
6594 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist    
6595 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld    
6596 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen    
6597 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-    
6598 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner    
6599 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite    
6600 Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat    
6601 niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der    
6602 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;    
6603 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen    
6604 den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen    
6605 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen    
6606 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt    
6607 gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert-    
6608 einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt.    
6609 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter-    
6610    
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6619    
6620 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen    
6621 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution    
6622 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche    
6623 Bild.    
6624    
6625      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen    
6626 Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der    
6627 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer    
6628 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,    
6629 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.    
6630    
6631    
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6640    
6641    
6642    
6643 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
6644 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
6645  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
6646 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
6647 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert    
6648 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
6649 keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
6650 erhoffen liessen.    
6651      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
6652 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
6653 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
6654 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
6655 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
6656 lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
6657 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
6658 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
6659    
6660      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
6661 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
6662 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
6663 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
6664 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
6665 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
6666 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
6667 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
6668 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
6669 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
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6682 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
6683 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
6684 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
6685 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
6686 tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
6687 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
6688 und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun    
6689 grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen,    
6690 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
6691 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
6692 ten.    
6693    
6694      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
6695 Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende    
6696 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil-    
6697 bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
6698 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
6699 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen    
6700 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
6701 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
6702 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische    
6703 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
6704 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
6705 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
6706 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
6707 fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge-    
6708 mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
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6720    
6721 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
6722 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
6723 von Edelmetallen.    
6724      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
6725 für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
6726 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
6727 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
6728 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
6729 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
6730 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
6731 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
6732 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
6733 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
6734 ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
6735 der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
6736 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
6737 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
6738 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
6739 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
6740 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
6741 reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
6742 Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
6743 weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
6744 gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen    
6745 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
6746 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
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6759 beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein-    
6760 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
6761 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
6762 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
6763 in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
6764 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über-    
6765 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
6766 schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank-    
6767 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
6768 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
6769 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
6770 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
6771 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
6772 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
6773 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
6774 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
6775 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
6776 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
6777 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
6778 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
6779 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
6780 in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
6781 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
6782 um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder    
6783 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
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6796 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
6797 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
6798 bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
6799 stanz in sich birgt.    
6800      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
6801 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
6802 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
6803 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
6804 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
6805 gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit,    
6806 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
6807 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines    
6808 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
6809 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
6810 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
6811 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
6812 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
6813 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
6814 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
6815 der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
6816 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
6817 der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
6818 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
6819 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen    
6820 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über-    
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6833 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
6834      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
6835 von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten?    
6836 Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
6837 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
6838 erhalten.    
6839      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
6840 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht    
6841 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
6842 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
6843 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie    
6844 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den    
6845 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
6846 das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut    
6847 von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
6848 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
6849      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
6850 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
6851 die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver-    
6852 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als    
6853 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
6854 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
6855 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
6856 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
6857 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
6858 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
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6871 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
6872      Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
6873 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
6874 mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
6875 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
6876 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
6877 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
6878 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
6879 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
6880 dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische    
6881 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
6882 ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
6883 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
6884 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein-    
6885 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
6886 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
6887 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie    
6888 zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
6889 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
6890 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche    
6891 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
6892 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
6893 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen;    
6894 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir    
6895 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
6896 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von    
6897 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
6898 halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
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6911 sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt-    
6912 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
6913 Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
6914 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
6915 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
6916 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
6917 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
6918 Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
6919 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
6920 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
6921 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
6922 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
6923 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
6924 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
6925 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für    
6926 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
6927      Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die    
6928 lautete:    
6929 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
6930 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
6931 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb-    
6932 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
6933 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
6934 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
6935 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
6936 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen    
6937 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
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6950 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
6951 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
6952      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
6953 mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ-    
6954 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
6955 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
6956 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
6957 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
6958 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
6959 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
6960 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja    
6961 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
6962 mal des Geldes bedeutete.    
6963      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
6964 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
6965 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
6966 erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
6967 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
6968 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
6969 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
6970 Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
6971 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
6972 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
6973 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
6974 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
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6987 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
6988 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
6989 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
6990 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
6991 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
6992 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
6993 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
6994 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
6995      Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert-    
6996 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
6997 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
6998 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
6999 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
7000 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
7001 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
7002 noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
7003 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
7004 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
7005 oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns    
7006 noch genügend zu lösen übrig.    
7007        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
7008 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
7009 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
7010 historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
7011 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
7012 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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7025 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
7026 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
7027 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
7028 kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern    
7029 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom-    
7030 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
7031 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
7032 rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
7033 notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel-    
7034 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
7035 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen    
7036   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
7037 Entwicklung zu skizzieren.    
7038     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
7039 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes    
7040 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
7041 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
7042 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
7043 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
7044 metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
7045 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
7046 Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
7047 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
7048 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
7049 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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7062 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
7063 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
7064 mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
7065 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
7066 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
7067 sich üner den Stoff erhebt.    
7068      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
7069 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
7070 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für    
7071 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
7072 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
7073 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
7074 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
7075 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
7076 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
7077 wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
7078 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
7079 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
7080 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek-    
7081 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
7082 handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak-    
7083 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
7084 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
7085 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
7086 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
7087 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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7100 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
7101 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
7102 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
7103 Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für    
7104 den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche    
7105 Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
7106 Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
7107 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
7108 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
7109 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
7110 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
7111 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
7112 den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
7113 nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte    
7114 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
7115 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
7116 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
7117 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
7118 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
7119 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die    
7120 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
7121 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
7122 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
7123 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
7124 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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7137 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
7138 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
7139 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
7140 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
7141 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
7142 ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat-    
7143 lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
7144 übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
7145 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
7146 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
7147 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
7148 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
7149      Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet,    
7150 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
7151 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
7152 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
7153 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
7154 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
7155 der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
7156 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
7157 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
7158 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
7159 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
7160 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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7173 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
7174 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
7175 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
7176 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
7177 das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat"    
7178 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
7179 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
7180 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
7181 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
7182 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
7183 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
7184 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
7185 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
7186 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst    
7187 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir    
7188 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
7189 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
7190      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
7191 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
7192 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick    
7193 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
7194 lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote    
7195 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
7196 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per-    
7197 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
7198 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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7211 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
7212 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
7213 allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
7214 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
7215 wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
7216 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
7217 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
7218 Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
7219 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in    
7220 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
7221 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
7222 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
7223 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
7224 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
7225 allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit    
7226 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
7227 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
7228 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
7229 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
7230 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
7231 müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern    
7232 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
7233 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
7234 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
7235 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus    
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7248 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh-    
7249 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
7250 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
7251 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
7252 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
7253 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
7254 so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
7255 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
7256 müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
7257 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
7258 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
7259 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
7260 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
7261 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
7262 schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen    
7263 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
7264 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
7265 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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7278      Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen,    
7279 heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren    
7280 eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns    
7281 klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem    
7282 Studium der Münzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere    
7283 Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im    
7284 täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfacheter Form entgegen-    
7285 tritt. Was die Werteinehit erreicht, hat seine Individualität verloren    
7286 und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert.    
7287      Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä-    
7288 tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes-    
7289 ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle    
7290 oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein    
7291 Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug    
7292 eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten    
7293 Meister sein ;- Dinge, die wie nie und nimmer vergleichen könnten, in    
7294 der Form, dass wie sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie    
7295 scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be-    
7296 griff der Werteineheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel-    
7297 len und es bleiben übrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich    
7298 gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang    
7299 setzend.    
7300      Wir sagten, die Werteinehit "scheint" eine absolut reale    
7301 grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich-    
7302 keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren    
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7315 __ D e r K r e i s l a u f d e r W i r t s c h a f t .__    
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7320      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine    
7321  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-    
7322  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur    
7323  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt    
7324 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,    
7325 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-    
7326 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der    
7327 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu-    
7328 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie    
7329 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt    
7330 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe    
7331 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich    
7332 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren    
7333 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann    
7334 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt    
7335 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-    
7336 spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug    
7337 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-    
7338 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.    
7339      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-    
7340 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-    
7341 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-    
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7354 kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen,    
7355 wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch    
7356 die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten    
7357 war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden,    
7358 so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit    
7359 gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag,    
7360 auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be-    
7361 rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles    
7362 verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen    
7363 wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut-    
7364 lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flüs-    
7365 sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt-    
7366 wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben    
7367 nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen müs-    
7368 sen, die den anderen gegenüber als eine solidarisch haftende Ein-    
7369 heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder-    
7370 um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs-    
7371 einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich    
7372 selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein    
7373 relatives Maximum an Gütern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach    
7374 einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden Schlüssel ver-    
7375 teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital "    
7376 erübrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis-    
7377 lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man    
7378 das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld-    
7379 wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch    
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7392 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-    
7393 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der    
7394 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-    
7395 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine    
7396 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als    
7397 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-    
7398 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei    
7399 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-    
7400 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb    
7401 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,    
7402 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das    
7403 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.    
7404 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-    
7405 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch    
7406 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.    
7407 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich    
7408 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen    
7409 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau-    
7410 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch    
7411 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn    
7412 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere    
7413 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-    
7414 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-    
7415 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich    
7416 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie    
7417 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-    
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7430 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum-    
7431 güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-    
7432 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-    
7433 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei    
7434 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,    
7435 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet    
7436 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und    
7437 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-    
7438 chen werden.    
7439      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-    
7440 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-    
7441 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-    
7442 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der    
7443 Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch    
7444 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier    
7445 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,    
7446 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser    
7447 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf    
7448 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.    
7449      Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes    
7450 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,    
7451 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt-    
7452 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der    
7453 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir    
7454 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende    
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7467 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen    
7468 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je    
7469 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere    
7470 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,    
7471 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig    
7472 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die    
7473 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-    
7474 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie-    
7475 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen    
7476 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und    
7477 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren    
7478 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der    
7479 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,    
7480 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch    
7481 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des    
7482 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen    
7483  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng    
7484 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das    
7485 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher    
7486 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.    
7487      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters    
7488 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt:    
7489      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-    
7490 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und    
7491 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den    
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7504 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher    
7505 Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck    
7506 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes    
7507  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert    
7508 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln    
7509 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
7510 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und    
7511 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
7512 sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
7513 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und    
7514 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
7515 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten    
7516 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder    
7517 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-    
7518 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem    
7519 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter-    
7520 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den    
7521 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten    
7522 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst    
7523 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde,    
7524 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-    
7525 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter-    
7526 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von    
7527 Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes    
7528 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende    
7529 auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus-    
7530 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,    
7531 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den    
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7544 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer    
7545 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt    
7546 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum    
7547 nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt    
7548 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den    
7549 ersteren gelangt ist.""    
7550                  Soweit Schumpeter.    
7551      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite    
7552 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter-    
7553 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten    
7554 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb    
7555 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung    
7556 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment    
7557 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner    
7558 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-    
7559 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums    
7560 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum    
7561 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin    
7562 dem Wesen nach eine Krise.    
7563      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis    
7564 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen    
7565 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-    
7566 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-    
7567 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass    
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7580 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü-    
7581 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und    
7582 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang-    
7583 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,    
7584 wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns    
7585 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn    
7586 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-    
7587 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-    
7588 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-    
7589 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere    
7590 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die    
7591  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug    
7592 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-    
7593 ders der Diskontopolitik.    
7594      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-    
7595 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu    
7596 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf-    
7597 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige    
7598 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise    
7599 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als    
7600 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne    
7601 indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als    
7602 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-    
7603 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-    
7604    
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7617 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn    
7618 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen    
7619 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die    
7620 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte    
7621 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus    
7622 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,    
7623 so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die    
7624 ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich    
7625 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft    
7626  die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das    
7627 ist das Einkommen der Nation.    
7628      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von    
7629 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-    
7630 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien    
7631 in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen    
7632 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die    
7633 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht    
7634 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein-    
7635 zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes    
7636 der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der    
7637 Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten    
7638 Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu-    
7639 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-    
7640 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar    
7641 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-    
7642    
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7655 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich    
7656 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt    
7657 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,    
7658 den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten    
7659 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in    
7660 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-    
7661 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade    
7662 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des    
7663 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent    
7664 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine    
7665 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.    
7666      Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi-    
7667 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir    
7668 wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in    
7669 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das    
7670 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-    
7671 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen    
7672 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-    
7673 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und    
7674 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,    
7675 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,    
7676 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die    
7677 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu    
7678 equilibrieren.    
7679      Wir können sagen:    
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7692      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist    
7693 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine    
7694 Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass    
7695 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das    
7696 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-    
7697 ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun    
7698 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in    
7699 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene    
7700 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-    
7701 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung    
7702 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In    
7703 jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen    
7704 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es    
7705 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung    
7706 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet    
7707 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen    
7708 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-    
7709 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen    
7710 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied    
7711 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber    
7712 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.    
7713      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und    
7714 addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus    
7715 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.    
7716    
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7732 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-    
7733 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist    
7734 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale    
7735 der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-    
7736 wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge-    
7737 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt    
7738 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit    
7739 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird    
7740 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen    
7741 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale    
7742 Anteile am gesamten Produktionsfond.    
7743      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft    
7744 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-    
7745 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar    
7746 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines    
7747 und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als    
7748 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-    
7749 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten    
7750 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie    
7751 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.    
7752 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige    
7753 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.    
7754 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich    
7755 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie    
7756 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise,    
7757    
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7769 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber    
7770 doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht    
7771 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach    
7772 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven    
7773 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter    
7774 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt    
7775 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer    
7776 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität    
7777 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.    
7778  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen    
7779 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-    
7780 ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar-    
7781 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein-    
7782 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit    
7783 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben    
7784 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das    
7785 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden    
7786 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-    
7787 menhang zu konstatieren ist.    
7788      Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro-    
7789 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,    
7790 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,    
7791 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-    
7792 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten    
7793 für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich    
7794    
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7803    
7804 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-    
7805 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.    
7806      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die    
7807 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten    
7808 von Einkommen zu unterscheiden haben:    
7809    
7810 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-    
7811 güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,    
7812 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-    
7813 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-    
7814 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.    
7815    
7816 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen    
7817 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,    
7818 Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus    
7819 den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )    
7820    
7821 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die    
7822 aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend    
7823 machen können .    
7824    
7825 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-    
7826 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.    
7827    
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7840    
7841      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein    
7842 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-    
7843 keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch    
7844 hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-    
7845 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die    
7846 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-    
7847 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt    
7848 einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht    
7849 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,    
7850 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab    
7851 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie    
7852 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;    
7853 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es    
7854 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem    
7855 Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.    
7856 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären    
7857 Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach-    
7858 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden    
7859 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat-    
7860 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,    
7861 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen    
7862 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den    
7863 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um    
7864 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-    
7865 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.    
7866    
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7875    
7876 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,    
7877 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-    
7878 lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus-    
7879 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-    
7880 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-    
7881 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei-    
7882 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-    
7883 sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet    
7884 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-    
7885 läufen ausgleichen.    
7886      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse    
7887 der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-    
7888 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des    
7889 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .    
7890 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit    
7891 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass    
7892 diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer-    
7893 den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen    
7894 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie    
7895 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch    
7896 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die    
7897 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir    
7898 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-    
7899 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-    
7900 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn    
7901    
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7909 - 37 -    
7910    
7911 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung    
7912 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-    
7913 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber    
7914 dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von    
7915 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung    
7916 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-    
7917 kalkulierten Preis.    
7918      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des    
7919 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt    
7920 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom    
7921 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,    
7922 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir    
7923 sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden-    
7924 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff-    
7925 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,    
7926 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden    
7927 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;    
7928 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.    
7929 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als    
7930 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich    
7931 stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher    
7932 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-    
7933 drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-    
7934 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-    
7935 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld    
7936 lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen    
7937    
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7946    
7947 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe    
7948 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier    
7949 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte    
7950 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das    
7951 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen    
7952 Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-    
7953 nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen    
7954 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-    
7955 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,    
7956 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-    
7957 fassung.    
7958      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens    
7959 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere    
7960 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-    
7961 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst    
7962 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-    
7963 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-    
7964 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-    
7965 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt-    
7966 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel    
7967 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das    
7968 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg-    
7969 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-    
7970 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden    
7971 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer    
7972    
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7982    
7983 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung    
7984 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-    
7985 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-    
7986 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem    
7987 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-    
7988 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur    
7989 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist    
7990 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-    
7991 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles    
7992 in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen    
7993 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht    
7994 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung    
7995 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche    
7996 Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des    
7997 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen    
7998 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit    
7999 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der    
8000 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes    
8001 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in    
8002 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft    
8003 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion    
8004 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.    
8005      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes    
8006 in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung.    
8007 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit    
8008    
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8018 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde    
8019 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander    
8020 aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird.    
8021      Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die    
8022 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern    
8023 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild    
8024 vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber    
8025 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-    
8026 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-    
8027 güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten    
8028 Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst    
8029 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer    
8030 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa    
8031 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-    
8032 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl    
8033 von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-    
8034 sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch    
8035 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger    
8036 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen    
8037 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept    
8038 wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz    
8039 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen    
8040 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.    
8041    Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,    
8042 die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen,    
8043 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung    
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8054 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse    
8055 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich    
8056 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,    
8057 dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-    
8058 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-    
8059 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde    
8060 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen    
8061 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt    
8062 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu    
8063 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der    
8064 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist    
8065 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld    
8066 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen    
8067 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-    
8068 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner    
8069 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite    
8070 Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat    
8071 niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der    
8072 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;    
8073 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen    
8074 den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen    
8075 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen    
8076 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt    
8077 gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert-    
8078 einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt.    
8079 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter-    
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8090 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen    
8091 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution    
8092 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche    
8093 Bild.    
8094    
8095      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen    
8096 Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der    
8097 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer    
8098 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,    
8099 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.    
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8113 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
8114 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
8115  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
8116 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
8117 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert    
8118 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
8119 keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
8120 erhoffen liessen.    
8121      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
8122 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
8123 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
8124 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
8125 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
8126 lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
8127 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
8128 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
8129    
8130      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
8131 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
8132 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
8133 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
8134 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
8135 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
8136 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
8137 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
8138 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
8139 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
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8152 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
8153 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
8154 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
8155 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
8156 tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
8157 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
8158 und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun    
8159 grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen,    
8160 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
8161 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
8162 ten.    
8163    
8164      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
8165 Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende    
8166 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil-    
8167 bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
8168 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
8169 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen    
8170 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
8171 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
8172 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische    
8173 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
8174 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
8175 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
8176 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
8177 fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge-    
8178 mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
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8191 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
8192 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
8193 von Edelmetallen.    
8194      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
8195 für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
8196 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
8197 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
8198 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
8199 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
8200 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
8201 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
8202 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
8203 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
8204 ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
8205 der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
8206 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
8207 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
8208 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
8209 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
8210 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
8211 reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
8212 Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
8213 weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
8214 gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen    
8215 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
8216 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
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8229 beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein-    
8230 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
8231 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
8232 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
8233 in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
8234 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über-    
8235 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
8236 schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank-    
8237 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
8238 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
8239 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
8240 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
8241 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
8242 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
8243 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
8244 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
8245 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
8246 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
8247 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
8248 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
8249 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
8250 in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
8251 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
8252 um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder    
8253 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
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8266 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
8267 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
8268 bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
8269 stanz in sich birgt.    
8270      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
8271 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
8272 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
8273 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
8274 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
8275 gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit,    
8276 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
8277 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines    
8278 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
8279 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
8280 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
8281 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
8282 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
8283 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
8284 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
8285 der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
8286 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
8287 der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
8288 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
8289 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen    
8290 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über-    
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8303 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
8304      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
8305 von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten?    
8306 Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
8307 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
8308 erhalten.    
8309      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
8310 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht    
8311 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
8312 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
8313 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie    
8314 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den    
8315 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
8316 das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut    
8317 von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
8318 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
8319      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
8320 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
8321 die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver-    
8322 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als    
8323 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
8324 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
8325 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
8326 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
8327 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
8328 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
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8341 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
8342      Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
8343 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
8344 mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
8345 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
8346 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
8347 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
8348 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
8349 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
8350 dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische    
8351 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
8352 ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
8353 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
8354 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein-    
8355 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
8356 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
8357 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie    
8358 zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
8359 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
8360 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche    
8361 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
8362 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
8363 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen;    
8364 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir    
8365 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
8366 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von    
8367 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
8368 halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
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8381 sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt-    
8382 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
8383 Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
8384 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
8385 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
8386 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
8387 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
8388 Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
8389 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
8390 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
8391 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
8392 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
8393 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
8394 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
8395 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für    
8396 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
8397      Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die    
8398 lautete:    
8399 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
8400 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
8401 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb-    
8402 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
8403 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
8404 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
8405 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
8406 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen    
8407 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
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8420 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
8421 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
8422      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
8423 mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ-    
8424 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
8425 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
8426 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
8427 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
8428 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
8429 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
8430 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja    
8431 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
8432 mal des Geldes bedeutete.    
8433      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
8434 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
8435 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
8436 erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
8437 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
8438 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
8439 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
8440 Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
8441 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
8442 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
8443 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
8444 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
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8457 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
8458 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
8459 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
8460 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
8461 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
8462 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
8463 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
8464 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
8465      Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert-    
8466 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
8467 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
8468 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
8469 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
8470 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
8471 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
8472 noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
8473 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
8474 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
8475 oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns    
8476 noch genügend zu lösen übrig.    
8477        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
8478 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
8479 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
8480 historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
8481 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
8482 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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8495 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
8496 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
8497 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
8498 kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern    
8499 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom-    
8500 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
8501 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
8502 rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
8503 notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel-    
8504 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
8505 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen    
8506   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
8507 Entwicklung zu skizzieren.    
8508     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
8509 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes    
8510 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
8511 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
8512 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
8513 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
8514 metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
8515 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
8516 Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
8517 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
8518 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
8519 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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8532 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
8533 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
8534 mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
8535 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
8536 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
8537 sich üner den Stoff erhebt.    
8538      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
8539 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
8540 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für    
8541 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
8542 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
8543 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
8544 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
8545 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
8546 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
8547 wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
8548 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
8549 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
8550 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek-    
8551 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
8552 handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak-    
8553 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
8554 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
8555 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
8556 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
8557 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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8570 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
8571 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
8572 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
8573 Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für    
8574 den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche    
8575 Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
8576 Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
8577 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
8578 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
8579 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
8580 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
8581 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
8582 den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
8583 nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte    
8584 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
8585 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
8586 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
8587 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
8588 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
8589 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die    
8590 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
8591 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
8592 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
8593 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
8594 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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8607 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
8608 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
8609 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
8610 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
8611 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
8612 ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat-    
8613 lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
8614 übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
8615 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
8616 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
8617 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
8618 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
8619      Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet,    
8620 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
8621 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
8622 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
8623 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
8624 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
8625 der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
8626 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
8627 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
8628 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
8629 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
8630 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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8643 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
8644 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
8645 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
8646 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
8647 das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat"    
8648 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
8649 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
8650 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
8651 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
8652 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
8653 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
8654 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
8655 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
8656 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst    
8657 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir    
8658 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
8659 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
8660      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
8661 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
8662 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick    
8663 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
8664 lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote    
8665 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
8666 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per-    
8667 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
8668 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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8681 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
8682 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
8683 allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
8684 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
8685 wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
8686 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
8687 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
8688 Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
8689 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in    
8690 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
8691 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
8692 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
8693 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
8694 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
8695 allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit    
8696 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
8697 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
8698 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
8699 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
8700 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
8701 müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern    
8702 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
8703 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
8704 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
8705 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus    
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8718 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh-    
8719 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
8720 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
8721 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
8722 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
8723 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
8724 so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
8725 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
8726 müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
8727 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
8728 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
8729 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
8730 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
8731 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
8732 schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen    
8733 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
8734 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
8735 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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8748 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-    
8749 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der    
8750 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-    
8751 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine    
8752 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als    
8753 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-    
8754 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei    
8755 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-    
8756 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb    
8757 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,    
8758 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das    
8759 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.    
8760 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-    
8761 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch    
8762 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.    
8763 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich    
8764 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen    
8765 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau-    
8766 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch    
8767 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn    
8768 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere    
8769 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-    
8770 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-    
8771 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich    
8772 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie    
8773 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-    
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8786 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum-    
8787 güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-    
8788 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-    
8789 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei    
8790 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,    
8791 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet    
8792 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und    
8793 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-    
8794 chen werden.    
8795      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-    
8796 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-    
8797 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-    
8798 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der    
8799 Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch    
8800 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier    
8801 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,    
8802 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser    
8803 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf    
8804 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.    
8805      Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes    
8806 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,    
8807 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt-    
8808 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der    
8809 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir    
8810 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende    
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8823 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen    
8824 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je    
8825 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere    
8826 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,    
8827 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig    
8828 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die    
8829 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-    
8830 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie-    
8831 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen    
8832 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und    
8833 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren    
8834 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der    
8835 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,    
8836 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch    
8837 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des    
8838 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen    
8839  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng    
8840 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das    
8841 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher    
8842 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.    
8843      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters    
8844 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt:    
8845      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-    
8846 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und    
8847 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den    
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8860 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher    
8861 Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck    
8862 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes    
8863  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert    
8864 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln    
8865 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
8866 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und    
8867 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
8868 sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
8869 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und    
8870 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
8871 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten    
8872 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder    
8873 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-    
8874 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem    
8875 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter-    
8876 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den    
8877 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten    
8878 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst    
8879 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde,    
8880 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-    
8881 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter-    
8882 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von    
8883 Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes    
8884 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende    
8885 auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus-    
8886 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,    
8887 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den    
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8900 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer    
8901 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt    
8902 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum    
8903 nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt    
8904 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den    
8905 ersteren gelangt ist.""    
8906                  Soweit Schumpeter.    
8907      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite    
8908 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter-    
8909 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten    
8910 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb    
8911 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung    
8912 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment    
8913 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner    
8914 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-    
8915 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums    
8916 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum    
8917 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin    
8918 dem Wesen nach eine Krise.    
8919      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis    
8920 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen    
8921 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-    
8922 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-    
8923 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass    
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8936 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü-    
8937 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und    
8938 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang-    
8939 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,    
8940 wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns    
8941 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn    
8942 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-    
8943 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-    
8944 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-    
8945 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere    
8946 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die    
8947  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug    
8948 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-    
8949 ders der Diskontopolitik.    
8950      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-    
8951 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu    
8952 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf-    
8953 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige    
8954 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise    
8955 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als    
8956 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne    
8957 indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als    
8958 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-    
8959 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-    
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8973 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn    
8974 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen    
8975 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die    
8976 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte    
8977 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus    
8978 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,    
8979 so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die    
8980 ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich    
8981 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft    
8982  die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das    
8983 ist das Einkommen der Nation.    
8984      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von    
8985 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-    
8986 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien    
8987 in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen    
8988 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die    
8989 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht    
8990 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein-    
8991 zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes    
8992 der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der    
8993 Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten    
8994 Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu-    
8995 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-    
8996 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar    
8997 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-    
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9011 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich    
9012 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt    
9013 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,    
9014 den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten    
9015 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in    
9016 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-    
9017 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade    
9018 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des    
9019 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent    
9020 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine    
9021 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.    
9022      Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi-    
9023 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir    
9024 wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in    
9025 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das    
9026 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-    
9027 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen    
9028 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-    
9029 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und    
9030 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,    
9031 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,    
9032 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die    
9033 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu    
9034 equilibrieren.    
9035      Wir können sagen:    
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9048      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist    
9049 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine    
9050 Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass    
9051 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das    
9052 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-    
9053 ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun    
9054 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in    
9055 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene    
9056 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-    
9057 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung    
9058 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In    
9059 jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen    
9060 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es    
9061 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung    
9062 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet    
9063 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen    
9064 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-    
9065 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen    
9066 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied    
9067 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber    
9068 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.    
9069      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und    
9070 addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus    
9071 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.    
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9088 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-    
9089 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist    
9090 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale    
9091 der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-    
9092 wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge-    
9093 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt    
9094 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit    
9095 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird    
9096 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen    
9097 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale    
9098 Anteile am gesamten Produktionsfond.    
9099      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft    
9100 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-    
9101 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar    
9102 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines    
9103 und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als    
9104 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-    
9105 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten    
9106 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie    
9107 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.    
9108 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige    
9109 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.    
9110 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich    
9111 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie    
9112 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise,    
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9125 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber    
9126 doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht    
9127 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach    
9128 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven    
9129 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter    
9130 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt    
9131 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer    
9132 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität    
9133 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.    
9134  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen    
9135 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-    
9136 ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar-    
9137 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein-    
9138 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit    
9139 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben    
9140 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das    
9141 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden    
9142 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-    
9143 menhang zu konstatieren ist.    
9144      Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro-    
9145 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,    
9146 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,    
9147 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-    
9148 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten    
9149 für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich    
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9160 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-    
9161 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.    
9162      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die    
9163 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten    
9164 von Einkommen zu unterscheiden haben:    
9165    
9166 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-    
9167 güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,    
9168 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-    
9169 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-    
9170 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.    
9171    
9172 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen    
9173 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,    
9174 Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus    
9175 den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )    
9176    
9177 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die    
9178 aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend    
9179 machen können .    
9180    
9181 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-    
9182 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.    
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9197      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein    
9198 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-    
9199 keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch    
9200 hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-    
9201 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die    
9202 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-    
9203 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt    
9204 einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht    
9205 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,    
9206 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab    
9207 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie    
9208 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;    
9209 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es    
9210 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem    
9211 Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.    
9212 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären    
9213 Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach-    
9214 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden    
9215 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat-    
9216 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,    
9217 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen    
9218 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den    
9219 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um    
9220 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-    
9221 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.    
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9232 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,    
9233 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-    
9234 lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus-    
9235 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-    
9236 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-    
9237 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei-    
9238 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-    
9239 sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet    
9240 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-    
9241 läufen ausgleichen.    
9242      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse    
9243 der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-    
9244 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des    
9245 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .    
9246 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit    
9247 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass    
9248 diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer-    
9249 den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen    
9250 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie    
9251 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch    
9252 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die    
9253 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir    
9254 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-    
9255 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-    
9256 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn    
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9266    
9267 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung    
9268 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-    
9269 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber    
9270 dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von    
9271 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung    
9272 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-    
9273 kalkulierten Preis.    
9274      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des    
9275 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt    
9276 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom    
9277 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,    
9278 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir    
9279 sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden-    
9280 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff-    
9281 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,    
9282 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden    
9283 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;    
9284 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.    
9285 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als    
9286 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich    
9287 stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher    
9288 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-    
9289 drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-    
9290 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-    
9291 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld    
9292 lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen    
9293    
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9303 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe    
9304 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier    
9305 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte    
9306 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das    
9307 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen    
9308 Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-    
9309 nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen    
9310 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-    
9311 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,    
9312 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-    
9313 fassung.    
9314      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens    
9315 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere    
9316 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-    
9317 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst    
9318 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-    
9319 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-    
9320 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-    
9321 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt-    
9322 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel    
9323 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das    
9324 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg-    
9325 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-    
9326 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden    
9327 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer    
9328    
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9339 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung    
9340 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-    
9341 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-    
9342 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem    
9343 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-    
9344 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur    
9345 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist    
9346 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-    
9347 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles    
9348 in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen    
9349 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht    
9350 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung    
9351 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche    
9352 Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des    
9353 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen    
9354 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit    
9355 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der    
9356 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes    
9357 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in    
9358 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft    
9359 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion    
9360 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.    
9361      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes    
9362 in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung.    
9363 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit    
9364    
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9373    
9374 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde    
9375 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander    
9376 aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird.    
9377      Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die    
9378 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern    
9379 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild    
9380 vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber    
9381 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-    
9382 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-    
9383 güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten    
9384 Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst    
9385 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer    
9386 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa    
9387 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-    
9388 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl    
9389 von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-    
9390 sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch    
9391 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger    
9392 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen    
9393 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept    
9394 wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz    
9395 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen    
9396 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.    
9397    Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,    
9398 die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen,    
9399 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung    
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9410 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse    
9411 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich    
9412 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,    
9413 dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-    
9414 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-    
9415 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde    
9416 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen    
9417 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt    
9418 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu    
9419 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der    
9420 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist    
9421 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld    
9422 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen    
9423 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-    
9424 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner    
9425 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite    
9426 Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat    
9427 niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der    
9428 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;    
9429 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen    
9430 den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen    
9431 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen    
9432 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt    
9433 gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert-    
9434 einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt.    
9435 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter-    
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9446 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen    
9447 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution    
9448 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche    
9449 Bild.    
9450    
9451      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen    
9452 Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der    
9453 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer    
9454 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,    
9455 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.    
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9469 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
9470 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
9471  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
9472 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
9473 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert    
9474 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
9475 keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
9476 erhoffen liessen.    
9477      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
9478 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
9479 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
9480 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
9481 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
9482 lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
9483 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
9484 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
9485    
9486      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
9487 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
9488 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
9489 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
9490 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
9491 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
9492 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
9493 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
9494 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
9495 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
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9508 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
9509 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
9510 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
9511 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
9512 tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
9513 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
9514 und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun    
9515 grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen,    
9516 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
9517 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
9518 ten.    
9519    
9520      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
9521 Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende    
9522 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil-    
9523 bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
9524 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
9525 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen    
9526 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
9527 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
9528 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische    
9529 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
9530 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
9531 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
9532 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
9533 fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge-    
9534 mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
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9547 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
9548 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
9549 von Edelmetallen.    
9550      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
9551 für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
9552 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
9553 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
9554 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
9555 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
9556 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
9557 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
9558 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
9559 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
9560 ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
9561 der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
9562 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
9563 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
9564 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
9565 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
9566 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
9567 reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
9568 Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
9569 weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
9570 gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen    
9571 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
9572 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
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9585 beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein-    
9586 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
9587 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
9588 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
9589 in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
9590 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über-    
9591 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
9592 schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank-    
9593 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
9594 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
9595 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
9596 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
9597 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
9598 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
9599 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
9600 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
9601 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
9602 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
9603 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
9604 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
9605 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
9606 in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
9607 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
9608 um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder    
9609 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
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9622 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
9623 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
9624 bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
9625 stanz in sich birgt.    
9626      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
9627 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
9628 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
9629 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
9630 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
9631 gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit,    
9632 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
9633 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines    
9634 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
9635 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
9636 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
9637 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
9638 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
9639 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
9640 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
9641 der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
9642 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
9643 der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
9644 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
9645 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen    
9646 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über-    
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9659 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
9660      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
9661 von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten?    
9662 Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
9663 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
9664 erhalten.    
9665      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
9666 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht    
9667 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
9668 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
9669 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie    
9670 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den    
9671 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
9672 das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut    
9673 von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
9674 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
9675      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
9676 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
9677 die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver-    
9678 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als    
9679 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
9680 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
9681 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
9682 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
9683 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
9684 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
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9697 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
9698      Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
9699 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
9700 mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
9701 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
9702 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
9703 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
9704 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
9705 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
9706 dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische    
9707 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
9708 ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
9709 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
9710 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein-    
9711 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
9712 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
9713 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie    
9714 zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
9715 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
9716 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche    
9717 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
9718 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
9719 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen;    
9720 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir    
9721 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
9722 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von    
9723 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
9724 halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
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9737 sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt-    
9738 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
9739 Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
9740 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
9741 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
9742 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
9743 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
9744 Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
9745 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
9746 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
9747 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
9748 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
9749 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
9750 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
9751 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für    
9752 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
9753      Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die    
9754 lautete:    
9755 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
9756 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
9757 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb-    
9758 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
9759 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
9760 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
9761 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
9762 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen    
9763 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
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9776 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
9777 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
9778      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
9779 mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ-    
9780 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
9781 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
9782 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
9783 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
9784 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
9785 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
9786 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja    
9787 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
9788 mal des Geldes bedeutete.    
9789      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
9790 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
9791 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
9792 erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
9793 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
9794 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
9795 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
9796 Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
9797 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
9798 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
9799 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
9800 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
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9813 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
9814 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
9815 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
9816 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
9817 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
9818 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
9819 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
9820 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
9821      Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert-    
9822 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
9823 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
9824 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
9825 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
9826 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
9827 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
9828 noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
9829 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
9830 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
9831 oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns    
9832 noch genügend zu lösen übrig.    
9833        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
9834 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
9835 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
9836 historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
9837 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
9838 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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9851 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
9852 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
9853 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
9854 kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern    
9855 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom-    
9856 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
9857 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
9858 rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
9859 notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel-    
9860 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
9861 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen    
9862   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
9863 Entwicklung zu skizzieren.    
9864     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
9865 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes    
9866 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
9867 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
9868 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
9869 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
9870 metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
9871 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
9872 Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
9873 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
9874 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
9875 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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9888 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
9889 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
9890 mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
9891 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
9892 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
9893 sich üner den Stoff erhebt.    
9894      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
9895 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
9896 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für    
9897 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
9898 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
9899 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
9900 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
9901 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
9902 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
9903 wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
9904 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
9905 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
9906 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek-    
9907 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
9908 handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak-    
9909 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
9910 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
9911 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
9912 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
9913 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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9926 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
9927 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
9928 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
9929 Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für    
9930 den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche    
9931 Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
9932 Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
9933 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
9934 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
9935 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
9936 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
9937 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
9938 den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
9939 nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte    
9940 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
9941 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
9942 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
9943 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
9944 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
9945 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die    
9946 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
9947 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
9948 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
9949 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
9950 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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9963 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
9964 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
9965 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
9966 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
9967 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
9968 ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat-    
9969 lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
9970 übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
9971 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
9972 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
9973 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
9974 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
9975      Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet,    
9976 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
9977 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
9978 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
9979 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
9980 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
9981 der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
9982 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
9983 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
9984 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
9985 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
9986 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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9999 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
10000 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
10001 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
10002 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
10003 das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat"    
10004 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
10005 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
10006 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
10007 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
10008 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
10009 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
10010 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
10011 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
10012 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst    
10013 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir    
10014 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
10015 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
10016      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
10017 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
10018 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick    
10019 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
10020 lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote    
10021 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
10022 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per-    
10023 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
10024 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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10037 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
10038 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
10039 allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
10040 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
10041 wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
10042 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
10043 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
10044 Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
10045 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in    
10046 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
10047 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
10048 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
10049 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
10050 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
10051 allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit    
10052 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
10053 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
10054 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
10055 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
10056 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
10057 müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern    
10058 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
10059 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
10060 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
10061 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus    
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10074 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh-    
10075 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
10076 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
10077 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
10078 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
10079 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
10080 so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
10081 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
10082 müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
10083 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
10084 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
10085 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
10086 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
10087 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
10088 schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen    
10089 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
10090 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
10091 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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10109      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine    
10110  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-    
10111  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur    
10112  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt    
10113 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,    
10114 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-    
10115 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der    
10116 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu-    
10117 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie    
10118 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt    
10119 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe    
10120 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich    
10121 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren    
10122 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann    
10123 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt    
10124 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-    
10125 spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug    
10126 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-    
10127 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.    
10128      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-    
10129 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-    
10130 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-    
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10135 ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und Güterverteilung.===    
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10143      Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen,    
10144 heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren    
10145 eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns    
10146 klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem    
10147 Studium der Münzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere    
10148 Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im    
10149 täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfacheter Form entgegen-    
10150 tritt. Was die Werteinehit erreicht, hat seine Individualität verloren    
10151 und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert.    
10152      Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä-    
10153 tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes-    
10154 ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle    
10155 oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein    
10156 Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug    
10157 eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten    
10158 Meister sein ;- Dinge, die wie nie und nimmer vergleichen könnten, in    
10159 der Form, dass wie sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie    
10160 scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be-    
10161 griff der Werteineheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel-    
10162 len und es bleiben übrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich    
10163 gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang    
10164 setzend.    
10165      Wir sagten, die Werteinehit "scheint" eine absolut reale    
10166 grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich-    
10167 keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren    
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10171 ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und Güterverteilung.===    
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10185      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine    
10186  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-    
10187  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur    
10188  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt    
10189 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,    
10190 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-    
10191 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der    
10192 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu-    
10193 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie    
10194 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt    
10195 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe    
10196 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich    
10197 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren    
10198 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann    
10199 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt    
10200 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-    
10201 spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug    
10202 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-    
10203 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.    
10204      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-    
10205 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-    
10206 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-    
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10219 kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen,    
10220 wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch    
10221 die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten    
10222 war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden,    
10223 so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit    
10224 gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag,    
10225 auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be-    
10226 rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles    
10227 verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen    
10228 wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut-    
10229 lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flüs-    
10230 sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt-    
10231 wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben    
10232 nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen müs-    
10233 sen, die den anderen gegenüber als eine solidarisch haftende Ein-    
10234 heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder-    
10235 um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs-    
10236 einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich    
10237 selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein    
10238 relatives Maximum an Gütern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach    
10239 einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden Schlüssel ver-    
10240 teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital "    
10241 erübrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis-    
10242 lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man    
10243 das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld-    
10244 wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch    
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10257 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-    
10258 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der    
10259 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-    
10260 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine    
10261 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als    
10262 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-    
10263 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei    
10264 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-    
10265 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb    
10266 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,    
10267 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das    
10268 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.    
10269 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-    
10270 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch    
10271 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.    
10272 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich    
10273 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen    
10274 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau-    
10275 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch    
10276 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn    
10277 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere    
10278 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-    
10279 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-    
10280 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich    
10281 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie    
10282 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-    
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10295 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum-    
10296 güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-    
10297 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-    
10298 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei    
10299 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,    
10300 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet    
10301 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und    
10302 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-    
10303 chen werden.    
10304      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-    
10305 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-    
10306 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-    
10307 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der    
10308 Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch    
10309 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier    
10310 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,    
10311 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser    
10312 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf    
10313 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.    
10314      Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes    
10315 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,    
10316 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt-    
10317 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der    
10318 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir    
10319 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende    
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10332 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen    
10333 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je    
10334 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere    
10335 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,    
10336 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig    
10337 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die    
10338 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-    
10339 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie-    
10340 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen    
10341 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und    
10342 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren    
10343 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der    
10344 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,    
10345 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch    
10346 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des    
10347 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen    
10348  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng    
10349 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das    
10350 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher    
10351 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.    
10352      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters    
10353 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt:    
10354      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-    
10355 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und    
10356 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den    
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10369 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher    
10370 Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck    
10371 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes    
10372  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert    
10373 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln    
10374 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
10375 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und    
10376 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
10377 sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
10378 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und    
10379 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
10380 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten    
10381 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder    
10382 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-    
10383 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem    
10384 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter-    
10385 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den    
10386 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten    
10387 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst    
10388 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde,    
10389 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-    
10390 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter-    
10391 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von    
10392 Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes    
10393 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende    
10394 auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus-    
10395 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,    
10396 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den    
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10409 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer    
10410 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt    
10411 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum    
10412 nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt    
10413 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den    
10414 ersteren gelangt ist.""    
10415                  Soweit Schumpeter.    
10416      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite    
10417 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter-    
10418 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten    
10419 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb    
10420 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung    
10421 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment    
10422 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner    
10423 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-    
10424 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums    
10425 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum    
10426 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin    
10427 dem Wesen nach eine Krise.    
10428      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis    
10429 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen    
10430 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-    
10431 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-    
10432 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass    
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10445 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü-    
10446 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und    
10447 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang-    
10448 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,    
10449 wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns    
10450 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn    
10451 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-    
10452 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-    
10453 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-    
10454 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere    
10455 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die    
10456  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug    
10457 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-    
10458 ders der Diskontopolitik.    
10459      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-    
10460 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu    
10461 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf-    
10462 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige    
10463 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise    
10464 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als    
10465 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne    
10466 indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als    
10467 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-    
10468 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-    
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10482 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn    
10483 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen    
10484 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die    
10485 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte    
10486 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus    
10487 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,    
10488 so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die    
10489 ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich    
10490 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft    
10491  die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das    
10492 ist das Einkommen der Nation.    
10493      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von    
10494 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-    
10495 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien    
10496 in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen    
10497 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die    
10498 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht    
10499 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein-    
10500 zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes    
10501 der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der    
10502 Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten    
10503 Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu-    
10504 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-    
10505 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar    
10506 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-    
10507    
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10520 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich    
10521 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt    
10522 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,    
10523 den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten    
10524 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in    
10525 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-    
10526 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade    
10527 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des    
10528 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent    
10529 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine    
10530 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.    
10531      Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi-    
10532 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir    
10533 wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in    
10534 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das    
10535 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-    
10536 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen    
10537 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-    
10538 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und    
10539 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,    
10540 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,    
10541 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die    
10542 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu    
10543 equilibrieren.    
10544      Wir können sagen:    
10545    
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10557      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist    
10558 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine    
10559 Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass    
10560 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das    
10561 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-    
10562 ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun    
10563 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in    
10564 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene    
10565 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-    
10566 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung    
10567 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In    
10568 jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen    
10569 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es    
10570 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung    
10571 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet    
10572 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen    
10573 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-    
10574 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen    
10575 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied    
10576 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber    
10577 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.    
10578      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und    
10579 addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus    
10580 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.    
10581    
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10597 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-    
10598 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist    
10599 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale    
10600 der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-    
10601 wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge-    
10602 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt    
10603 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit    
10604 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird    
10605 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen    
10606 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale    
10607 Anteile am gesamten Produktionsfond.    
10608      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft    
10609 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-    
10610 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar    
10611 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines    
10612 und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als    
10613 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-    
10614 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten    
10615 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie    
10616 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.    
10617 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige    
10618 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.    
10619 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich    
10620 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie    
10621 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise,    
10622    
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10633    
10634 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber    
10635 doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht    
10636 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach    
10637 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven    
10638 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter    
10639 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt    
10640 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer    
10641 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität    
10642 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.    
10643  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen    
10644 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-    
10645 ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar-    
10646 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein-    
10647 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit    
10648 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben    
10649 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das    
10650 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden    
10651 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-    
10652 menhang zu konstatieren ist.    
10653      Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro-    
10654 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,    
10655 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,    
10656 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-    
10657 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten    
10658 für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich    
10659    
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10668    
10669 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-    
10670 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.    
10671      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die    
10672 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten    
10673 von Einkommen zu unterscheiden haben:    
10674    
10675 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-    
10676 güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,    
10677 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-    
10678 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-    
10679 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.    
10680    
10681 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen    
10682 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,    
10683 Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus    
10684 den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )    
10685    
10686 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die    
10687 aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend    
10688 machen können .    
10689    
10690 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-    
10691 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.    
10692    
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10705    
10706      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein    
10707 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-    
10708 keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch    
10709 hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-    
10710 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die    
10711 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-    
10712 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt    
10713 einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht    
10714 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,    
10715 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab    
10716 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie    
10717 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;    
10718 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es    
10719 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem    
10720 Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.    
10721 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären    
10722 Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach-    
10723 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden    
10724 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat-    
10725 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,    
10726 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen    
10727 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den    
10728 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um    
10729 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-    
10730 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.    
10731    
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10739 - 36 -    
10740    
10741 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,    
10742 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-    
10743 lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus-    
10744 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-    
10745 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-    
10746 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei-    
10747 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-    
10748 sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet    
10749 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-    
10750 läufen ausgleichen.    
10751      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse    
10752 der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-    
10753 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des    
10754 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .    
10755 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit    
10756 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass    
10757 diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer-    
10758 den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen    
10759 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie    
10760 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch    
10761 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die    
10762 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir    
10763 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-    
10764 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-    
10765 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn    
10766    
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10774 - 37 -    
10775    
10776 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung    
10777 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-    
10778 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber    
10779 dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von    
10780 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung    
10781 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-    
10782 kalkulierten Preis.    
10783      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des    
10784 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt    
10785 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom    
10786 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,    
10787 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir    
10788 sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden-    
10789 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff-    
10790 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,    
10791 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden    
10792 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;    
10793 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.    
10794 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als    
10795 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich    
10796 stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher    
10797 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-    
10798 drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-    
10799 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-    
10800 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld    
10801 lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen    
10802    
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10811    
10812 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe    
10813 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier    
10814 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte    
10815 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das    
10816 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen    
10817 Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-    
10818 nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen    
10819 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-    
10820 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,    
10821 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-    
10822 fassung.    
10823      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens    
10824 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere    
10825 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-    
10826 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst    
10827 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-    
10828 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-    
10829 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-    
10830 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt-    
10831 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel    
10832 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das    
10833 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg-    
10834 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-    
10835 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden    
10836 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer    
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10847    
10848 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung    
10849 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-    
10850 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-    
10851 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem    
10852 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-    
10853 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur    
10854 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist    
10855 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-    
10856 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles    
10857 in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen    
10858 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht    
10859 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung    
10860 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche    
10861 Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des    
10862 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen    
10863 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit    
10864 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der    
10865 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes    
10866 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in    
10867 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft    
10868 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion    
10869 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.    
10870      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes    
10871 in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung.    
10872 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit    
10873    
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10882    
10883 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde    
10884 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander    
10885 aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird.    
10886      Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die    
10887 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern    
10888 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild    
10889 vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber    
10890 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-    
10891 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-    
10892 güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten    
10893 Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst    
10894 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer    
10895 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa    
10896 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-    
10897 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl    
10898 von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-    
10899 sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch    
10900 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger    
10901 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen    
10902 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept    
10903 wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz    
10904 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen    
10905 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.    
10906    Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,    
10907 die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen,    
10908 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung    
10909    
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10919 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse    
10920 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich    
10921 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,    
10922 dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-    
10923 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-    
10924 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde    
10925 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen    
10926 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt    
10927 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu    
10928 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der    
10929 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist    
10930 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld    
10931 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen    
10932 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-    
10933 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner    
10934 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite    
10935 Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat    
10936 niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der    
10937 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;    
10938 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen    
10939 den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen    
10940 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen    
10941 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt    
10942 gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert-    
10943 einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt.    
10944 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter-    
10945    
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10954    
10955 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen    
10956 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution    
10957 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche    
10958 Bild.    
10959    
10960      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen    
10961 Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der    
10962 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer    
10963 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,    
10964 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.    
10965    
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10978 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
10979 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
10980  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
10981 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
10982 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert    
10983 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
10984 keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
10985 erhoffen liessen.    
10986      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
10987 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
10988 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
10989 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
10990 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
10991 lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
10992 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
10993 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
10994    
10995      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
10996 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
10997 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
10998 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
10999 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
11000 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
11001 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
11002 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
11003 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
11004 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
11005 |    
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11017 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
11018 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
11019 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
11020 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
11021 tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
11022 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
11023 und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun    
11024 grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen,    
11025 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
11026 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
11027 ten.    
11028    
11029      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
11030 Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende    
11031 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil-    
11032 bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
11033 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
11034 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen    
11035 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
11036 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
11037 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische    
11038 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
11039 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
11040 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
11041 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
11042 fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge-    
11043 mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
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11056 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
11057 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
11058 von Edelmetallen.    
11059      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
11060 für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
11061 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
11062 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
11063 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
11064 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
11065 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
11066 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
11067 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
11068 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
11069 ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
11070 der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
11071 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
11072 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
11073 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
11074 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
11075 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
11076 reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
11077 Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
11078 weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
11079 gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen    
11080 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
11081 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
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11094 beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein-    
11095 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
11096 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
11097 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
11098 in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
11099 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über-    
11100 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
11101 schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank-    
11102 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
11103 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
11104 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
11105 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
11106 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
11107 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
11108 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
11109 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
11110 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
11111 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
11112 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
11113 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
11114 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
11115 in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
11116 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
11117 um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder    
11118 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
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11131 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
11132 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
11133 bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
11134 stanz in sich birgt.    
11135      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
11136 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
11137 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
11138 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
11139 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
11140 gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit,    
11141 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
11142 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines    
11143 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
11144 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
11145 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
11146 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
11147 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
11148 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
11149 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
11150 der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
11151 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
11152 der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
11153 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
11154 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen    
11155 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über-    
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11168 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
11169      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
11170 von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten?    
11171 Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
11172 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
11173 erhalten.    
11174      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
11175 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht    
11176 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
11177 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
11178 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie    
11179 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den    
11180 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
11181 das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut    
11182 von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
11183 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
11184      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
11185 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
11186 die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver-    
11187 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als    
11188 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
11189 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
11190 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
11191 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
11192 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
11193 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
11194 |    
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11201    
11202 - 9 -    
11203    
11204    
11205    
11206 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
11207      Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
11208 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
11209 mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
11210 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
11211 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
11212 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
11213 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
11214 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
11215 dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische    
11216 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
11217 ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
11218 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
11219 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein-    
11220 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
11221 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
11222 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie    
11223 zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
11224 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
11225 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche    
11226 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
11227 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
11228 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen;    
11229 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir    
11230 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
11231 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von    
11232 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
11233 halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
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11246 sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt-    
11247 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
11248 Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
11249 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
11250 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
11251 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
11252 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
11253 Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
11254 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
11255 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
11256 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
11257 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
11258 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
11259 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
11260 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für    
11261 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
11262      Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die    
11263 lautete:    
11264 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
11265 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
11266 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb-    
11267 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
11268 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
11269 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
11270 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
11271 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen    
11272 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
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11285 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
11286 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
11287      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
11288 mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ-    
11289 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
11290 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
11291 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
11292 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
11293 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
11294 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
11295 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja    
11296 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
11297 mal des Geldes bedeutete.    
11298      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
11299 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
11300 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
11301 erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
11302 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
11303 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
11304 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
11305 Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
11306 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
11307 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
11308 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
11309 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
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11322 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
11323 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
11324 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
11325 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
11326 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
11327 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
11328 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
11329 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
11330      Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert-    
11331 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
11332 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
11333 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
11334 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
11335 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
11336 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
11337 noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
11338 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
11339 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
11340 oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns    
11341 noch genügend zu lösen übrig.    
11342        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
11343 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
11344 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
11345 historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
11346 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
11347 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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11360 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
11361 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
11362 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
11363 kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern    
11364 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom-    
11365 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
11366 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
11367 rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
11368 notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel-    
11369 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
11370 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen    
11371   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
11372 Entwicklung zu skizzieren.    
11373     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
11374 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes    
11375 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
11376 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
11377 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
11378 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
11379 metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
11380 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
11381 Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
11382 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
11383 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
11384 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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11397 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
11398 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
11399 mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
11400 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
11401 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
11402 sich üner den Stoff erhebt.    
11403      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
11404 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
11405 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für    
11406 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
11407 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
11408 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
11409 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
11410 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
11411 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
11412 wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
11413 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
11414 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
11415 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek-    
11416 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
11417 handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak-    
11418 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
11419 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
11420 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
11421 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
11422 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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11435 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
11436 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
11437 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
11438 Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für    
11439 den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche    
11440 Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
11441 Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
11442 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
11443 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
11444 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
11445 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
11446 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
11447 den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
11448 nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte    
11449 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
11450 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
11451 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
11452 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
11453 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
11454 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die    
11455 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
11456 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
11457 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
11458 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
11459 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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11472 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
11473 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
11474 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
11475 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
11476 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
11477 ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat-    
11478 lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
11479 übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
11480 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
11481 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
11482 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
11483 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
11484      Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet,    
11485 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
11486 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
11487 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
11488 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
11489 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
11490 der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
11491 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
11492 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
11493 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
11494 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
11495 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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11508 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
11509 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
11510 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
11511 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
11512 das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat"    
11513 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
11514 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
11515 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
11516 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
11517 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
11518 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
11519 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
11520 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
11521 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst    
11522 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir    
11523 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
11524 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
11525      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
11526 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
11527 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick    
11528 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
11529 lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote    
11530 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
11531 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per-    
11532 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
11533 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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11546 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
11547 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
11548 allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
11549 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
11550 wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
11551 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
11552 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
11553 Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
11554 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in    
11555 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
11556 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
11557 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
11558 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
11559 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
11560 allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit    
11561 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
11562 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
11563 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
11564 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
11565 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
11566 müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern    
11567 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
11568 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
11569 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
11570 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus    
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11583 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh-    
11584 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
11585 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
11586 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
11587 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
11588 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
11589 so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
11590 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
11591 müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
11592 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
11593 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
11594 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
11595 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
11596 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
11597 schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen    
11598 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
11599 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
11600 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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11613 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-    
11614 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der    
11615 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-    
11616 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine    
11617 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als    
11618 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-    
11619 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei    
11620 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-    
11621 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb    
11622 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,    
11623 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das    
11624 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.    
11625 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-    
11626 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch    
11627 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.    
11628 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich    
11629 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen    
11630 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau-    
11631 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch    
11632 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn    
11633 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere    
11634 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-    
11635 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-    
11636 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich    
11637 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie    
11638 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-    
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11651 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum-    
11652 güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-    
11653 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-    
11654 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei    
11655 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,    
11656 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet    
11657 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und    
11658 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-    
11659 chen werden.    
11660      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-    
11661 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-    
11662 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-    
11663 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der    
11664 Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch    
11665 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier    
11666 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,    
11667 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser    
11668 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf    
11669 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.    
11670      Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes    
11671 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,    
11672 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt-    
11673 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der    
11674 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir    
11675 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende    
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11688 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen    
11689 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je    
11690 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere    
11691 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,    
11692 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig    
11693 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die    
11694 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-    
11695 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie-    
11696 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen    
11697 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und    
11698 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren    
11699 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der    
11700 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,    
11701 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch    
11702 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des    
11703 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen    
11704  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng    
11705 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das    
11706 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher    
11707 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.    
11708      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters    
11709 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt:    
11710      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-    
11711 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und    
11712 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den    
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11725 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher    
11726 Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck    
11727 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes    
11728  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert    
11729 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln    
11730 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
11731 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und    
11732 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
11733 sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
11734 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und    
11735 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
11736 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten    
11737 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder    
11738 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-    
11739 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem    
11740 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter-    
11741 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den    
11742 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten    
11743 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst    
11744 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde,    
11745 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-    
11746 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter-    
11747 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von    
11748 Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes    
11749 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende    
11750 auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus-    
11751 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,    
11752 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den    
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11765 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer    
11766 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt    
11767 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum    
11768 nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt    
11769 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den    
11770 ersteren gelangt ist.""    
11771                  Soweit Schumpeter.    
11772      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite    
11773 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter-    
11774 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten    
11775 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb    
11776 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung    
11777 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment    
11778 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner    
11779 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-    
11780 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums    
11781 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum    
11782 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin    
11783 dem Wesen nach eine Krise.    
11784      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis    
11785 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen    
11786 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-    
11787 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-    
11788 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass    
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11800    
11801 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü-    
11802 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und    
11803 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang-    
11804 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,    
11805 wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns    
11806 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn    
11807 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-    
11808 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-    
11809 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-    
11810 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere    
11811 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die    
11812  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug    
11813 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-    
11814 ders der Diskontopolitik.    
11815      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-    
11816 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu    
11817 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf-    
11818 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige    
11819 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise    
11820 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als    
11821 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne    
11822 indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als    
11823 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-    
11824 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-    
11825    
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11838 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn    
11839 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen    
11840 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die    
11841 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte    
11842 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus    
11843 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,    
11844 so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die    
11845 ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich    
11846 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft    
11847  die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das    
11848 ist das Einkommen der Nation.    
11849      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von    
11850 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-    
11851 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien    
11852 in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen    
11853 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die    
11854 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht    
11855 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein-    
11856 zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes    
11857 der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der    
11858 Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten    
11859 Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu-    
11860 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-    
11861 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar    
11862 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-    
11863    
11864    
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11873    
11874    
11875    
11876 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich    
11877 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt    
11878 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,    
11879 den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten    
11880 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in    
11881 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-    
11882 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade    
11883 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des    
11884 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent    
11885 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine    
11886 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.    
11887      Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi-    
11888 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir    
11889 wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in    
11890 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das    
11891 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-    
11892 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen    
11893 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-    
11894 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und    
11895 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,    
11896 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,    
11897 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die    
11898 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu    
11899 equilibrieren.    
11900      Wir können sagen:    
11901    
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11910    
11911    
11912    
11913      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist    
11914 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine    
11915 Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass    
11916 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das    
11917 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-    
11918 ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun    
11919 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in    
11920 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene    
11921 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-    
11922 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung    
11923 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In    
11924 jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen    
11925 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es    
11926 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung    
11927 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet    
11928 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen    
11929 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-    
11930 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen    
11931 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied    
11932 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber    
11933 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.    
11934      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und    
11935 addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus    
11936 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.    
11937    
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11948    
11949 - 31 -    
11950    
11951    
11952    
11953 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-    
11954 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist    
11955 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale    
11956 der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-    
11957 wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge-    
11958 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt    
11959 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit    
11960 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird    
11961 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen    
11962 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale    
11963 Anteile am gesamten Produktionsfond.    
11964      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft    
11965 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-    
11966 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar    
11967 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines    
11968 und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als    
11969 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-    
11970 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten    
11971 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie    
11972 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.    
11973 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige    
11974 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.    
11975 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich    
11976 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie    
11977 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise,    
11978    
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11990 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber    
11991 doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht    
11992 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach    
11993 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven    
11994 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter    
11995 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt    
11996 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer    
11997 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität    
11998 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.    
11999  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen    
12000 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-    
12001 ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar-    
12002 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein-    
12003 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit    
12004 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben    
12005 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das    
12006 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden    
12007 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-    
12008 menhang zu konstatieren ist.    
12009      Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro-    
12010 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,    
12011 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,    
12012 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-    
12013 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten    
12014 für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich    
12015    
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12024    
12025 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-    
12026 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.    
12027      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die    
12028 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten    
12029 von Einkommen zu unterscheiden haben:    
12030    
12031 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-    
12032 güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,    
12033 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-    
12034 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-    
12035 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.    
12036    
12037 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen    
12038 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,    
12039 Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus    
12040 den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )    
12041    
12042 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die    
12043 aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend    
12044 machen können .    
12045    
12046 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-    
12047 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.    
12048    
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12061    
12062      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein    
12063 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-    
12064 keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch    
12065 hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-    
12066 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die    
12067 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-    
12068 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt    
12069 einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht    
12070 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,    
12071 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab    
12072 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie    
12073 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;    
12074 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es    
12075 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem    
12076 Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.    
12077 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären    
12078 Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach-    
12079 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden    
12080 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat-    
12081 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,    
12082 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen    
12083 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den    
12084 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um    
12085 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-    
12086 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.    
12087    
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12096    
12097 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,    
12098 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-    
12099 lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus-    
12100 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-    
12101 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-    
12102 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei-    
12103 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-    
12104 sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet    
12105 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-    
12106 läufen ausgleichen.    
12107      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse    
12108 der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-    
12109 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des    
12110 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .    
12111 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit    
12112 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass    
12113 diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer-    
12114 den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen    
12115 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie    
12116 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch    
12117 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die    
12118 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir    
12119 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-    
12120 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-    
12121 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn    
12122    
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12131    
12132 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung    
12133 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-    
12134 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber    
12135 dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von    
12136 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung    
12137 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-    
12138 kalkulierten Preis.    
12139      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des    
12140 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt    
12141 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom    
12142 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,    
12143 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir    
12144 sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden-    
12145 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff-    
12146 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,    
12147 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden    
12148 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;    
12149 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.    
12150 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als    
12151 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich    
12152 stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher    
12153 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-    
12154 drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-    
12155 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-    
12156 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld    
12157 lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen    
12158    
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12167    
12168 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe    
12169 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier    
12170 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte    
12171 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das    
12172 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen    
12173 Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-    
12174 nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen    
12175 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-    
12176 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,    
12177 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-    
12178 fassung.    
12179      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens    
12180 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere    
12181 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-    
12182 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst    
12183 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-    
12184 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-    
12185 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-    
12186 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt-    
12187 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel    
12188 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das    
12189 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg-    
12190 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-    
12191 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden    
12192 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer    
12193    
12194    
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12203    
12204 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung    
12205 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-    
12206 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-    
12207 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem    
12208 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-    
12209 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur    
12210 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist    
12211 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-    
12212 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles    
12213 in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen    
12214 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht    
12215 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung    
12216 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche    
12217 Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des    
12218 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen    
12219 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit    
12220 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der    
12221 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes    
12222 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in    
12223 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft    
12224 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion    
12225 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.    
12226      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes    
12227 in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung.    
12228 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit    
12229    
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12238    
12239 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde    
12240 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander    
12241 aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird.    
12242      Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die    
12243 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern    
12244 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild    
12245 vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber    
12246 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-    
12247 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-    
12248 güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten    
12249 Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst    
12250 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer    
12251 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa    
12252 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-    
12253 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl    
12254 von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-    
12255 sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch    
12256 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger    
12257 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen    
12258 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept    
12259 wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz    
12260 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen    
12261 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.    
12262    Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,    
12263 die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen,    
12264 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung    
12265    
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12274    
12275 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse    
12276 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich    
12277 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,    
12278 dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-    
12279 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-    
12280 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde    
12281 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen    
12282 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt    
12283 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu    
12284 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der    
12285 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist    
12286 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld    
12287 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen    
12288 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-    
12289 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner    
12290 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite    
12291 Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat    
12292 niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der    
12293 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;    
12294 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen    
12295 den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen    
12296 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen    
12297 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt    
12298 gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert-    
12299 einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt.    
12300 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter-    
12301    
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12309 - 42 -    
12310    
12311 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen    
12312 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution    
12313 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche    
12314 Bild.    
12315    
12316      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen    
12317 Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der    
12318 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer    
12319 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,    
12320 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.    
12321    
12322    
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12324 ||    
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12328 ||    
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12330 - 3 -    
12331    
12332    
12333    
12334 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
12335 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
12336  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
12337 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
12338 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert    
12339 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
12340 keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
12341 erhoffen liessen.    
12342      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
12343 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
12344 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
12345 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
12346 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
12347 lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
12348 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
12349 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
12350    
12351      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
12352 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
12353 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
12354 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
12355 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
12356 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
12357 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
12358 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
12359 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
12360 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
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12370    
12371    
12372    
12373 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
12374 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
12375 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
12376 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
12377 tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
12378 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
12379 und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun    
12380 grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen,    
12381 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
12382 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
12383 ten.    
12384    
12385      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
12386 Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende    
12387 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil-    
12388 bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
12389 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
12390 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen    
12391 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
12392 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
12393 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische    
12394 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
12395 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
12396 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
12397 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
12398 fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge-    
12399 mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
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12412 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
12413 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
12414 von Edelmetallen.    
12415      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
12416 für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
12417 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
12418 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
12419 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
12420 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
12421 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
12422 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
12423 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
12424 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
12425 ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
12426 der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
12427 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
12428 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
12429 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
12430 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
12431 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
12432 reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
12433 Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
12434 weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
12435 gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen    
12436 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
12437 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
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12450 beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein-    
12451 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
12452 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
12453 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
12454 in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
12455 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über-    
12456 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
12457 schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank-    
12458 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
12459 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
12460 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
12461 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
12462 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
12463 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
12464 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
12465 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
12466 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
12467 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
12468 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
12469 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
12470 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
12471 in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
12472 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
12473 um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder    
12474 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
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12487 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
12488 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
12489 bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
12490 stanz in sich birgt.    
12491      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
12492 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
12493 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
12494 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
12495 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
12496 gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit,    
12497 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
12498 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines    
12499 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
12500 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
12501 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
12502 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
12503 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
12504 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
12505 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
12506 der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
12507 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
12508 der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
12509 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
12510 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen    
12511 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über-    
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12524 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
12525      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
12526 von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten?    
12527 Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
12528 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
12529 erhalten.    
12530      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
12531 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht    
12532 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
12533 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
12534 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie    
12535 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den    
12536 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
12537 das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut    
12538 von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
12539 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
12540      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
12541 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
12542 die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver-    
12543 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als    
12544 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
12545 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
12546 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
12547 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
12548 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
12549 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
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12562 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
12563      Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
12564 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
12565 mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
12566 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
12567 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
12568 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
12569 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
12570 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
12571 dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische    
12572 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
12573 ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
12574 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
12575 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein-    
12576 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
12577 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
12578 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie    
12579 zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
12580 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
12581 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche    
12582 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
12583 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
12584 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen;    
12585 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir    
12586 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
12587 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von    
12588 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
12589 halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
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12602 sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt-    
12603 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
12604 Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
12605 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
12606 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
12607 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
12608 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
12609 Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
12610 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
12611 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
12612 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
12613 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
12614 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
12615 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
12616 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für    
12617 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
12618      Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die    
12619 lautete:    
12620 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
12621 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
12622 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb-    
12623 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
12624 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
12625 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
12626 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
12627 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen    
12628 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
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12641 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
12642 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
12643      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
12644 mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ-    
12645 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
12646 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
12647 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
12648 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
12649 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
12650 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
12651 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja    
12652 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
12653 mal des Geldes bedeutete.    
12654      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
12655 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
12656 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
12657 erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
12658 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
12659 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
12660 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
12661 Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
12662 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
12663 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
12664 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
12665 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
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12678 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
12679 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
12680 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
12681 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
12682 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
12683 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
12684 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
12685 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
12686      Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert-    
12687 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
12688 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
12689 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
12690 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
12691 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
12692 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
12693 noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
12694 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
12695 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
12696 oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns    
12697 noch genügend zu lösen übrig.    
12698        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
12699 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
12700 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
12701 historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
12702 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
12703 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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12716 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
12717 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
12718 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
12719 kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern    
12720 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom-    
12721 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
12722 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
12723 rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
12724 notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel-    
12725 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
12726 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen    
12727   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
12728 Entwicklung zu skizzieren.    
12729     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
12730 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes    
12731 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
12732 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
12733 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
12734 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
12735 metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
12736 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
12737 Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
12738 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
12739 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
12740 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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12753 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
12754 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
12755 mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
12756 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
12757 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
12758 sich üner den Stoff erhebt.    
12759      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
12760 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
12761 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für    
12762 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
12763 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
12764 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
12765 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
12766 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
12767 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
12768 wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
12769 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
12770 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
12771 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek-    
12772 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
12773 handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak-    
12774 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
12775 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
12776 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
12777 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
12778 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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12791 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
12792 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
12793 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
12794 Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für    
12795 den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche    
12796 Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
12797 Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
12798 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
12799 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
12800 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
12801 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
12802 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
12803 den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
12804 nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte    
12805 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
12806 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
12807 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
12808 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
12809 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
12810 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die    
12811 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
12812 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
12813 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
12814 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
12815 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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12828 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
12829 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
12830 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
12831 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
12832 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
12833 ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat-    
12834 lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
12835 übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
12836 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
12837 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
12838 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
12839 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
12840      Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet,    
12841 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
12842 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
12843 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
12844 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
12845 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
12846 der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
12847 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
12848 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
12849 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
12850 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
12851 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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12864 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
12865 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
12866 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
12867 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
12868 das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat"    
12869 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
12870 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
12871 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
12872 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
12873 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
12874 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
12875 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
12876 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
12877 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst    
12878 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir    
12879 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
12880 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
12881      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
12882 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
12883 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick    
12884 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
12885 lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote    
12886 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
12887 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per-    
12888 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
12889 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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12902 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
12903 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
12904 allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
12905 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
12906 wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
12907 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
12908 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
12909 Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
12910 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in    
12911 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
12912 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
12913 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
12914 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
12915 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
12916 allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit    
12917 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
12918 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
12919 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
12920 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
12921 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
12922 müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern    
12923 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
12924 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
12925 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
12926 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus    
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12939 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh-    
12940 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
12941 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
12942 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
12943 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
12944 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
12945 so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
12946 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
12947 müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
12948 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
12949 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
12950 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
12951 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
12952 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
12953 schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen    
12954 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
12955 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
12956 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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12968 __D i e L e h r m e i n u n g e n__    
12969    
12970 Der M e t a l l i s m u s .    
12971 Der N o m i n a l i s m u s .    
12972    
12973      Sind wir dem Wesen des Geldes in funktioneller Hinsicht    
12974 bei der vergangenen Betrachtung näher gekommen und konnten wir    
12975 das gewonnene Bild uns formen, ohne dass wir uns mit Entschieden-    
12976 het zu einer herrschenden Tvvhvveorie bekannten, - haben wir dort    
12977 nur das tatsächliche Geschehen kritiklos hingenommen und es ver-    
12978 sucht, die einzelnen Dvvavvten zu organischem Fluss an einander zu rei-    
12979 hen, so müssen wir jetzt den Geldtheorien unser Ohr leihen, deren je-    
12980 de mit Bestimmtheit und seltenem Fanatismus ihren Standpunkt für    
12981 den allein richtigen vertritt.    
12982      Eine eigentliche wissenschaftliche Forschung nach dem    
12983 Wesen des Geldes beginnt naturgemäss mit dem Metallismus, einer    
12984 Geldlehre, deren Ivvnvvhalt uns noch ganz deutlich werden wird. Dieses    
12985 theoretische Besinnen erfüllte darauf denn auch ausnahmslos und    
12986 ohne Widerspruch die Geister und heute sogar können wir noch sagen,    
12987 dass die alten klassischen Gesetzte jenes orthodoxen Metallismus    
12988 ohne nennenswerte Redivierung [sic] im Schwange sind und immer noch    
12989 Grundlage auch aller späteren, selbst der modernsten Entwicklung.    
12990      In den Anfängen des Geldverkehrs war das Geld und damit    
12991 sprechen wir von allen Geldstoff schlechthin, auch wenn er schon    
12992 staatlicher Prägung unterzogen war, doch eigentlich nichts anderes,    
12993 als ein Gut wie eben die übrigen Güter alle, das sich nur    
12994    
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13003    
13004 bei Tauschbedarf in das Tauschgut vorübergehend in " Geld"    
13005 wandelte und so jeweils durch das Heraustreten aus dem allgemeinen    
13006 Güterkreis in den ihm entgegen stehenden, ihn bewegenden Geld-    
13007 kreis automatisch die nötige Geldmenge schuf. Die Warenbewegung    
13008 ist das primäre, gegenüber der Geldbewegung und zieht diese nach    
13009 sich. Und gleich wie von Wirtschaft zu Wirtschaft so floss das    
13010 Gold wechselnd von Gemeinschaft zu Gemeinschaft gewissermaassen    
13011 im intervalutaren Verkehr als das allgemein beliebte und gebräuch-    
13012 liche Geldtauschgut, als ein Weltgeld.    
13013      Gegen Ende des 19. Jahrhunderts aber bedingte der    
13014 natürliche Mangel an Edelmetallen ein Verlassen oder wenigstens    
13015 doch --E--[ergänzt handschriftl.]einschränken dieses Systems des sich selbst regulierenden    
13016 Zu- und Abstroms von Geld, von Gold. Damit ging eine verwandte    
13017 Tendenz Hand in Hand, nämlich ein Bestreben, das ersparte Edelme-    
13018 tall in den Tresor der Banken aufzuspeichern und mehr und mehr    
13019 den goldersetzenden Banknoten die Hauptrolle im Geldverkehr zu    
13020 überlassen .Dvvavvs schien der herrschenden metallistischen Geldauf-    
13021 fassung nicht zu widersprechen, denn selbst der fürhende National-    
13022 ökonom jener Epoche - Ricardo - sagt über jene papierenen Umlaufs-    
13023 mittel, die wohl gleichartig funktionierend doch nicht Metall -    
13024 (Waren) geld waren:" Ein Geldumlauf ist in seinem vollkommensten    
13025 Zustand, wenn es gänzlich in Papiergeld besteht, aber in einem    
13026 Papiergeld von gleichem Werte wie das Gold, das es zu vertreten    
13027 erklärt. Der Gebrauch von Papier anstatt von Gold ersetzt das    
13028 kostspieligste durch das billigste Material und befähigt das    
13029    
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13038    
13039 Land, ohne irgendjemand zu benachteiligen, alles Gold, das es früher    
13040 zu diesem Zwecke benützte gegen Rohstoffe, Werkzeuge und Nahrungs-    
13041 mittel einzutauschen, durch deren Gebrauch sein Wohlstand und seine    
13042 Genüsse vermehrt werden."    
13043      Ist nun aber dieses Papiergeld nur Stellvertreter des    
13044 Edelmetalles und dieses allein nur das eigentliche Geld, das trotz    
13045 des grössten Anreizes zu seiner Förderung dennoch zum Verkehr nim-    
13046 mer ausreicht, und zudem noch als volkswirtschaftlich unrentabel    
13047 gelten muss; ist das Papiergeld - die Banknoten - also nur Symbol    
13048 eines gedachten Goldquantums, dann allerdings muss notwendig die    
13049 Frage auftauchen, wie gross muss diese Papiergeldmenge oder wie    
13050 gross wäre wohl die im Verkehr benötigte Goldmenge, deren Wert das    
13051 Papier vorstellen müsste? Wenn der Metallismus diese Menge nicht    
13052 mit einer ökonomischen Evvrvvscheinung in der Wirtschaft verkettet    
13053 und aus einer Denkgrösse eine messbare werden lässt, dann wird er    
13054 in der modernen Wirtschaft zu sehr dem schwankenden Rohre gleichen,    
13055 als dass man es wagen könnte, die Geldschöpfung so zu basieren.    
13056 Ricarod [sic] schreibt noch im gleichen Kapitel darüber: Das Publikum    
13057 vor allen Veränderungen im Werte der Umlaufsmittel zu schützen    
13058 ausser denjenigen welchen der Münzwert selbst unterworfen ist, und    
13059 den Umlauf gleichzeitig mit einem möglichst wenig kostspieligen    
13060 Metall zu bewerkstelligen, heisst den vollkommensten Zvvuvvstand zu    
13061 erreichen." Dazu empfiehlt er dann die Einlösbarkeit der Nvvovvten    
13062 in Barren Gold und umgekehrt; etwa[hanschriftlich durchgestrichen--s--] dieselben Grundsätze, die zur    
13063 Herrschaft der Geldwährung bei uns in Uebung waren und die Knapp    
13064    
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13073    
13074 als Hylodromie und Hylophantismus in seine Theorie einreihte.    
13075      Wenn allerdings, so muss auch Ricardo enden, bei unge-    
13076 wöhnlichen Gelegenheiten, wo eine allgemeine Panik das Land er-    
13077 greift, jedermann die Edelmetalle besitzen möchte, als die bequems-    
13078 te Form, sein Vermögen zu realisieren, dann ist auch diese Ordnung    
13079 nicht mehr durchführbar. Das eigentliche Geld des Metallismus,    
13080 das Edelmetall verschwindet aus dem Verkehr und keine Zentralbank    
13081 der Welt könnte sog. r u n s im grossen Maass begegnen. Dann muss    
13082 das Papiergeld,(die Banknote ) [ergänzt handschriftl.,] dieses nur auf Vertrauen beruhende    
13083 Geldsurrogat, gerade in den Zeiten des völlig geschwundenen Ver-    
13084 trauens dennoch Geldienste [sic] leisten.    
13085      Solange unsere Betrachtung nur dem Metallismus gilt,    
13086 haben wir den Begriff der Werteinheit nicht besonders zu erklären    
13087 und zu definieren. Wenn wir hier von Geld sprechen und wir verste-    
13088 hen gwöhnlich [sic] darunter das chartale Stück, das Zahlungsmittel, dann    
13089 sprechen wir gleichzeitig von Werteinheit, denn in jenem System    
13090 gibt es begrifflich keinen Uvvnvvterschied zwischen Werteinheit und    
13091 Zahlungsmittel; hier ist Werteinheit gleichbedeutend mit einem    
13092 bestimmten Quantum Gold und ist so identisch mit der Münze selbst.    
13093 Die Münze ist also Zahlungsmittel und Wertmaass zu gleicher Zeit.    
13094 Dem späterhin von anderer Richtung eingeworfenen Gedanken der ab-    
13095 strakten Werteinheit, einer reinen Denkgrösse als dem angeblichen    
13096 Wertmesser, lehnt die alte klassische Schule ab. Deren prominente    
13097 Vertreter Adam Smith und Ricardo standen auf dem Bvvovvden der objek-    
13098 tiven Wertlehre, derart, dass sie als Bestimmungsgründe des Wertes    
13099    
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13109 der Waren die Faktoren Arbeit, Kapital und [darüber handschriftlicht ergänzt: .... .......... ] und Rente gelten liessen.    
13110 Ersterer nicht immer in konsequenter Durchführung, Ricardo aber in seinen principles um so geschlossener.    
13111      Die Münze ist eine Ware wie andere mit den gleichen    
13112 Wertbestimmungsgründen. Preise und Ausdruck des Verhältnisses    
13113 des objektiven Wertes des Goldes mit dem der zu vergleichenden    
13114 Ware und ein G[handschriftlich --o--, e ergänzt]ldwert existiert nur soweit, als wir darunter einen    
13115 Goldwert; eben den objektiv messbaren Wert der Goldmenge verste-    
13116 hen. Für den strengsten Metallisten kommt überhaupt nur der Ge-    
13117 brauchswert des Goldes als Vergleichsmaass in Fvvrvvage; er schätzt    
13118 rein subjektiv nach Lust-oder Uvvnvvlustempfinden, was natürlich zur    
13119 Folge haben muss, dass dort, wo vollwertiges Metallgeld im Kurse    
13120 ist, die gesetzliche Zahlungskraft damit bedeutungslos ist.    
13121      Nach Diehl aber ist beispielsweise zur Durchführung ge-    
13122 regelter Preisbildung ein Geldgut, also ein wertvoller Geldstoff    
13123 notwendig, denn er will den Kern der Preisbildung in der wohl sehr    
13124 fragwürdigen Formel begriffen wissen:    
13125 " Nun schätzt ihr an einem allgemein[handschriftlich durchgestrichen--e--] beliebten Gegenstand, z.B.    
13126 dem Golde ab, wie viel ihr für meine Ware geben wollt? "    
13127 Diese metallische Lehre konnte nur so lange unangefochten blei-    
13128 ben, so lange die tatsächliche Uebung sich aus jenen Sätzen erklären    
13129  liess. Sobald aber papierne, oder auch nur unterwertige Umlaufmit-    
13130 tel in den Vvvovvrdergrund des Verkehrs ge[handschriftlich durchgestrichen: --d--]rückt waren, wurden, den    
13131 Metallismus verneinende und bekämpfende Stimmen laut. Ihnen wieder-    
13132 um musste dieser entgegentreten und in seinem System jenen neuen    
13133    
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13142    
13143 Zahlungsmitteln Raum geben. Die Bezeichnung Geld geriet ja für    
13144 jegliches "Papier" ohne weiteres in Wegfall, denn eigentliches    
13145 Geld war immer nur das 100 %ige Metallgeld. Banknoten waren doch    
13146 immer nur - man mag die absolute Nvvovvtwendigeit ihres Entstehens    
13147 und ihrer Zvvivvrkulation eingesehen haben oder nicht, - Geldsurro-    
13148 gat, jederzeit umtauschbares Kvvrvveditpapier, das seinen Wert nur von    
13149 dem durch sie repräsentiertem in Hintergrunde ruhenden Gvvovvlde lieh,    
13150 das seinerseits wie bei der Dvvrvvitteldeckung in der Gesamtheit sogar    
13151 nur eine vorgestellte Mvvenvvgengrösse sein musste. Tatsächlich wurde    
13152 denn auch nur die Einlösepflicht der Banknoten in Zeiten der Not    
13153 und Gefahren ohne weiteres aufgehoben, ohne dass jene an Wert    
13154 oder Uvvmvvlaufsfähigkeit verloren.    
13155      1797 beispielsweise wurde in England infolge seines    
13156 Runs die Barzahlung eingestellt und erst 1819 wieder aufgenommen.    
13157 22 Jahre herrschte ein Zvvuvvstand vor, den die Metallisten nur mit    
13158 grösstem Zwang zu erklären imstande sind, denn hier gab es kein    
13159 real gegebenes, sondern höchstens ein historisch überliefertes Maass,    
13160 den Wert des alleinigen, tatsächlichen Geldes, der Banknoten, zu regu-    
13161 lieren. Wenn ganz besonders in solchen Zeiten jenes Geld keine in-    
13162 flationistischen Wirkungen zeitigt, dann beruht es auf keiner natür-    
13163 lichen Eigenschaft dieser Zahlungsmittel, sondern ist Resultat einer    
13164 bewussten Geldpolitik, wie solche denn auch von jeglicher Richtung    
13165 der Geldlehre als unerlässlich notwendig erklärt wird. Wir stimmen    
13166 dem Metallismus auch noch hierin zu, dass die volkswirtschaftlich    
13167 schädlichen, preissteigernden Wirkungen wohhl ein geringer Uebel    
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13178 sein werden, wenn die Banknotenausgabe in der engen Verknüpfung an    
13179 einen Stoff geschieht. Für uns ist es aber gewissermassen nur ein gra-    
13180 dueller Unterschied von dem Zustande, da die Ausgabe allein von    
13181 volkswirtschaftlicher Einsicht geleitet wird. Die Goldgebundenheit    
13182 gehört also nicht zu den unterscheidenden wesentlichen Merkmalen. Das    
13183 muss denn insbesondere der Gipfelpunkt jeder nominalistischen Auffas-    
13184 sung sein, klassische Regeln für seine elastische Geldschöpfung mit den    
13185 Banknoten als Hauptgeldart, möglicherweise sogar als seiner einzigen    
13186 Form, aufzustellen. Vieles ist im letzten Abschnitt über die Frage    
13187 der praktisch geübten Geldschöpfung schon gesagt worden. Hier sei nur    
13188 angedeutet, dass jegliche Bankpolitik dabei weitgehende Erwägungen    
13189 anzustellen hat. Es ist z.B. wesentlich, ob die neue Werte schaffen-    
13190 de Produktion dem Genussgüter- oder dem Produktivmittelmarkt zu-    
13191 fliesst, wie gross der Vorrat an Genussgütern in der Wirtschaft sei    
13192 und welche Menge davon der Vollendung entgegenreift. Wichtig sind    
13193 ferner alle Fragen, welche die Lage der Nation im intervalutarischen    
13194 Verkehr beleuchten und beeinflussen können.    
13195      In diesem Zusammenhang ist es bedeutungslos, ob    
13196 wir Bendixen zustimmen, der die Geldschöpfung und Kreditgewährung    
13197 der Produktion folgen lässt, oder ob wir Hahn beipflichten, der    
13198 die Kreditgeldschöpfung als das primäre und erst die Produktion an-    
13199 fachende Moment begriffen wissen will.    
13200      Während also bei den Metallisten die Erklärung    
13201 der Banknoten auf    
13202    
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13211    
13212 die Frage der Stoffgebundenheit und auf die der Art und Höhe der    
13213 Einlösbarkeit hinausläuft, verkünden die Nominalisten [handschriftlich durchgestrichen --a-- und handschriftlich ergänzt: i]n ihrer    
13214 reinen Tvvhvveorie hierinnen vollkommene Fvvrvveiheit und wenn sie auch,    
13215 wie beispielsweise Knapp und Bendixen aus politischen Erwägungen    
13216 die Deckung [handschriftlich durchgestrichen --a-- und handschriftlich ergänzt: i]n weniger starken Gvvrvvenzen beibehalten wollen. Was    
13217 die Metallisten zur Erklärung des Geldwertes nötig haben, kommt    
13218 bei den Nominalisten, die den eigentlichen Geldwert nicht kennen,    
13219 in Wegfall. Für sie ist die Fvvrvvage nach dem Stoff des Geldes eigent-    
13220 lich nicht die erste, das ist vielmehr die nach dem Gebunden-oder    
13221 Nichtgebundensein an ein Metall und darum finden wir in der Lite-    
13222 ratur, obwohl sich ziemlich deckend mit Metallismus und Nominalis-    
13223 mus, Metall- und Papierwährung, die Bezechnung gebundene und freie    
13224 Währung. Nicht das ist der Uvvnvvterschied, dass der Nvvovvminalist eine    
13225 Währung mit einer rein nominellen abstrakten Werteinheit für prak-    
13226 tisch möglich hält; nein, auch bei reiner Mtallwährung und sei    
13227 auch nur Gold im Umlaufe, da wo jegliche als Zahlungsmittel ver-    
13228 körperte Werteinheit real als ein Quantum Edelmetall zu greifen    
13229 und als solches von den Metallisten die abstrakte Werteinheit zur Beherr-    
13230 scherin der Wirtschaft aufgeschwingen.    
13231      Nun aber wiederum sehen wir die Metallisten im Angriff,    
13232 die immer von neuem die Fvvrvvage nach dem Werte des Geldes in die    
13233 Debatte werfen, die nach ihrer Ansicht und in ihrem System den    
13234 Zentralmittelpunkt abgeben muss. Die Nvvovvminalisten argumentieren    
13235    
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13244    
13245 in der Verteidigung, dass es nur eine historische Tatsache sei,    
13246 dass das G[handschriftlich durchgestrichen --o-- und ergänzt e]ld Eigenwert besitzen müsse, und nur einstmals es not-    
13247 wendig war, um in der Bvvevvziehungssetzung aller anderen Güter zu    
13248 jenem beliebtesten und gebräuchlisten Gut, Wertrelationen für    
13249 jene zu erzielen. Einmal lebendig, leben diese fort und sind    
13250 schliesslich dann nur noch Zähler zu dem Generalnenner Geld im    
13251 Ausdruck einer, entweder von der Gemeinschaft oder durch immerwäh-    
13252 renden rekurrenten Anschluss vom Staate bezeichneten, immer aber    
13253 aus dem Gemeinschaftsleben geborenen Werteinheit. Das Geld als ab-    
13254 strakte Werteinheit, als eine nur in de Vorstellung lebende Grösse    
13255 kann keinen selbständigen, keinen objektiven Wert haben; das Geld-    
13256 stück hat vielmehr nur den Wert, auf den es lautet. Beim Nominalis-    
13257 mus versinnbildlicht das Geldstück nur einen Wert, der ihm von    
13258 ausserhalb zugelegt ist, beim Metallismus ist das Geldstück Träger    
13259 und Verkörperung des Wertes in sich selbst. Für den Nominalismus    
13260 muss es darum bedeutungslos, unter Umständen sogar störend sein,    
13261 wenn seine gedankliche Rechengrösse in ihrer Reinheit durch nur    
13262 die Erkenntnis trübenden Stoff dargestellt wird;- ist doch für ihn    
13263 die Art der kursierenden Vermittlungsbehelfe von durchaus neben-    
13264 sächlicher Bedeutung. Die Werteinheit kann nicht aus sich selbst    
13265 heraus einen Eigenwert haben, denn der so vielfach geänderte rekur-    
13266 rente Anschluss hat die Beziehungen zu dem Urstoff, auf den basiert    
13267 in erster Tauschgemeinschaft Relationen und Preise zustande kamen,    
13268 verloren und ist als Grösse darum zu sehr verwischt, als dass wir    
13269 auch bei Kenntnis des Urstoffs noch einen Wertmesser daraus kon-    
13270    
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13279    
13280 struieren könnten. Jeder, der Werteinheit zugrundegelegte Stoff    
13281 ist in einer Hvvivvnsicht willkürlich, istvetwas Zufälliges. Er muss    
13282 aus dem gesamten Güterkreise entnommen sein und, sollen die Geld-    
13283 preise in der Hvvövvhe unverändert bleiben, so muss das die neue Wäh-    
13284 rung begründende staatliche Gesetz den Münzpreis und rekurrenten    
13285 Anschluss in engster Anlehnung an den schon vorher vom Münzmetall    
13286 innegehabten objektiven Tauschwert, seinen Preis in der alten Wäh-    
13287 rung fixieren. Nur in dem ersten Falle des staatlichen Eingriffs    
13288 hat der Gesetzgeber nichts anderes zu bedenken, als nur einer be-    
13289 stimmten Stoffmenge einen Namen beizulegen, und sie staatliche [sic]    
13290 zu begültigen. Daraufhin müssen selbst bei Namensänderung der    
13291 Werteinheit die Bvvivvndungen mit der alten Währung so enge sein, dass    
13292 das teils mit langfristigen, täglich neu sich formenden und ander-    
13293 erseits täglich wieder endenden wirtschaftlichen Aktionen rech-    
13294 nende öffentliche Leben keinerlei Szörung [sic] hiedurch erleidet. Die    
13295 Nvvovvminalität der Schulden ist ein Hauptstützpunkt und Argument der    
13296 nominalistischen Lehre und ist besonders von Knapp klar heraus ge-    
13297 arbeitet worden. Der Wert eines Metalls ist wie der jeder Ware    
13298 aus naturgesetzten Gründen schwankend, ist jedenfalls schwankender    
13299 als die sei langer Zeit geübte und vorgestellte Wertgrösse der    
13300 nominalen Einheit des Geldes.    
13301      Wenn der Svvtvvaat, insbesondere aus Zweckmässigkeitsgründen    
13302 um den intervalutaren Verkehr zu erleichtern, der werteinheit eine    
13303 Metallbasis schafft, so ist damit eigentlich die Reinheit der Tau-    
13304 sche von Gebrauchswerten schon gestört, denn es gehört zur Politik    
13305    
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13314    
13315 des Svvtvvaates, den einmal fixierten gesetzlichen Münzpreis im Gleich-    
13316 gewicht zu belassen. Des weiteren ist es, was die Erhaltung der    
13317 Münzparitäten den anderen Ländern gegenüber anbetrifft, in solchem    
13318 Zustande der gleichen Währungen nimmer klar ersichtlich, wie weit    
13319 die staatlichen Verwaltungsmassnahmen, wie etwa[handschriftlich durchgestrichen --s--] Kreditgebung oder    
13320 Schuldenprolongationen, an der Wahrung der Parität ihr Teil hat,    
13321 während nach einem Grundgesetz der metallistischen Lehre die Pa-    
13322 ritäten sich auf natürlichem Wege ohne jeden Eingriff lediglich    
13323 infolge des Aussenhandels ganz von selbst einspielen müssen.    
13324      Wenn die subjektive Gebrauchswertschätzung des Goldes die    
13325 Grundlage der Bewertungen aller übrigen Güter bedeutete, dem gegen-    
13326 über bei vollwertigen Metallgeld die gesetzliche Zahlkraft neben-    
13327 sächlich sein, dann wäre das wüsteste Durcheinander im Wirtschafts-    
13328 leben ohne jegliche feste Werte die unausbleibliche Folge. Prak-    
13329 tisch anwendbare Bedeutung gewinnt der Geldstoff erst dann, wenn    
13330 wir annehmen, dass der gesetzliche Münzpreis den Mittelwert aus    
13331 allen subjektiven Schätzungen darstellt und so den Wert bildet,    
13332 dem sich dann alle am Verkehr Beteiligten unterordnen müssen.    
13333 Diesem Mittelwert aber haftet dann nichts mehr subjektives an,    
13334 denn das ist dann der rein objektive aus den Produktionsfaktoren    
13335 zusammengesetzte Wert wie Smith und Ricardo das darlegen, wie    
13336 die Sozialisten und alle Objektivisten dies unternahmen. Für diese    
13337 alle ist die subjektive Schätzung durchaus nichts nebensächliches    
13338 aber sie gibt nur den anstoss zum Uvvmvvfang der Produktion. Aus dieser    
13339 selbst ergibt sich der objektive Wert, der dann die Grundlegung    
13340    
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13349    
13350 der [fehlt? auf die] Preise angewendete Messgrösse wird. Zur Stärkung des Nomina-    
13351 lismus führt das dann, insofern wir erkenne [fehlt? n], dass dieser wohl sub-    
13352 jektiv bedingte objektive Wert der jeweiligen sozialen Gemein-    
13353 schaft in der Vorstellung seiner wirklichen Grösse nach immer un-    
13354 fassbarer wird. Die Resultante [sic] aus einst wirksamen, subjektiven    
13355 Schätzungen wird in weiterer Entwicklung eine immer tiefer wur-    
13356 zelnde mit der ganzen Wirtschaft verflochtene Rechengrösse, der ge-    
13357 genüber dann allerdings einzelne abweichende Schätzungen wirt-    
13358 schaftlich irrelevant bleiben müssen. Mit dem Stoffwert der Wertein-    
13359 heit leugnet der Nominalismus doch nicht einen gewissen ökonomi-    
13360 schen Ivvnvvhalt derselben. Mvvivvt der Postulierung der abstrakten Wert-    
13361 einheit sagt der Nominalismus noch nicht, dass von der Geldseite her    
13362 eine Einwirkung auf die Preise unmöglich wäre, und gerade das Suchen    
13363 und Formen dieser Lehre nach einer geordneten "klassischen Geld-    
13364 schöpfung" als seiner(notwendigen Krönung lässt uns erfahren, dass    
13365 man auch hier die Zvvuvvsammenhänge zwischen Geld und Warenseite er-    
13366 kennt. Uns allen ist der Bendix'sche Gedanke, der in grossen Zü-    
13367 gen der vor dem Kriege angewandten praktischen Politik entsprach,    
13368 bekannt. Bendixen aber hätte nicht nötig gehabt, die Fehde gegen    
13369 die Quantitätstheorie aufzunehmen. Soweit er eine rein mechanisch    
13370 quantitative Einwirkung der Geldsummen auf die Warenpreise leug-    
13371 net, können wir in[handschriftlih durchgestrichen --n- und hand. ergänzt: s] ohne weiteres zustimmen, aber dennoch gelangen    
13372 alle subjektiven Einkommen in der mannigfachsten aber immer in    
13373 Geld ausdrückbaren Verfügungs- und abtretungsbereiter Form auf    
13374 den Markt und wirken über die ewig gültigen Gesetze von Angebot    
13375    
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13384    
13385 und Nachfrage auf die Preise. Ivvnvv deren Höhe spiegelt sich der    
13386 eigentliche sog. Geldwert wieder. Dahin zielend müssen wir aber    
13387 auch die so ausgelegte Quantitätstheorie gelten lassen. Auf dem    
13388 Warenmarkt können wir den ökonomischen Inhalt der Werteinheit    
13389 in tausendfacher Form verkörpert finden .- Das wird in kommender    
13390 Ausführung nach ganz deutlich werden.    
13391      Kein Nominalismus wird sich dazu verstehen, das während    
13392 des Krieges ausgegebene ungedeckte Papiergeld als mit seinem    
13393 System vereinbar anzuerkennen, aber während der Metallismus diesen    
13394 doch jahrelang wirklichen Zvvuvvstand als normal und als nicht wis-    
13395 senschaftlich erklärenswert histellt, dem Papiergeld den Geld-    
13396 charakter abspricht, sagt uns doch hier der Nominalismus, dass und    
13397 wie dieses willkürlich geschöpfte Geld nicht deshalb, weil es    
13398 nicht metallisch gedeckt war, sondern weil es kein Gegenüber in    
13399 den wirtschaftlichen Gütern fand, die es als Einkommen auftretend,    
13400 kaufend hätte vernichten können; wie es darum schon den Keim der    
13401 Inflation in sich trug. Wiederum wird es deutlich, dass erst das    
13402 Bindeglied zwischen Einkommensbildung oder Produktion und Ein-    
13403 kommensvernichtung oder Kvvovvnsumtion, - ein Geld von theoretischer    
13404 Einsicht geschöpft, dem Nominalismus die Seele einhaucht. Betont    
13405 sein nochmals, nicht deshalb schuf jenes Papiergeld Inflation,    
13406 weil, sein Wert nicht verankert war in Gold, - obwohl das ja    
13407 durch sinnfällig täuschende Manipulation der Reichsbank offi-    
13408 ziell so schien - sondern deshalb weil es nicht gebunden war    
13409 an die vielerlei Dinge der Güterwelt, die ihm hätten Wertgrund-    
13410    
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13419    
13420 lage sein müssen und die sogar allein ihm hätten Wert, volkswirt-    
13421 schaftlichen Wert verleihen können. Ja, wäre der Staat im Stande    
13422 gewesen, die gleich grosse nominelle Menge an Gold auszugeben, so    
13423 hätte bei absolut gesperrten Grenzen und völliger Isoliertheit    
13424 auch im intervalutaren Verkehr oder besser im gänzlichen Wegfall    
13425 desselben aus oben besagten Gründen die Preise doch inflationis-    
13426 tische Aufblähung erfahren. Damit soll gesagt sein, dass mindes-    
13427 tens, soweit das Existenzminimum nachgefragt wurde, in diesem    
13428 Falle auch Gvvovvld hätte inflationistisch wirken müssen. Eine ande-    
13429 re Frage ist die, ob nicht die Hvvovvffnung auf Wiederherstellung    
13430 der alten internationalen Verhältnisse ein ungewöhnliches Sparen    
13431 des Goldes herbeigeführt und damit die inflationistische Wirkung    
13432 abgeschwächt hätte.    
13433      So kann der Nvvovvminalismus innerhalb seines Systems in ge-    
13434 rader Linie auch das staatliche Papiergeld einreihen, das nicht    
13435 wie ihm vorgeworfen wurde, damit gutgeheissen und entschuldigt,    
13436 sondern lediglich eine Atomisierung erfuhr. Wie ganz anders muss    
13437 hier der Metallismus weltfremde Kvvovvmbinationen anstellen, um den    
13438 Evvrvvscheinungen der gestörten Wirtschaft Rechnung zu tragen, und    
13439 zwar muss auch hier die subjektive Svvcvvhätzung zurecht gebogen    
13440 werden in der Form, dass nun der Kaufende gar doppelt schätze.    
13441 Der(erste Vergleich findet zwischen Ware und Gold statt und lässt    
13442 in der Seele des Kvvävvufers einen Preis entstehen, der aber nicht    
13443 etwa [hand. gestrichen --s--] der wirkliche Tauschwert ist; vielmehr folgt daraus erst    
13444  die zweite Schätzung des Mvvivvnderwerts des Papiergeldes gegenüber    
13445    
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13454    
13455 dem Golde, die dann zu einem Aufschlag auf den Goldwert führt, bis    
13456 so schließlich die Preishöhe beiden Parteien genehm ist. Die In-    
13457 flation beruhe also auf einem Musstrauen [sic: i] zum Papiergelde, das nicht    
13458  nur quantitativ, sondern auch qualitativ in dieser Richtung wirke.    
13459 Wenn Diehl meint, der Svvtvvaat müsse auch die Warenpreise fixieren,    
13460 wenn er wertloses [sic: vertippt --S--] Papiergeld schaffe, so ist nach allen Erfahrungen    
13461 des Krieges und der Nachkriegszeit, die zur Genüge die Unmöglich-    
13462 keit, ja, wir können sogar sagen den Widersinn dieser Forderung    
13463 dargetan haben, diese Forderung uns kaum mehr verständlich.Als    
13464 die letzte und modernste Evvrvvscheinung an der wir die Theorie proben    
13465 wollen, betrachten wir noch die Erscheinung der Weltteuerung, un-    
13466 ter der ganz besonders das Land des Metallismus – England – zu    
13467 leiden hat. Verhältnisse, die wir nicht zu untersuchen haben, brach-    
13468 ten es mit sich, dass auch hier eine allgemeine Preissteigerung    
13469 Platz griff, während das Geldsystem unverändert gelassen wurde.    
13470 Das Pfund Svvtvverling hat sich also im Werte gesenkt, nicht nominell    
13471 zwar, aber doch realiter, da jetzt für eine Einheit entsprechend    
13472 weniger Güter erhältlich sind wie vor dem und umgekehrt für die    
13473 gleiche Gütermenge mehr Gvvovvld zu leisten ist. wäre das Wirtschaft–    
13474 ten wirklich ein Tvvavvusch von realen Gütern, von Gold und Ware gewe-    
13475 sen, dann hätte in diesem Falle die Preishöhe die gleiche bleiben    
13476 müssen.Bei freier Konkurrenz Goldproduzenten aber musste die-    
13477 se Entwicklung an der mangelnden Rentabilität der Goldbergwerke    
13478 die natürliche Gvvrvvenze finden.Tatsächlich wurde von Grundbesitzern    
13479 auch schon eine Aenderung des Münzfusses zu deren Gvvuvvnsten gefor-    
13480    
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13489    
13490 dert, von der englischen Regierung aber unter dem Hinweis abge–    
13491 lehnt, das Gold ja der Wertmesser sei und dafür also nicht mehr    
13492 gezahlt werden dürfe, als sein Wert in Währung. Das war dem metal-    
13493 listischen Gedanken nach durchaus folgerichtig [sic: Tippfehler: --g-- statt f], demgegenüber    
13494 es aber dann eine Dvvuvvrchbrechung des eben ausgesprochenen Satzes    
13495 bedeutet, wenn den Goldproduzenten es notwendig gestattet ist,    
13496 Gold für industrielle Zvvwvvecke zu höheren Preisen abzugeben, wenn    
13497 ihnen Produktionsprämien gewährt und steuerliche Vergünstigungen    
13498 eingeräumt werden. So war in England beispielsweise während des    
13499 Krieges die Einlösung der Nvvovvten in Gvvovvld aufgehoben, ohne dass    
13500 allerdings der Münzfuß anders proklamiert worden wäre. Es ent-    
13501 zieht sich unserer Kenntnis, wie weit [sic: weit wie hand. sinus-Zeichen darüber] die Bank von England in die -    
13502 sem Zeitraum denn noch Gold mit Ovvpvvfern erworben hat, indem sie für    
13503 dasselbe einen höheren, als den Münzpreis zahlen musste, eben dem    
13504 Preis, den das Gold auf Grund seiner Produktionskosten im Ver-    
13505 hältnis zu anderen Gütern erforderte. Die Goldzirkulation im    
13506 Innern fällt ja weg und nach dieser Richtung hin fällt ja    
13507 der Grund zum Ankauf, wie denn überhaupt bei Prägefreiheit dieser    
13508 letzte Fall praktisch nicht möglich werden kann.Aber auch damit,    
13509  dass er nur zu Kriegszeiten an die Ovvbvverfläche gelangt, ist    
13510 gleichzeitig deutlich, dass der Gebrauchswert, auf den sich die    
13511 Metallisten stützen, nun über die proklamierte Vertrelation    
13512 hinausschiesst und dem Verkehr ein anderer Wert zu Grunde ge-    
13513 legt ist, ein Tauschwert des Goldes, der alte historische Münz-    
13514 preis; - die Nominalisten fallen ein: -Eben das Pfund Sterling    
13515    
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13524    
13525 als Name, als überlieferte, gedankliche Wertvorstellung.    
13526      So haben wir in Rede und Gegenrede Nominalismus und Me-    
13527 tallismus zu uns sprechen lassen, Obwohl wir uns dabei nicht grund-    
13528 sätzlich auf die Seite der Nominalisten zu schlagen beabsichtigten,    
13529 haben wir doch gegen den orthodoxen Metallismus, der keinerlei Un-    
13530 terscheidung zwischen Geld und Ware, eben nicht einmal die Beson-    
13531 derheit der Ware Geld, wenn wir sie so nennen wollen, berücksicht-    
13532 tigt, so viele Einwände machen müssen, dass unsere Stellungnahme    
13533 nunmehr bereits näher der nominalittischen Anschauung zu erkennen    
13534 ist. Weitere Ausführungen werden dies noch zu unterbauen haben.    
13535    
13536          Die    
13537      W a r e n w e r t t h e o r i e    
13538          des    
13539        G e l d e s .    
13540    
13541      Eine weitere Betrachtung bleibt uns nun(noch vorbehalten,    
13542 das ist die insbesondere von Svvivvegfried B u d g e vertretene    
13543 Funktionswert-oder Wvvavvrenwerttheorie des Geldes. Ihr gegenüber haben    
13544 wir die Anweisungstheorie Schumpeters zu setzen, die wohl keine eige    
13545 ne Richtung in diesem Svvivvnne verkörpert, sich vielmehr in den meis-    
13546 ten Punkten mehr dem Nominalismus nähert, die aber schon der Be-    
13547 zeichnung nach sich uns als ein Pendant der erstgenannten Theorie    
13548 vorstellt. Dass die Geldauffassung als eine Anweisung die Körper-    
13549 lichkeit des Geldes als Ware nicht ausschliesst, ist kein einigendes    
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13560 Band, ja vielmehr ein trennendes, denn für Schumpeter ist auch in    
13561 dem Warengelde dennoch nur der Anweisungscharakter das Entschei-    
13562 dende und das Uvvnvvterscheidende von jeglichen anderen Warengattun-    
13563 gen. Die Warenwerttheorie des Geldes steht gewissermassen zwi-    
13564 schen den Polen der nominalistischen und metallistischen Lehre,    
13565 der ersteren insofern, als sie die Möglichkeit, wenigstens die    
13566 theoretische, einer Währung mit stoffwertlosem unkörperlichem Gel-    
13567 de anerkennt; dabei aber, und dieses im Gegensatz zum Nominalis_    
13568 mus, den Gedanken der abstrakten Werteinheit nicht gelten lassen    
13569 will. Sie neigt sich zur metallistischen Lehre, insofern sie dem    
13570 Gelde einen Eigenwert und ihm als Träger eines solchen damit auch    
13571 die Funktion des Wertmessers zuschreiben will; sie entfernt sich    
13572 von der metallistischen Lehre in dem Hervorkehren nicht des sub-    
13573 jektiven Gebrauchswertes eines Stoffgeldes sondern in der Prokla-    
13574 mierung des Tauschwertes Geld. Solange reine Goldwährung mit    
13575 freier Prägung besteht, ist der Geldwert gleichbedeutend mit Gold-    
13576 wert, wobei dieser einer Wechselwirkung unterliegt, die einmal von    
13577 der Goldmenge aus die Preise beeinflusst, auf der anderen Seite    
13578 aber in ihrer Menge ursprünglich von den Preisen [sic: vertippt: Pre--c--sen] bewegt wird.    
13579 Immer müssen die Tauschmittel die P reissummen realisieren. Hier    
13580 wäre zu bedenken, wie weit bei reiner Goldwährung die quantitäts-    
13581 theoretischen Beziehungen zwischen Geld und Warensefte reichen.    
13582      Das konnten wir ja bereits im Beispiele Englande [sic: Engalnde] beobach-    
13583 ten, dass der Stand für Warenpreise über die Rentabilität der Pro-    
13584 duktion des Geldstoffes entscheidet, die eben bei freiem Prägerecht    
13585    
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13594    
13595 auch den ungünstigst Gold Produzierenden noch Arbeitslohn und    
13596 durchschnittlichen Kapitalprofit abwerfen muss. Der Münzwert darf    
13597 nicht unter dem gesellschaftlich notwendigen Herstellungswert des    
13598 Goldes, das ist sein statischer Kvvovvnkurrenzpreis plus Schlagsatz,    
13599 sinken. Budge kleidet das in den Satz: " Der objektive Wert des    
13600 Goldes bildet sich als Resultante der Wertschätzungen all derer,    
13601 die auf Gold reflektieren und kristallisiert sich im Beschaffungs-    
13602 aufwand des nachgefragten Goldquantums." Dabei ist die rein quan-    
13603 titative, die Mvvovvtive gänzlich unberücksichtigt lassende Nachfrage    
13604 nicht etwa ein dynamisches Problem, sondern einfach die gegebene    
13605 statisch [hand. unterstrichen]e Nachfrage [hand. darüber: , zusammen mit dem statischen Angebot] [hand. durchgestrichen --also--] starre Grössen, aus denen der objektive    
13606 Beschaffungswert des Goldes messbar wird. War beim Metallismus    
13607 das Wertmaass das Gold im Sinn der subjektiven Schätzung, und [hand. durchgestrichen --z--]war    
13608 im Grundgedanken des Metallismus ein Goldwert als eine feste Grös-    
13609 se, als ein Tauschwert, ein objektiver Beschaffungswert gar nicht    
13610 vonnöten, so ist hier bei der Warenwerttheorie des Geldes dieser    
13611 dort vorherrschende subjektive Gebrauchswert, soweit es die Einzel-    
13612 person anlangt, völlig ausgeschaltet und an seine Stelle eine    
13613 objektiv messbare Grösse getreten, die infolge der gegenseitigen    
13614 Bedingtheit des Goldes einmal als Wvvavvre und dann als Geld in der    
13615 Statik gleich ist dem Werte des Geldes wie er sich in der Zirku-    
13616 lation des Geldes herausgebildet hat. Der Geldwert, der in dieser    
13617 Theorie, wie wir nun beim Pvvavvpiergeld sehen werden, eine hervorragen-    
13618 de Rolle spielt, ist in diesem Falle eben ein Goldwert in gleicher    
13619 Grösse für alle. Eine in dieser Auffassung wurzelnde Variante    
13620    
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13630 metallistischer Auffassung ist hier wohl ersichtlich. Besonders    
13631 gravierend aber wird die Unterscheidung von den übrigen Schulen,    
13632 wenn es ich um die Erklärung des staatlichen Papiergeldes han-    
13633 delt. Ihr Bestreben geht dahin, dem Papiergled die theoretische    
13634 Gleichberechtigung neben dem Metallgeld einzuräumen. Die Lehre    
13635 des Metallismus, demzufolge Geld Tauschgut und Gegenstand subjek-    
13636 tiver Schätzung sei, soll nunmehr auch auf das Papiergeld Anwen-    
13637 dung finden. Weil mit dem Gelde, so wird erklärt, nicht nur gekauft    
13638 und ausgedrückt, sondern auch geschätzt und gemessen wird, darum    
13639 müsste man dem Gelde neben der Tauschmittel - auch die Wertmaass-    
13640 funktion zuerkennen, also eine Eigenschaft, die ohne weiteres die    
13641 Notwendigkeit seiner Stofflichkeit ( des Warencharakters des    
13642 Geldes ) in sich schliesse. Als Ware aber müsse das Geld sich    
13643 dem einzigen Gesetz des Warenwertes überhaupt unterordnen. Wie    
13644 aber lassen sich beim stoffwertlosen Papiergeld all diese Gesetze    
13645 verwirklichen?    
13646      Da Papier - und Metallgeld bei gesperrter Prägung vom    
13647 Staate nicht willkürlich ausgegeben, vielmehr in Seltenheit gehal-    
13648 ten wird, muss es die Wirtschaft als das Beschaffungsgut des Tau-    
13649 sches zum Monopolpreis kaufen. Derart wird solches Geld zu einem    
13650 Monopo[übertippt --c-- l] ; ist Monopolgeld geworden, als Geld kenntlich an einer    
13651 bestimmten bekannten Fvvovvrm , und Monopol in seiner relativen    
13652 Seltenheit; zur Ware und zum Tauschgut charakterisiert durch die    
13653 allen Waren anhaftenden Eigenschaften, Bvvrvvauchbarkeit, Nützlichkeit    
13654 und Kostspieligkeit. Darauf stützt sich auch der Zwangskurs des    
13655    
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13664    
13665 Staates und hinwiederum die Kaufkraft des Geldes.    
13666      Der Kauf ist, so wird ohne weiteres dargetan, ein Tausch    
13667 und jeder Tausch bringt Opfer, bringt Kvvovvsten mit sich. Opfer    
13668 aber bringt man nur für Dinge, welche Wert haben, folglich muss    
13669 auch das Geld Wert haben und wertvolles Gut, es muss eine Ware    
13670 sein. Die Höhe des Wertes, die Kaufkraft des Geldes ist keine    
13671 an sich feststehende Grösse, sondern erst das Resultat des Aus-    
13672 tausches von Ware gegen Geld, also von zwei Wertdingen, und sie wird    
13673 zu einer allgemein brauchbaren Rechen-und Messgrösse erst dadurch,    
13674 dass alle anderen Güter zwecks Auffindung ihrer Relationen mit    
13675 eben jener besonderen Ware Geld in Vergleich und Beziehung ge-    
13676 bracht werden. Für den objektiven Wert der Güter gibt es also den    
13677 Geldpreis, für den objektiven Wert des Geldes dagegen keinen ein-    
13678 heitlichen Ausdruck. Das Geld, auch nicht das Gold in dieser Eigen-    
13679 schaft, hat bei der Warenwerttheorie, die wir hier noch kritiklos    
13680 hinnehmen, keinen Preis, sondern nur einen Wert. Ein Pfund Gold    
13681 ist gleich //M// 1395.--, das bedeutet keine Preisgebung des Goldes,    
13682 sondern ist eine Identitätsvergleichung. Als das allgemeine Tausch-    
13683 mittel ist das Geld Wertding und steht in Beziehung zu allen an-    
13684 deren kostenden Dingen der Aussenwelt; ist nur in seiner Beson-    
13685 derheit ihr Wertmaass und nur weil es dieses ist, und weil es    
13686 aus rein praktischen Gründen in Teile, in Geldeinheiten zerleg-    
13687 bar geschaffen wurde, darum wird es auch zum Preismaass, gewisser-    
13688 maassen nur eines auf den Hauptnenner gesetzten Ausdrucks schon    
13689 vorher erzielten Wertes. Naturgemäss muss dieses Papiergeld, das    
13690    
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13700 im inneren Verkehr zur wertvollen Ware erhoben wurde, im inter-    
13701 nationalen Verkehr entthront werden; dort herrscht die Waren-    
13702 währung im Sinne der wertvollen Stofflichkeit. Diesen Tatsachen    
13703 Rechnung tragend, erwuchs Heyn's System mit der Forderung des    
13704 Papiergeldumlaufes im innern und des Goldes im Aussenhandel,    
13705 die sog. Geldkernwährung.    
13706      Es ist selbstverständlich, dass die Hauptangriffe gegen    
13707 die vorgetragene Theorie aus dem Lager der nominalistischen    
13708 Schule erfolgten und hinweiderum [sic] ein Hauptvertreter der Waren-    
13709 theorie, Siegfried Bugge [sic?], seine Polemiken in der Hauptsache    
13710 gegen Bendixen und Schumpeter führte. Was wir im grossen Rahmen    
13711 unserer Betrachtungen dazu beitragen wollen, wird sich in die    
13712 folgenden Darlegungen unserer Gedanken zwanglos einfügen.    
13713    
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13722    
13723 über Produktionskosten allgemein herrscht, die ja gerade beim    
13724 Golde dem einzelnen besonders ferne liegen müssen, - da aber    
13725 doch nur diese letzthin das Maass des Wertes bilden, - darum    
13726 sagen uns die mannigfachen Bvvevvziehungen zu anderen Wertdingen,    
13727 die eher wir nach ihrer Wertgrösse schätzen können, besseren    
13728 Bescheid über den wahren In[mit Schreibmaschine doppelt getippt: n]halt der Werteinheit. Wir müssten denn    
13729 in völliger Un[mit Schreibmaschine doppelt getippt: n]kenntnis des Marktes verharren, wenn wir bei jedem    
13730 Preise unsere Zvvuvvflucht beim Golde suchen müssten. Man mag ein-    
13731 wenden und behaupten, dass Gvvovvld die grösste Gewähr für Stabilität    
13732 biete, dass heisst nichts anderes [hand. ergänzt,] als in seinen Produktionskosten    
13733 sich nicht ändere [hand. ergänzt,] und wir wollen sogar dieser Fiktion über die    
13734 später noch mehr zu sagen sein wird, hier einmal zustimmen; den-    
13735 noch wäre dann immerhin noch zu prüfen, ob nicht alle anderen    
13736 Güter zusammengenommen uns sinnfälliger und deutlicherer Maass-    
13737 stab wären. Wir wollen dabei nicht vergessen, dass der Staat be-    
13738 strebt ist mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln ein    
13739 Schwanken unmöglich zu machen und wir lassen des weiteren unbe-    
13740 rücksichtigt die neuen Momente, die sich für die Währung in ihrer    
13741 Bedeutung zu den anderen Valuten ergeben. Das sei aber nur aufge-    
13742 schoben. Vorläufig interessiert uns das Gold oder eiga[Schreibmaschine übertippt: e]ntlich    
13743 die Goldgrundlage im inneren Verkehr. Solange nur das Gold als    
13744 Tauschmittel im Umlauf ist, konnten wir immer noch streiten, ob    
13745 nicht in jedem einzelnen Fall auch wirklich das Gold die einzel-    
13746 nen Beziehungen durch Messung der absoluten [Hand. Werte] setze und vermittle;    
13747 wenn aber einmal das Gold notwendig immer mehr in den Hintergrund    
13748    
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13758 gedrängt wird, und die Wirtschaft ohne jegliche Störung und be-    
13759 denkenlos sogar stoffwertloses Papier in Empfang nimmt, dann ver-    
13760 liert diese dritte, nun überflüssig gewordene Messgrösse mehr    
13761 und mehr an Bedeutung. Wir haben ja schon erkannt, dass fast jede    
13762 Grösse in der Wirtschaft nun auch eine feste gworden [sic] ist, und    
13763 wo das nicht der Fall, wo Erfindungen Neuartiges geschöpft haben,    
13764 da haben diese Produkte so vielerlei Beziehungen zu anderen    
13765 Dingen, müssen sich anlehnen an so viel Gleichartiges, dass ihre    
13766 Preisgebung, ihre Einreichung in das weite Netz der Relationen    
13767 sicherlich auf diesem, nicht auf den in der Historienzurücklie-    
13768 gendem Weg des Abschätzens am Golde geschieht. Auch in unserer    
13769 Betrachtungsweise sind alle Tauschmittel nebeneinander gleich    
13770 berechtigt und in jedem Falle von gleichem Ivvnvvhalt. Wäre die Ge-    
13771 sellschaft der Gleichen eine ewige Kategorie, dann wäre es uns    
13772 möglich, die Werteinheit als Ausdruck einer gewissen Arbeitszeit    
13773 zu analysieren und wir bräuchten in jedem einzelnen Falle nur zu    
13774 fragen, wieviel Zeit die Herstellung eines Produktes benötigte.    
13775 Die Zwischenschaltung des Schätzgutes liesse sich dann erübrigen.    
13776 Im Grunde genommen aber wäre das nur eine andere Auslegung, als    
13777 die, da wir die Werteinheit auf ein kostendes Gut stellen. Wir    
13778 setzen Oppenheimers Arbeitswerttheorie voraus und können es da-    
13779 her unterlassen, des näheren auszuführen, dass in der heutigen,    
13780 modernen Wirtschaft gleiche Geldpreise nicht auch gleiche Ar-    
13781 beitsmengen darstellen, wodurch unser Bild in jedem Falle getrübt    
13782 werden muss. Darum können wir auch keine einheitliche Messsgrösse    
13783    
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13793 mehr verwenden, sondern müssen zu diesem Gemisch von Arbeits-    
13794 zeit und Arbeitswert greifen. Was allen Gütern inne wohnt, worin    
13795 sie sich in ihrer Grösse von anderen unterscheiden, das ist das    
13796 Maass des von ihnen verkörperten Arbeitswertes. Die gewonnenen    
13797 Verhältniszahlen benötigen des Ausdrucks, und dieser ist eine    
13798 immer gleiche Menge Arbeitswert, eine Grösse, die, wir wissen es    
13799 bereits, vom Svvtvvaate irgendwann einmal willkürlich gesetzt wurde,    
13800 die zu berücksichtigen im ferneren Verlauf unnötig und sogar    
13801 unpraktisch wäre. Auch bei reiner Goldwährung mit Prägefreiheit    
13802 verschwindet die reale Befriedung, die das Gold verleiht, gegen-    
13803 über der zirkulatorischen Befriedigung, die allein das Rad der    
13804 Wirtschaft in Bewegung zu setzen vermag. Dass jeder gewonnene    
13805 Preis auch seine Bvvevvziehung zum Golde hat, ist eine nebensächli-    
13806 che Evvrvvscheinung; tiefster Ivvnvvhalt der Werteinheit ist für uns ja    
13807 nicht ein Quantum Gold, eine Beziehungsetzung zu irgendeinem Gut,    
13808 sondern der Kern ist die möglicherweise reale, möglicherweise    
13809 aber auch nur gedankliche Dvvavvrstellung und Vermittelung von Ar-    
13810 beitswerteinheiten, die, immer nur soweit wir uns im inneren Ver-    
13811 kehr bewegen, alle vvGvvüter in einer vvLivvnie der vvGlvveichberechtigung    
13812 nebeneinander erscheinen lassen. Die Wahrscheinlichkeit eines    
13813 ökonomisch wahren Preises - Pvvrvveise sind Verhältniszahlen - wird    
13814 grösser, wenn wir ihn auf tausend gleich inhaltliche Dinge be-    
13815 ziehen, als wenn wir ihm nur eine Uvvnvvterlage gewähren. Auch ohne    
13816 den modernen Begriff des heutigen Geldes müsste es uns möglich    
13817 sein, alle Güter auf gleiche Einheiten zu setzen, wenn wir sie    
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13828 zerlegen wollten in Einheiten von angewandter Arbeitsenergie.    
13829 Wie könnten wir es noch deutlicher werden lassen, dass das Geld    
13830 nicht das eigentliche Maass sein kann, sondern nur Ausdrucks-    
13831 mittel der auf der Zahl der Arbeitswerteinheuten [sic] basierten Rela-    
13832 tionen.Wenn wir sagen, alle Güter sind ein Teil oder Vielfaches    
13833 von einem Quantum Edelmetall, so sind wir in unserer Betrachtung    
13834 nicht bis zum Kern durchgedrungen.Wir müssen sage, die Güter sind    
13835 Teil oder Vielfaches von dem Arbeitsaufwand, den ein Edelmetall-    
13836 quantum zur Förderung beanspruchte. Arbeitsenergie ist eine ge-    
13837 dankliche Grösse, die uns messbar und vorstellbar erscheint,-    
13838 das sei als historische Notwendigkeit anerkannt - wenn wir sie    
13839 auf ein Gutsquantum, auf die vergegenständlichte Arbeit beziehen.    
13840 Die Relationen aber, welche die Wirtschaft zusammen schweissten,    
13841 die einzelnen Preise, die Additionen der verschiedenen Dienste    
13842 sind niemal in ihren Einzelposten Resultat des Vergleichs mit dem    
13843    Edelmetall, sondern Zvvuvvsammenfügen von Arbeitswerteinheiten, die    
13844 nicht nur im Golde, sondern in all den vielen näher liegenden    
13845 Dingen uns vorstellbar werden. Wenn dann jeder einzelne Preis mit    
13846 dem Goldwerte dennoch übereinstimmt, so ist das nichts verwunder-    
13847 liches und nicht, was denen recht geben müsste, die den Vergleich    
13848 am Golde verkünden; es ist vielmehr nur eine logische Folge, dass,    
13849 wenn tausend Relationen richtig sind, auch darunter die eine, auf    
13850 das Gold bezogene richtig sein muss.    
13851      Bvvivvsher galt unsere Betrachtung immer noch Zuständen    
13852 der Goldwährung, die im besonderen geeignet wäre, den Metallismus    
13853    
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13863 zu rechtfertigen. Nvvuvvn wollen wir als erste Abstraktion annehmen,    
13864 der Staat ginde aus freiem Willen zur Papier-, zur freien Währung    
13865 über. Wir setzen voraus, es geschieht ohne jegliche Notwendigkeit,    
13866 allein aus theoretisch begründeter Bevorzugung des Papiergeldes,    
13867 wie denn überhaupt gleich hier erwähnt sein, dass die Betrachtung    
13868 der Geldverfassung unter dem Gesichtspunkt geordneter oder zer-    
13869 rütteter FInanzen eine falsche Verknüpfung bedeutet. In unserem    
13870 Falle zieht etwadder Staat seine Goldmünzen für gleich nominelle    
13871 Werte in Papier ein, im übrigen ver[gedruck h? überdruckt mit f]ahre er wie bisher und lasse    
13872 durch Kreierung von Bankgeld der Wirtschaft in gewissen Gvvrvvenzen    
13873 freie Hand. Eine Namensänderung der Werteinheit findet ebenfalls    
13874 nicht statt.Und nun fragen wir, washhat sich durch diese staat-    
13875 lichen Massnahmen ökonomisch geändert? Der strenge Metallist wird    
13876 überhaupt kein Geld mehr sehen und vielleicht sagen, dass immer    
13877 noch das Gold das Wertmaass sei, auch wenn es entthront wurde. In    
13878 diesem Falle aber würde er nur zugeben, dass eine Grösse auch rein    
13879 gedanklich weiter zu wirken vermag, wie es die Nominalisten aller-    
13880 dings in anderer Avvnvvwendung für tatsächlich halten. Für uns dagegen    
13881 ist in jenem Falle nur eine Relation in Wegfall geraten, unzählige    
13882 andere bestehen weiter und die Werteinheit bleibt was sie war:    
13883 Arbeitswerteinheit von vielfach gebundener Grösse. Das Geld, die    
13884 staatliche Einrichtung zur Erleichterung des Verkehrs bleibt Trä-    
13885 ger, in diesem Falle stoffwertloser Träger von so bedeuteten Ein-    
13886 heiten. Nun allerdings schiebt sich die Fvvrvvage der Geldschöpfung    
13887 und in deren Verfolg die Quantitätstheorie in den Vordergrund,    
13888    
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13897    
13898 obwohl dieses Problem eigentlich schon vorher bei der Ausein-    
13899 andersetzung mit der Goldwährung mit Teildeckung fällig wäre.    
13900 wir müssen uns hier der Kürze halber auf das Gesagte im Kapitel    
13901 vom Kreislauf der Wirtschaft stützen. Wie, fragen wir, gelangt das    
13902 Geld in den Verkehr, wie der einzelne in dessen Besitz? Wir    
13903 sprechen hier im Zeichen der Warenwerttheoretiker, wenn wir sagen,    
13904 sein Evvrvvwerb sei mit Ovvpvvfern verbunden. Wir müssen füglich etwas    
13905 geleistet, müssen ein wirtschaftliches Gut hergestellt oder dazu    
13906 beigetragen haben, um des Geldbesitzes uns freuen zu können. Haben    
13907 wir das staatliche Gvvevvld im Auge, so können wir es begrifflich    
13908 bis auf die Geburtsstunde siner Zvvivvrkulation zurückverfolgen    
13909 und müssen dort auf eine Leistung stossen; nach uns setzt es sei-    
13910 ne Zirkulation fort,-die ewige Zirkulation ist seine Aufgabe und    
13911 Funktion. Denken wir dagegen an das Bankgeld, so werden wir bei ihm    
13912 früher dem Ursprung begegnen, ebenfalls geboren aus einer Leistung,    
13913 aber in seiner Zirkulation als seiner Aufgabe gleichartig funkti_    
13914 onierend wie das staatliche Papiergeld. Nvvuvvr ist hier die Zirku-    
13915 lation eine zeitlich beschränkte. Das ergibt sich aus dem Wesen    
13916 des Bankgeldes, die elastische Verlängerung des wegen seiner re-    
13917 lativ geringfügigen Mnge irrelevant bleibenden staatlichen    
13918 ewig kreisenden Geldes zu sein. Hahn hat dieses staatliche Geld    
13919 in der Literatur den eisernen Bestand der Wirtschaft genannt.    
13920 Soweit das Bankgeld, durch wirtschaftliche Berechtigung gedeckt,    
13921 neben dem staatlichen Papiergelde auftritt, müssen wir es als die-    
13922 sem durchaus gleichgestellt werten, wie denn ünerhaupt alle tech-    
13923    
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13933 nischen Möglichkeiten, Werteinheiten zu bewegen, die auf Grund von    
13934 Leitungen als individuelle Einkommen möglich werden könnten.    
13935 Zwar leistet das Geld, wenn die Güter innerhalb der Wirtschaft le-    
13936 diglich ihren Besitzer we[Schreibmaschine h übertippt mit c]hseln, auch eine Funktion in der Fähig-    
13937 keit, Werte auszudrücken und zu bewegen. Was wir aber jetzt im    
13938 Gelde betrachten wollen, seine Gebundenheit an die Warenwelt, an    
13939 die Arbeitsleistung der [Schreibmaschine K übertippt mit V]olksgenossen und damit an die Einkommen,    
13940 das können wir nur finden an den Produktionsstätten der Güter, in    
13941 deren Kalkulationen. Prüfen wir eine solche auf ihre Einzelgrös-    
13942 sen, so offenbart sie uns nur Arbeitswertgrössen. Rohstoffe und    
13943 Material lassen sin in ihrer Substanzzerlegung wiederum in    
13944 jene teilen, Beheizung und bvvlvveuchtung [sic] lösen sich auf in Arbeits-    
13945 leistungen und Einkommen, Abschreibungen sind wiederum nichts    
13946 anderes als Arbeitswerte und Einkommen, die, wenn auch im einzel-    
13947 nen nicht jährlich sich kristallisieren und verzehren, doch in    
13948 der Gesamtheit den Ausgleich finden. !!Steuern sind Abtretungen von    
13949 Arbeitserfolgen für die öffentliche Tätigkeit der Beamten zu    
13950 unser aller Nutzen!!, Arbeitslohn und Gehälter, Profit, Rente, Unter-    
13951 nehmerlohn, Risikoprämien, - sie alle lassen sich ohne weiteren    
13952 Zwang als Arbeitsgrössen erkenntlich in die Kalkulation einfü-    
13953 gen. Das fertige Produkt ist eine Additionsgrösse aus Arbeitswer-    
13954 ten und damit gleichzeitig aus Einkommen, die im geld oder geld-    
13955 gleicher Form dafür zur Verteilung und zur Verfügung gelangen.    
13956 Mit dem Preis, einer Relation im Verhältnis zu anderen Preisen    
13957 auf Grund des Wertes der darin verkörperten Arbeitsenergie, sind    
13958    
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13967    
13968 ebenfalls die gleich fundierten Einzelbestandteile als Teile des    
13969 Gesamtpreises in ihrer Höhe stipuliert und haben ihren Ausdruck    
13970 in gleichen Wert -, in Arbeitswerteinheiten gefunden. Nicht im    
13971 einzelnen wollen wir hier wieden [sic] den Mechanismus dieses Gesche-    
13972 hens in der Geldschöpfung mittels des Warenwechsels aufzählen.    
13973 Zeigen wollten wir hier nur wiederum die enge, ja sogar die kon-    
13974 gruent sich deckende Verknüpfung von bereits mit der Erzeugung    
13975 festgelegter Preisbildung mit dem Einzel- und Gesamteinkommen auf    
13976 Grund von Arbeitsleistung. Diese alle zusammengenommen ergeben    
13977 sowohl die Gesamtsummer der Warenpreise als auch die Gesamtsumme    
13978 der kauffähigen und kaufberechtigten Einkommen. Hierin decken wir    
13979 uns mit Schumpeters Einkommensgleichheit, die nichts anderes ist als    
13980 die, auf einer historisch gegebenen, praktisch und täglich unend-    
13981 lich mal gegebenen Arbeitswertmenge fin ssende [fussende?] Werteinheit. Selbst    
13982 wenn Hahn's Auffassung richtig ist, dass die Kreditgewährung von    
13983 aller Spartätigkeit unbeeinflusst der Produktion vorausgeht, so    
13984 wird doch dadurch nichts an dem Wesen der Einkommen verändert, Be-    
13985 standteil des Preises von Gütern zu sein, deren wir im gleichen    
13986 Werte, von gleich grosser Arbeitsverkörperung später auf dem Markt    
13987 wieder habhaft werden können, denn Hahn hat hier Kredit im Auge    
13988 in Form des Darlehenskredits, er bewegt sich also in der Sphäre    
13989 des Kreditverkehrs. Alles Bankgold aber, und hier stehen wir im    
13990 Kredit-Geldverkehr, gleichviel aus welchen theoretischen Ueber-    
13991 legungen heraus es ausgegeben wurde, muss mit den Gütern, die es    
13992 haben entstehen lassen und die nun durch die Weggabe der Einkom-    
13993    
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14003 men verzehrt sind, begrifflich seinen Lauf beschliessen, denn die-    
14004 ses Kreditgold ist das Beförderungsmittel [sic] des [undeutlich] modernen Waren-    
14005 verkehrs, unlösbar mit ihm verknüpft. Die Bvvivvndungen sind so streng,    
14006 dass wir ohne Schwierigkeit die geradezu verschwindende Bedeutung    
14007 erkennen können, die dem Gelde als solchen dabei zukommt. Das Opfer,    
14008   das wir dazu bringen, um das Geld zu erlangen, die Arbeit, die wir    
14009 dazu leisten, die gilt nicht dem Geldbesitz, die gilt dem Kvvovvnsum der    
14010 übrigen Güter, welche andere für uns schufen, gleich wie wir in ar-    
14011 beitsteiliger Tätigkeit ihre Bedürfnisse mit befriedigen. Wesent-    
14012 lich ist nur, dass als [sic] Tätgikeit nach einem gleichen Maasse bewer-    
14013 tet wurde, damit die volkswirtschaftliche Gesamtverteilung, durch    
14014 den Geldverkehr bewerkstelligt, restlos aufgehen kann. Dabei ist    
14015 es nicht notwendig, dass jedes Gvvuvvt genau seinen wahren, objektiven    
14016 Beschaffungswert erreicht - obwohl das dem Idealzustand gleich    
14017 käme, wenn dabei auch bei den Einzelaufwendungen das gleich    
14018 Gesetz den Verteilungsschlüssel abgäbe - aber innerhalb der gan-    
14019 zen Volkswirtschaft können wir es wohl gelten lassen, dass nur    
14020 die objektiven Werte im ganzen erzielt sein müssen und plus und    
14021 minus zur geraden Mvvivvttellinie tendiert. Die Auspendelungen werden    
14022 wohl, soweit persönliche Machtpositionen in Frage kommen, immer nur    
14023 beschränkten Rahmen bleiben, da die Einkommen auf gegenseitige    
14024 Ausgleichung hinstreben. Darüber hinaus auch noch die Störungen,    
14025 durch das gesellschaftliche Monopol erzeugt, näher auszuführen,    
14026 würde uns zu weit abführen.    
14027      Das gleiche Messgerät zu finden, dazu ist, das sei immer    
14028    
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14038 wieder betont, weil es den Kern der vorgetragenen Auffassung wieder-    
14039 gibt [vertippt], nicht ein Vergleich am Gvvovvlde nötig; der würde selbst die gröss    
14040 ten Schwankungen im Gvvevvfolge haben. Notwendig dagegen ist das Zerle-    
14041 gen der Güter in Arbeitswerteinheiten, für deren Grösse wir so vie-    
14042 le Anhaltspunkte haben, als es nur Güter und Dienste in einem Lande    
14043 gibt. [vertippt] Bei so geordneter Bankgeldschöpfung, und diese fordert ja auch    
14044 die Warenwerttheorie, müssen wir beim Gelde immer nach der Kaufkraft    
14045 fragen, müssen diese nicht als Ergebnis eines Austauscheyperiments [sic]    
14046 zwischen Geld und Ware betrachten. Ivvnvv diesem Falle ist vielmehr die    
14047 Kaufkraft des Geldes schon fest fixiert, mit der Entstehung der Gü-    
14048 ter. Sie sit die logische Folge, dass Geld in diesem weiten Sinne,    
14049 welches Einkommen verkörpert, sich in der Höhe der Werteinheiten    
14050 begrifflich deckt mit der Höhe aller Güterpreise, denn beide sind    
14051 nur verschiedenartige Zvvuvvsammenfaltungen der aufgewandten Arbeits-    
14052 wertmengen und Einheiten. Da ist kein quantitätstheoretisches Aus-    
14053 schwingen, kein Endresultat, das uns den Geldwert mitteilt, mehr    
14054 vonnöten. Die Werteinheit hat einen ökonomischen Inhalt, soweit    
14055 sie Einkommen ist, soweit sie nicht nur eine gedankliche Vorstel-    
14056 lung bleibt, die wir wohl überall anlegen können, die aber wirt-    
14057 schaftlich nicht wirksam und darum nicht zu berücksichtigen ist.    
14058 Wir können den realen Inhalt jeder dieser Einkommenswerteinheiten    
14059 suchen in irgendeinem Gut oder wir können sie zusammenfassen als    
14060 das Extrakt aus der gesamten Güterwelt. In jedem Falle werden wir    
14061 mit einer gleichen Grösse zu rechnen haben, eben dieser, die sich    
14062 deckt mit der unserer Werteinheit zu grundegelegten Arbeitswert-    
14063    
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14073 menge. Einen derart abgeleiteten Wert wollen wir der Werteinheit    
14074 in der Geldform nicht abstreiten; - das aber wird wohl nicht einmal    
14075 ein Nominalismus unternehmen wollen. Was uns von der Darlegung    
14076 der Warenwerttheorie unterschiedet, ist der Uvvmvvstand, dass wir im    
14077 Gelde keine selbständige mit den anderen Gütern gleich berechtig-    
14078 te Ware erkennen wollen. Alle Güter haben einen objektiven Be-    
14079 schaffungswert; das Geld nur einen davon abgeleiteten Wert. Die    
14080 Frage nach der Angemessenheit des Preises ist darum auch nicht    
14081 ein Abschätzen des Warenwertes am Geldwert, der losgelöst nur ein    
14082 Schatten, nichts als ein Schemen ist, mit dem wir in der Vorstellung    
14083 keine objektiv messbare Grösse verbinden können, sondern ist ein    
14084 Abschätzen an den Beschaffungskosten von vielen ähnlichen Dingen;    
14085 wir vergleichen die Arbeitsleistungen gleich - und verschiedenar-    
14086 tiger Dinge mit einander. Dvvivve Fvvrvvage, warum für ein bestimmtes Gut    
14087 eine bestimmte Geldsumme bezahlt wird, ahben wir ja bereits da be-    
14088 leuchtet, wo wir die Parallelität der Entstehung von Ware mit Geld    
14089 in Form von Einkommen erwähnten. Wenigstens gilt das für eine sta-    
14090 bile Papierwährung, wie wir sie hier schildern. Das allerdings ist    
14091 richtig, dass zwei Grössen nicht in einem relativen Verhältnis zu    
14092 einander stehen können, ohne als absolute Grössen vorhanden zu sein.    
14093 Auf die Geldverfassung aber ist dieser Satz nur anwendbar bei Gold-    
14094 währung mit ausschliesslichem Goldumlaug [sic]. Nur in diesem Falle ist    
14095 das Gold eine solche absolute Grösse, die Relationen auf seinen    
14096 objektiven Wert zulässt. Späterhin aber ist das Geld nur der Kreu-    
14097 zungspunkt alle dieser Relationen, etwas ausserhalb Stehendes und    
14098    
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14108 nicht mehr gar der Pol, auf den alle Glieder, um mobil zu werden,    
14109 hinstreben. Das Geld ist nur etwas mit den Relationen Gleichna-    
14110 miges. Während die Werteineheit als Arbeitswertmenge bei den Gütern    
14111 das Inhaltliche Bedeutet, ist sie beim Gelde nur praktisch teil-    
14112 bares Bewegungsmittel und hat nur Wert im Hinblick auf ein Gut    
14113 und das auch nur deshalb, weil die arbeitsteilige Verkehrswirt-    
14114 schaft Mittel ersinnen musste, um auch hier Tauschhandlungen zu    
14115 ermöglichen und durch das staatlich gesetzte Tauschmittel dem    
14116 Geldverkehr ordnungsgemässe Bahnen zuwies. Für uns ist die Wert-    
14117 einheit keine beziehungslose, abstrakte Grösse, sondern eine Ar-    
14118 beitswertgrösse, die sich in jedem Augenblick an ein bestimmtes Gut    
14119 und an eine bestimmte Menge davon binden lässt, die uns aber nicht    
14120 deutlich wird bei der losgelösten Geldbetrachtung, sondern nur im    
14121 Bereiche der Güterwelt. Was bestimmt denn die Höhe eines Güterwer-    
14122 tes? Ist es wirklich eine Teilgrösse der Ware Geld, die uns wert-    
14123 mass sein soll für alle übrige Ware, die aber doch in ihrer ob-    
14124 jektiven Wertlosigkeit besonders beim [übertippt i] Monopolgeld der Warenwert-    
14125 theorie uns nur einen recht verschwommenen Wertmasstab bieten    
14126 kann für wirklich reale Güter, die, das ist doch die Grundregel    
14127 jeder objektiven Werttheorie, ihren Wert nur haben kann aus Menge    
14128 und Wert der aufgewandten Arbeit? Ist jenes Geld wirklich Wert-    
14129 maass, so vergleichen wir wildlich gesehen ungleichwertiges mit    
14130 einander, wo um uns reale Messwerkzeuge in Hülle und Fülle stehen.    
14131 Maass der Werte ist von allen Angebinn an die Arbeit und nur    
14132    
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14141    
14142 dadurch, dass wir historisch die ganz bestimmte Beschaffungsar-    
14143 beit eines Gutes zu Grunde legten, und der Staat ihr dann einen    
14144 Namen gab, dadurch entstanden aus den und zugleich mit dem Maass    
14145 der Werte, auch die Preise. Nicht das Gut an sich ist das Wert-    
14146 maass, sondern die angewandte Beschaffungsarbeit des Gutes und    
14147 nur weil, ausser in der Gesellschaft der Gleichen eine losgelöste    
14148 Arbeitseinheit nicht bestehen kann, darum musste eine Basierung    
14149 zu einem Gute proklamiert werden. So tritt denn auch der ökonomi-    
14150 sche, reine, objektive Wert eines Gutes, das wirkliche Maass der an-    
14151 gewandten Arbeitsenergien nicht mehr in Erscheinung; der ökono-    
14152 misch reine Wert erhält in der Wirtschaft keinen Ausdruck mehr.    
14153 wir wissen, dass Kräfteverschiebungen in der verschiedensten Rich-    
14154 tung es uns nicht mehr gestatten, von Arbeitsmenge zu sprechen,    
14155 sondern als ein Korrektposten dazu diesen mit dem Arbeitswert und    
14156 den nicht nur im Hinblick auf die Qualifikation, sonder beson-    
14157 ders in Evvrvvwägung der gesellschaftlichen Verteilungsverhältnisse    
14158 zu verknüpfen. Wenn wir sagen, Preise sind nur anderer Name und    
14159 Ausdruck für Werte, so haben wir jene verschobenen Werte, die Tausch    
14160   werte im Auge. Das Geld kann nur wertmaass sein, insofern es auf    
14161   Werteinheiten lautet und Werteinheit nur als eine andere Bezeich-    
14162 nung für eine gewisse Arbeitsmenge zu[b]gelten hat hat. Das Geld als    
14163 das körperliche Zahlungsmittel kann auch nicht das Wertmaass sein,    
14164 weil es auch nur einen Teil des konsumberechtigten Einkommens    
14165 darstellt und weil, wenn wir definieren wollten, im Austausch von    
14166 Geld gegen Ware ergibt sich die Kaufkraft oder der Wert des Gel-    
14167    
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14176    
14177 des, wir dann nicht berücksichtigen den wohl grössten Teil des    
14178 wirtschaftlich wirksamen, wenn auch nicht chartalen Geldes, das    
14179 Kaufkräfte in eminenten Maasse vergegenwärtigt. Das wurde im    
14180 Kreislauf der Wirtschaft dargetan, dass die Quantitätstheorie    
14181 nur in jenem weiten Sinne verstanden werden muss. Als Einzelgrös-    
14182 se sagt das chartale Geld gar nichts und das " Geld " in der    
14183 Gesamtgrösse der gesamten Einkommen ist uns nicht bekannt und    
14184 tritt uns, wenn wir die Kaufkraft als Resultat des Tauschens an-    
14185 sehen wollen, immer nur erst dann gegenüber, wenn diese wirt-    
14186 schaftlichen Handlungen der Vergangenheit angehören und ihrer-    
14187 seits vom Resultat ja nicht mehr beeinflusst werden können. Da-    
14188 mit wollen wir sagen, dass wir das Geld als Wertmaass scheinbar    
14189 benützen können, aber eben nur im Hinblick darauf, dass die Geld-    
14190 politik bestrebt ist, das Geld in der nominellen Höhe mit der    
14191 Güterproduktion und deren Preishöhe zu verknüpfen. Darum aber    
14192 kann auch die [übertippt P]reishöhe keine Grösse sein, die durch Abschätzung    
14193 am Golde gewonnen wird, sondern die, die wir aus Zvvuvvsammenfügen von    
14194 Arbeitswertgrössen gewinnen, wie sie uns historisch einmal im    
14195 Gelde, dann in der Wirtschaft mannigfaltig und somit auch in un-    
14196 serer Vvvovvrstellung gegeben sind. In der Erklärung, ein bestimmtes    
14197 Gut sei drei Mark wert, ist in gewissem Sinne doch auch ein ob-    
14198 jektiver Wert ausgedrückt, da wir uns jederzeit den Warengehalt,    
14199 wie Arbeitsenergie zur Evvrvvstattung des dritten Teil eines solchen    
14200 G[übertippt u]tes, die Arbeitsmenge, die wir eine Mark nennen, vorstellen können    
14201 Wissen wir noch dazu, dass dies und jenes auch eine Mark kostet,    
14202    
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14212 dann wird in uns das Gefüh[übertippt ö mit l] der Wertgrösse von einer Mark so    
14213 gefestigt, dass wir Auspendelungen meist sofort erkennen und für    
14214 Korrektur Sorge tragen. Auf solche Art wird uns deutlich, ob ein    
14215 Preis hoch oder niedrig sei, denn im Verhältnis der Preise zu ein-    
14216 ander ist uns auch mittelbar Aufschluss über deren absolute Höhen    
14217 gegeben. Das Problem erhält seine Spitze in der Frage, ob zur Ein-    
14218 reihung eines Gutes in das Netz der Relationen das Geld als Wert-    
14219 maass notwendig ist oder nicht. Dass ursprünglich ein Gut als    
14220 Mittelpunkt der Beziehungen zu deren Gewinnung nötig war, ist von    
14221 jeder Richtung anerkannt. Wir betrachten hier den besonderen Fall    
14222 der stabilen Papiergeld-Monopolwährung. Sei das neue Produkt ein    
14223 Erzeugnis der Metall- oder der Textilbranche; zuerst muss es sich    
14224 einmal anlehnen an die vorhandenen gleichartigen Erzeugnisse der    
14225 Konkurrenz, und der Preisspielraum ist dadurch schon bedeutend    
14226 eingeschränkt. Der Produzent muss zu Grunde legen seine Herstel-    
14227 lungskosten, und die Gvvrvvrenze wird um ein weiteres enger werden. Im    
14228 ganzen können wir sagen, dass da zu einem Vergleich und Abschätzen    
14229 am Gelde wenig Rvvavvum mehr bleiben dürfte und das, wie wir gesehen    
14230 haben darum, weil die Bindungen an die übrigen Güter und die wirt-    
14231 schaftliche Verpflichtung in der Fvvrvvage des Arbeitslohnes, der    
14232 Steuern, der Versicherungen usw. so enge sind, dass sie den Preis,    
14233 die Relation zu den anderen Gütern gebieterisch vorschreiben.    
14234 Ivvnvv allen anderen Gütern verkörpert sich in jedem Falle eine be-    
14235 stimmte Arbeitswertmenge, und diese bleibt auch das Wertmaass und    
14236 ergibt den Preis für alle neu hinzutretenden Güter. Das Geld kann    
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14246    
14247 nur scheinbar Wert-und Preismaass werden, wenn wir, immer nur die    
14248 entwickelte Wirtschaft betrachtet, die Reflexerscheinung, die die    
14249 Güterwerte uns im Gelde zeigt und eine iegene [sic] Grösse daraus formt,    
14250 als das Primäre hinnehmen. Wir gehen dann scheinbar unseren Weg    
14251 von Bekanntem zu Uvvnvvbekanntem, während wir in Wahrheit nur bereits    
14252 alte Pfade zum Ursprung zurückverfolgen. Sind wir zu der Ueberzeu-    
14253 gung gelangt, dass jedes neue Gut, - die alten haben ihre Relationen    
14254 in historischer Entwicklung erhalten, -in das Netz der Relationen    
14255 eingefügt wurde, noch ehedem es als Ganzes zum Gelde in Beziehung    
14256 gebracht wurde, dann dürften wir auch nach der Ansicht der Waren-    
14257 werttheoretiker sogar die rein abstrakte Werteinheit gelten las-    
14258 sen; für uns aber ist die Werteinheit sogar etwas Gebundenes, nicht    
14259 nur einmal, sondern unendlich mal und bedeutet in dieser Vielheit    
14260 der Bindungen doch immer nur ein und dieselbe Grösse, nämlich eine    
14261 bestimmte Arbeitsmenge, die wir als Einheit allen Gütern und allen    
14262 Diensten in der Relation auf gegebene, bekannte Dinge als Maass zu    
14263 Grunde legten. Wir sagten schon einmal, dass wir uns mit Schumpeters    
14264 Einkommenseinheit eng berühren, insofern auch wir der Menge des    
14265 chartalen Geldes keine Wichtigkeit zuerkennen gegenüber der wirk-    
14266 lichen und wirksamen Geldsumme, die als Einkommen in der Wirt-    
14267 schaft erscheint. Einkommen entsteht aus Leistungen, Güter setzen    
14268 sich zusammen aus Leistungen; werden Gvvüvvterpreise und Einkommens-    
14269 höhe in ihrer Reduktion auf Arbeitsleistungen verknüpft, so können    
14270 wir der Avvnvvweisungstheorie Svvcvvhumpeters zustimmen. Budge kritisiert    
14271 nun den bekannten Billetvergleich Schumpeters und sagt, dass wir    
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14282 beim Billet schon die Gegenleistung in der genauen Menge in der    
14283 Vorstellung schin [sic] fest in Hvvävvnden haben, während beim Gelde erst    
14284 n[übertippt i mit o]ch die Preisbildung in Fvvrvvage kommt. Wir können in Anlehnung    
14285 an all das von uns Gesagte hier ohne weiteres erklären, dass nach    
14286 unserer Auffassung ein Preiskampt kaum mehr zu stande kommen kann,    
14287 und solange wir stabile Währung haben, wir dann auch im Einkommen    
14288 die Gegenleistung aus dargetanen Gründen fest in Händen haben.    
14289 Wenn Budge des weiteren meint, dass wir die Verfügung über einen    
14290 Platz im Theater nicht durch ein Billet, sondern durch die Zahlung    
14291 des Preises erhalten, so können wir das dahin auslegen, dass wir    
14292 die Verfügung über die wirtschaftlichen vvGvvüter auch nicht direkt    
14293 durch das Geld - das Billet - sondern durch die Arbeitsleistung,    
14294 der wir den Billetbesitz verdanken, zugesprochen erhalten. Ist    
14295 beim Billettvergleich der Tausch nicht Billet - Vorstellung; son-    
14296 dern Billettkauf - Vvvovvrstellung, so ist der Tausch wirtschaftlich    
14297 betrachtet auch nicht Geldhingabe - Güterempfang, sondern Gelder-    
14298 werb, d.i.Leistung - Güterempfang.    
14299      Der Vollständigkeit halber wäre noch kurz zu betrachten    
14300 die Evvrvvscheinung der unstabilen Währung, der Zvvuvvstände, wie wir sie    
14301 zu Kriegsausgang und in der Nachkriegszeit kennen lernen mussten.    
14302 Wir wollen kurz fragen: Was [sic: War?] es hier so, dass die Preise zustande    
14303 kamen auf Grund der Schätzung von Gütern gegen Geld? Dazu wäre    
14304 notwendig gewesen, dass wir uns eine klare Vorstellung vom Werte    
14305 des Geldes fast in jedem Augenblicke hätten bilden können und    
14306 hätten neu bilden müssen. Es war eine Vielheit von Beziehungen    
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14310 ||#    
14311 ===87===    
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14315      - 87 -    
14316    
14317 die hier auf die Pvvrvveise wirksam wurden. Wenn wir später von der    
14318 unstabilen Wvvävvhrung sprechen, werden sich diese Punkte im einzelnen    
14319 heruasschälen [sic]. Ovvhvvne weiteres deutlich aber ist uns, dass ein Geld,    
14320 das täglich anderen Wvvevvrt im Sinne veränderter Kaufkraft repräsen-    
14321 tiert, keinen Anspruch als Wertmesser der übrigen Güter erheben    
14322 kann. Solange wir in unserer eigenen Währung der Papiermark rechne-    
14323 ten, hatten wir in ihr keinerlei Anhaltspunkte einer Wertgrösse;    
14324 erst später, da wir uns auf ausländische Währungen bezogen und    
14325 die Papiermark täglich neu un Beziehung zu jenen setzten, sodass    
14326 sie eigentlich nichts anderes mehr bedeutet als eine ausländische    
14327 Währung, erst da konnten wir wieder eine Wertvorstellung mit dem    
14328 Gelde verbinden, die aber von so vielen anderen Momenten, wie Spe-    
14329 kulation usw. durchsetzbar, dass uns der so abgeleitete Wert der    
14330 Papiermark kein auch nur annähernd wirkliches Bild der inneren    
14331 Kaufkraft der Mark, die maassgebend sein müsste, bieten konnte.    
14332 Ivvnvv Wahrheit haben wir unsere Preise doch nicht nach dem Geldwerte    
14333 gesetzt, sondern wiederum in der Beziehung zu anderen Gütern. Wir    
14334 wussten, dass ein Pvvrvvodukt x Svvcvvhweizer Fvvrvvanken kostet und lasen im    
14335 Kursblatte, dass ein Svvcvvhweizer Fvvrvvanken so und so viele Papiermark    
14336 notiere. Wir rechneten täglich um und fixierten den Preis nicht    
14337 in Beziehung zum Geldwerte, sondern zu einem anderen Gut. Die Papier-    
14338 marksumme, die wir errechneten, sagte uns über den Wert auch nicht    
14339 das Geringste aus.    
14340      Uvvnvvd bevor diese Entwicklung statte hatte, etwa zu Ende des    
14341 Krieges, wie war es da? Wir sahen, dass andere Produkte, vor allem    
14342    
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14352 solche, auf die sich die Nachfrage besonders stürzte, aus diesen    
14353 natürlichen Gründen der erhöhten Nachfrage im Preise stiegen.    
14354 Die Relationen, die meist wie etwas Ewiges in den bleibenden Pro-    
14355 duktionskosten gegeben waren, strebten danach, auch auf der erhöhten    
14356 Grundlage jene alte Verhältnismässigkeit wieder einzunehmen. Diese    
14357 gesunde Tendenz aber wurde auf der Gegenseite durch die Freiheit    
14358 und Uvvnvvgebundenheit der Einkommen gestört. Das war der Grund des    
14359 wahren Wettrennens der Preise. Manches wird im Abschnitt der Infla-    
14360 tion darüber noch zu sagen sein. Hier galt es norläufig [sic] nur zu zei-    
14361 gen, dass niemals das Gold Masstab der Preise sein konnte.    
14362      Das hoffen wir, ist uns in jedem Falle geglückt. Zur weite-    
14363 teren Festigung unserer Avvnvvschauung werden wir im Folgenden staat -    
14364 liche Geldwesen mit den verschiedensten Währungen untersuchen,    
14365 nicht derart, dass eine aus der anderen hervorgeht und in ihr die    
14366 historische Stütze findet, sondern wir wollen jede Währung gewis-    
14367 sermassen neu begründen und aus diese Betrachtung die Möglichkeit    
14368 oder Unmöglichkeit einer Währungsreform zu gewinnen suchen.    
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