Das ist eine alte Version von WesenUndInhaltDerWerteinheit/II vom 07.11.2022 20:27 bearbeitet durch WikiAdmin.
(Unterschied) ← Vorherige Version | Aktuelle Version (Unterschied) | NĂ€chste Version → (Unterschied)
Version 11 vom 07.11.2022 20:27 ▌
59 11.02.2025 20:53 WikiAdmin 58 11.02.2025 20:52 WikiAdmin 57 31.01.2023 17:13 WikiAdmin 56 17.01.2023 13:12 WikiAdmin 55 17.01.2023 13:01 WikiAdmin 54 17.01.2023 12:51 WikiAdmin 53 17.01.2023 12:42 WikiAdmin 52 17.01.2023 12:03 WikiAdmin 51 17.01.2023 11:25 WikiAdmin 50 17.01.2023 11:15 WikiAdmin 49 17.01.2023 11:01 WikiAdmin 48 17.01.2023 10:54 WikiAdmin 47 17.01.2023 10:49 WikiAdmin 46 15.01.2023 21:31 WikiAdmin 45 15.01.2023 21:31 WikiAdmin 44 15.01.2023 21:30 WikiAdmin 43 15.01.2023 20:59 WikiAdmin 42 15.01.2023 20:44 WikiAdmin 41 15.01.2023 20:33 WikiAdmin 40 15.01.2023 19:17 WikiAdmin 39 15.01.2023 19:04 WikiAdmin 38 15.01.2023 19:04 WikiAdmin 37 15.01.2023 19:02 WikiAdmin 36 15.01.2023 19:01 WikiAdmin 35 15.01.2023 17:20 WikiAdmin 34 15.01.2023 17:15 WikiAdmin 33 15.01.2023 16:58 WikiAdmin 32 15.01.2023 16:35 WikiAdmin 31 15.01.2023 16:18 WikiAdmin 30 15.01.2023 16:00 WikiAdmin 29 15.01.2023 15:59 WikiAdmin 28 15.01.2023 15:47 WikiAdmin 27 15.01.2023 15:34 WikiAdmin 26 09.01.2023 10:07 WikiAdmin 25 09.01.2023 10:06 WikiAdmin 24 09.01.2023 10:05 WikiAdmin 23 09.01.2023 10:03 WikiAdmin 22 09.01.2023 10:02 WikiAdmin 21 05.12.2022 17:39 WikiAdmin 20 05.12.2022 17:39 WikiAdmin 19 05.12.2022 17:28 WikiAdmin 18 05.12.2022 17:28 WikiAdmin 17 05.12.2022 17:14 WikiAdmin 16 05.12.2022 17:14 WikiAdmin 15 05.12.2022 17:13 WikiAdmin 14 26.11.2022 10:30 WikiAdmin 13 13.11.2022 18:22 WikiAdmin 12 13.11.2022 18:22 WikiAdmin 11 07.11.2022 20:27 WikiAdmin 10 07.11.2022 20:27 WikiAdmin 9 07.11.2022 20:25 WikiAdmin

WikiAdmin

II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und GĂŒterverteilung.


– 20 -


D e r K r e i s l a u f d e r W i r t s c h a f t .


So lose auch bei nachlÀssiger Betrachtung eine

Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-
heit zusammenhÀngen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur
Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befÀhigt
ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,
losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-
schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der
Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn fĂŒr unsere Untersu-
chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie
nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt
sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe
Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mÀhlich
entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die Àusseren
Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann
so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt
und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-
spĂŒrt haben, dann mĂŒssen wir mit dem wissenschaftlichen RĂŒstzeug
die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-
einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschÀlen.

So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-

gutes war, den zufÀlligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-
sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-

file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s20.png


– 21 -


kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen,
wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch
die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten
war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden,
so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit
gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag,
auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be-
rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles
verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen
wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut-
lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flĂŒs-
sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt-
wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben
nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen mĂŒs-
sen, die den anderen gegenĂŒber als eine solidarisch haftende Ein-
heit in die Erscheinung tritt. Und jede dieser Einheiten hat wieder-
um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs-
einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die KrÀfte dazu aus sich
selbst schöpfen. Diese KrÀfte so in Bewegung zu setzen, dass ein
relatives Maximum an GĂŒtern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach
einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden SchlĂŒssel ver-
teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital "
erĂŒbrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis-
lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man
das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld-
wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch

file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s21.png


– 22 -


noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-
terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der
Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-
lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine
Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als
einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-
losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei
zwei stofflichen GĂŒtern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-
schaft mĂŒssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb
einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche,
zum Konsum drÀngt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das
Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.
Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-
lichen Perspektive aus gesehen alle GĂŒter die verzehrt oder doch
nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.
Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich
beschrĂ€nkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen
Ewiges darstellt und immer aufÂŽs neue gegen GenussgĂŒter zu tau-
schen bereit ist, auch dann wird, natĂŒrlich immer nur periodisch
gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn
dieÂ ĂŒber den Eigenbedarf verfĂŒgungsfreien Waren gegen andere
ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-
denen Möglichkeiten der grösste SÀttigungsgrad des Konsums er-
reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich
nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie
irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-

file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s22.png


– 23 -


lendetem Austausch seine ĂŒberschĂŒssigen Produkte in andere Konsum-
gĂŒter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-
heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-
losen Material vergegenstÀndlicht ist, und das ganz besonders bei
dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,
das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet
wird, bei dem akann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und
Ware, wenn ĂŒberhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-
chen werden.

Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-

liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-
schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-
men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der
Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch
MachtverhĂ€ltnisse getrĂŒbt bis schrill gestört werden, aber hier
bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,
innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser
Störung plus und minus sich aufhebt und der GĂŒterausgleich auf
dieser Grundlage sich hat vollziehen können.

Wir mĂŒnden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes

ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,
wie weit im einzelnen jenes plus oder minus ĂŒber das durchschnitt-
liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion «der
Gesellschaft der Gleichen» hinaus schwingt oder zurĂŒckbleibt. Wir
sahen nur, dass solche Möglichkeit besteht, wenn der Arbeitende

file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s23.png


– 24 -


nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfĂŒgungsbereit in HĂ€nden
hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je
entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere
den Produktionsmitteln steht, je weiter die AbhÀngigkeit reicht,
ohna aber, was wesentlich ist, der Àusserlichen Freiheit verlustig
zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein Gut sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natĂŒrlich fĂŒr die
ganze GĂŒterwelt von GĂŒltigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-
sieren sich im Endzustande zwei gleiche GĂŒterkomplexe.Die Schwie-
rigkeit, das plastisch zu erkennen, mĂŒssen wir hier im besonderen
darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und
selbstÀndige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren
Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der GĂŒterentnahme aus der
Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,
dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch
den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des
Geldes ĂŒber den gĂŒterwirtschaftlichen wesentlichen VorgĂ€ngen
gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle VorgÀng
hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das
, ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher
gerecht und uns allgemein verstÀndlicher wird.

Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters

wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgefĂŒhrt:

«Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-

dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und
und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den

file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s24.png


– 25 -


Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher
Natur gegen GenussgĂŒter. FĂŒr letztere allein gelte der Ausdruck
Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes
als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert
sie in den GeschÀftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln
gegen GenussgĂŒter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und
gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
sie wieder GenussgĂŒter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und
gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
sie wieder GenussgĂŒter u.s.f. Die Produzenten von produzierten
Produktionsmitteln tauschen gegen GenussgĂŒter und diese wieder
aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-
duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hÀngt von dem
Marktwert seiner TĂ€tigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den gĂŒter-
wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhÀlt durch den
Mechanismus eine GĂŒterquantitĂ€t und alle diese GĂŒterquantitĂ€ten
die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst
die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden wĂŒrde,
in zwei MÀrkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-
mer Nachfragenden, die Konsumenten Anbietende, auf dem GenussgĂŒter-
markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von
Geld gegen GenussgĂŒter. Die Kuuouunsumenten des GenussgĂŒtermarktes
sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende
auftreten und können auf dem GenussgĂŒtermarkt dasselbe Geld aus-
geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,
wobei die Unternehmer bezĂŒglich ihrer eigenen Leistung den

file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s25.png


– 26 -


Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezĂŒglich ihrer
eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem GenussgĂŒtermarkt
beizuzÀhlen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum
nur soviel zur VerfĂŒgung als korporativnauf dem GenussgĂŒtermarkt
ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den
ersteren gelangt ist.""

Soweit Schumpeter.
Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite

wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der GĂŒter-
verteilung zu suchen haben und der SchlĂŒssel, der uns die Pforten
zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb
ist das Schwungrad fĂŒr jegliche Produktion, fĂŒr jegliche Bewegung
im Wirtschaftskörper ĂŒberhaupt. Er ist immer das primĂ€re Moment
und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner
möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-
bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums
ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum
abhÀngig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin
dem Wesen nach eine Krise.

Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis

einer frĂŒheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen
die vom erfahrungsgemÀse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-
geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-
fen wir die GĂŒter frĂŒherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass

file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s26.png


– 27 -


die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden GĂŒ-
terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und
Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten mĂŒssen.Zwang-
los finden wir hier die ErklÀrung mancher Krise:nÀmlich dann,
wenn wir aus der MuuĂŒuundung mehr KuuouunsumgĂŒter erwarten, als diese uns
fĂŒr den Augenblick zufĂŒhren kann, oder in anderer Variation, wenn
wir einen spÀteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-
ben versuchen und fĂŒr diese dahin zielende, sich aber erst spĂ€ter realisierende TĂ€tigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-
langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-
legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere
Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die
Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug
auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-
ders der Diskontopolitik.

Wir stellen fĂŒr unsere Untersuchung der modernen Wirt-

schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu
rechnen haben, die uns in ihren ZahlenausdrĂŒcken zwar keinen Auf-
schluss ĂŒber deren absolute Werte, wohl aber ĂŒber das gegenseitige
VerhÀltnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise
einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als
eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden mĂŒssen, ohne
indes an dem Kern des Wertbegriffes rĂŒtteln zu wollen, der als
Maass des gegenseitigen AbwÀgens nur die wirtschaftlich notwen-
dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulÀsst. Wenn nicht grundle-


file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s27.png


– 28 -


gende ProduktionsÀnderungen eintreten und besonders dann, wenn
wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen
mit gegebenen Grössen zu rechnen haben. Die Werteinheit hat die
Bedeutung, – das sei hier wiederholt – uns nur relative Werte
aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus
dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,
so gilt es natĂŒrlich fĂŒr jedes andere Gut und alle GĂŒter, fĂŒr die
ganze Produktion der Volkswirtschaft ĂŒberhaupt. Die wirtschaftlich
wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft
die Produktionskosten der GĂŒter und diese Aufwende insgesamt das
ist das Einkommen der Nation.

Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von 

aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-
stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien
in die Preise aufteilen, denn meist mĂŒssen wir praktisch bei ihnen
mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die
uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht
die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begrĂŒndet sind, im ein-
zelnen zu untersuchen haben. FĂŒr die Betrachtung des Kreislaufes
der Wirtschaft und insbesondeere fĂŒr das Erkennen des Wesens der
Werteinheit genĂŒgt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten
GĂŒter, alle Einkommen in sich enthalten mĂŒssen, dass aber der Zu-
griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-
baren Teilbarkeit an einem Gute besteht, fĂŒr den einzelnen gar
nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-


file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s28.png


– 29 -


gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. FĂŒglich
muss jeder sein Einkommen in einer Form zur VerfĂŒgung gestellt
haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,
den er iirgendeinem Gute zugefĂŒhrt hat, in anderen gleichen Werten
auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in 
einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-
sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade
in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des
einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent
im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine
auf Kosten des anderen seinen Vorteil zu erringen suchen.

Zum Realeinkommen, zum KonsumgĂŒtermarkt ist und das Nomi-

naleinkommen das «Sesam, öffne dich». Mittels dessen mĂŒssen wir
wieder den Anschluss an die GĂŒterwelt finden, von der wir uns in 
der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das
Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-
der mobil machen. So ist es uns, – gleich in welcher rechnerischen
Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-
nung der QuantitÀtstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und
Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,
dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,
dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die
Zungen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu
equilibrieren.

Wir können sagen:

file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s29.png


– 30 -


Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt, Index ) P ist

gleich Normaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine
GĂŒltigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass
ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das
System der Preise, d.h. zahlenmÀssig differenzierte Werteinheits-
ausdrĂŒcke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun
dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in
einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene
Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-
wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung
auf das Sozialprodukt den Leistenden zur VerfĂŒgung stellen. In
jedem Falle muss die BrĂŒcke geschlagen werden zwischen Einkommen
und Konsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es
das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung
nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet
abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen
Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine Àltere Er-
scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen
sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied
des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenĂŒber
eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.

In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und

addieren damit die darin ausgedrĂŒckten ArbeitsaufwĂ€nde. Der daraus
sich ergebende Preis ist dann der Kostenfaktor aller Einkommen.


file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s30.png


– 31 -


Die ParalellitÀt in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-
einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist 
uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale
der GĂŒter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-
wĂ€nde und damit die Einkommen sich sammeln, StĂŒcke gleichen Ge-
wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufĂŒgen; ja es fĂŒhrt
kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit
und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird
zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen
Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale
Anteile am gesamten Produktionsfond.

Wir sehen, dass in ordnungsmÀssigem Gang der Wirtschaft

die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitÀtstheoreti-
schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar
nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines
und dasselbe. Die GĂŒterpreise finden wir in gewissen Grenzen als
gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise Àndert sich allge-
mein meist nicht spri[ergÀnzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten
Produkte ordnen sich in VerhÀltnismÀssigkeit schon ehedem sie
auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefÀhr ein.
Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhÀngige
Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.
Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich
sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie
nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle GĂŒterpreise,


file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s31.png


– 32 –


das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber
doch sich gegenseitig aufheben mĂŒssen. Der Konsum bestimmt nicht
nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach
seinen objektiven WertschÀtzungen einerseits und den objektiven
BeschaffungswiderstĂ€nden andererseits werden diese oder jene GĂŒter
herangezogen werden. Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt
das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer
gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der IntensitÀt
und der QualitÀt der Produktion beeinflusst und geÀndert werden.
Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen
ProduktionsverhÀltnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-
ten VerhĂ€ltnis zu einander stehen mĂŒssen; dass Unternehmer und Ar-
beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkĂŒrlich nebenein-
ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit
gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen mĂŒssen. Neben
dem PreisgebÀude oder besser mit dem PreisgebÀude ist auch das
EinkommensgebÀude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden
eine absolute Starrheit erreicht wÀre, aber doch ein innerer Zusam-
menhang zu konstatieren ist.

Der Kreislauf der Wirtschaft wĂŒrde bei uns in dem Pro-

blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,
so zu ordnen und so unter alle EinkommensempfÀnger zu verteilen,
das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-
scheinen kann, als wÀhrend der Produktion gleichnamige Einheiten
fĂŒr die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin mĂŒssen sich


file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s32.png


– 33 –


aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den GĂŒterkalkulati-
onen finden wir die Substanz fĂŒr alle Einkommen.

In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die

Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten
von Einkommen zu unterscheiden haben:


1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-
gĂŒter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, HĂ€ndler, Zins-,
Renten- Gehalts- und LohnempfÀnger. Sie stellen die primÀre Haupt-
einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-
schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.


2.) Die an der Erschaffung des festen «volkswirtschaftlichen
Kapitals» arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,
BrĂŒcken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus
den Ersparnissen aller ĂŒbrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )


3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, KĂŒnstler usw., die
aus den freiwilligen Abgaben aller ĂŒbrigen ihren Anteil geltend
machen können .


4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-
licher Art durch den Fiskus kaufkrÀftig werden.


file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s33.png

file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s34.png



– 35 –


Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein

muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-
keit natĂŒrlich im organischen Flusse befinden. Das mĂŒssen wir auch
hier berĂŒcksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-
schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die
Para[ergÀnzt handschriftlich: l]ellitÀt von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-
duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt
einen Preis von 100 erzielt, so darf fĂŒr jenes Produkt auch nicht
mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkrÀftig werden. Arbeiter,
Angestellte, Produzenten und HÀndler (Gruppe I) geben insgesamt ab
an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie
Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;
treten also von ihren Einkommen ab 12, 8 und 12 ist 32 und es
bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem
KonsumgĂŒtermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.
Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundÀren
Einkommenszweige sich gegenseitig ZuschĂŒsse leisten, der Einfach-
heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden
Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar fĂŒr die Abtretenden privat-
wirtschaftliches Kapital ; – privatwirtschaftliches Kapital aber,
das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen
hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den
Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um
direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergÀnzt handschriftlich:, ] einen obligato-
rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.


file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s35.png


– 36 –


Halbfabrikate gelten als GenussgĂŒter, denn es ist leicht zu ersehen,
dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-
lationen als ein fertiger Posten erschienen, fĂŒr den in der voraus-
gegangenen Produktion EinzelarbeitsaufwÀnde entlohnt werden muss-
ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und HÀnd-
leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten fĂŒr Abschrei-
bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-
sehen 20 mal 5 zurĂŒckbehalten, dafĂŒr dann einmal 100 aufgewendet
wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-
lÀufen ausgleichen.

Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse

der erzeugten GĂŒter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-
preise. Das ist nichts zufÀlliges, sondern die notwendige Folge des
Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .
Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit
seien VerhĂ€ltniszahlen zwischen den einzelnen GĂŒterwerten, so dass
diese vergleichbar und gesellschaftlich gĂŒltig austauschbar wer-
den, so mĂŒssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen
selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie
werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch
nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die
Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir
die letzteren auch als VerhÀltniszahlen zwischen Real- und Nominal-
einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primÀre Rolle ein-
rÀumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn


file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s36.png


– 37 –


Àusserlich treten tatsÀchlich zuerst die Einkommen in Erscheinung
und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-
rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenĂŒber
dem Nominaleinkommen das UrsprĂŒngliche, sondern selbst in der von
uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung
an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-
kalkulierten Preis.

Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des

Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt
haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom
Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,
das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befÀhigt. Aber wir
sahen auch, Voraussetzung fĂŒr das Geld ist wiederum das Vorhanden-
und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprĂŒnglich nur Stoff-
quantitÀten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,
(wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden
Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;
sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.
tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale GĂŒter direkt als
Einkommen zu erhalten, wÀhrend also Real. und Nominaleinkommen sich
stets decken mĂŒssen, weil es nur verschiedene AusdrĂŒcke gleicher
Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-
drucksform dafĂŒr; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-
griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-
mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld
lebt, um die GĂŒter auszutauschen, die eine FĂŒlle von Relationen


file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s37.png


– 38 –


darstellen;– wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe
von Nominaleinkommen gegen GĂŒter, so ist das durch den Schleier
gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte
decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklÀren, wie das
Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen
AusfĂŒhrung kann es keine Frage sein, dass wir es in engster Anleh-
nung an die GĂŒterproduktion zur Schöpfung bringen mĂŒssen. Stellen
wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-
sels als die der Vollendung am nÀchsten kommende Einrichtung hin,
so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-
fassung.

Im Gelde, dem ReprÀsentanten unseres Nominaleinkommens

haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, wÀhrend wir iunsere
wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-
her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst
Nutzung oder Gut bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-
recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-
den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-
derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant fĂŒr eine wirt-
schaftlich abgenommene Leistung in HÀnden hÀlt. In diesem Wechsel
sind aber, da viele HÀnde dem Unternehmer dienstbar waren, das 
Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und fĂŒg-
lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-
schöpfung vor weiteren privaten, in's kleinste zu zerlegenden
Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer


file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s38.png


– 39 –


Unternehmer [sic] geltend machen mĂŒssten. Die starre Berufsgliederung
zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-
schaft haben, und darum entÀussern wir uns unserer vergegenstÀnd-
lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem 
Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-
valente habhaft werden können. Im privaten Verkehr konnten nur
privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist
so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-
tiger AbhÀngigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles
in einander greift, wo alle fĂŒr einen und einer fĂŒr alle zusammen
stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht
in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung
an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche
Geld ansehen. Die Reichsbank fĂŒhrt hier nur eine Funktion des
Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen
aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit
getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der
Konsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes
Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in 
der Wirkung das Forderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft
entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion
und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.

Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes

in der Wirtschaft gegenĂŒbertritt, beruht auf einer TĂ€uschung.
In Wahrheit entsteht es tÀglich mit der Leistung und vergeht mit


file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s39.png


– 40 –


der Konsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde
Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander
aufsteigen und wieder in's Nichts zurĂŒckfallen, verursacht wird.

Es könnte hier natĂŒrlich nicht unsere Aufgabe sein, die

Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern
wollen, das sind die ZusammenhÀnge, sowiet sie das gezeichnete Bild
vollenden mĂŒssen. Zur Verteidigung des Wechsels wollen wir aber
doch die HauteinwÀnde betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-
nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfÀhige Konsum-
gĂŒter reprĂ€sentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten
Profitstreben der Privatwirtschaft ĂŒberlassen. Sie hat selbst
das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer
Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa
in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-
schaftlichen Unmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl
von Wechseln notleidend wĂŒrde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-
sel fĂŒr ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch
zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf GlÀubiger
wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen
geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept
wieder einlösen. ImÂ ĂŒbrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz
von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, dieÂ ĂŒbrigen
können aus dem Umlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.

Doch zurĂŒck zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,

die wir mit dem gesamten erzeugten GĂŒtervorrat gegenĂŒber stellen,
eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung


file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s40.png


– 41 –


kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse
sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich
setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,
dann mĂŒssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-
ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-
duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde
bezahlt, es werden Gegenforderungen aus[ergÀnzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen
als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt
es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu
suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der
Produktion wohl eine obere Grenze geschaffen. nach unten aber ist
der Verkehr souverÀn. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld
teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen
aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tÀtig ist, den Kapital-
markt zu speisen. In diesen FÀllen steht das Geld fern seiner
eigentlichen primÀren Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite
Bescheinigung fĂŒr unsere Leistung, die sich in realem Gute hat 
niederschlagen mĂŒssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der
anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;
verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen
den realen GĂŒtern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen
als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen
Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt
gesehen, zu leisten, weil es im ZusammenfĂŒgen und Teilen von Wert-
einheiten auch die GĂŒter vergleichbar und teilbar werden lĂ€sst.
Die Werteinheit schafft Preise und lĂ€sst durch sie den GĂŒter-


file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s41.png


– 42 –


austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen
wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. – die Distribution
scheiden wir aus, – bietet uns wieder das gleiche ursprĂŒngliche
Bild.


Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen

GĂŒtern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der 
Tausch dem Bereiche des ZufÀlligen entwÀchst und sich zu einer
gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,
auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.


file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s42.png