NachrichtenBearbeiten


https://odysee.com/@ovalmedia:d/mwgfd-impf-symposium:9
https://totalityofevidence.com/dr-david-martin/



Kaum beachtet von der Weltöffentlichkeit, bahnt sich der erste internationale Strafprozess gegen die Verantwortlichen und Strippenzieher der Corona‑P(l)andemie an. Denn beim Internationalem Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag wurde im Namen des britischen Volkes eine Klage wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gegen hochrangige und namhafte Eliten eingebracht. Corona-Impfung: Anklage vor Internationalem Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit! – UPDATE


Libera Nos A Malo (Deliver us from evil)

Transition NewsBearbeiten

XML

Feed Titel: Homepage - Transition News



Peter MayerBearbeiten

XML

Feed Titel: tkp.at – Der Blog fĂŒr Science & Politik



NZZBearbeiten

XML

Feed Titel: Wissenschaft - News und HintergrĂŒnde zu Wissen & Forschung | NZZ


Die Impfung gegen GĂŒrtelrose schĂŒtzt auch vor Demenz

Auf den ersten Blick haben die beiden Krankheiten wenig miteinander zu tun. Doch nun zeigt eine Studie: Bei beiden könnte das gleiche Virus eine Rolle spielen. Auch das spricht fĂŒr eine Impfung, die Senioren ohnehin empfohlen wird.

VerfassungsblogBearbeiten

XML

Feed Titel: Verfassungsblog


Der Unterwerfung widerstehen

Wie wohl viele Wissenschaftler*innen weltweit habe ich in den letzten Monaten fassungslos dabei zugesehen, mit welcher Geschwindigkeit Donald Trump und seine willfĂ€hrigen Vollstrecker die Demokratie in den USA zerstören – und mit ihr die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit.

Als Professor fĂŒr europĂ€isches Verfassungsrecht habe ich zur Wissenschaftsfreiheit publiziert, derzeit arbeite ich an der Prager Karls-UniversitĂ€t an einem Projekt zur politischen Rolle von UniversitĂ€ten in polarisierten Gesellschaften. Im Rahmen dieses Projekts sollte ich diesen Herbst als Senior Emile NoĂ«l Fellow an der New York University verbringen. Ich hatte mich darauf gefreut, wieder Teil des lebendigen intellektuellen Austauschs an amerikanischen UniversitĂ€ten zu sein, den ich stets bewundert habe.

Doch seit die autoritĂ€re Wende in den USA begann (von der der „Krieg gegen die UniversitĂ€ten“ nur ein Teil ist), fragte ich mich, ob ich die Reise nach New York wirklich antreten sollte. Meine Zweifel wuchsen mit jeder neuen Meldung ĂŒber Festnahmen und EinschĂŒchterungen von Wissenschaftler*innen, die sich fĂŒr die Rechte der PalĂ€stinenser in Gaza einsetzen: etwa der französische Wissenschaftler, dem wegen trumpkritischer Nachrichten auf seinem Handy die Einreise verweigert wurde, oder die rechtswidrige Inhaftierung des Columbia-Studenten Mahmoud Khalil.

++++++++++Anzeige++++++++

Innovativ, mĂ€chtig, rĂŒcksichtlos: Kaum eine Geschichte wird so oft erzĂ€hlt wie die vom unaufhaltsamen Aufstieg der Tech-Konzerne an die Spitze der global vernetzten Welt. Nur ein Kapitel wird dabei ausgelassen: Der Preis, den der globale SĂŒden dafĂŒr bezahlt. 

Der Tech-Journalist Ingo Dachwitz und der Globalisierungsexperte Sven Hilbig beleuchten diesen blinden Fleck und zeigen die weltweiten Folgen des digitalen Kolonialismus sowie bestehende AnsĂ€tze fĂŒr eine gerechtere Digitalisierung auf. Soviel steht fest: AI will not fix it.

Mehr Informationen hier. 

++++++++++++++++++++++++

Ich begann mich zu fragen, wie ich persönlich damit umgehen sollte. Ich stehe dem sogenannten „scholactivism“ – der Vermengung von Wissenschaft und politischem Aktivismus – skeptisch gegenĂŒber. Auf den ersten Blick mag mein Text hier schwer mit dieser Haltung  vereinbar zu sein. Doch mir geht es um etwas anderes: Ich rufe niemanden dazu auf, aktiv gegen die Zerstörung der amerikanischen UniversitĂ€ten vorzugehen (egal wie sehr ich mir wĂŒnschen wĂŒrde, dass einige der reichsten Institutionen – etwa Columbia oder Harvard – die Wissenschaftsfreiheit entschieden verteidigen statt sich den an sie gestellten illegalen Forderungen zu beugen). Ich will hier auch keine Petition starten, obwohl dies eine jener „außergewöhnlichen Situationen“ sein könnte, in der die Regierung „die eigentliche Mission der UniversitĂ€t und ihre Werte der freien Forschung“ bedroht – eine Situation, die eine kollektive Reaktion der wissenschaftlichen Gemeinschaft rechtfertigen wĂŒrde.

Ein Boykott der USA scheint mir nicht die richtige Antwort zu sein. Er wĂŒrde vor allem jene Institutionen treffen, die selbst zu den ersten Opfern von Trumps Putsch gehören: die UniversitĂ€ten. Gleichzeitig glaube ich, dass wir in der „free world“ – auf der anderen Seite des Atlantiks – nicht passiv bleiben sollten, insbesondere jene von uns, die demnĂ€chst in die USA reisen wollen.

Doch nach zwei Meldungen wurde mir klar, was ich zu tun hatte: Erstens war da die E-Mail der Yale-UniversitĂ€t, die alle auslĂ€ndischen Studierenden und Wissenschaftler*innen vor verschĂ€rften Kontrollen bei der Einreise in die USA warnte. Es hieß, man könne von Grenzbeamten zu seiner Haltung gegenĂŒber palĂ€stinensischen Anliegen befragt werden – und dass Visa aufgrund der Antworten widerrufen werden könnten. „Wir können Ihnen nicht raten, wie Sie auf solche Fragen antworten sollen“, hieß es in der Mitteilung, „aber Sie sollten darauf vorbereitet sein, sie zu beantworten.“

Zweitens las ich einen kurzen Essay der Kunsthistorikerin Anna Dumont, in dem sie an das Jahr 1931 erinnert – an den Moment, als das intellektuelle Leben in Italien vor dem faschistischen Regime kapitulierte. Es war als ein Gesetz erlassen wurde, das alle UniversitĂ€tsprofessor*innen verpflichtete, als Voraussetzung fĂŒr ihre Anstellung einen Eid auf die Regierung Mussolinis zu schwören. Von ĂŒber 1.200 Professor*innen verweigerten nur zwölf diesen Eid. Dumont schreibt: „Die Unterzeichnung des Eids durch die große Mehrheit der Professoren bedeutete die Unterwerfung des italienischen intellektuellen Lebens unter das Regime. Sie signalisierte dem Rest des Landes, dass es in der Welt der italienischen Ideen keinen Widerstand geben wĂŒrde.“

Ihr Essay trĂ€gt den Titel „What Autocrats Want from Academics: Servility“ – und genau das verweigere ich, wenn auch nur auf meine kleine, unbedeutende Art. Sich vorsichtig  auf Fragen vorzubereiten, die wir eigentlich so beantworten können sollten, wie wir es fĂŒr richtig halten, wĂ€re ein Akt der Unterwerfung, dem ich mich widersetzen möchte.

++++++++++Anzeige++++++++

Der Lehrstuhl fĂŒr Öffentliches Recht, Verfassungstheorie und interdisziplinĂ€re Rechtsforschung von Herrn Prof. Dr. Julian KrĂŒper an der Juristischen FakultĂ€t sucht zum nĂ€chstmöglichen Zeitpunkt eine*n Wiss. Mitarbeiter*in (m/w/d) mit 19,9150 Std./ Woche fĂŒr die Dauer von 3 Jahren; TV-L E13. 

Am Lehrstuhl steht das Verfassungsrecht im Mittelpunkt. Sie unterstĂŒtzen den Lehrstuhlinhaber in Forschung und Lehre und fĂŒhren Arbeitsgemeinschaften durch. Die Möglichkeit zur Promotion ist gegeben.

Mehr Informationen hier.

++++++++++++++++++++++++

Deshalb richtet sich die folgende ErklĂ€rung an meine Kolleg*innen außerhalb der USA, die bald dorthin reisen und sich von ihr vielleicht inspirieren lassen. Gleichzeitig möchte ich so meine eigene WĂŒrde bewahren, denn vielleicht fehlt mir der Mut, diese Dinge auszusprechen, sollte ich im Herbst in die USA einreisen.

Lassen Sie mich daher öffentlich sagen:

 

  • Donald Trump und seine Gefolgsleute zerstören die Demokratie, die Grundrechte und die Verfassung, auf der diese Werte beruhen.
  • Indem sie Israels unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸige Reaktion auf die Hamas-TerroranschlĂ€ge vom Oktober 2023 unterstĂŒtzen, machen sich die USA mitschuldig an den Verbrechen gegen das palĂ€stinensische Volk in Gaza – Verbrechen, die vom Internationalen Strafgerichtshof untersucht werden sollten.
  • Menschen dafĂŒr zu bestrafen, dass sie diese beiden Dinge aussprechen, verstĂ¶ĂŸt gegen die US-Verfassung und gegen einen Wert, auf den sich Amerikaner*innen stets berufen haben: die Meinungsfreiheit.
  • Wir in der freien Welt werden weiterhin an diese Wahrheiten erinnern, die wir „als selbstverstĂ€ndlich“ erachten

Ich habe mein J1-Visum noch nicht beantragt. Sollte mein Antrag abgelehnt werden, weiß ich warum. Doch ich werde mich nicht an dem Akt der Unterwerfung beteiligen, den Trump und seine AnhĂ€nger von all jenen verlangen, die in die Vereinigten Staaten reisen wollen – in das Land, wie wir es kannten, bevor dieser verfassungswidrige Putsch begann.

++++++++++Anzeige++++++++

An der TU Chemnitz ist die Stabsstelle Juristische Beratung und Prozessmanagement zu besetzen (m/w/d, 100%, TV-L E13). Aufgaben: Juristische Beratung des Rektorats, UnterstĂŒtzung bei Verwaltungsaufgaben, Datenschutzkoordination, Prozessoptimierung. 

Erforderlich: Hochschulabschluss (Rechtswissenschaften bevorzugt), idealerweise 1. Staatsexamen. ErwĂŒnscht: Erfahrung im Hochschulwesen, Verwaltungsrecht, Datenschutzrecht, analytische Kompetenzen, Eigeninitiative. 

Bewerbung bis 16.04.2025 online.

++++++++++++++++++++++++

*

Editor’s Pick

von MARGARITA IOV

In den letzten Wochen habe ich oft an „Burnt Offerings – Aaron Bushnell and the Age of Immolation“ des US-amerikanischen Historikers Erik Baker denken mĂŒssen. Der Essay erschien letztes Jahr in n+1 und handelt von einem jungen US-Soldaten, der sich am 25. Februar 2024 vor der israelischen Botschaft in Washington aus Protest gegen den Gaza-Krieg selbst in Brand setzte.

Dieser sehr prĂ€zise und eindringliche Text – von wie ich finde, seltener Schönheit – beschĂ€ftigt sich mit dem Feuer als Waffe. Wir folgen seiner zerstörerischen Spur durch die Geschichte: Von den Hexenverbrennungen ĂŒber die Schrecken des Vietnamkrieges bis hin zu den Höllenfeuervisionen puritanischer SklavenhĂ€ndler. Baker zeigt, wie man ĂŒber das UnertrĂ€gliche schreiben kann: indem man genau hinsieht. Vielleicht einen Schritt zurĂŒcktritt oder zwei – aber eben nicht wegsieht. Und die zentrale Frage ist nicht, wie es sein kann, dass manche Menschen zu so radikalen Mitteln greifen. Sondern: Wie halten wir anderen es eigentlich aus, es nicht zu tun?

*

Die Woche auf dem Verfassungsblog

zusammengefasst von EVA MARIA BREDLER

Ostern ist noch ein paar Wochen hin, aber Jesus scheint dieses Jahr frĂŒh dran zu sein mit der Auferstehung: „Jesus Christ also was found guilty and he was innocent“, sagte Bruno Gollnisch, eine ehemaliger Abgeordneter des EuropĂ€ischen Parlaments. Gemeinsam mit Marine Le Pen wurde er am Montag von einem Pariser Gericht wegen Veruntreuung von EU-Geldern verurteilt – und auch das passive Wahlrecht wurde ihnen entzogen. „I do not compare Marine Le Pen with Jesus Christ but she is innocent and so am I,“ schob er sicherheitshalber hinterher, und zack, war Jesus praktischerweise wieder im Grab verschwunden. Die magische Kraft der Worte! Gollnisch hielt jedenfalls daran fest, das Urteil sei „das Ende der Demokratie in Frankreich“; und Marine Le Pen formuliert kriegerisch: „Das System hat die Atombombe rausgeholt“. Was war passiert? CHARLOTTE SCHMITT-LEONARDY (DE) gibt Entwarnung: Hier habe ein Gericht allgemeingĂŒltiges Recht auf eine Politikerin angewandt, die ihr Amt missbraucht und einen Millionenschaden zu verantworten habe.

Auch in RumÀnien wurde eine rechtsextreme PrÀsidentschaftskandidatur gerichtlich verhindert, nÀmlich die von Călin Georgescu. Das rumÀnische Verfassungsgericht schloss Georgescu allerdings nicht wegen Straftaten, sondern dessen demokratiefeindlichen Verhaltens von der kommenden PrÀsidentschaftswahl aus. RADU CORNEA (EN) zeichnet das Verfahren nach, als einen Akt wehrhafter Demokratie.

Noch anders liegen die Dinge in der TĂŒrkei: Dort wurde die Kandidatur des Istanbuler OberbĂŒrgermeisters und Erdoğan-Rivalen Ekrem Ä°mamoğlu ebenfalls verhindert, allerdings indem man ihn schlichtweg verhaften ließ. Seitdem sitzt er wegen KorruptionsvorwĂŒrfen in U-Haft. TOLGA ƞIRIN (EN) fordert eine unmittelbare und prĂ€ventive Intervention des EuropĂ€ischen Gerichthofs fĂŒr Menschenrechte, bevor enormer politischer Schaden entsteht.

Bei den autoritĂ€ren MachtĂŒbernahmen ĂŒberall stellt sich immer wieder die Frage: Wie lĂ€sst sich die Verfassung schĂŒtzen und wer trĂ€gt dafĂŒr Verantwortung? In den USA wird gerade sichtbar, welche Rolle die Exekutive dabei spielt, weil sie eben Fakten schaffen kann. Der Verfassungsausschuss des britischen House of Lords hat kĂŒrzlich genau zum Thema exekutiver Verfassungsverantwortung einen Bericht veröffentlicht. BEN YONG (EN) hat sich den Bericht nĂ€her angesehen und befĂŒrchtet, dass exekutive HoffnungstrĂ€ger Wunschdenken sein könnten.

Auch beim Thema Migration zeigt sich die Macht der Exekutive. Nun habe sich Union und SPD bei den Koalitionsverhandlungen darauf geeinigt, „in Abstimmung mit unseren europĂ€ischen Nachbarn ZurĂŒckweisungen an den gemeinsamen Grenzen auch bei Asylgesuchen vor[zu]nehmen“. Das Unionsrecht erfordert dafĂŒr allerdings grundsĂ€tzlich ein Asyl- bzw. Dublin-Verfahren, Ausnahmen sind nur bei einer „nationalen Notlage“ erlaubt. SEBASTIAN KORSCH und KILIAN UMBACH (DE) untersuchen, welche Folgen ZurĂŒckweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen hĂ€tten.

++++++++++Anzeige++++++++

We are delighted to announce that our next Max Planck Masterclass with Professors Floris de Witte and Bruno de Witte is now open for applications (deadline 10 April). The Masterclass on “EU Law in a Changing Europe” will take place on 10-13 June 2025 at the Max Planck Institute for Comparative Public Law and International Law in Heidelberg, Germany.

More information can be found here.

++++++++++++++++++++++++

Immerhin möchte die kommende Koalition die Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung stĂ€rken. ANNA-MIRA BRANDAU und FRIEDRICH ZILLESSEN (DE) erklĂ€ren, warum die Bundeszentrale fĂŒr unsere Demokratie so wesentlich ist, wie leicht sie sich derzeit angreifen lĂ€sst und wie sie besser zu schĂŒtzen wĂ€re.

(Politische) Bildung ist essenziell. Was aber, wenn schon der Zugang dazu fehlt? Seitdem das BVerfG im Corona-Schulschließungsbeschluss das Recht von Kindern und Jugendlichen auf schulische Bildung erstmals ausbuchstabiert hat, steht die Frage im Raum, ob es ein justiziables Recht auf Schul(plĂ€tz)e gibt. Das lĂ€sst das BVerfG auch in seinem jĂŒngsten Nichtannahmebeschluss zu mangelnden PlĂ€tzen in Vorbereitungsklassen weiterhin offen – und vertraut der Verwaltung, wenn sie sich auf fehlende KapazitĂ€ten beruft. ISABEL LISCHEWSKI (DE) zeigt, wieso dieses „gerichtliche blackboxing“ von Organisationsprozessen innerhalb der Verwaltung fĂŒr soziale Grundrechte problematisch werden kann.

Auch Ungarn hat sich mit seinen Kindern beschĂ€ftigt, allerdings sollen da ganz andere Dinge geblackboxt werden: Mitte MĂ€rz verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das Kinder vor Versammlungen schĂŒtzen soll, die HomosexualitĂ€t fördern. Obwohl das Gesetz neutral formuliert ist, wird es allgemein als Verbot der LGBTQ+ Pride-Parade verstanden, kurz vor deren 30-jĂ€hrigem JubilĂ€um. Das Gesetz verstoße bewusst gegen die europĂ€ischen Menschenrechtsstandards zur Versammlungsfreiheit und den Rechten von LGBTQ+-Personen sowie gegen grundlegende Werte der EU, so RENÁTA UIZ (EN).

Nicht nur erlassene, sondern auch unterlassene Gesetze können zum Problem werden, zum Beispiel in Italien. Dort hat das Verfassungsgericht – Ă€hnlich wie in Deutschland – vor fĂŒnf Jahren den assistierten Suizid fĂŒr zulĂ€ssig erklĂ€rt. Doch das nationale Parlament kann sich bis heute nicht auf ein Gesetz einigen. Die Toskana wurde ungeduldig und hat kurzerhand ein eigenes Gesetz verabschiedet. Gegner*innen des toskanischen Alleingangs befĂŒrchten Fragmentierung und wollen das Gesetz gerichtlich kippen. PIER FRANCESCO BRESCIANI (EN) erklĂ€rt, warum das Verfassungsgericht diese Art strategischer regionaler Gesetzgebung nicht stoppen, sondern eher als rechtsstaatlichen Support wertschĂ€tzen sollte.

Anders als dieser italienische „strategic regional legislation“ hat sich „strategic litigation“ schon lange etabliert. Immer populĂ€rer werden Strategic Lawsuits Against Public Participation (SLAPP) – missbrĂ€uchliche Klagen von einflussreichen Akteuren, die darauf abzielen, kritische Stimmen aus der Zivilgesellschaft einzuschĂŒchtern und mundtot zu machen. In einem solchen Verfahren hat ein US-Gericht Greenpeace nun verpflichtet, Hunderte Millionen Dollar zu zahlen – u.a. wegen angeblicher Beihilfe zu Hausfriedensbruch und Verleumdung. CHRISTINA ECKES und PHILLIP PAIEMENT (EN) sehen darin einen Testfall fĂŒr die Anti-SLAPP-Richtlinie der EU.

TestfĂ€lle fĂŒr die globale Gleichstellungspolitik gibt es genug: democratic backsliding, die Klimakrise, bewaffnete Konflikte und humanitĂ€re Krisen, um nur ein paar zu nennen. 30 Jahre nachdem in Peking 189 Staaten die bahnbrechende Beijing Declaration verabschiedet haben, wurde nun in New York die Beijing +30 Action Agenda fĂŒr die nĂ€chsten zehn Jahre prĂ€sentiert. NARIN NOSRATI und HANNA WELTE (DE) bilanzieren die letzten Jahrzehnte globaler Gleichstellungspolitik und bewerten das Potenzial der neuen Agenda.

Diese Woche haben wir ein Symposium zu „Intellectual Property and the Human Right to a Healthy Environment“ (EN) gelauncht. Der Zusammenhang ist nicht direkt offensichtlich, wird aber immer wichtiger: Im Kern geht es darum, dass der Schutz geistigen Eigentums Nachhaltigkeit verhindern kann – so können etwa Markenschutz und Upcycling konfligieren, wie ELENA IZYUMENKO (EN) in ihrer EinfĂŒhrung erklĂ€rt.

Und schließlich hat JULIA GELBHAAR (EN) fĂŒr das April-Kalenderblatt des „Outstanding Women of International, European and Constitutional Law“-Kalenders Simone RozĂšs portrĂ€tiert – eine wegweisende Juristin, die das französische Justizsystem im 20. Jahrhundert nachhaltig beeinflusste. RozĂšs hĂ€tte sicherlich interessante Gedanken zu Marine Le Pens Verfahren, die wir leider nicht zu hören bekommen – RozĂšs‘ Auferstehung scheint bis auf Weiteres ausgeschlossen (nur zur Sicherheit: Ich habe RozĂšs nicht mit Jesus verglichen).

*

Ihnen alles Gute!

Ihr

Verfassungsblog-Team

 

Wenn Sie das wöchentliche Editorial als Email zugesandt bekommen wollen, können Sie es hier bestellen.

The post Der Unterwerfung widerstehen appeared first on Verfassungsblog.

Kommentare








Bitte schreibe das Wort welches du im Bild lesen kannst Neues Captcha